Privatdozent (PD Dr.): Bedeutung, Voraussetzungen und Gehalt

Privatdozent (PD) ist ein akademischer Titel, keine Professur und keine bezahlte Stelle. Die Lehrbefugnis (venia legendi) wird meist nach einer Habilitation verliehen. Privatdozenten lehren eigenständig und können Doktoranden betreuen sowie die Promotion als Erst- oder Zweitgutachter bewerten. Dieser Beitrag erklärt die Bedeutung von PD Dr., Voraussetzungen, Gehalt, Rechte und Pflichten sowie den Weg zur Professur.

Von Aktualisiert: 18. Oktober 2026 · Quellenstand 10/2026
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Ein Dozent im weißen Kittel spricht am Pult eines voll besetzten Hörsaals zu Medizinstudierenden

Kurz gesagt

  • PD Dr.: PD steht für Privatdozent, Dr. für den Doktorgrad. Eine weitere Abkürzung ist Priv.-Doz.
  • Voraussetzungen: Der übliche Weg führt über Promotion und Habilitation zur Lehrbefugnis. Je nach Hochschule sind auch andere Qualifikationswege möglich.
  • Doktorvater: Privatdozenten können Promotionen betreuen und Erst- oder Zweitgutachten verfassen. Die Berechtigung regelt die Promotionsordnung.
  • Gehalt: Bezahlt wird die berufliche Tätigkeit. Beispiele sind wissenschaftliche Mitarbeit nach TV-L und ärztliche Tätigkeit nach TV-Ärzte.
  • Professur: Die Habilitation ist ein klassischer Qualifikationsweg zur Universitätsprofessur. Auch ohne Berufung können Privatdozenten nach mehrjähriger Bewährung in Forschung und Lehre eine außerplanmäßige Professur erhalten. Damit kann aus „PD Dr.“ die Bezeichnung „Prof. Dr.“ werden.
  • Titellehre: Zum Erhalt der Privatdozentur wird regelmäßig Lehre verlangt, häufig ohne gesonderte Vergütung.

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Inhalt

Was ist ein Privatdozent, und was bedeutet PD Dr.?

Ein Privatdozent (PD) ist ein Wissenschaftler mit der Lehrbefugnis für ein bestimmtes Fach; in „PD Dr.“ steht Dr. für den Doktorgrad (umgangssprachlich: Doktortitel). Die Lehrbefugnis, venia legendi, berechtigt zur selbstständigen Lehre an der Hochschule. Der Status sagt nichts darüber aus, ob die Person dort auch angestellt ist.

PD wird vor dem Doktorgrad geführt, beispielsweise als „PD Dr. med.“ oder „PD Dr. rer. nat.“. Die Schreibweise „Priv.-Doz. Dr.“ bedeutet dasselbe. PD ist kein zusätzlicher akademischer Grad.

Was bedeutet PD Dr. med.? Die besondere Rolle des Privatdozenten in der Medizin

In der Medizin ist die Privatdozentur besonders verbreitet: 2025 entfielen 911 von 1.571 Habilitationen auf Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften, rund 58 Prozent. PD Dr. med. bezeichnet einen Arzt mit Doktorgrad und Lehrbefugnis, meist nach der Habilitation. Auf dem Praxisschild oder im Arztbrief weist PD auf diese Qualifikation hin. Statistisches Bundesamt

In der Medizin hat die Privatdozentur einen besonderen Stellenwert. Der Doktorgrad ist hier weit verbreitet; PD kennzeichnet darüber hinaus eine weiterführende wissenschaftliche Qualifikation in Forschung und Lehre. Damit kann die Bezeichnung das berufliche Profil gegenüber anderen promovierten Ärzten schärfen. Besonders attraktiv ist auch die spätere außerplanmäßige Professur: Sie würdigt weitere Leistungen in Forschung und Lehre und kann aus „PD Dr.“ die Professorenbezeichnung „Prof. Dr.“ machen.

PD ist weder ein Facharzttitel noch eine Klinikposition wie Oberarzt oder Chefarzt; über die Behandlungsqualität sagt die Bezeichnung allein nichts aus.

Für die Laufbahn an Universitätskliniken zählt die Habilitation dennoch: Von 266 Oberarzt- und leitenden Oberarztstellen an Universitätskliniken, die wissenschaftsstellen.de zwischen dem 25. März und dem 12. Oktober 2026 erfasst hat, verlangen 19 eine Habilitation, 28 wünschen sie, und 81 bieten sie als Entwicklungsmöglichkeit an; zwei weitere stellen klar, dass sie nicht verlangt wird. Wer eine Leitungsposition in der Universitätsmedizin anstrebt, plant Habilitation und Lehrbefugnis deshalb früh ein. Mehr zur Habilitation in der Medizin.

Wie wird man Privatdozent? Voraussetzungen und Habilitation

Privatdozent wird man in der Regel nach Promotion und Habilitation, wenn die Hochschule die Lehrbefugnis und das Recht zur Führung der PD-Bezeichnung erteilt. Der übliche Weg umfasst zwei Schritte:

  1. Promotion: Mit der Dissertation weisen Sie nach, dass Sie eigenständig wissenschaftlich arbeiten können.
  2. Habilitation oder gleichwertige Leistungen: Sie qualifizieren sich dafür, Ihr Fach selbstständig in Forschung und Lehre zu vertreten. Dazu gehören eine Habilitationsschrift oder mehrere zusammengehörige Fachpublikationen sowie Lehrerfahrung. Manche Hochschulen verleihen die Lehrbefugnis auch an bewährte Juniorprofessoren.

Die Unterscheidung ist einfach: Die Habilitation weist die Lehrbefähigung nach; die Lehrbefugnis erlaubt die selbstständige Lehre. Welche Leistungen und Anträge nötig sind, steht in der Habilitationsordnung Ihrer Fakultät.

Wie lange dauert es, Privatdozent zu werden?

Nach der Promotion dauert die weitere Qualifikation mehrere Jahre. Wie schnell Sie vorankommen, hängt vor allem von den Forschungs- und Publikationsanforderungen, der Lehrerfahrung und der verfügbaren Zeit ab. Vereinbaren Sie früh mit Ihrer Fakultät, welche Leistungen noch fehlen und wann das Verfahren beginnen kann. Mehr zum Ablauf und zur Planung: Habilitation.

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Darf ein Privatdozent Doktorvater und Erstgutachter sein?

Ja, Privatdozenten können Doktorvater oder Doktormutter sein und Dissertationen als Erst- oder Zweitgutachter bewerten, wenn die Promotionsordnung sie dazu berechtigt. Die Betreuung begleitet das Forschungsprojekt; das Gutachten bewertet die eingereichte Arbeit.

Vor dem Start sollten Sie drei Dinge klären:

  • Betreuung: Darf der Privatdozent Ihre Promotion an der gewählten Fakultät betreuen?
  • Gutachten: Darf er auch das Erstgutachten übernehmen, und welche Anforderungen gelten für den zweiten Gutachter?
  • Fortführung: Ist der Doktorvater bereit, weiter zu betreuen, wenn er die Hochschule wechselt, seine Beschäftigung endet oder er in den Ruhestand geht? Diese Zusage sollten Sie vor dem Start einholen.

Das Promotionsbüro klärt die formale Berechtigung. Für die Zusammenarbeit zählen außerdem fachliche Passung, verfügbare Zeit und verlässliche Rückmeldungen. Mehr zur Auswahl und Zusammenarbeit: Doktorvater und Doktormutter.

Wie viel Gehalt bekommt ein Privatdozent?

Ein Privatdozent verdient nach seiner beruflichen Tätigkeit; für den PD-Titel selbst gibt es kein Gehalt. Eine Vollzeitstelle nach TV-L E 13 bringt beispielsweise rund 4.759 bis 6.765 Euro brutto monatlich, eine oberärztliche Tätigkeit nach TV-Ärzte/TdL Ä 3 rund 9.577 bis 11.265 Euro.

