Doktortitel: Welche Grade es gibt und was sie bedeuten

Dr. med., Dr. rer. nat. und Dr.-Ing. sind Doktorgrade unterschiedlicher Fachrichtungen. Erworben werden sie durch eine Promotion; welchen Grad eine Hochschule verleiht, bestimmt ihre Promotionsordnung. Die Zusätze helfen, das wissenschaftliche Fach einzuordnen. Daneben gibt es den PhD, den Ehrendoktor und den Dr. habil. – drei Bezeichnungen, die oft verwechselt werden.

Von Aktualisiert: 3. Oktober 2026 · Quellenstand 10/2026
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Eine frisch Promovierte erhält vom Dekan im Talar ihre Promotionsurkunde zum Dr. rer. nat.

Den Doktorgrad verstehen

  • Der Zusatz nennt das Fach. „Dr. rer. nat.“ steht für die Naturwissenschaften, „Dr. phil.“ vor allem für Geistes- und Sozialwissenschaften, „Dr.-Ing.“ für die Ingenieurwissenschaften.
  • Erworben durch eine Promotion. Dazu gehören eine eigene Forschungsarbeit und eine mündliche Prüfung; in Köln etwa Dissertation, Disputation und ein begleitendes Promotionsprogramm.
  • Geführt ab der Urkunde. Nach der Kölner Promotionsordnung von 2025 darf man den Grad mit Aushändigung der Urkunde führen; das Zeugnis nach der Prüfung genügt dafür nicht.

Die wichtigsten Unterschiede

  • Dr. und PhD sind beides Doktorgrade. Köln verleiht den Dr. rer. nat. auch in der englischen Form „Ph.D. in Natural Sciences“; für dieselbe Arbeit führt man nur eine Form.
  • Dr. h. c. ist eine Ehrung. Eine Fakultät verleiht ihn für besondere Verdienste, in Köln etwa für ausgezeichnete wissenschaftliche Leistungen, auf Vorschlag von mindestens fünf Professorinnen und Professoren.
  • Dr. habil. folgt der Habilitation. Der Zusatz zeigt die nach der Promotion erworbene Lehrbefähigung; in Bayern ist der habilitierte Doktor ein eigener akademischer Grad (Art. 98 BayHIG).

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Welche Doktortitel gibt es? Die Übersicht

Die Bezeichnung des Doktorgrades richtet sich nach der Fachdisziplin und der Promotionsordnung der Hochschule. Die Universität zu Köln verleiht den „Dr. rer. nat.“ zum Beispiel im Promotionsfach Chemie, die TU München den „Dr. med.“ in ihrer School of Medicine and Health, und die Hochschulrektorenkonferenz ordnet den „Dr. phil.“ vor allem den Geistes- und Sozialwissenschaften zu. Der Zusatz hinter „Dr.“ nennt also das Wissenschaftsgebiet der Doktorarbeit – nicht, wie anspruchsvoll sie war.

Umgangssprachlich heißt er „Doktortitel“, rechtlich ist er ein akademischer Grad: Eine Hochschule verleiht ihn mit einer Urkunde, nachdem die Promotionsleistungen erbracht sind. Die Tabelle ordnet elf Doktorgrade mit Fachrichtung und einem Beispiel ein; die übrigen Grade der amtlichen Aufzählung folgen darunter.

