Tierpfleger Forschung und Klinik: Ausbildung, Aufgaben und Gehalt an der Universität

Tierpflegerinnen und Tierpfleger arbeiten auch an Universitäten: Sie versorgen Tiere, betreuen Zuchten und unterstützen Forschung oder tierärztliche Behandlungen. Der Einstieg führt über die dreijährige Ausbildung in der Fachrichtung Forschung und Klinik. Wer diesen Beruf wählt, sollte neben Voraussetzungen und Gehalt auch Tierarten, Arbeitsbedingungen und die Mitwirkung an Tierversuchen kennen. Berufsprofil des BIBB

Von Aktualisiert: 22. Oktober 2026 · Quellenstand 10/2026
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Symbolbild: Tierpflegerin versorgt ein Meerschweinchen in einer universitären Ausbildungsumgebung

Kurz gesagt

  • Ausbildungsweg: Betrieb und Berufsschule; ein Studium ist für die Tierpfleger-Ausbildung nicht erforderlich.
  • Voraussetzungen: Der Ausbildungsbetrieb entscheidet über seine schulischen Anforderungen. Sorgfalt, Beobachtungsgabe und Verantwortungsbewusstsein zählen im Alltag.
  • Geld: Ausbildungsvergütung und späteres Fachkraftgehalt folgen unterschiedlichen Regeln. Die Tabellen unten zeigen die Beträge und ihren Gültigkeitszeitraum.
  • Arbeitsplatz: Forschungstierhaltung und Tierklinik können sich bei Tierarten und Aufgaben deutlich unterscheiden.
  • Bewerbung: Prüfen Sie frühzeitig Ausbildungsbeginn, Frist, Berufsschulort und die vorgesehenen Dienste.

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Inhalt

Wie wird man Tierpfleger in Forschung und Klinik?

Der reguläre Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung. Die Praxis lernen Sie im Ausbildungsbetrieb, die fachlichen Grundlagen ergänzend in der Berufsschule. Bereits bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz sollten Sie auf die Fachrichtung achten: Tierpfleger ist ein Beruf mit drei unterschiedlichen Ausrichtungen. BIBB

FachrichtungBerufliches Umfeld
Forschung und KlinikForschungstierhaltungen, Hochschulen, Universitätskliniken und Tierkliniken
ZooZoologische Einrichtungen und ihre Tierbestände
Tierheim und TierpensionBetreuung von Tieren in Tierheimen und Tierpensionen

Für eine Tätigkeit im wissenschaftlichen Umfeld ist die Fachrichtung Forschung und Klinik der passende Ausgangspunkt. Aber auch innerhalb dieser Fachrichtung lohnt sich der Vergleich der Ausbildungsbetriebe.

Die Universität Bielefeld verbindet beispielsweise Stationen in der zentralen Tierhaltung mit Verhaltensforschung und Biologiedidaktik. Dort können kleine Nagetiere, Vögel sowie Aquaristik und Terraristik zum Ausbildungsalltag gehören. Die Berufsschule liegt in Düsseldorf. Das zeigt: Ausbildungsort und Schulort müssen nicht dieselbe Stadt sein. Ausbildung an der Universität Bielefeld

An der Justus-Liebig-Universität Gießen rotieren Auszubildende dagegen durch veterinärmedizinische Kliniken und Institute. Sie lernen unter anderem die Versorgung von Groß- und Kleintieren kennen; der Berufsschulunterricht findet in Frankfurt-Höchst statt. Ausbildung an der JLU Gießen

Tipp für die Auswahl: Fragen Sie vor einer Bewerbung nach den Ausbildungsstationen. Wer sich vor allem für die Pflege erkrankter Tiere interessiert, sucht möglicherweise ein anderes Umfeld als jemand, der gern mit Zuchtplanung und Forschungstierhaltung arbeiten möchte.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Tierpfleger-Ausbildung?