Bezahlte TätigkeitMonatliches Grundentgelt bei VollzeitEinordnung
Wissenschaftliche Mitarbeit, TV-L E 134.759–6.765 €Regelfall mit Hochschulabschluss, etwa Postdoc-Stelle; Stufen 1–6 · für Sie berechnen; Tabelle 01.04.–31.12.2026
Wissenschaftliche Mitarbeit mit herausgehobener Verantwortung, TV-L E 145.144–7.194 €Tätigkeit von besonderer Schwierigkeit und Bedeutung oder Leitung von mindestens drei Beschäftigten ab E 13, etwa Nachwuchsgruppenleitung; Stufen 1–6 · für Sie berechnen
Oberärztliche Tätigkeit, TV-Ärzte/TdL Ä 39.577–11.265 €Stufen 1–4 · für Sie berechnen; 01.04.2026–31.08.2027; 40 Wochenstunden
Akademischer Rat, beispielsweise A 13Nach LandesbesoldungAbhängig von Bundesland und Erfahrungsstufe · für Sie berechnen

Quellen: TV-L-Entgelttabelle und TV-Ärzte/TdL-Entgelttabelle. Beispiele beruflicher Vergütung, kein Durchschnittsgehalt aller Privatdozenten.

Welche Rechte und Pflichten hat ein Privatdozent?

Privatdozenten dürfen in ihrem Fach selbstständig lehren und müssen für den Erhalt ihres Status regelmäßig Lehrleistungen erbringen. Dazu gehören etwa Vorlesungen und Seminare. Sie können außerdem Prüfungen abnehmen, Abschlussarbeiten betreuen und an Promotionsverfahren mitwirken; die Einzelheiten regeln die Hochschulordnungen.

Die Privatdozentur begründet keine Anstellung. Aufgaben aus einem Arbeitsvertrag kommen deshalb gegebenenfalls zu den Verpflichtungen als Privatdozent hinzu. Auch die Mitwirkung in Hochschulgremien richtet sich nach den örtlichen Regelungen.

Was bedeutet Titellehre?

Titellehre ist die regelmäßige Lehre zum Erhalt der PD-Bezeichnung oder Lehrbefugnis; häufig wird sie nicht gesondert vergütet. Den Umfang legt die geltende Hochschulregelung fest. Beispielsweise verlangt die Fakultät für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften in Heidelberg mindestens zwei Semesterwochenstunden. Titellehre in Heidelberg

Zwei Semesterwochenstunden entsprechen bei 14 Vorlesungswochen 21 Zeitstunden Lehrveranstaltung. Vorbereitung, Nachbereitung und Sprechstunden kommen hinzu. Wer in einer Klinik oder einem Unternehmen arbeitet, sollte diesen Aufwand neben dem Hauptberuf einplanen.

Kann man den PD-Titel wieder verlieren?

Ja, etwa wenn die vorgeschriebene Titellehre ohne anerkannten Grund ausbleibt. Ob Lehrbefugnis oder Bezeichnung automatisch erlöschen oder von der Hochschule entzogen werden können, hängt von den geltenden Regeln ab.

Ein Stellenwechsel beendet die Lehrpflicht nicht automatisch. Klären Sie vor einem Wechsel, einer längeren Unterbrechung oder dem Ruhestand, ob eine Befreiung oder andere Form der Fortführung möglich ist. Die Länderübersicht zeigt die Unterschiede.

Ist ein Privatdozent ein Professor? Der Unterschied zwischen PD und Prof.

Nein. Ein Privatdozent darf selbstständig lehren, trägt aber noch keine Professorenbezeichnung. Diese erhält er beispielsweise durch die Berufung auf eine Professur oder die Verleihung einer außerplanmäßigen Professur.

StellungProfessorenbezeichnung?Bezahlte Stelle als Professor?
Privatdozent (PD)NeinNein
Außerplanmäßiger Professor (apl. Prof.)JaNein
HonorarprofessorJaNein
Reguläre Professur, etwa W 2 oder W 3JaJa

Die Tabelle zeigt, was mit der jeweiligen Ernennung verbunden ist. Auch Privatdozenten, apl. Professoren und Honorarprofessoren können daneben eine bezahlte Tätigkeit ausüben.

Alle sieben Professurarten im Überblick (Tabelle)

Professurarten im Überblick

Sieben Formen, die oft verwechselt werden: zwei Ämter mit Besoldung, zwei Titel ohne Stelle, zwei Professuren auf Zeit und die Privatdozentur, eine Bezeichnung auf Grundlage einer Lehrbefugnis. Die Tabelle nennt als Beispiel die bayerischen Normen, damit jede Zeile an einem Gesetzestext nachprüfbar ist; was die anderen Länder abweichend regeln, steht auf den Einzelseiten.

FormAmt oder TitelVergütungBefristungVoraussetzungenRechtsgrundlage (Bayern)
Professur (W 2/W 3)Amt; Amtsbezeichnung „Professorin“ oder „Professor“ bzw. „Universitätsprofessorin“ oder „Universitätsprofessor“Besoldungsgruppe W 2 oder W 3in der Regel Beamtenverhältnis auf Lebenszeit; auf Zeit bis zu sechs JahreStudium, pädagogische Eignung, Promotion und zusätzliche wissenschaftliche Leistungen; BerufungsverfahrenArt. 57 BayHIG; Art. 58 Abs. 1 und 2 BayHIG; Art. 66 BayHIG; Anlage 1 BayBesG
Juniorprofessur (W 1)Amt auf Zeit; Amtsbezeichnung „Juniorprofessorin“ oder „Juniorprofessor“Besoldungsgruppe W 1Beamtenverhältnis auf Zeit: bis zu vier Jahre, bei Bewährung drei weitereStudium, pädagogische Eignung, herausragende PromotionArt. 63 Abs. 1 und 2 BayHIG; Anlage 1 BayBesG
Außerplanmäßige Professur (apl.)Bezeichnung „Professorin“ oder „Professor“ als akademische Würdeaus dem Titel keine: die Rechtsstellung als Privatdozentin oder Privatdozent bleibt, und für diese gilt: kein Dienstverhältnis, kein Anspruch auf Dienst- und Versorgungsbezügeim Gesetz keine Befristung; Widerruf nach Art. 70Privatdozentin oder Privatdozent, mehrjährige Tätigkeit als Hochschullehrerin oder HochschullehrerArt. 69 Abs. 1, 3 und 4 BayHIG; Art. 68 Abs. 2 BayHIG; Art. 70 BayHIG
HonorarprofessurBezeichnung „Professorin“ oder „Professor“ als akademische Würdekein Anspruch auf Dienst- und Versorgungsbezüge; eine Lehrvergütung kann gewährt werdenim Gesetz keine Befristung; Widerruf nach Art. 70abgeschlossenes Studium, die in Art. 68 Abs. 1 genannten Qualifikationsanforderungen der Hochschulart, mehrjährige Lehrerfahrung, Würdigung wie bei einer BerufungArt. 68 BayHIG; Art. 70 BayHIG
GastprofessurBezeichnung „Gastprofessorin“ oder „Gastprofessor“ für die Dauer der BestellungArt. 58 Abs. 5 nennt keine Vergütungfür einen im Voraus begrenzten ZeitraumVoraussetzungen für eine Professur; kein BerufungsverfahrenArt. 58 Abs. 5 BayHIG
VertretungsprofessurBeschäftigung „als Professorinnen oder Professoren“Art. 66 Abs. 10 nennt keine Vergütungbis zur beabsichtigten Besetzung der Stelle„geeignete Personen“; kein BerufungsverfahrenArt. 66 Abs. 10 BayHIG
Privatdozent (PD)Lehrbefugnis und Bezeichnung „Privatdozentin“ oder „Privatdozent“kein Dienstverhältnis, kein Anspruch auf Dienst- und Versorgungsbezügeim Gesetz keine Befristung; Widerruf nach Art. 70 Abs. 2auf Antrag nach der Habilitation (Feststellung der Lehrbefähigung); daneben Wege für bewährte Juniorprofessuren und NachwuchsgruppenleitungenArt. 98 Abs. 10 BayHIG; Art. 69 Abs. 1 BayHIG; Art. 68 Abs. 2 BayHIG; Art. 70 Abs. 2 BayHIG

Bayerisches Hochschulinnovationsgesetz (BayHIG) vom 5. August 2022, Text gilt ab 16. Mai 2026; Bayerisches Besoldungsgesetz (BayBesG), Anlage 1, Text gilt ab 1. Januar 2026. Die Beträge der W-Besoldung stehen unter W2/W3-Besoldung.

