VHB-Ranking: Bedeutung, Liste und Kategorien

Das VHB-Rating ordnet wissenschaftliche Zeitschriften aus Sicht der Betriebswirtschaftslehre ein, von A+ bis D. Es besteht aus 18 Teilratings, und jedes bewertet für sich. Damit rechnen die wenigsten: In der Finanzierung kann ein Journal auf C stehen, das im Fach Organisation B hat. Wer die Bewertung einer Zeitschrift sucht, braucht deshalb neben dem Titel auch das passende Fachgebiet. Bei Promotion, Habilitation und Berufung zählen die Kategorien in der Praxis oft mit.

Journal im VHB-Rating nachschlagen
Von Aktualisiert: 12. Oktober 2026 · Quellenstand 10/2026
Journal im VHB-Gesamtkatalog findenZu den aktuellen VHB-Teilratings
In einer Bibliothek zeigt eine Mitarbeiterin einem jungen Wissenschaftler einen Eintrag auf dem Bildschirm, daneben liegen Fachbücher

Kurz gesagt

  • Stufen: A+ und A sind die wenigen Spitzenzeitschriften, B und C der Alltag, D ist anerkannt, aber ohne besonderes Ansehen.
  • Nachschlagen: Im Gesamtkatalog die Zeitschrift finden, im Teilrating des Fachgebiets die Kategorie ablesen.
  • Gewicht: Habilitationsordnungen rechnen in Punkten, Kommissionen zählen vor dem Lesen; die Regel steht in jeder Ordnung.

Was die Einstufung aussagt

  • Je Fach anders: Jedes Teilrating bewertet für sich; in der Finanzierung kann ein Journal auf C stehen, das im Fach Organisation B hat.
  • Ausnahme: Nur die Wirtschaftsinformatik bewertet auch Tagungsbände, ICIS und ECIS mit A.
  • Grenze: Eine Journalbewertung ersetzt keine Prüfung des einzelnen Forschungsbeitrags.

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Inhalt

Was bedeuten A+, A, B, C und D?

Die Buchstaben bewerten die Zeitschrift, nicht Ihren Aufsatz. Sie sind der Median der Urteile, die die befragten Fachvertreterinnen und Fachvertreter eines Teilratings abgegeben haben. A+ steht für die wenigen weltweit führenden Zeitschriften des Fachs, D für Zeitschriften, die als wissenschaftlich anerkannt sind, aber kein besonderes Ansehen genießen. Für Ihre Planung heißt das:

KategorieWortlaut des VHBWas das für Sie heißt
A+herausragende und weltweit führende wissenschaftliche Zeitschriften im Fach BWLDie wenigen Spitzenzeitschriften des Fachs. Rechnen Sie mit mehreren Begutachtungsrunden, häufigen Ablehnungen und oft Jahren bis zur Annahme. Ein Aufsatz dort wiegt in BWL-Bewerbungen am meisten.
Aführende wissenschaftliche BWL-ZeitschriftenInternational führende Zeitschriften. Der Aufwand ist ähnlich hoch; ein Aufsatz in einer A-Zeitschrift ist ein starkes Argument in jedem Lebenslauf.
Bwichtige und angesehene wissenschaftliche BWL-ZeitschriftenAngesehene Fachzeitschriften mit ernsthafter Begutachtung. Ein realistisches Ziel für Dissertationskapitel und die ersten Aufsätze nach der Promotion.
Canerkannte wissenschaftliche BWL-ZeitschriftenAnerkannte Fachzeitschriften. Sinnvoll, wenn die Leserschaft genau zu Ihrem Thema passt.
Dwissenschaftliche BWL-ZeitschriftenAls wissenschaftliches Medium anerkannt, ohne besonderes Ansehen. Kein Makel, aber auch kein Argument. Die wirkliche Mindeststufe setzt die Betreuung Ihrer Promotion: Wer A erwartet, akzeptiert selten weniger als B, auch wenn die Ordnung D zuließe.