AbkürzungAusgeschriebenFachrichtungWo verliehen (Beispiel)
Dr. rer. nat.doctor rerum naturaliumNaturwissenschaften und MathematikUniversität zu Köln: Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Mathematik, Physik
Dr. phil.doctor philosophiaeGeistes- und SozialwissenschaftenTU München: in vier Schools, darunter Engineering and Design
Dr.-Ing.Doktor der IngenieurwissenschaftenIngenieurwissenschaftenTU München: unter anderem Computation, Information and Technology
Dr. iur. · Dr. jur.doctor iuris · doctor jurisRechtswissenschaftenTU München: „Dr. jur.“ in den Schools of Management sowie Social Sciences and Technology
Dr. rer. pol.doctor rerum politicarumWirtschafts- und SozialwissenschaftenTU München: School of Management
Dr. med.doctor medicinaeMedizinTU München und Charité Berlin
Dr. med. dent.doctor medicinae dentariaeZahnmedizinTU München und Charité Berlin
Dr. med. vet.doctor medicinae veterinariaeTiermedizinTierärztliche Hochschule Hannover
Dr. rer. medic.doctor rerum medicinaliumGesundheitswissenschaftenCharité Berlin
Dr. theol.doctor theologiaeEvangelische oder katholische Theologie—
Ph.D. · PhDDoctor of Philosophyje nach Programm, nicht nur PhilosophieKöln: „Ph.D. in Natural Sciences“; Charité: PhD und MD/PhD

Die lateinischen Langformen und Bedeutungen folgen dem Ratgeber für Anschriften und Anreden des Protokolls Inland der Bundesregierung; die Beispiele stammen aus den Promotionsordnungen der Universität zu Köln (2025), der TU München (Fassung 2024) und der Tierärztlichen Hochschule Hannover (2025) sowie den Promotionsseiten der Charité. Welche Grade eine Hochschule tatsächlich verleiht, steht in ihrer eigenen Promotionsordnung.

Weitere Doktorgrade aus der amtlichen Aufzählung

Neben diesen elf Graden gibt es zahlreiche fachlich engere Formen, vom Dr. agr. bis zum Dr. troph. Das Protokoll Inland zählt sie auf und betont selbst, dass die Liste „gängige Beispiele von in der Bundesrepublik Deutschland verliehenen Doktorengraden“ zeigt, „die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt“.

Weitere fachbezogene Doktorgrade der amtlichen Aufzählung anzeigen
AbkürzungLangformBedeutung
Dr. agr.doctor agronomiaeDoktor der Landwirtschaftswissenschaften
Dr. biol. hom. · Dr. biol. hum.doctor biologiae hominis · humanaeDoktor der Humanbiologie
Dr. disc. pol.doctor disciplinae politicarumDoktor der Politikwissenschaften
Dr. forest.doctor forestaliumDoktor der Forstwissenschaften
Dr. iur. can. · Dr. jur. can.doctor iuris canoniciDoktor der kanonischen Rechtswissenschaften
Dr. iuris utr. · Dr. juris utr.doctor iuris utriusqueDoktor beider Rechte (weltliches und kanonisches Recht)
Dr. math.—Doktor der Mathematik
Dr. oec.doctor oeconomiaeDoktor der Wirtschafts- bzw. der Verwaltungswissenschaften
Dr. oec. publ.doctor oeconomiae publicaeDoktor der Staatswissenschaften bzw. der Volkswirtschaft
Dr. oec. troph.doctor oecotrophologiaeDoktor der Ernährungswissenschaften bzw. der Hauswirtschaft
Dr. P. H.Doctor Public HealthDoktortitel, der den traditionellen Doktortitel in der Medizin ergänzt
Dr. paed.doctor paedagogiaeDoktor der Erziehungswissenschaften
Dr. phil. nat.doctor philosophiae naturalisDoktor der Naturwissenschaften (an der philosophischen Fakultät)
Dr. rer. agr.doctor rerum agriculturarumDoktor der Landbauwissenschaften bzw. der Landwirtschaft und der Bodenkultur
Dr. rer. cur.doctor rerum curaeDoktor der Pflegewissenschaften
Dr. rer. med.doctor rerum medicinaeDoktor der theoretischen Medizin bzw. der biomedizinischen Wissenschaften
Dr. rer. oec.doctor rerum oeconomicarumDoktor der Wirtschaftswissenschaften
Dr. rer. publ.doctor rerum publicarumDoktor der Verwaltungswissenschaften
Dr. rer. sec.doctor rerum securitatisDoktor der Sicherheitswissenschaften
Dr. rer. soc.doctor rerum sociologicaeDoktor der Sozialwissenschaften
Dr. rer. techn.doctor rerum technicarumDoktor der technischen Wissenschaften
Dr. sc. agr.doctor scientiarum agriculturaeDoktor der Landbau- bzw. der Landwirtschaftswissenschaften
Dr. sc. hum.doctor scientiarum humanarumDoktor der Humanwissenschaften
Dr. sc. paed.doctor scientiarum paedagogiaeDoktor der Erziehungswissenschaften
Dr. sc. pol.doctor scientiarum politicarumDoktor der Staats- bzw. der Sozialwissenschaften bzw. der Volkswirtschaft
Dr. troph.doctor trophologiaeDoktor der Ernährungswissenschaften
Dr. Sportwiss.—Doktor der Sportwissenschaften
Dr. scientiae musicaedoctor scientiae musicaeDoktor der Musikwissenschaften