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Ein Hauptschulabschluss schließt den Zugang nicht grundsätzlich aus. Welche Anforderungen Sie erfüllen müssen, legt der Ausbildungsbetrieb fest. Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET

In Bielefeld nennt die Universität mindestens einen qualifizierenden Hauptschulabschluss und gute naturwissenschaftliche Leistungen. Die JLU Gießen empfiehlt mindestens einen Hauptschulabschluss mit guten Noten in Mathematik, Deutsch und Naturwissenschaften. Das sind Beispiele betrieblicher Auswahlmaßstäbe. Bielefeld, Gießen

Beobachtungsgabe, sorgfältiges Arbeiten und handwerkliches Geschick sind wichtige Anforderungen. Biologie hilft beim Verständnis der Tiere, Mathematik etwa beim Bemessen von Futtermengen. BERUFENET

Ein Praktikum kann Ihnen helfen, den Beruf vor der Entscheidung kennenzulernen. Fragen Sie den Betrieb nach dieser Möglichkeit und danach, welche körperlichen Anforderungen und Schutzmaßnahmen an Ihrem künftigen Arbeitsplatz wichtig sind.

Wie viel verdient man in der Tierpfleger-Ausbildung?

Bei Anwendung des TVA-L BBiG beträgt die Ausbildungsvergütung derzeit 1.297 Euro brutto im ersten Jahr. Der Tarifvertrag sieht für die weiteren Ausbildungsjahre und ab März 2027 höhere Beträge vor.

AusbildungsjahrApril 2026 bis Februar 2027März bis Dezember 2027
1. Ausbildungsjahr1.297 €1.357 €
2. Ausbildungsjahr1.351 €1.411 €
3. Ausbildungsjahr1.401 €1.461 €

Monatliches Brutto-Ausbildungsentgelt nach TVA-L BBiG, § 8, jeweils im angegebenen Zeitraum. Beträge auf volle Euro gerundet.

Ausbildungsjahr und Kalenderjahr sind zu unterscheiden: Wer im August 2027 die Ausbildung beginnt, erhält nach dieser Tabelle den dann geltenden Betrag des ersten Ausbildungsjahres. Die zweite Spalte bedeutet nicht automatisch „zweites Ausbildungsjahr“.

Welcher Tarif gilt, hängt vom Ausbildungsbetrieb ab. Die JLU Gießen nennt beispielsweise den TVA-H BBiG für Hessen. Prüfen Sie deshalb im Angebot den Tarifnamen und den Ausbildungsbeginn, bevor Sie Beträge vergleichen. JLU Gießen

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Was verdient ein Tierpfleger an der Universität nach der Ausbildung?

Das Gehalt richtet sich nach dem Tarif und der Eingruppierung der konkreten Stelle. Bei einer Stelle nach TV-L bestimmen Entgeltgruppe, Erfahrungsstufe und Beschäftigungsumfang das monatliche Grundentgelt. Für die Gruppen E5 bis E7 gelten folgende Vergleichswerte:

TV-L-EntgeltgruppeStufe 1Stufe 3Stufe 6
E53.074 €3.431 €3.720 €
E63.187 €3.547 €3.864 €
E73.236 €3.646 €3.987 €

Brutto pro Monat bei Vollzeit, gültig vom 1. April bis 31. Dezember 2026. Quelle: TdL-Entgelttabelle, Anlage B zum TV-L. Beträge auf volle Euro gerundet.

Die Tabelle zeigt Tarifbeispiele, keinen allgemeinen Durchschnittsverdienst für Tierpfleger. Ein Angebot mit E5, Stufe 1, Vollzeit entspricht hier 3.074 Euro brutto. Daraus folgt kein Anspruch auf E7 allein aufgrund der Berufsbezeichnung. Zulagen und Sonderzahlungen sind in den Tabellenwerten nicht enthalten.

Vergleichen Sie deshalb bei zwei Angeboten stets die ausdrücklich genannte Gruppe, den Stellenumfang und die vorgesehene Stufenzuordnung. Unsere Erklärung zu den TV-L-Erfahrungsstufen hilft bei der Einordnung.

Welche Aufgaben haben Tierpfleger in Forschung und Klinik?