Wie wird ein Privatdozent apl. Professor?

Nach mehrjähriger Bewährung in Forschung und Lehre kann die Hochschule eine außerplanmäßige Professur verleihen. Damit kann aus „PD Dr.“ die Bezeichnung „Prof. Dr.“ werden. Eine bezahlte Professorenstelle ist damit nicht verbunden.

Welche Leistungen und Zeiträume erforderlich sind, bestimmen Land und Hochschule. Die Verleihung erfolgt nicht automatisch. Mehr zur außerplanmäßigen Professur.

Wie bekommt ein Privatdozent eine Professorenstelle?

Durch eine erfolgreiche Bewerbung und das anschließende Berufungsverfahren. Die Habilitation ist ein klassischer Qualifikationsweg zur Universitätsprofessur. Für die Auswahl zählen das ausgeschriebene Fachgebiet, Forschungsleistungen und Lehrerfahrung. Eine apl. Professur ist keine notwendige Zwischenstation.

Mehr zum Berufungsverfahren und zu aktuellen Professuren.

Was verlangen Professurausschreibungen?

Von 667 W2-/W3-Universitätsprofessuren, die wissenschaftsstellen.de zwischen dem 25. März und dem 12. Oktober 2026 erfasst hat, nennen 370 die Habilitation als einen möglichen Qualifikationsweg – rund 55 Prozent. Diese Anzeigen lassen auch andere Nachweise zu, etwa gleichwertige wissenschaftliche Leistungen. Einen bestehenden Privatdozentenstatus setzte keine der 667 Ausschreibungen ausdrücklich voraus.

Datengrundlage unserer Stellenanalyse

Ausgewertet haben wir die Professurausschreibungen in Deutschland, die wissenschaftsstellen.de zwischen dem 25. März und dem 12. Oktober 2026 erstmals erfasst hat, einschließlich inzwischen abgelaufener Anzeigen. Die Ersterfassung ist kein Veröffentlichungsdatum. Jede Ausschreibung zählt einmal; Mehrfachveröffentlichungen und deutsch-englische Fassungen derselben Stelle haben wir zusammengeführt. Ausgewertet sind nur Anzeigen mit vollständigem Text; die Funktion der Stelle haben wir an Titel und Text geprüft.

Gezählt sind 770 W2- und W3-Professuren an Universitäten und Universitätskliniken, davon 667 mit vollständigem Anzeigentext aus 107 Universitäten (Volltextabdeckung 87 Prozent). Als „mit Alternative“ gilt eine Anzeige, wenn sie die Habilitation neben anderen Wegen nennt, etwa „Habilitation oder gleichwertige wissenschaftliche Leistungen“ oder „in der Regel durch eine Habilitation“. Anzeigen, die nur auf den Paragraphen des Landeshochschulgesetzes verweisen, zählen nicht als Nennung.

W2-/W3-Universitätsprofessuren: Was die Anzeige zur Habilitation sagtAnzeigenAnteil
Habilitation als ein Weg, mit Alternative37055,5 %
Habilitation nicht erwähnt29343,9 %
Habilitation nur beiläufig erwähnt40,6 %
Habilitation als einziger Weg00,0 %
Habilitation nur gewünscht00,0 %
Zusammen667100 %

An Hochschulen für angewandte Wissenschaften erwähnen 11 von 599 Professurausschreibungen die Habilitation (1,8 Prozent), bei Juniorprofessuren 9 von 139; 6 Juniorprofessur-Anzeigen erklären die Habilitation für nicht erforderlich oder schließen Habilitierte aus. Den Status als Privatdozent setzt keine der 1.910 ausgewerteten Professurausschreibungen voraus; eine Oberarztanzeige nennt die Lehrbefugnis als Vorteil.

Bei den 266 Oberarzt- und leitenden Oberarztstellen an Universitätskliniken aus 44 Häusern in derselben Auswertung verlangen 19 eine Habilitation (7,1 Prozent; 2 davon ohne Alternative), 28 wünschen sie (10,5 Prozent), 81 bieten sie als Entwicklungsmöglichkeit an (30,5 Prozent), zwei weitere stellen klar, dass sie nicht verlangt wird, 136 nennen sie nicht (51,1 Prozent).

„Habilitation nicht erwähnt“ heißt nicht, dass sie entbehrlich ist: Viele Anzeigen verweisen nur auf das Landeshochschulgesetz. Die Zahlen beschreiben Ausschreibungstexte, keine Berufungsentscheidungen; sie sagen nichts über Chancen oder Einkommen.

Welche Karrierewege gibt es außerhalb der Universitätsprofessur?

Je nach Fach kommen Forschungsgruppen- oder Laborleitung, Forschung und Entwicklung in Unternehmen, Wissenschaftsmanagement und Technologietransfer infrage. In der Medizin kann die Habilitation zudem bei Bewerbungen auf klinische Leitungsstellen helfen. Wer den PD-Status beibehält, muss die erforderliche Lehre weiterhin einplanen.

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Welche Regeln gelten für Privatdozenten in den Bundesländern?

Die Länder unterscheiden sich vor allem beim Erwerb der Lehrbefugnis, beim Umfang der Titellehre und beim Erhalt des Titels. Wählen Sie Ihr Bundesland, um die Regelung zu Antrag, Lehrumfang, Unterbrechung und Ruhestand nachzulesen.

Die Gegenüberstellung beruht auf unserer Auswertung der Landeshochschulgesetze und der genannten Hochschulregelungen. Für das Verfahren an Ihrer Fakultät ist zusätzlich deren Ordnung maßgeblich.

Privatdozenten-Regelungen nach Bundesland

Land wählen

Die Karte zeigt die Regelung jedes Landes: Norm, Erwerb der Lehrbefugnis, Titellehre und Erlöschen — jeweils mit der amtlichen Fundstelle.

Baden-Württemberg

Lehrbefugnis mit der Habilitation · Titellehre 2 SWS, Bedingung der Bezeichnung

Was gilt hier anders? Die Lehrbefugnis wird auf Grund der Habilitation verliehen. Die Bezeichnung führen darf nur, wer tatsächlich mindestens zwei Semesterwochenstunden lehrt; habilitieren können auch die Pädagogischen Hochschulen.

Norm: § 39 LHG BW (Habilitation; außerplanmäßige Professur), insbesondere Absatz 3.

Erwerb der Lehrbefugnis: „Auf Grund der erfolgreichen Habilitation wird die Lehrbefugnis für ein bestimmtes wissenschaftliches Fach oder Fachgebiet verliehen" (§ 39 Abs. 3 S. 1 LHG BW). Ein Beamten- oder Arbeitsverhältnis und eine Anwartschaft auf Ernennung entstehen damit nicht (§ 39 Abs. 3 S. 3 LHG BW).

Titellehre: Mindestens zwei Semesterwochenstunden im Fachgebiet — und zwar als Bedingung der Bezeichnung: Führen darf sie, wer in diesem Umfang tatsächlich lehrt (§ 39 Abs. 3 S. 2 LHG BW). Die Durchführung der Lehrveranstaltungen darf nicht von einer Lehrvergütung abhängig gemacht werden. Die Semesterwochenstunde ist in § 1 Abs. 2 S. 2 LVVO BW als Lehrangebot von einer Lehrstunde je Woche der Vorlesungszeit bestimmt; die Verordnung selbst richtet sich an hauptberufliches wissenschaftliches Personal.