Einzelne Hochschulen verleihen außerdem Grade, die in dieser Aufzählung fehlen. Die TU München etwa führt in ihrer Promotionsordnung den Dr. rer. silv. (Forstwissenschaft) und den Dr. med. sci. (Medizinische Wissenschaft). Auch hier gilt: Maßgeblich ist, was in der Urkunde steht.

Was bedeutet Dr. rer. nat.?

Dr. rer. nat. steht für den Doktor der Naturwissenschaften. Der Grad kann zu Forschungsarbeiten aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen gehören.

Ausgeschrieben heißt er doctor rerum naturalium. Wie breit das Feld ist, zeigt die Promotionsordnung der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln vom 11. Juni 2025: Den Dr. rer. nat. gibt es dort unter anderem in Biologie, Biochemie, Chemie, Geographie, Geologie, Meteorologie, Reiner und Angewandter Mathematik, Informatik, Experimental- und Theoretischer Physik sowie in den Fachdidaktiken von Biologie bis Physik (Anhang 1).

Der Dr. rer. nat. ist nicht auf eine naturwissenschaftliche Fakultät beschränkt. An der TU München verleihen ihn sieben von acht promotionsführenden Einrichtungen, auch die School of Medicine and Health (§ 1 Abs. 3 der Promotionsordnung in der Fassung vom 26. September 2024). Ein Dr. rer. nat. kann deshalb auch an einer medizinischen oder technischen Einrichtung entstehen.

Dr. rer. nat. an einer medizinischen Fakultät

Auch an einer medizinischen Fakultät kann man zum Dr. rer. nat. promovieren. Die Medizinische Fakultät der LMU München richtet diesen Weg an Bewerberinnen und Bewerber „mit einem Master oder einem äquivalenten Abschluss in einer Naturwissenschaft“, wenn ein betreuungsberechtigtes Fakultätsmitglied die Betreuung übernimmt, das selbst den Dr. rer. nat. trägt.

Für Medizinerinnen und Mediziner ist dieser Weg damit nicht automatisch offen. Welcher Grad zu welchem Studienabschluss und Projekt passt, legt die Promotionsordnung fest – mehr dazu unter Wie erhält man einen Doktorgrad? Den Vergleich mit dem englischsprachigen Grad erklärt der Abschnitt Dr. oder PhD.

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Was bedeuten Dr. phil., Dr.-Ing., Dr. jur. und Dr. rer. pol.?

Diese Zusätze unterscheiden wissenschaftliche Fachrichtungen; sie bilden keine allgemeine Rangfolge der Doktorgrade. Dr.-Ing., Dr. rer. nat. und Dr. phil. sind gleichermaßen Doktorgrade; der Zusatz beschreibt das Fach der Forschungsarbeit.

Welcher Zusatz zu einer Arbeit gehört, kann auch von der promotionsführenden Einrichtung abhängen. Die TU München zeigt das gut: Dort gibt es den Dr. phil. in vier Schools, den Dr.-Ing. in fünf Einrichtungen und den Dr. rer. pol. in drei (§ 1 Abs. 3 der Promotionsordnung, Fassung 2024).