Unsere Einordnung: Der Abstand zwischen den Stufen ist nach oben groß. Je höher die Kategorie, desto länger der Weg, und eine Ablehnung ohne Begutachtung (Desk Rejection) ist bei A+ und A keine Seltenheit. Besprechen Sie deshalb mit Ihrer Betreuung, ob Sie einen Aufsatz in A+ versuchen oder zwei in B unterbringen. Ein D ist kein Rückschlag: Die Zeitschrift gilt als wissenschaftlich, und ob Ihr Aufsatz dort richtig ist, entscheidet die Leserschaft, nicht der Abstand zur nächsten Stufe.

Die Ausnahme: Tagungsbände zählen in der Wirtschaftsinformatik

Die Teilratings bewerten Zeitschriften, zwei davon auch juristische Kommentare. Tagungsbände bewertet nur die Wirtschaftsinformatik, und zwar mit derselben Skala. Die Proceedings der International Conference on Information Systems (ICIS) und der European Conference on Information Systems (ECIS) tragen ein A, ebenso an der Schnittstelle zur Informatik die Tagungen ICML, NeurIPS, AAAI, IJCAI und CHI. Die deutsche Wirtschaftsinformatik-Tagung (WI), HICSS, CAiSE und BPM stehen auf B. Eine A+ Tagung gibt es nicht; die A+ Zeitschriften des Teilratings sind MIS Quarterly und Information Systems Research.

Wer in der Wirtschaftsinformatik promoviert, publiziert deshalb anders als in der übrigen Betriebswirtschaftslehre: Ein angenommener Tagungsbeitrag kann für Promotionsordnung und Bewerbung so viel zählen wie ein Aufsatz in einer führenden Zeitschrift. Prüfen Sie in Ihrer Ordnung, ob Proceedings mitzählen.

Zwei weitere Besonderheiten: Das Rechnungswesen vergibt zusätzlich Sterne für den Transferbeitrag, das Strategische Management eine Note für die Praxisrelevanz. Schreiben Sie zu jeder Einstufung deshalb immer das Teilrating dazu. Welche Liste außerhalb der deutschsprachigen BWL zählt, etwa der Academic Journal Guide in Großbritannien, FT50 und UTD24 an US-Business-Schools oder der Impact Factor in Medizin und Naturwissenschaften, hängt vom Fach ab; Grundlagen zu Journal-Rankings und zum Impact Factor stehen im Artikel Journal-Ranking.

Journal im VHB-Ranking finden

Jedes der 18 Teilratings bewertet die Zeitschriften aus Sicht eines Fachgebiets. Eine Note für die ganze Betriebswirtschaftslehre gibt es deshalb nicht; dieselbe Zeitschrift kann in mehreren Teilratings stehen, auch mit unterschiedlichen Kategorien. Sie brauchen also zwei Angaben: die Zeitschrift und das Fachgebiet. So gehen Sie vor:

  1. Zeitschrift suchen: Öffnen Sie den Gesamtkatalog Fachzeitschriften und suchen Sie mit der Suchfunktion Ihres Browsers nach Titel oder ISSN. Hinter jedem Titel stehen die Kürzel der Teilratings, in denen die Zeitschrift bewertet wurde.
  2. Teilrating öffnen: Wählen Sie auf der Seite Rating-Struktur die Liste des Fachgebiets, in dem Sie forschen oder für das Ihr Verfahren gilt. Jede Liste ist eine eigene PDF-Datei.
  3. Kategorie notieren: In der Liste stehen Titel, ISSN, Kategorie und ein Prozentwert. Notieren Sie Kategorie, Teilrating und Ausgabe zusammen, damit niemand später eine Bewertung aus einem anderen Fachgebiet danebenlegt.