Erlöschen/Widerruf: Unter welchen Voraussetzungen die Lehrbefugnis widerrufen werden kann, regelt nach § 39 Abs. 5 S. 3 LHG BW die Grundordnung oder die Habilitationsordnung der Hochschule; eine landesgesetzliche Altersgrenze und eine Regel zum Fortführen der Bezeichnung nach dem Ende der Lehre enthält das LHG nicht.

Besonderheit: Träger des Habilitationsrechts sind neben Universitäten und Kunsthochschulen auch die Pädagogischen Hochschulen (§ 39 Abs. 1 LHG BW).

Bayern

Lehrbefugnis auf Antrag · Titellehre 2 Lehrveranstaltungsstunden je Vorlesungswoche, unentgeltlich (Lehrvergütung möglich)

Was gilt hier anders? Die Lehrbefugnis gibt es erst auf Antrag nach der Habilitation. Titellehre wird bis zum 62. Lebensjahr unentgeltlich erwartet, eine Lehrvergütung kann aber gewährt werden; „habil.“ darf nicht neben dem Privatdozententitel stehen.

Norm: Art. 98 Abs. 10 BayHIG (Lehrbefugnis, Bezeichnung) und Art. 70 BayHIG (Titellehre, Widerruf).

Erwerb der Lehrbefugnis: Auf Antrag der habilitierten Person bei der Universität oder Kunsthochschule (Art. 98 Abs. 10 S. 1 BayHIG); die Habilitation stellt zuvor nur die Lehrbefähigung fest. Mit der Erteilung der Lehrbefugnis ist das Recht zur Führung der Bezeichnung „Privatdozentin" oder „Privatdozent" verbunden (Art. 98 Abs. 10 S. 6 BayHIG). Ein Dienstverhältnis, ein Anspruch auf Bezüge und eine Anwartschaft auf eine Professur folgen daraus nicht (Art. 69 Abs. 1 i. V. m. Art. 68 Abs. 2 S. 2 und 3 BayHIG).

Titellehre: Mindestens zwei Lehrveranstaltungsstunden, unentgeltlich (Art. 70 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 i. V. m. Abs. 2 BayHIG); eine Lehrvergütung kann aber gewährt werden (Art. 69 Abs. 1 Satz 2 i. V. m. Art. 68 Abs. 3 BayHIG). Eine Lehrveranstaltungsstunde bildet nach § 2 Abs. 1 S. 2 AVBayHIG den Aufwand ab, den eine ordnungsgemäß vor- und nachbereitete 45-minütige Präsenzvorlesung regelmäßig erfordert. Gemeint sind zwei Lehrveranstaltungsstunden je Woche der Vorlesungszeit, nicht zwei Stunden im ganzen Semester. Die Pflicht greift bis zur Vollendung des 62. Lebensjahres.

Erlöschen/Widerruf: Widerrufen werden kann die Lehrbefugnis bei Ernennung zur Professorin oder zum Professor an einer Hochschule im Geltungsbereich des Grundgesetzes und wenn jemand vor Vollendung des 62. Lebensjahres aus Gründen, die er zu vertreten hat, die Titellehre nicht erbringt (Art. 70 Abs. 1 S. 1, Abs. 2 BayHIG). Weitere Widerrufsgründe sind der schriftliche Verzicht und ein Strafurteil, das Beamtinnen und Beamten den Verlust der Beamtenrechte einbrächte (Art. 70 Abs. 1 S. 2 i. V. m. Abs. 2 BayHIG). Mit dem Widerruf der Lehrbefugnis erlischt zugleich die Befugnis, die Bezeichnung zu führen (Art. 70 Abs. 3 BayHIG).

Besonderheit: Der Zusatz „habil." zum Doktorgrad darf nicht gleichzeitig mit dem Privatdozenten- oder dem Professorentitel geführt werden (Art. 98 Abs. 1 S. 5 BayHIG).

Berlin

Lehrbefugnis auf Antrag, Anspruch bei erfüllten Voraussetzungen · Titellehre regelmäßig, ohne Stundenzahl im Gesetz

Was gilt hier anders? Die Lehrbefugnis kommt auf Antrag hinzu und ist zu verleihen, wenn die Voraussetzungen vorliegen – ein Ermessen hat die Hochschule nicht. Wer zwei Semester ohne Zustimmung keine Lehre anbietet, wird verabschiedet.

Norm: § 118 BerlHG (Privatdozentinnen und Privatdozenten), für die Lehrpflicht § 117 BerlHG entsprechend.

Erwerb der Lehrbefugnis: Zwei Schritte: Mit der Habilitation wird die Lehrbefähigung zuerkannt, die Lehrbefugnis kommt auf Antrag hinzu. Anders als in vielen Ländern ist sie kein Ermessen: Sie „ist auf Antrag zu verleihen", wenn von der Lehrtätigkeit eine sinnvolle Ergänzung des Lehrangebots der Hochschule zu erwarten ist und keine Gründe entgegenstehen, die die Ernennung zur beamteten Professorin oder zum beamteten Professor gesetzlich ausschließen (§ 118 Abs. 1 BerlHG).

Titellehre: Das BerlHG nennt keine Stundenzahl. Verlangt sind „regelmäßige Lehrveranstaltungen"; den Umfang der Lehrverpflichtung regelt das Präsidium (§ 117 Abs. 1 S. 2 BerlHG, entsprechend über § 118 Abs. 2 S. 1 BerlHG).

Erlöschen/Widerruf: Die Lehrbefugnis erlischt mit dem Wegfall der Lehrbefähigung und mit der Erlangung einer Lehrbefugnis an einer anderen Hochschule, sofern die Berliner Hochschule nicht die Fortdauer beschließt; die Entscheidung trifft die Präsidentin oder der Präsident auf Antrag des Fachbereichs (§ 118 Abs. 2 BerlHG). Verabschiedet wird außerdem, wer in zwei aufeinanderfolgenden Semestern ohne Zustimmung der Hochschule keine Lehre anbietet (§ 117 Abs. 2 Nr. 3 BerlHG).

Brandenburg

Lehrbefugnis auf Antrag, Präsidentin oder Präsident entscheidet über Inhalt und Umfang · Titellehre ohne Stundenzahl im Gesetz

Was gilt hier anders? Die Lehrbefugnis kann auf Antrag verliehen werden, wenn sie das Lehrangebot sinnvoll ergänzt. Nach mindestens fünf Jahren erfüllter Lehrverpflichtung darf die Bezeichnung mit Zustimmung der Hochschule auch nach dem Ende der Lehre geführt werden.

Norm: § 62 BbgHG (Privatdozentinnen und Privatdozenten), Fassung vom 9. April 2024.

Erwerb der Lehrbefugnis: Auf Antrag der habilitierten Person kann die Befugnis zu selbstständiger Lehre verliehen werden; über Inhalt und Umfang entscheidet die Präsidentin oder der Präsident (§ 62 Abs. 1 S. 1 und 2 BbgHG). Vorausgesetzt sind eine zu erwartende sinnvolle Ergänzung des Lehrangebots und das Fehlen von Ausschlussgründen für eine Professur-Berufung (§ 62 Abs. 1 S. 3 BbgHG). Die Bezeichnung entsteht mit der Verleihung, ein Dienstverhältnis nicht (§ 62 Abs. 2 BbgHG).

Titellehre: Das BbgHG nennt keinen Stundenwert. Es setzt eine Lehrverpflichtung voraus (§ 62 Abs. 2 S. 3 BbgHG); über Inhalt und Umfang der Lehrbefugnis selbst entscheidet die Präsidentin oder der Präsident (§ 62 Abs. 1 S. 2 BbgHG).

Erlöschen/Widerruf: Sie erlischt mit dem Wegfall der Lehrbefähigung und mit einer Lehrbefugnis an einer anderen Hochschule, sofern die Hochschule nicht die Fortdauer beschließt (§ 62 Abs. 3 BbgHG). Mit Zustimmung der Hochschule darf die Bezeichnung auch nach dem Ende der Lehre geführt werden, wenn zwischen Verleihung und Ende mindestens fünf Jahre liegen und die Lehrverpflichtung erfüllt wurde (§ 62 Abs. 2 S. 3 BbgHG).