Dr. phil.: Doktor der Philosophie

Der Dr. phil. (doctor philosophiae) wird nach der Hochschulrektorenkonferenz „vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften“ verliehen. Die Bezeichnung setzt kein Philosophiestudium voraus. Die TU München verleiht ihn zum Beispiel auch in ihrer School of Engineering and Design und in der School of Medicine and Health.

Dr.-Ing.: Doktor der Ingenieurwissenschaften

Der Dr.-Ing. ist der Doktorgrad der Ingenieurwissenschaften, etwa im Maschinenbau, in der Elektrotechnik oder im Bauingenieurwesen. Er hat keine lateinische Langform und wird mit Bindestrich geschrieben: „Dr.-Ing.“. An der TU München verleihen sowohl die School of Computation, Information and Technology als auch die School of Natural Sciences den Dr.-Ing. und den Dr. rer. nat.; welcher Grad festgelegt wird, richtet sich nach den Kriterien der promotionsführenden Einrichtung.

Dr. jur. und Dr. iur.: Doktor der Rechtswissenschaften

Beide Schreibweisen bezeichnen denselben Grad, den Doktor der Rechtswissenschaften; das Protokoll Inland führt „Dr. iur.“ und „Dr. jur.“ nebeneinander. Welche Form gilt, steht in der Promotionsordnung und auf der Urkunde. Welche Einrichtung ihn verleiht, legt die Promotionsordnung fest; an der TU München sind es die Schools of Management sowie Social Sciences and Technology.

Dr. rer. pol.: Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Der Dr. rer. pol. (doctor rerum politicarum) steht trotz des Namens nicht nur für Politikwissenschaft. Die TU München nennt ihn „Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“, das Protokoll Inland „Doktor der Staatswissenschaften bzw. der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“. Verwandte Grade sind der Dr. rer. oec. (Wirtschaftswissenschaften) und der Dr. oec. publ. (Volkswirtschaftslehre).

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Dr. med. und andere medizinische Doktorgrade: Was unterscheidet sie?

In der Medizin gibt es unterschiedliche Promotionswege – von klinischen Fragestellungen bis zu längerer experimenteller Forschung. Der Grad zeigt vor allem das Fach: Dr. med. für Humanmedizin, Dr. med. dent. für Zahnmedizin, Dr. med. vet. für Tiermedizin und Dr. rer. medic. für die Gesundheitswissenschaften.

Wann man den Dr. med. erwerben kann, regelt die Fakultät. Die TU München schreibt ausdrücklich: Der Erwerb der Grade Dr. med., Dr. med. dent. und Dr. med. sci. „setzt zwingend einen erfolgreichen Abschluss der ärztlichen beziehungsweise zahnärztlichen Prüfung voraus“; für den Dr. med. sci. kommt ein Promotionsprogramm hinzu (§ 3 der Promotionsordnung, Fassung 2024).

Wie viel Forschung steckt in einem Dr. med.?

Das regelt jede Fakultät selbst, und die Formate unterscheiden sich. Ein Beispiel ist die Charité Berlin: Für Dr. med., Dr. med. dent. und Dr. rer. medic. kann die Dissertation eine Monographie sein oder eine Publikationspromotion. Diese besteht aus „mindestens eine[r] Originalpublikation als Erstautor bzw. als Erstautorin in einer ‚peer-reviewed‘ Fachzeitschrift“ und einem Manteltext von in der Regel 5.000 bis 10.000 Wörtern; bis zu drei Originalpublikationen können eingereicht werden. Für PhD und MD/PhD sieht die Charité grundsätzlich eine Publikationspromotion vor: entweder mindestens eine Originalpublikation mit Erstautorschaft in einer international führenden Fachzeitschrift oder drei Originalpublikationen mit mindestens einer Erstautorschaft; eine Monographie ist möglich, wenn die Promotionskommission sie vor Aufnahme des Promotionsvorhabens bei der Registrierung genehmigt.