Sie kümmern sich um Haltung, Versorgung und Gesundheitsbeobachtung der Tiere und unterstützen die Arbeit der Einrichtung. In der Forschung kommen Zucht, Dokumentation und die Mitwirkung an Untersuchungen hinzu; in Tierkliniken steht auch die Betreuung erkrankter Tiere im Mittelpunkt. BERUFENET

Tierhaltung, Hygiene und Dokumentation

Die Arbeit verlangt verlässliche Routinen und genaues Hinsehen: Tiere versorgen, ihre Unterkünfte reinigen, Auffälligkeiten erkennen und Informationen nachvollziehbar festhalten. Die Universität Bielefeld beschreibt außerdem die Unterstützung wissenschaftlicher Teams bei Zuchtplanung und Experimenten. Hygiene und technische Arbeitsabläufe gehören dort ausdrücklich zur Ausbildung. Universität Bielefeld

In einer Tierklinik kann der Schwerpunkt anders aussehen. An der JLU Gießen gehört die Versorgung kranker und verletzter Tiere zum Ausbildungsprofil. Unterschiedliche klinische Stationen ermöglichen die Arbeit mit verschiedenen Tierarten. JLU Gießen

Gehören Tierversuche zur Arbeit?

Im Forschungsbereich kann die Tätigkeit eine aktive Mitwirkung an Tierversuchen umfassen. Das Robert Koch-Institut weist für seine Ausbildung ausdrücklich darauf hin, dass dazu auch das Erlernen des fachgerechten Tötens von Tieren gehört. Dieser Teil des Berufs sollte vor der Bewerbung offen besprochen werden. Ausbildungsprofil des RKI

Für die Pflege und das Töten von Versuchstieren bestehen Anforderungen an Kenntnisse und Fähigkeiten. Die Tierschutz-Versuchstierverordnung sieht außerdem regelmäßige Fortbildung vor; Tätigkeiten zu Ausbildungszwecken sind unter den dort geregelten Aufsichtsbedingungen möglich. § 3 TierSchVersV

Fragen Sie im Vorstellungsgespräch konkret: Welche Tierarten werden gehalten? Welche Aufgaben übernehmen Auszubildende? Wie erfolgt die Anleitung? Welche Möglichkeiten gibt es, den Arbeitsplatz vorher kennenzulernen? So können Sie beurteilen, ob die Fachrichtung zu Ihren Vorstellungen passt.

Muss man am Wochenende arbeiten?

Wochenend- und Feiertagsdienste können zum Arbeitsplatz gehören. Das RKI verlangt die entsprechende Bereitschaft beispielsweise ausdrücklich. Wie häufig solche Dienste anfallen und wie sie ausgeglichen werden, sollten Sie beim jeweiligen Arbeitgeber erfragen. RKI

Wo gibt es Ausbildungsplätze und Tierpfleger-Jobs an Hochschulen?

Geeignete Arbeitgeber sind Hochschulen, Universitätskliniken, Tierkliniken und Forschungseinrichtungen mit entsprechender Tierhaltung. Auch die Pharmaforschung und spezialisierte Zuchtbetriebe kommen infrage. BIBB

Suchen Sie sowohl nach „Tierpfleger Forschung und Klinik“ als auch nach „Tierpflege“ und „Versuchstierpfleger“. Achten Sie darauf, ob die Ausschreibung einen Ausbildungsplatz oder eine Fachkraftstelle betrifft. Begriffe wie Tierhaus oder zentrale Tierhaltung können bei der Suche auf den Karriereseiten der Einrichtungen zusätzlich helfen.

Zwei konkrete Ausgangspunkte zum Kennenlernen von Ausbildungsbetrieben sind die Universität Bielefeld und die JLU Gießen. Die Ausbildungsprofile beschreiben das jeweilige Umfeld; ob aktuell eine Bewerbung möglich ist, steht in der verlinkten Ausschreibung.

Auf Wissenschaftsstellen.de können Sie nach passenden Angeboten an Hochschulen und Forschungseinrichtungen suchen. Prüfen Sie bei jedem Treffer insbesondere:

  • Fachrichtung, Tierarten und konkreten Einsatzbereich;
  • verlangten Schul- oder Berufsabschluss;
  • Ausbildungs- beziehungsweise Beschäftigungsbeginn und Bewerbungsfrist;
  • Tarif, Stellenumfang, Befristung und Arbeitszeiten;
  • bei Ausbildungsplätzen zusätzlich den Berufsschulort und externe Stationen.

Kann man als Quereinsteiger Tierpfleger werden?

Ein Berufswechsel ist möglich; der passende Weg hängt von Ihrer bisherigen Qualifikation und Erfahrung ab. Eine Fachkraftstelle mit gefordertem Tierpflegerabschluss wird durch allgemeine Erfahrung im Umgang mit Tieren nicht automatisch zugänglich.