Besonderheit: Habilitationsberechtigt ist neben den Universitäten ausdrücklich die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF für ihre überwiegend wissenschaftlichen Fächer (§ 34 Abs. 1 S. 1 BbgHG).

Bremen

Lehrbefugnis unmittelbar mit der Habilitation · Titellehre ohne Stundenzahl im Gesetz

Was gilt hier anders? Einen zweiten Schritt gibt es nicht: Habilitierte haben Lehrbefugnis und Bezeichnung unmittelbar. Statt einer apl. Professur kann die Rektorin oder der Rektor nach fünf Jahren Bewährung die Bezeichnung „Professor“ verleihen.

Norm: § 66 Abs. 2 BremHG (Habilitation und Lehrbefugnis).

Erwerb der Lehrbefugnis: Ohne zweiten Schritt: „Habilitierte können selbstständig lehren (Lehrbefugnis). Sie haben das Recht, die akademische Bezeichnung ‚Privatdozent' oder ‚Privatdozentin' zu führen, solange die Lehrbefugnis besteht" (§ 66 Abs. 2 S. 1 und 2 BremHG). Einen eigenen Verleihungsakt sieht das Gesetz nicht vor. Habilitationsverfahren führt nach § 66 Abs. 1 S. 1 BremHG die Universität Bremen durch.

Titellehre: Das BremHG nennt keinen Stundenwert; Umfang und Frequenz ergeben sich aus der Habilitationsordnung des Fachbereichs.

Erlöschen/Widerruf: § 66 Abs. 2 S. 3 BremHG verweist auf § 25 Abs. 4 BremHG: Verzicht, Rücknahme, zwingender Widerruf bei Tatbeständen, die Beamtinnen und Beamten die Beamtenrechte oder den Dienst kosten würden, und möglicher Widerruf, wenn jemand vor Vollendung des 65. Lebensjahres ohne zureichenden Grund seine Verpflichtungen nicht erfüllt. Die Bezeichnung besteht nur, solange die Lehrbefugnis besteht.

Besonderheit: Das BremHG kennt den Begriff „außerplanmäßige Professur" nicht. An ihrer Stelle kann die Rektorin oder der Rektor Privatdozentinnen und Privatdozenten nach mindestens fünfjähriger Bewährung in Forschung und Lehre die akademische Bezeichnung „Professor" oder „Professorin" verleihen (§ 17 Abs. 1 S. 3 BremHG).

Hamburg

Lehrbefugnis auf Antrag · Titellehre regelt die Hochschule — kein landesweiter Wert

Was gilt hier anders? Die Lehrbefugnis gibt es auf Antrag. Umfang der Titellehre und Entziehung regeln die Satzungen der Hochschulen, deshalb unterscheiden sie sich zwischen Universität Hamburg und Technischer Universität Hamburg.

Norm: § 17 HmbHG (Akademische Bezeichnung „Professorin"/„Professor"; Lehrbefugnis als Privatdozentin/Privatdozent), insbesondere Absatz 2.

Erwerb der Lehrbefugnis: Auf Antrag und nur an Habilitierte: „Die Hochschulen verleihen habilitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die die akademische Lehrbefähigung haben, auf Antrag die Lehrbefugnis als Privatdozentin oder Privatdozent; damit gewähren sie keinen Anspruch auf einen Arbeitsplatz in der Hochschule" (§ 17 Abs. 2 HmbHG). Die Bezeichnung entsteht mit der Verleihung.

Titellehre: Das HmbHG nennt keinen Stundenwert. § 17 Abs. 5 HmbHG überlässt die Regelung den Hochschulsatzungen; einen landesweit einheitlichen Wert gibt es deshalb nicht.

Erlöschen/Widerruf: Auch die Entziehungstatbestände stehen nicht im Landesgesetz: § 17 Abs. 5 S. 2 HmbHG verpflichtet die Hochschulen, sie in ihren Satzungen vorzusehen, „wenn die jeweilige Person sich vor Eintritt in den Ruhestand über einen längeren Zeitraum nicht mehr angemessen am Lehrbetrieb beteiligt".

Besonderheit: Weil das Land nur delegiert, fällt der Umfang der Titellehre zwischen den Hamburger Hochschulen deutlich auseinander — die Privatdozentursatzung der Universität Hamburg vom 17. November 2011 verlangt zwei Lehrveranstaltungsstunden je Studienjahr, die Satzung der Technischen Universität Hamburg vom 17. Dezember 2008 in der Regel zwei Semesterwochenstunden. Beides ist Satzungsrecht einzelner Hochschulen, kein Landesrecht.

Hessen

Lehrbefugnis mit der Habilitation, Bezeichnung auf Antrag · Titellehre Pflicht ohne Stundenzahl

Was gilt hier anders? Lehrbefugnis und Bezeichnung fallen auseinander: Die Lehrbefugnis kommt mit der Habilitation, die Bezeichnung erst auf Antrag. Wer zwei Semester ohne Zustimmung oder wichtigen Grund nicht lehrt, verliert die Bezeichnung von Gesetzes wegen.

Norm: § 30 HessHG (Habilitation), Absatz 1 Satz 3 und Absatz 2.

Erwerb der Lehrbefugnis: Die Lehrbefugnis wird mit der Habilitation verliehen (§ 30 Abs. 1 S. 3 HessHG) — dafür ist kein Antrag nötig. Für die Bezeichnung dagegen schon: „Auf Antrag verleiht der Fachbereich Habilitierten die Bezeichnung ‚Privatdozentin' oder ‚Privatdozent'" (§ 30 Abs. 2 S. 1 HessHG). Beides fällt in Hessen also auseinander.

Titellehre: Privatdozentinnen und Privatdozenten sind „zur Lehre berechtigt und verpflichtet" (§ 30 Abs. 2 S. 2 HessHG); einen Stundenwert nennt das HessHG nicht, ihn regeln die Habilitationsordnungen der Fachbereiche. Einen Anspruch auf einen Arbeitsplatz oder auf Vergütung gibt es nicht (§ 30 Abs. 2 S. 3 HessHG).

Erlöschen/Widerruf: „Wer ohne Zustimmung des Fachbereichs oder ohne wichtigen Grund zwei aufeinanderfolgende Semester keine Lehrtätigkeit ausübt, verliert das Recht, die akademische Bezeichnung zu führen" (§ 30 Abs. 2 S. 4 HessHG) — der Verlust tritt von Gesetzes wegen ein und braucht keine Hochschulsatzung. Entzogen werden kann die Bezeichnung außerdem bei Täuschung oder bei nachträglich erkannten Gründen, die der Verleihung entgegengestanden hätten (§ 32 HessHG).

Besonderheit: Wer in Hessen habilitiert ist, hat die Lehrbefugnis, darf sich deshalb aber noch nicht „Privatdozentin" oder „Privatdozent" nennen.

Mecklenburg-Vorpommern

Lehrbefugnis auf Antrag des Fachbereichs, der Senat verleiht · Titellehre ohne Stundenzahl im Gesetz

Was gilt hier anders? Der Senat verleiht die Lehrbefugnis auf Antrag des Fachbereichs und darf nur aus Gründen ablehnen, die eine Professur ausschließen würden. Vorausgesetzt ist pädagogische Eignung; widerrufen werden kann die Lehrbefugnis, wenn vor der Regelaltersgrenze ohne wichtigen Grund zwei Jahre keine selbstständige Lehre ausgeübt wird.

Norm: § 72 LHG M-V (Privatdozentinnen und Privatdozenten).

Erwerb der Lehrbefugnis: Nicht die Hochschulleitung, sondern der Senat einer Universität verleiht die Lehrbefugnis, und zwar auf Antrag des zuständigen Fachbereichs (§ 72 Abs. 1 S. 1 LHG M-V); vorausgesetzt sind die Habilitation am Fachbereich und pädagogische Eignung. Ein Ermessen hat der Senat dabei nicht: „Der Antrag darf nur aus Gründen abgelehnt werden, die die Ernennung zur beamteten Professorin oder zum beamteten Professor ausschließen" (§ 72 Abs. 1 S. 3 LHG M-V). Mit der Verleihung entsteht die Bezeichnung.