Das ist ein lokales Format der Charité, kein Maßstab für alle Fakultäten und kein Urteil über die Qualität einzelner Arbeiten. Bei der Publikationspromotion zum Dr. med. können an der Charité ein bis drei Originalpublikationen eingereicht werden. Und die Zahl der Paper allein entscheidet nicht über die Bezeichnung: Dr. rer. nat. und PhD sind andere verliehene Grade mit eigenen Zugangsregeln. Was die Habilitation in der Medizin darüber hinaus verlangt, erklärt der Beitrag Habilitation in der Medizin.

Dr. med. univ. in Österreich

An der Medizinischen Universität Wien ist der „Dr. med. univ.“ der Abschluss des Diplomstudiums Humanmedizin. Die Universität beschreibt im Qualifikationsprofil ihres Curriculums das Ziel, die Absolventinnen und Absolventen „zu handlungskompetenten DoktorInnen der gesamten Heilkunde (Dr. med. univ.)“ heranzubilden. Davon zu unterscheiden sind eigenständige Doktoratsstudien, deren Dauer nach § 54 Abs. 4 des österreichischen Universitätsgesetzes mindestens drei Jahre beträgt. Dieser Dr. med. univ. entspricht deshalb nicht dem deutschen Dr. med., der für eine Promotion verliehen wird.

Was ist der Unterschied zwischen Dr. und PhD?

Dr. und PhD bezeichnen unterschiedliche Formen eines Doktorgrades; die ausgeschriebene Bezeichnung „Doctor of Philosophy“ ist nicht auf Philosophie beschränkt. Beide stehen für eine abgeschlossene Promotion. Der Unterschied liegt in der verliehenen Form; je nach Ordnung kann der Grad außerdem mit einem gesonderten Promotionsstudiengang verbunden sein.

Auch deutsche Universitäten verleihen den PhD. Nach der Hochschulrektorenkonferenz kann alternativ zum Doktorgrad der Grad „Doctor of Philosophy (Ph.D.)“ verliehen werden; weiter heißt es dort: „Der akademische Grad darf nur in der Form geführt werden, wie er in der Urkunde benannt ist. Die gleichzeitige Führung der Grade ‚Ph.D.‘ und ‚Dr.‘ für ein und dieselbe Arbeit ist nicht zulässig.“

 Dr. (etwa Dr. rer. nat.)PhD
Was er istDoktorgrad mit FachzusatzDoktorgrad in der verliehenen Form PhD/Ph.D.; je nach Ordnung englische Gradbezeichnung oder Grad eines gesonderten Promotionsstudiengangs
Wer ihn verleihtpromotionsberechtigte Hochschulen nach dem jeweils geltenden Rechtpromotionsberechtigte Hochschulen nach dem jeweils geltenden Recht, auch im Ausland
BeispielKöln: Dr. rer. nat. der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen FakultätKöln: dieselbe Promotion englisch als „Ph.D. in Natural Sciences“; Charité: PhD und MD/PhD mit eigenen Anforderungen
Führungso, wie er in der Urkunde stehtso, wie er in der Urkunde steht; nie zusammen mit „Dr.“ für dieselbe Arbeit

Die Kölner Promotionsordnung von 2025 zeigt, wie eng beides zusammenhängen kann: Die Fakultät verleiht den „Grad eines Doktors der Naturwissenschaften (doctor rerum naturalium, abgekürzt: Dr. rer. nat.; englisch: Doctor of Philosophy in Natural Sciences, abgekürzt Ph.D.)“ (§ 1 Abs. 1). In Bayern kann für Abschlüsse „in gesonderten Promotionsstudiengängen der Universitäten“ der Grad „Doctor of Philosophy (Ph.D.)“ verliehen werden (Art. 97 Abs. 3 BayHIG); nach Art. 99 BayHIG darf er „alternativ auch in der abgekürzten Form ‚Dr.‘“ geführt werden.