Die 18 Teilratings und ihre Kürzel, jeweils mit Link zur aktuellen Liste (PDF):

Beispiel: dasselbe Journal, zwei Kategorien

Die Zeitschrift Corporate Governance: An International Review steht im Teilrating Bankbetriebslehre und Finanzierung auf C, im Rechnungswesen und in der Organisation auf B (VHB Rating 2024, Version vom 18. April 2024):

TeilratingKategorieZustimmung
Bankbetriebslehre und Finanzierung (BA-FI)C87 %
Rechnungswesen (RECH)B65 %
Organisation (ORG)B71 %

Das überrascht viele: Ob B oder C, ist für eine Bewerbung ein großer Unterschied, und welche Kategorie gilt, hängt davon ab, aus welchem Fach die Kommission schaut. Für Sie als Autorin oder Autor ist der Aufwand derselbe, denn die Begutachtung der Zeitschrift kennt kein Teilrating: Wer aus der Finanzierung kommt, bekommt für denselben Aufsatz im eigenen Fach ein C angerechnet, wer aus der Organisation kommt, ein B. Auch die deutsche DBW – Die Betriebswirtschaft steht in der Finanzierung auf C, in der Organisation auf B. Die Kategorie ist die Median-Meinung der Befragten; die Zustimmung zeigt, wie viele die Zeitschrift auf dieser Stufe oder besser sehen. Im Rechnungswesen heißt das auch: 35 Prozent schätzen Corporate Governance: An International Review schlechter als B ein, und in der Finanzierung halten 13 Prozent sie sogar für schlechter als C, ein Journal, das andere Fächer als B sehen.

Nachschlagetabelle als Muster

Für das Gespräch mit Ihrer Betreuung oder für eine Bewerbung hilft eine Tabelle, die jede Einstufung mit ihrer Herkunft festhält. Zwei Zeilen zeigen das Muster; eine solche Tabelle legen Sie in wenigen Minuten selbst an.

ZeitschriftISSNAusgabeTeilratingKategorieOriginalquelle
Journal of Business Economics1861-8928VHB Rating 2024 (18.04.2024)BA-FIBListe BA-FI (PDF)
Junior Management Science2942-1861VHB Rating 2024 (18.04.2024)RECHCListe RECH (PDF)

Geprüft am 8. Oktober 2026; Ausgabe VHB Rating 2024 in der Version vom 18. April 2024.

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VHB-Wert bei Promotion und Berufung

In Berufungsverfahren macht es einen großen Unterschied, wie hochwertig Ihre Publikationen sind. Genau dafür ist das VHB-Rating das Werkzeug der Betriebswirtschaftslehre: Es schätzt die Qualität der Zeitschriften ein, in denen Aufsätze erscheinen, und Kommissionen gewichten Publikationslisten mit dieser Einschätzung. Der Verband selbst rät davon ab, sich in Berufungsverfahren primär auf die Einstufung von Zeitschriften zu stützen; in der Praxis arbeiten Fakultäten trotzdem damit: Habilitationsordnungen rechnen Aufsätze in Punkte um, Promotionsordnungen setzen Mindeststufen, und Berufungskommissionen nutzen die Kategorien für die erste Auswahl der Bewerbungen. Vier Beispiele:

  • Universität Siegen, Ausführungsbestimmungen für die Habilitation in BWL (Fassung vom 15. Juli 2026): Die schriftliche Habilitationsleistung gilt als erbracht, wenn Zeitschriftenaufsätze zusammen 100 Punkte erreichen. Ein Aufsatz in einer A+ Zeitschrift zählt 60 Punkte, A 35, B 20, C 10; bis zu fünf Autorinnen und Autoren erhalten jeweils die vollen Punkte. Mindestens 80 Punkte müssen aus dem Habilitationsthema stammen. Zeitschriften ohne VHB-Einstufung zählen nach ihrem Impact Factor: ab 1,00 wie B, darunter wie C.
  • Universität Rostock, Institut für Betriebswirtschaftslehre (Richtlinien für eine kumulative Habilitation in BWL, beschlossen am 13. April 2011, geändert am 10. Juni 2020): Eingereicht werden mindestens fünf Schriften. Von den Zeitschriften, in denen sie publiziert oder zur Veröffentlichung angenommen wurden, muss eine im Jourqual des VHB ein A-Rating erreichen, eine ein B-Rating und die übrigen mindestens ein C-Rating. Ohne A-Publikation sind zwei B- und zwei weitere mindestens C-Zeitschriften nötig, und die Zahl der Schriften steigt auf mindestens sechs. Eingestuft wird nach dem Rating zum Zeitpunkt der Annahme oder Veröffentlichung.
  • Freie Universität Berlin, Fachbereich Wirtschaftswissenschaft (Leitgedanken zur Habilitation, Stand 28. Mai 2008 mit Änderungen vom 18. Oktober 2017): Erwartet werden Aufsätze, die zusammen mindestens 10 Punkte nach einem Schema auf Grundlage des VHB-Jourqual ergeben: 7 Punkte für eine Einzelveröffentlichung in einer A+ Zeitschrift, 5 für A, 3 für B, 2 für C. Aufsätze mit Koautoren zählen weniger: Bei n Autorinnen und Autoren wird die Punktzahl p nach dem Schlüssel des Handelsblatt-Rankings mit 2 × p / (n + 1) angesetzt.
  • Universität Stuttgart, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Habilitationsrichtlinien 2017, Richtlinien zu kumulativen Dissertationen 2025): Für die kumulative Habilitation in BWL müssen die Aufsätze in Zeitschriften mindestens auf C-Niveau der VHB-Liste erschienen sein, bei fachlich begründeten Ausnahmen auf D-Niveau (Richtlinien vom 12. Juli 2017). Dieselbe Grenze gilt seit dem Beschluss vom 18. Dezember 2024 für publikationsbasierte Dissertationen; Ausnahmen regeln beide Betreuerinnen oder Betreuer gemeinsam mit der Doktorandin oder dem Doktoranden.

Berufung: Wie Kommissionen die Kategorien nutzen

Nach den Hinweisen des VHB zur guten fachlichen Praxis spielen nachweisliche Publikationen in hochrangigen Zeitschriften als „harte“ Kriterien eine wichtige Rolle, auch weil sie kleinen Fachbereichen die Einschätzung erleichtern. Rechnen Sie also damit, dass Ihre Publikationsliste nach A+, A und B durchgezählt wird, bevor jemand einen Aufsatz liest. Gezählt wird dabei nach Gewicht, nicht nach Stück. Die Siegener Punktetabelle für die Habilitation zeigt das Verhältnis: Ein Aufsatz in einer A+ Zeitschrift wiegt dort so viel wie sechs in C-Zeitschriften. Eine Berufungskommission kann mit demselben Maßstab zählen, eine andere gewichtet anders, und wieder andere legen deutlich mehr Wert auf die Qualität des Berufungsvortrags, die Lehrevaluationen, Erfahrung an Universitäten im Ausland, die Höhe der eingeworbenen Drittmittel und darauf, wie gut die Publikationen zur genauen Ausrichtung des Lehrstuhls passen. Kommissionen haben hier mehr Spielraum, als viele glauben; welches Gewicht die Liste neben Lehre, Drittmitteln und fachlicher Passung bekommt, legt jede Kommission vorab selbst fest. Der Verband rät davon ab, sich primär auf die Einstufung von Zeitschriften zu stützen, und unterstützt die San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA).

Wie streng gezählt wird, hängt auch von den Menschen am Tisch ab. An der TUM School of Management etwa reicht für eine publikationsbasierte Dissertation nur eine Zeitschrift ab VHB B; ein C zählt dort nicht, und entsprechend lesen manche Professorinnen und Professoren ein C in der Publikationsliste als Warnsignal. Umgekehrt sitzen in Kommissionen Mitglieder, die selbst als Autoren, Gutachterinnen oder Herausgeber an bestimmten Zeitschriften beteiligt sind; wer eine C-Zeitschrift mit herausgibt, hält sie meist für besser, als die Liste sagt. Rechnen Sie deshalb mit beidem: mit Kommissionen, für die unter B wenig zählt, und mit Kommissionen, die Ihre C-Aufsätze wohlwollend lesen, weil sie das Journal kennen.