Titellehre: Einen Stundenwert nennt § 72 LHG M-V nicht; ein Widerruf ist möglich, wenn vor der Regelaltersgrenze ohne wichtigen Grund zwei Jahre keine selbstständige Lehrtätigkeit ausgeübt wird.

Erlöschen/Widerruf: Widerrufen werden kann die Lehrbefugnis, wenn jemand vor Vollendung der Regelaltersgrenze ohne wichtigen Grund zwei Jahre keine selbstständige Lehrtätigkeit ausübt oder Gründe vorliegen, die bei Beamtinnen und Beamten zur Entfernung aus dem Dienst führen. Sie erlischt mit der Lehrbefugnis an einer anderen Hochschule oder der Ernennung zur Professorin, zum Professor, zur Juniorprofessorin oder zum Juniorprofessor; bei einer befristeten Ernennung ruht sie (§ 72 Abs. 2 LHG M-V).

Besonderheit: Habilitationsrecht hat neben den Universitäten Rostock und Greifswald auch die Hochschule für Musik und Theater Rostock in ihren wissenschaftlichen Fächern (§ 43 Abs. 6 LHG M-V).

Niedersachsen

Lehrbefugnis und Bezeichnung unmittelbar mit der Habilitation · Titellehre regeln die Habilitationsordnungen

Was gilt hier anders? Lehrbefugnis und Titel kommen ohne Antrag mit der Habilitation. Titellehre und Verlust regeln die Habilitationsordnungen; die apl. Professur gilt nur, solange man lehrt.

Norm: § 9a Abs. 2 NHG (Habilitation).

Erwerb der Lehrbefugnis: Beides kommt ohne Antrag: „Mit der Habilitation wird der oder dem Habilitierten die Befugnis zur selbständigen Lehre an der Hochschule für ein bestimmtes wissenschaftliches Fach oder Fachgebiet erteilt (Lehrbefugnis)" (§ 9a Abs. 2 S. 1 NHG), und „die Erteilung der Lehrbefugnis berechtigt zur Führung des Titels ‚Privatdozentin' oder ‚Privatdozent'" (§ 9a Abs. 2 S. 2 NHG). Ein Beamten- oder Arbeitsverhältnis und ein Anspruch auf einen Arbeitsplatz entstehen dadurch nicht; ein bestehendes Dienstverhältnis bleibt unberührt (§ 9a Abs. 2 S. 3 und 4 NHG).

Titellehre: Das NHG nennt keinen Stundenwert. § 9a Abs. 3 NHG überlässt das Nähere den Habilitationsordnungen der Hochschulen; dort steht, was tatsächlich zu lehren ist.

Erlöschen/Widerruf: Eine ausdrückliche Verlustnorm für die Privatdozentur enthält das NHG nicht; auch den Verlust regeln die Habilitationsordnungen.

Besonderheit: Den Titel „außerplanmäßige Professorin" oder „außerplanmäßiger Professor" verleiht Niedersachsen ausdrücklich nur „für die Dauer der Wahrnehmung von Aufgaben in der Lehre" (§ 35a S. 2 NHG) — er bleibt dauerhaft an die Lehre gebunden.

Nordrhein-Westfalen

Lehrbefugnis auf Antrag, die Hochschule entscheidet · Titellehre regelt die Hochschule

Was gilt hier anders? Zwei Schritte: Die Habilitation bringt die Lehrbefähigung, die Lehrbefugnis gibt es erst auf Antrag. Titellehre, Erlöschen und Widerruf regelt die Hochschule, nicht das Landesgesetz.

Norm: § 68 Abs. 2 HG NRW (Habilitation).

Erwerb der Lehrbefugnis: In zwei Schritten. „Mit der Habilitation wird die Lehrbefähigung zuerkannt" (§ 68 Abs. 2 S. 1 HG NRW); danach entscheidet „auf Antrag der oder des Habilitierten … die Hochschule über die Verleihung der Befugnis, in ihrem oder seinem Fach an der Hochschule Lehrveranstaltungen selbständig durchzuführen" (S. 2). Erst diese Verleihung berechtigt, die Bezeichnung zu führen (S. 3). „Ein Dienstverhältnis wird damit nicht begründet" (S. 4).

Titellehre: Eine landesgesetzliche Stundenzahl gibt es nicht. „Das Nähere … regelt die Hochschule" (§ 68 Abs. 2 S. 5 HG NRW) — Pflicht und Umfang der Titellehre stehen deshalb in der Habilitationsordnung der eigenen Fakultät, nicht im Landesrecht.

Erlöschen/Widerruf: Dieselbe Delegation trägt auch hier: Tatbestände für Erlöschen und Widerruf nennt das HG NRW nicht, sie entstehen in den Hochschulsatzungen (§ 68 Abs. 2 S. 5 HG NRW; für die Bezeichnungen nach § 41 zusätzlich § 41 Abs. 4 S. 2 HG NRW).

Besonderheit: Privatdozentinnen und Privatdozenten sind Mitglieder der Hochschule, nehmen aber an Wahlen nicht teil, soweit sie nicht aus anderen Gründen Mitglieder sind (§ 9 HG NRW).

Rheinland-Pfalz

Lehrbefugnis und Bezeichnung unmittelbar mit der Habilitation · Titellehre regelt die Hochschule

Was gilt hier anders? Lehrbefugnis und Bezeichnung entstehen ohne Antrag, gelten aber nur an der Universität der Habilitation und nur, soweit das Lehrangebot nicht beeinträchtigt wird. Wer vor dem 67. Lebensjahr ohne hinreichenden Grund unangemessen lange nicht lehrt, riskiert den Widerruf.

Norm: § 61 HochSchG (Privatdozentinnen und Privatdozenten; außerplanmäßige Professorinnen und Professoren), Absätze 1 und 4.

Erwerb der Lehrbefugnis: Ohne Antrag und ohne Verleihungsakt: „Wer sich an einer Universität habilitiert hat, kann an der Universität, an der er oder sie sich habilitiert hat, selbstständig lehren (Lehrbefugnis)" (§ 61 Abs. 1 S. 1 HochSchG). Für die Bezeichnung gilt dasselbe: „Im Falle des Absatzes 1 Satz 1 sind Habilitierte berechtigt, sich ‚Privatdozentin' oder ‚Privatdozent' zu nennen" (§ 61 Abs. 4 S. 1 HochSchG).

Titellehre: Das HochSchG nennt keinen Stundenwert; den Umfang konkretisieren die Habilitationsordnungen der Universitäten.

Erlöschen/Widerruf: Die Lehrbefugnis erlischt mit dem Erlöschen der Lehrbefähigung oder mit einer Lehrbefugnis an einer anderen Hochschule, sofern die Universität nicht die Fortdauer beschließt. Widerrufen werden kann sie aus Gründen, die bei Beamtinnen und Beamten zur Entfernung aus dem Dienst führen, und wenn Habilitierte vor Erreichung des 67. Lebensjahres ohne hinreichenden Grund unangemessen lange von ihrer Lehrbefugnis keinen Gebrauch machen (§ 61 Abs. 2 HochSchG).

Besonderheit: Die Lehrbefugnis gilt nur an der Universität, an der habilitiert wurde, und sie steht unter einer Bedingung, die andere Länder so nicht kennen: Sie darf das nach § 21 HochSchG erforderliche Lehrangebot der Universität nicht beeinträchtigen (§ 61 Abs. 1 S. 1 HochSchG).

Saarland

Bezeichnung mit der Habilitation · Titellehre 1 Semesterwochenstunde, im Landesgesetz

Was gilt hier anders? Die erfolgreiche Habilitation berechtigt ohne gesonderten Antrag zur Bezeichnung. Das Gesetz verlangt eine Semesterwochenstunde Titellehre, und eine Professurvertretung wird darauf angerechnet.