AusgangslageSinnvoller nächster Schritt
Keine einschlägige BerufsausbildungReguläre Ausbildungsplätze prüfen; ein konkretes Umschulungsangebot mit der zuständigen Stelle klären
Verwandte Ausbildung oder einschlägige PraxiserfahrungAusschreibungen auf ausdrücklich akzeptierte Alternativqualifikationen prüfen
Umfangreiche Tätigkeit im Beruf ohne AbschlussVoraussetzungen einer Externenprüfung mit der zuständigen IHK klären

Für die Externenprüfung sieht § 45 BBiG grundsätzlich eine einschlägige Tätigkeit von mindestens dem Eineinhalbfachen der vorgeschriebenen Ausbildungsdauer vor. Das Gesetz enthält Möglichkeiten, vom zeitlichen Nachweis abzuweichen, wenn die erforderliche berufliche Handlungsfähigkeit anderweitig belegt wird. Lassen Sie deshalb Ihren eigenen Fall prüfen, bevor Sie einen Vorbereitungskurs buchen. § 45 BBiG

Wie bewerbe ich mich für die Tierpfleger-Ausbildung?

Zeigen Sie, warum Sie in der Fachrichtung Forschung und Klinik arbeiten möchten. Eine Bewerbung wird konkreter, wenn sie Ihre Erfahrungen mit den tatsächlichen Aufgaben des Betriebs verbindet.

Nennen Sie im Anschreiben beispielsweise ein Praktikum, eine verantwortliche Aufgabe im Umgang mit Tieren oder Ihr Interesse an biologischen Arbeitsabläufen. Beschreiben Sie, was Sie dabei gelernt haben. Welche Zeugnisse, Nachweise oder weiteren Unterlagen verlangt werden, ergibt sich aus der Ausschreibung.

Eine hilfreiche Vorbereitung besteht aus drei Schritten:

  1. Betrieb kennenlernen: Ausbildungsprofil, Tierarten und Stationen lesen.
  2. Eigene Erfahrungen zuordnen: Wo haben Sie Sorgfalt, Zuverlässigkeit oder Interesse an Naturwissenschaften gezeigt?
  3. Offene Fragen notieren: Anleitung, Berufsschule, Dienste, praktische Anforderungen und Perspektiven nach dem Abschluss.

Prüfen Sie die Bewerbungstermine rechtzeitig. Maßgeblich ist der Termin der konkreten Ausschreibung, nicht ein vermeintlich einheitlicher Bewerbungsschluss für alle Hochschulen.

Häufige Fragen zu Tierpflegern in Forschung und Klinik

Braucht man Abitur oder ein Studium?

Nein. Der Ausbildungsbetrieb bestimmt seine Auswahlkriterien; rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. BERUFENET

Welche Weiterbildung gibt es nach der Ausbildung?

Ein möglicher Abschluss ist Geprüfter Tierpflegemeister beziehungsweise Geprüfte Tierpflegemeisterin. Die Prüfung besteht aus unterschiedlichen Teilen mit eigenen Zulassungsvoraussetzungen; dazu gehört je nach Zugang auch Berufspraxis. Prüfen Sie mit der zuständigen Stelle, wann Sie die Voraussetzungen erfüllen. Tierpflegermeister-Prüfungsverordnung, § 2

Wie finde ich heraus, ob der Beruf zu mir passt?

Bitten Sie einen Ausbildungsbetrieb um ein Gespräch oder eine Möglichkeit zum praktischen Kennenlernen. Fragen Sie dabei auch nach Aufgaben, die Sie verunsichern: Mitwirkung an Eingriffen, Umgang mit erkrankten Tieren, Hygieneanforderungen oder Dienstzeiten. Ihre Entscheidung sollte auf dem konkreten Arbeitsplatz beruhen.

Welche verwandten Ausbildungsberufe sollte ich vergleichen?

Wenn Sie sich für biologische Arbeit im Forschungsumfeld interessieren, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf das Berufsprofil Biologielaborant: Ausbildung, Gehalt und Aufgaben. Vergleichen Sie die Ausbildungsinhalte und Arbeitsplätze mit Ihren Interessen, bevor Sie sich auf einen Beruf festlegen.

Quellen

Die Angaben im Artikel beruhen auf diesen Primärquellen; die Links stehen jeweils auch an der belegten Stelle im Text.