Ein PhD aus dem Ausland folgt eigenen Regeln: Er wird nicht frei in einen deutschen Dr. übersetzt. Wie ein ausländischer Grad geführt werden darf, steht unter ausländische Doktorgrade.

Was bedeuten Dr. h. c., Dr. mult. und Dr. habil.?

Zusätze können auf eine Ehrung, mehrere erworbene Doktorgrade oder eine Habilitation hinweisen. „Dr. Dr.“ heißt, dass jemand zweimal promoviert hat; „Dr. h. c.“ ist eine Ehrung, und „habil.“ zeigt die Habilitation nach der Promotion.

AbkürzungBedeutung laut Protokoll Inland
Dr. h. c.Doktor ehrenhalber (doctor honoris causa)
Dr. h. c. mult.Doktor ehrenhalber mehrerer Fakultäten
Dr. E. h. · Dr. e. h. · Dr. eh.Doktor ehrenhalber — „verwendet bei deutschen Abkürzungen, z. B.: Dr.-Ing. e. h.“
Dr. mult.Mehrfach promovierter Doktor
D.Doktor der evangelischen Theologie (ehrenhalber)
Dres.Pluralform des „Dr.“, selten gebräuchlich
Dr. habil.Doktor mit Lehrbefähigung als Hochschullehrer (Habilitation)

Ehrendoktor: eine Auszeichnung

Den Ehrendoktor verleiht eine Fakultät für besondere Verdienste. Die Kölner Promotionsordnung spricht von „Grad und Würde eines Doktors der Naturwissenschaften ehrenhalber“, verliehen „wegen ausgezeichneter wissenschaftlicher Leistungen“; vorschlagen müssen ihn mindestens fünf Professorinnen und Professoren der Fakultät, und zwei Drittel der anwesenden stimmberechtigten Professorinnen und Professoren der Engeren Fakultät müssen zustimmen (§ 1 Abs. 2). Der Ehrendoktor würdigt also Leistungen oder Verdienste – eine Promotion mit Dissertation und Prüfung steht nicht dahinter. Geführt wird er mit dem Zusatz „h. c.“ oder „E. h.“, etwa „Dr. h. c.“ oder „Dr.-Ing. e. h.“.

Dr. habil.: nach der Habilitation

„habil.“ steht für habilitiert: Nach der Promotion hat die Person in einem weiteren Verfahren, der Habilitation, die Befähigung nachgewiesen, ein Fach in Forschung und Lehre selbstständig zu vertreten. Das ist keine zweite Promotion. In Bayern erlangt die habilitierte Person „den akademischen Grad eines habilitierten Doktors“ und kann ihren Doktortitel „mit dem Zusatz ‚habil.‘ führen“ (Art. 98 Abs. 1 Sätze 3 und 4 BayHIG). In Nordrhein-Westfalen kann die Satzung des Fachbereichs vorsehen, dass der Doktorgrad „mit dem Zusatz ‚habilitatus‘ oder einem ähnlichen Zusatz geführt werden kann“ (§ 68 Abs. 1 HG NRW).

Professor und Privatdozent sind keine Doktorgrade: „Professor“ ist eine Amts-, Funktions- oder verliehene Bezeichnung, „Privatdozent“ eine an die Lehrbefugnis geknüpfte Bezeichnung. Wie sie zusammen mit dem Doktorgrad geschrieben werden, etwa „Prof. Dr.“ oder „PD Dr.“, erklärt der Beitrag Akademische Titel; was hinter „PD Dr. med.“ steht, der Beitrag Privatdozent.

Wie erhält man einen Doktorgrad – und kann man ihn frei wählen?

Den Grad bekommt, wer zum Verfahren zugelassen ist, die Arbeit schreibt und die Prüfungen besteht – welcher Grad, steht vorher in der Promotionsordnung. Der Weg führt über die Zulassung zum Promotionsverfahren, die wissenschaftliche Arbeit und die vorgeschriebenen weiteren Leistungen. Der verleihbare Grad ist in der Promotionsordnung festgelegt.