Norm: § 51 Abs. 1 SHSG (Privatdozentinnen und Privatdozenten, außerplanmäßige Professorinnen und Professoren …).

Erwerb der Lehrbefugnis: § 51 SHSG regelt ihn nicht, sondern setzt eine verliehene Lehrbefugnis voraus: Die Titellehre gilt dem Fachgebiet, „für das ihnen die Lehrbefugnis verliehen worden ist" (§ 51 Abs. 1 S. 2 SHSG). Die Bezeichnung regelt das Gesetz eigens: Die erfolgreiche Durchführung eines Habilitationsverfahrens berechtigt zur Führung der Bezeichnung „Privatdozentin" oder „Privatdozent" (§ 51 Abs. 1 S. 1 SHSG); einen gesonderten Antrag dafür sieht es nicht vor. Ein Beschäftigungsverhältnis begründet § 51 SHSG nicht.

Titellehre: Das Saarland nennt den Umfang selbst im Landesgesetz: Privatdozentinnen und Privatdozenten bieten in ihrem Fachgebiet Lehrveranstaltungen an der Universität im Umfang von einer Semesterwochenstunde an (§ 51 Abs. 1 S. 2 SHSG). Das ist die niedrigste Stundenzahl unter den Ländern, die den Umfang überhaupt selbst festlegen.

Erlöschen/Widerruf: Eine eigene Widerrufsnorm enthält § 51 SHSG nicht; die Tatbestände regeln die Hochschulen durch Satzung.

Besonderheit: Die vertretungsweise Wahrnehmung der Aufgaben einer Professorin oder eines Professors an anderen Hochschulen ist auf die Titellehre anzurechnen (§ 51 Abs. 1 S. 3 SHSG) — wer eine Professur vertritt, erfüllt damit zugleich seine Pflicht als Privatdozentin oder Privatdozent.

Sachsen

Lehrbefugnis mit der Habilitation, Bezeichnung auf Antrag gegen Lehrzusage · Titellehre 2 SWS, im Landesgesetz

Was gilt hier anders? Die Lehrbefugnis kommt mit der Habilitation, die Bezeichnung nur auf Antrag und gegen die Zusage von mindestens zwei Semesterwochenstunden Lehre. Den Zusatz „habil.“ zum Doktorgrad räumt Sachsen mit der Habilitation ein.

Norm: § 42 SächsHSG (Habilitation), Absätze 3 und 4.

Erwerb der Lehrbefugnis: Die Lehrbefugnis wird mit der Habilitation zuerkannt (§ 42 Abs. 3 SächsHSG). Die Bezeichnung dagegen verleiht der Fakultätsrat auf Antrag, und nur gegen eine Zusage: „wenn sie sich zur Übernahme von Lehrverpflichtungen in ihrem Fachgebiet von mindestens zwei Semesterwochenstunden verpflichten" (§ 42 Abs. 4 S. 1 SächsHSG).

Titellehre: Mindestens zwei Semesterwochenstunden im Fachgebiet der Habilitation (§ 42 Abs. 4 S. 1 SächsHSG). Sie ist damit keine nachgelagerte Pflicht, sondern Voraussetzung der Verleihung: Wer die Lehre nicht zusagt, erhält die Bezeichnung gar nicht erst. Das Nähere regelt die Hochschule durch Ordnung.

Erlöschen/Widerruf: Eigene Erlöschens- oder Widerrufstatbestände für die Privatdozentur nennt das SächsHSG nicht; sie entstehen in den Habilitationsordnungen der Hochschulen.

Besonderheit: Mit der Habilitation räumt Sachsen zugleich die Befugnis ein, den Doktorgrad mit dem Zusatz „habil." zu führen — anders als etwa in Bayern, das die Doppelung mit dem Privatdozententitel ausschließt.

Sachsen-Anhalt

Lehrbefugnis von Gesetzes wegen — nach Habilitation oder Juniorprofessur · Titellehre setzt der Fachbereichsrat fest

Was gilt hier anders? Die Lehrbefugnis besteht ohne Antrag an der Universität der Habilitation oder der früheren Juniorprofessur. Versagt werden kann sie, wenn sie den Lehr- und Forschungsbetrieb erheblich erschweren würde.

Norm: § 48 HSG LSA (Privatdozenten, Privatdozentinnen, außerplanmäßige Professoren und außerplanmäßige Professorinnen).

Erwerb der Lehrbefugnis: Ohne Antrag, und über zwei Wege: „Privatdozenten und Privatdozentinnen haben die Befugnis zur selbstständigen Lehre für ein bestimmtes Fach an der Universität, an der sie habilitiert worden sind oder Juniorprofessoren beziehungsweise Juniorprofessorinnen waren" (§ 48 Abs. 1 S. 1 HSG LSA). Versagt werden kann sie, wenn die selbstständige Lehre den Lehr- und Forschungsbetrieb erheblich erschweren würde (§ 48 Abs. 1 S. 3 HSG LSA).

Titellehre: Einen Stundenwert nennt das HSG LSA nicht; den Umfang setzt der Fachbereichsrat der Universität fest (§ 48 Abs. 2 S. 3 HSG LSA). Wer die festgesetzte Lehrverpflichtung nicht nachweist, dem kann die Lehrbefugnis widerrufen werden (§ 48 Abs. 2 S. 4 HSG LSA).

Erlöschen/Widerruf: § 48 Abs. 2 HSG LSA zählt die Erlöschensgründe auf: Verzicht, Ernennung zur Professorin oder zum Professor an einer anderen Hochschule, Erlangung einer Lehrbefugnis an einer anderen Hochschule und ein Strafurteil mit Verlust der Beamtenrechte. Wechselt jemand an eine Hochschule ohne Promotionsrecht im Fachgebiet, kann die Lehrbefugnis mit Zustimmung des Fachbereichsrats fortbestehen.

Sachsen-Anhalt nennt die Betreuung von Promotionen ausdrücklich: Wer an eine Hochschule ohne Promotionsrecht berufen wird, kann sich die Berechtigung feststellen lassen, an der Universität weiterhin Lehrveranstaltungen durchzuführen und Promotionen zu betreuen (§ 48 Abs. 2 Satz 2 HSG LSA).

Schleswig-Holstein

Lehrbefugnis auf Antrag, Präsidium mit Zustimmung des Fachbereichs · Titellehre Pflicht ohne Stundenzahl

Was gilt hier anders? Die Präsidentin oder der Präsident erteilt die Lehrbefugnis auf Antrag, mit Zustimmung des Fachbereichs; nach erfolgreichem Abschluss der sechsjährigen Juniorprofessur gilt das entsprechend. Umfang und Widerruf regeln die Satzungen.

Norm: § 65 Abs. 4 HSG SH (Privatdozentinnen und Privatdozenten).

Erwerb der Lehrbefugnis: Auf Antrag erteilt die Präsidentin oder der Präsident die Lehrbefugnis, und zwar mit Zustimmung des Fachbereichs; mit ihr ist das Recht verbunden, die akademische Bezeichnung „Privatdozentin" oder „Privatdozent" zu führen (§ 65 Abs. 4 S. 1 und 2 HSG SH). Für Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren gilt das nach erfolgreichem Abschluss der sechsjährigen Juniorprofessur entsprechend (§ 65 Abs. 4 S. 6 HSG SH).

Titellehre: Eine Stundenzahl nennt das HSG SH nicht; Privatdozentinnen und Privatdozenten sind zur Lehre „berechtigt und verpflichtet", können an Prüfungen beteiligt werden und haben keinen Anspruch auf einen Arbeitsplatz oder eine Vergütung (§ 65 Abs. 4 S. 3 bis 5 HSG SH). Den Umfang regeln die Hochschulsatzungen.

Erlöschen/Widerruf: Die Verleihung kann widerrufen werden; das Nähere regelt die Hochschule durch Satzung (§ 65 Abs. 4 S. 7 i. V. m. Abs. 1 S. 4 HSG SH).