Unsere Einordnung: Planen Sie Publikationen so, dass sie in zwei Ordnungen zugleich zählen: in der Ihrer Fakultät und in der der Fakultät, an der Sie sich bewerben wollen. Ausschreibungen nennen das Rating selten und verlangen „Publikationen in führenden internationalen Fachzeitschriften“; in der Betriebswirtschaftslehre sind damit in der Regel die Kategorien A+ und A gemeint. Fragen Sie die Kriterien der Kommission ab, bevor Sie sich bewerben.

Welche Erwartungen BWL-Kommissionen an Publikationen und Lehre haben, beschreibt der Artikel Universitätsprofessur BWL; wie eine Kommission arbeitet, steht unter Berufungskommission, der Weg über die Habilitation im eigenen Artikel. Offene Stellen finden Sie unter Doktorandenstellen, Postdoc-Stellen und Professuren.

Welche Bedeutung hat das VHB-Rating für die Publikationsplanung?

Der VHB versteht sein Rating in erster Linie als Orientierungshilfe für eigene Einreichungen, vor allem für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Es zeigt, welches Ansehen eine Zeitschrift in Ihrem Fachgebiet hat. Ob Ihr Manuskript dorthin passt, beantwortet es nicht.

Neben der Kategorie entscheiden Thema und Methode, die Leserschaft der Zeitschrift, der Artikeltyp, den sie annimmt, und die Erwartungen Ihrer Betreuung. In drei typischen Lagen verschiebt sich das Gewicht:

  • Das erste Paper: Hier zählt vor allem, ein Begutachtungsverfahren vollständig zu durchlaufen und Rückmeldungen zu verarbeiten. Prüfen Sie, welche Zeitschriften in Ihrem Teilrating Aufsätze Ihres Typs und Ihrer Methode tatsächlich veröffentlichen, bevor Sie nach der höchsten Stufe greifen.
  • Das kumulative Promotionsprojekt: Entscheidend ist, was Ihre Promotionsordnung von den einzelnen Aufsätzen verlangt, zum Beispiel Annahme, Begutachtung oder die Aufnahme in bestimmte Listen. Wie solche Regeln aussehen, zeigt der Artikel Kumulative Dissertation.
  • Das Bewerbungsportfolio: In einer Bewerbung lesen Kommissionen Ihre Aufsätze im Zusammenhang. Geben Sie Einstufungen immer mit Teilrating und Ausgabe an und setzen Sie das Gewicht auf den Inhalt Ihrer Beiträge.

Woran Sie das richtige Journal erkennen

Die Kategorie sagt, wie angesehen ein Journal ist, nicht, ob es zu Ihrem Manuskript passt. Prüfen Sie Kandidaten deshalb in dieser Reihenfolge:

KriteriumSo prüfen Sie esGutes Zeichen
Inhaltliche PassungLesen Sie „Aims and Scope“ und die Hefte der letzten zwei bis drei Jahre: Erscheinen dort Aufsätze mit Ihrer Fragestellung und Ihrer Methode?Mehrere aktuelle Aufsätze ähneln Ihrem nach Thema und Methode.
Ihre LiteraturlisteZählen Sie, wie oft Sie Aufsätze aus dem Journal zitieren.Das Journal gehört zu den meistzitierten Quellen Ihres Manuskripts; Sie knüpfen erkennbar an eine Debatte an, die dort geführt wird.
Kategorie und VerfahrenTeilrating und Kategorie nachschlagen und mit der Erwartung Ihrer Betreuung abgleichen; sie ist in der Praxis die Mindeststufe, nicht die Ordnung.Die Kategorie erfüllt die Erwartung Ihrer Betreuung und passt zu Ihrem Ziel: A+ versuchen oder B sicher unterbringen.
LeserschaftWen wollen Sie erreichen: internationale Forschung, deutschsprachige Fachöffentlichkeit, Praxis? In welcher Sprache erscheint das Journal?Die Leserinnen und Leser, auf die es Ihnen ankommt, lesen das Journal, und die Sprache passt zu Ihrem Manuskript.
Formale VorgabenHinweise für Autorinnen und Autoren lesen: Umfang, Aufbau, Artikeltyp, Gebühren, Open Access. Der Zitierstil ist kein Auswahlkriterium; ihn passen Sie nach der Entscheidung an.Ihr Manuskript passt ohne Kürzung um die Hälfte; Gebühren sind mit Fakultät oder Projekt geklärt.
Dauer und ChancenBegutachtungsdauer und Annahmequoten prüfen, viele Journals veröffentlichen sie; auf Sonderhefte mit passendem Call for Papers achten.Die Dauer passt zu Ihrer Frist für Promotion oder Bewerbung; ein Call for Papers trifft Ihr Thema.