Wie das konkret aussieht, zeigt der Dr. rer. nat. an der Medizinischen Fakultät der LMU München:

  1. Annahme: Vor Beginn des Projekts stellen Sie einen Antrag auf Annahme als Bewerberin oder Bewerber.
  2. Forschung und Dissertation: Nach der Anmeldung und der Forschungszeit reichen Sie die Dissertation ein.
  3. Begutachtung: Es werden mindestens zwei Gutachten und vier Stellungnahmen erstellt.
  4. Verteidigung: Eine wissenschaftliche Aussprache mit der Prüfungskommission.
  5. Veröffentlichung und Urkunde: Die Promotionsurkunde gibt es, nachdem die Pflichtexemplare veröffentlicht sind.

Die Einzelheiten und der Zeitpunkt der Verleihung unterscheiden sich nach Promotionsordnung. In Köln gehören zum Dr. rer. nat. ein strukturiertes Promotionsstudienprogramm, die Dissertation und die Disputation (§ 1 Abs. 1), danach Veröffentlichung und Urkunde (§ 14). Wie die mündliche Prüfung abläuft und benotet wird, erklären die Beiträge Rigorosum oder Disputation und Promotionsnoten.

Kann man den Doktorgrad frei wählen?

Nur im Rahmen der Promotionsordnung. Welcher Grad zu einer Arbeit passt, folgt aus Fach, Fakultät und Vorbildung. An der TU München wird der angestrebte Doktorgrad schon bei der Aufnahme in die Promotionsliste angegeben und im Bescheid festgehalten (§ 6 Abs. 1); jede promotionsführende Einrichtung legt Kriterien fest, nach denen der Grad bestimmt wird (§ 1 Abs. 4). Prüfen Sie deshalb vor dem Start gemeinsam mit der Betreuung, welcher Grad am Ende auf der Urkunde stehen kann – besonders bei Forschung zwischen zwei Fächern, etwa Informatik in der Medizin.

Wie man eine Promotion insgesamt plant, erklären die Beiträge Promotion, kumulative Dissertation und Promotionsdauer. Offene Stellen für Promovierende finden Sie unter Doktorandenstellen.

Ab wann und in welcher Form darf man den Doktorgrad führen?

Führen dürfen Sie den Grad erst, wenn Sie die Urkunde in der Hand haben – die bestandene Prüfung reicht nicht überall. Die zulässige Führung richtet sich nach der Verleihung und den dafür geltenden Regeln. Eine bestandene mündliche Prüfung allein erlaubt nicht überall sofort die Führung des Grades.

Die Kölner Promotionsordnung von 2025 regelt das ausdrücklich: Nach der Disputation erhält man ein Zeugnis, aber „das Zeugnis berechtigt nicht zur Führung des Doktorgrads“. Die Urkunde folgt nach der Veröffentlichung der Dissertation: „Mit Aushändigung der Urkunde ist die Promotion vollzogen. Vor Aushändigung der Urkunde darf der Doktorgrad nicht geführt werden“ (§ 14 Abs. 1 und 2). Ist die Dissertation druckreif, kann die Fakultät auf Antrag eine vorläufige Führung für zwei Jahre erlauben, wenn ein wichtiger Grund die Veröffentlichung verzögert (§ 14 Abs. 3). Andere Ordnungen regeln diese Übergangszeit anders; maßgeblich ist immer die eigene.

Im Namen steht der Grad vor dem Namen, etwa „Dr. rer. nat. Anna Beispiel“. Die Fachrichtung muss nicht überall mitgeführt werden: In Bayern bestimmt Art. 99 BayHIG, „wird der Doktorgrad in abgekürzter Form geführt, so muss die Fachrichtung nicht angegeben werden“; aus „Dr. rer. nat. Beispiel“ darf dort „Dr. Beispiel“ werden. Wie mehrere Grade und Titel kombiniert und wie Promovierte angeredet werden, erklärt der Beitrag Akademische Titel.

Darf man einen ausländischen Doktorgrad in Deutschland führen?

Ja, nach den Regeln des Bundeslandes, in dem man ihn führt – eine bundesweite Erlaubnis gibt es nicht. Die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) der Kultusministerkonferenz stellt fest: „Die Führung akademischer Grade ist in Deutschland rechtlich geschützt.“ Alle 16 Länder haben dazu Vorschriften erlassen, in der Regel im Landeshochschulgesetz.

Zwei Bedingungen nennt die ZAB ausdrücklich: Der Grad muss „ordnungsgemäß durch eine Hochschule bzw. durch eine hierzu berechtigte staatliche Stelle verliehen“ worden sein, und er muss „aufgrund eines tatsächlich absolvierten und ordnungsgemäß durch Prüfung abgeschlossenen Hochschulstudiums erworben sein“ – Ehrengrade ausgenommen. Die verleihende Hochschule muss im Herkunftsland staatlich anerkannt oder akkreditiert sein.

Klären Sie die zulässige Form, bevor Sie den Grad führen. Zuständig ist das Wissenschaftsministerium des eigenen Landes, fachlich zuarbeitend die ZAB mit ihrer Datenbank anabin. Die zulässige Form kann die Herkunftsbezeichnung einschließen; ob eine Umwandlung in die deutsche Kurzform zulässig ist, richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht. Das ist mehr als eine Formalie: § 132a des Strafgesetzbuchs stellt den Missbrauch von Titeln unter Strafe. Gekaufte Titel ohne Studium und Prüfung erfüllen die Bedingungen der ZAB nicht.

Häufige Fragen zu Doktortiteln

Ist jeder Arzt promoviert?

Nein. Der Dr. med. wird erst durch eine zusätzliche Promotion erworben. An der TU München setzt diese Promotion ausdrücklich die bestandene ärztliche Prüfung voraus.

Ist Dr. rer. nat. höher als Dr. med.?

Nein. Beide sind Doktorgrade; der Zusatz nennt das Fach, keinen Rang. Die Hochschulrektorenkonferenz nennt den Doktorgrad den höchsten akademischen Grad, „unabhängig von dem Wissenschaftsgebiet, in dem er verliehen wurde“.

Ist ein PhD ein Doktor?

Ja, der PhD ist ein Doktorgrad. Auch deutsche Universitäten verleihen ihn, etwa die Universität zu Köln als „Ph.D. in Natural Sciences“. Geführt wird er so, wie er in der Urkunde steht, und nie zusammen mit „Dr.“ für dieselbe Arbeit.

Kann ein Mediziner Dr. rer. nat. werden?

Nur, wenn die Promotionsordnung das für seinen Abschluss vorsieht. Die Medizinische Fakultät der LMU München etwa richtet den Dr. rer. nat. an Absolventinnen und Absolventen mit einem naturwissenschaftlichen Master oder einem gleichwertigen Abschluss.

Bedeutet Dr. phil., dass jemand Philosoph ist?

Nein, die Bezeichnung setzt kein Philosophiestudium voraus. Die Hochschulrektorenkonferenz ordnet den Dr. phil. vor allem den Geistes- und Sozialwissenschaften zu; die TU München verleiht ihn sogar in ihrer School of Engineering and Design.

Kann man zwei Doktorgrade erwerben?

Ja, mit zwei eigenständigen Promotionen; im Namen steht dann „Dr. Dr.“, mehrfach Promovierte führen auch „Dr. mult.“. Für ein und dieselbe Arbeit dürfen „Ph.D.“ und „Dr.“ nach der Hochschulrektorenkonferenz nicht gleichzeitig geführt werden.

Welcher Doktorgrad passt zu interdisziplinärer Forschung?

Das entscheidet die Promotionsordnung der Einrichtung, an der Sie promovieren. Klären Sie früh mit Ihrer Betreuung, welcher Grad möglich ist – an der TU München wird der angestrebte Grad schon bei der Aufnahme in die Promotionsliste festgehalten.

Quellen