Prüfen Sie zwei bis drei Kandidaten in dieser Reihenfolge und legen Sie mit Ihrer Betreuung die erste und die zweite Wahl fest, damit nach einer Ablehnung kein neuer Suchlauf beginnt. Wie die Begutachtung abläuft, erklärt der Artikel Peer-Review; was eine Ablehnung ohne Begutachtung bedeutet, der Artikel Desk Rejection.

Wie entstehen die Bewertungen und wo liegen ihre Grenzen?

Das VHB-Rating beruht auf einer Befragung, nicht auf Zitationszahlen. Stimmberechtigte Mitglieder der 18 Wissenschaftlichen Kommissionen haben Anfang 2024 die Publikationsmedien ihres Fachgebiets eingestuft; die Kategorie ist der Median ihrer Einzelurteile.

Teilgenommen haben nach dem White Paper des VHB 1.175 von 2.129 eingeladenen stimmberechtigten Mitgliedern. Bewertet wurden 1.575 Zeitschriften, Kommentare und Proceedings, ausgewertet mehr als 112.000 Datenpunkte. Die Listen der zu bewertenden Medien haben die Kommissionen im Herbst 2023 selbst zusammengestellt. Jede Kommission entschied, welche Medien und Kriterien sie abfragt und ob sie sich einem Verbund anschließt. Zwölf Kommissionen haben die wissenschaftliche Qualität von Zeitschriften gemeinsam bewertet, Organisation und Personal in einem zweiten Verbund. In deren Teilratings beruht die Kategorie auf allen Antworten des Verbunds.

Wissenschaftliche Qualität definiert der VHB als das Ausmaß, in dem ein Medium die Betriebswirtschaftslehre als wissenschaftliche Disziplin voranbringt. Es handelt sich ausdrücklich um eine subjektive Einschätzung, die eigene Erfahrungen als Autorin oder Gutachter ebenso einschließt wie gelesene Artikel. Der Prozentwert neben der Kategorie zeigt, wie viele Befragte diese Kategorie oder eine bessere angekreuzt haben. Bei 100 Prozent sehen alle Befragten die Zeitschrift mindestens auf dieser Stufe.

Ein Impact Factor entsteht anders, nämlich aus Zitationen in einem Zeitraum. Beide Zahlen messen verschiedene Dinge und lassen sich nicht ineinander umrechnen. Für die Wirkung einer einzelnen Person gibt es wiederum eigene Kennzahlen wie den H-Index.

Was das Rating nicht leistet

Der VHB nennt im White Paper selbst drei Probleme, wenn Ratings zur Bewertung einzelner Personen herangezogen werden:

  • Streuung: Auch in Spitzenzeitschriften erscheinen schwache Beiträge, und bahnbrechende Aufsätze erscheinen auch in Medien mit geringerer Reputation.
  • Unvollständigkeit: Bewertet werden Zeitschriften, ausgewählte Proceedings und Kommentare. Monografien oder entwickelte Prototypen erfasst das Rating nicht.
  • Opportunismus: Wer nach wenigen Kennzahlen beurteilt wird, optimiert die Kennzahl statt der Forschung.

Unsere Einordnung: Nutzen Sie das Rating für das, wofür der Verband es gebaut hat, nämlich zur Orientierung bei der Wahl einer Zeitschrift. Wer Ihre Arbeit beurteilt, soll sie lesen. Legen Sie Ihren Unterlagen deshalb lieber eine kurze Beschreibung Ihres eigenen Beitrags bei als eine Summe von Buchstaben.

Häufige Fragen zum VHB-Ranking

Was tue ich, wenn mein Journal im VHB-Rating fehlt?

Suchen Sie im Gesamtkatalog zuerst nach anderen Schreibweisen, früheren Titeln und der zweiten ISSN der Zeitschrift. Steht sie dort nicht, wurde sie im VHB Rating 2024 nicht bewertet; das sagt nichts über ihre Qualität, denn das Rating erfasst nur die Medien, die die Kommissionen in ihre Kataloge aufgenommen haben. Wie ein solcher Aufsatz in Ihrem Verfahren zählt, klären Sie mit Promotionsausschuss oder Betreuung, am besten schriftlich.

Warum steht eine Zeitschrift in mehreren Teilratings?

Weil jede Wissenschaftliche Kommission die Zeitschriften aus Sicht ihres Fachgebiets bewertet. Das Journal of Business Economics steht im Gesamtkatalog in 14 Teilratings. Die Kategorien können sich unterscheiden: Die Junior Management Science ist im Teilrating Bankbetriebslehre/Finanzierung mit D, im Rechnungswesen mit C eingestuft.

Ist eine VHB-Einstufung Voraussetzung für die Annahme meiner Dissertation?

Formal nur, wenn Ihre Promotionsordnung das verlangt; die Universität Stuttgart etwa verlangt für publikationsbasierte Dissertationen in BWL Zeitschriften mindestens auf C-Niveau der VHB-Liste, die meisten Ordnungen nennen keine Kategorie. Praktisch gilt die Erwartung Ihrer Betreuung: Wer A erwartet, akzeptiert selten weniger als B, auch wenn die Ordnung D zuließe.

Wie wichtig ist das VHB-Rating bei Berufungen?

Wichtiger, als der Verband es sich wünscht. Kommissionen nutzen die Kategorien vor allem für die erste Auswahl der Bewerbungen. In der Regel gilt: Wer im gesuchten Fach sehr starke Publikationen hat, hat sehr gute Karten. Welches Gewicht Publikationen in A+ und A-Zeitschriften danach haben, legt jede Kommission vorab selbst fest.

Zählen Konferenzbeiträge im VHB-Rating?

Nur in der Wirtschaftsinformatik. Dort stuft das Teilrating auch Tagungsbände ein, ICIS und ECIS zum Beispiel mit A, die Wirtschaftsinformatik-Tagung und HICSS mit B. Alle anderen Teilratings bewerten Zeitschriften, Steuerlehre und Rechnungswesen zusätzlich Kommentare.

Gibt es eine Gesamtliste des VHB-Ratings 2024?

Nein. Der VHB weist wegen der fachlichen Unterschiede innerhalb der Betriebswirtschaftslehre keine Gesamtliste mit Kategorien aus. Der Gesamtkatalog nennt nur, in welchen Teilratings eine Zeitschrift bewertet wurde. Eine Übersicht aller Teilratings als Excel-Datei stellt der VHB seinen Mitgliedern auf Anfrage zur Verfügung.

Was bedeutet die Prozentzahl neben der Kategorie?

Sie zeigt, wie viele der Befragten in diesem Teilrating die Zeitschrift auf diese Stufe oder eine bessere gesetzt haben. Die Kategorie selbst ist der Median der Einzelurteile.

Ist VHB-Ranking dasselbe wie VHB-Rating?

Ja. Der Verband nennt seine Bewertung VHB Rating 2024 für Publikationsmedien; „VHB-Ranking“ ist die gebräuchliche Suchbezeichnung dafür. Die Vorgänger hießen VHB-JOURQUAL 1, 2, 2.1 und 3.

Ist das VHB-Rating ein Impact Factor?

Nein. Das VHB-Rating beruht auf einer Befragung von Fachleuten, der Impact Factor auf Zitationen. Beide messen verschiedene Dinge und lassen sich nicht ineinander umrechnen.

Quellen

Originalseiten und Dokumente, auf die sich dieser Artikel stützt; für ein konkretes Verfahren gilt die Ordnung der jeweiligen Fakultät.