Besonderheit: § 65 HSG SH bündelt fünf Statusgruppen in einer Norm — außerplanmäßige Professur, Honorarprofessur, Seniorprofessur, Privatdozentur und Gastprofessur — mit einer gemeinsamen Widerrufsklausel für alle.

Thüringen

Lehrbefugnis auf Antrag, der Fakultätsrat entscheidet · Titellehre ohne Stundenzahl im Gesetz

Was gilt hier anders? Die Lehrbefugnis kann erteilt werden und soll es, wenn sie das Lehrangebot bereichert; entschieden wird in der Fakultät. Titellehre und Widerruf regeln die Habilitationsordnungen.

Norm: § 62 ThürHG (Habilitation, Lehrbefugnis, Privatdozent, außerplanmäßige Professur), Absätze 5 und 6.

Erwerb der Lehrbefugnis: Habilitierten kann die Befugnis zur selbständigen Lehre erteilt werden (§ 62 Abs. 5 S. 1 ThürHG); erteilt werden soll sie, wenn von der Lehrtätigkeit eine Bereicherung des Lehrangebots zu erwarten ist (S. 2). Entschieden wird das nicht von der Hochschulleitung, sondern von der zuständigen Selbstverwaltungseinheit — dem Fakultätsrat — auf Antrag (S. 3). Mit der Lehrbefugnis entsteht das Recht, die akademische Bezeichnung „Privatdozent" zu führen (S. 5).

Titellehre: Einen Stundenwert nennt das ThürHG nicht; Umfang und Frequenz regeln die Habilitationsordnungen der Hochschulen.

Erlöschen/Widerruf: Auch die Widerrufstatbestände stehen nicht im Landesgesetz: § 62 Abs. 5 S. 4 ThürHG verweist dafür auf die Habilitationsordnung.

Besonderheit: Für apl. Professorinnen und Professoren hat Thüringen eine eigene Regel — endet ihre Lehrtätigkeit, entscheidet der Präsident auf Antrag der zuständigen Selbstverwaltungseinheit über das Recht zur Weiterführung der Bezeichnung „außerplanmäßiger Professor“ (§ 62 Abs. 6 S. 3 ThürHG). Habilitationsrecht hat außerdem die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar für das Fachgebiet Musikwissenschaft (§ 62 Abs. 1 ThürHG).

Österreich

Bundeseinheitlich im Universitätsgesetz 2002 · Lehrbefugnis (venia docendi) auf Antrag, Bescheid des Rektorats · im UG 2002 keine Titellehre-Pflicht

Was gilt hier anders? Österreich regelt die Privatdozentur für alle Universitäten im Universitätsgesetz 2002: venia docendi auf Antrag nach einem Gutachterverfahren, für ein ganzes Fach. Eine Pflicht zur Titellehre und einen Widerrufstatbestand enthält das Gesetz nicht.

Norm: Universitätsgesetz 2002 — eine Regel für alle Universitäten statt 16 Landesgesetzen. Privatdozentinnen und Privatdozenten „stehen in dieser Funktion in keinem Arbeitsverhältnis zur Universität".

Erwerb der Lehrbefugnis: Der Antrag geht an das Rektorat und von dort an den Senat; mindestens zwei Gutachterinnen oder Gutachter des Faches, darunter mindestens eine externe Person, werden bestellt; eine entscheidungsbevollmächtigte Habilitationskommission entscheidet, das Rektorat erlässt darüber einen Bescheid. Verliehen wird die venia docendi „für ein ganzes wissenschaftliches oder künstlerisches Fach". Vorausgesetzt sind der Nachweis „einer hervorragenden wissenschaftlichen oder künstlerischen Qualifikation" und „der mehrmaligen Lehrtätigkeit an anerkannten postsekundären Bildungseinrichtungen". Gegen den Bescheid ist „Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig".

Titellehre: Eine Pflicht dazu enthält das UG 2002 nicht.

Erlöschen/Widerruf: Einen Widerrufstatbestand für die venia docendi von Privatdozentinnen und Privatdozenten enthält das UG 2002 nicht.

Wechsel aus Deutschland: Eine Regel, die eine deutsche Lehrbefugnis automatisch überträgt, steht dort ebenso wenig. Wer wechselt, stellt in Österreich einen eigenen Antrag.

Ausführlich: Was gilt in Österreich? ↓

Schweiz

Kantonal geregelt, hier Kanton Zürich · Lehrbefugnis mit der Habilitation, auf Dauer · kein Anspruch auf Anstellung oder Vergütung

Was gilt hier anders? Eine gesamtschweizerische Regel gibt es nicht. Im Kanton Zürich kommt die Venia Legendi mit der Habilitation und auf Dauer; einen Anspruch auf Anstellung, auf Lehre im Rahmen der Studienprogramme oder auf Entschädigung für Lehrveranstaltungen außerhalb der Studienprogramme gibt sie nicht.

Norm: Universitätsgesetz und Universitätsordnung des Kantons Zürich (Zürcher Gesetzessammlung). Eine gesamtschweizerische Regel zur Privatdozentur gibt es nicht.

Erwerb der Lehrbefugnis: „Wissenschaftlich ausgewiesene Personen erhalten mit der Habilitation eine Lehrbefugnis (Venia Legendi) und werden zu Privatdozentinnen oder -dozenten ernannt." Die Universitätsordnung fügt hinzu: „Die Venia Legendi wird auf Dauer erteilt." Einen zweiten Antragsschritt gibt es nicht.

Lehre und Vergütung: Privatdozierende „haben keinen Anspruch auf a. Anstellung, b. Lehrtätigkeit im Rahmen von Studienprogrammen, c. Entschädigung für Lehrveranstaltungen ausserhalb von Studienprogrammen". Die Fakultäten müssen sie bei der Lehrplanung aber „angemessen" berücksichtigen; wer lehrt, darf im Rahmen der Fakultätsregeln auch prüfen.

Entzug: Entzogen werden kann die Venia Legendi bei wissenschaftlichem Fehlverhalten oder bei ernsthafter Verletzung der Interessen der Universität; mit Rechtskraft erlöschen Befugnis und Titelführung.

Titularprofessur: Das Zürcher Gegenstück zur außerplanmäßigen Professur heißt Titularprofessur (Titularprofessorin/Titularprofessor) — und sie ist ausdrücklich befristet, kann aber verlängert werden.

Ausführlich: Was gilt in der Schweiz? ↓

Alle 16 Länder im Vergleich (Tabelle)
BundeslandNormErwerb der LehrbefugnisTitellehreErlöschenEinzelheiten
Baden-Württemberg§ 39 LHG BWauf Grund der erfolgreichen Habilitation verliehen (Abs. 3 S. 1)mindestens zwei Semesterwochenstunden im Fachgebiet (Abs. 3 S. 2)Abs. 5 S. 3 delegiert die Voraussetzungen des Widerrufs an Grundordnung oder HabilitationsordnungEinzelheiten Baden-Württemberg
BayernArt. 98 Abs. 10; Art. 70 Abs. 1 Nr. 2 i. V. m. Abs. 2 BayHIGauf Antrag bei der Universität oder Kunsthochschule (Art. 98 Abs. 10)mindestens zwei Lehrveranstaltungsstunden je Woche der Vorlesungszeit, unentgeltlich (Art. 70 Abs. 1 S. 1 Nr. 2); Lehrvergütung möglich (Art. 69 Abs. 1 S. 2 i. V. m. Art. 68 Abs. 3)Widerruf nach Art. 70 Abs. 1 S. 1 und S. 2, Abs. 2; mit ihm erlischt die BezeichnungEinzelheiten Bayern
Berlin§ 118 BerlHG„ist auf Antrag zu verleihen", wenn eine sinnvolle Ergänzung des Lehrangebots zu erwarten ist (Abs. 1 S. 2)keine landesgesetzliche SWS-Pflicht; „regelmäßige Lehrveranstaltungen", den Umfang regelt das Präsidium (§ 117 Abs. 1 S. 2 entsprechend)Wegfall der Lehrbefähigung, Lehrbefugnis an einer anderen Hochschule (Abs. 2)Einzelheiten Berlin
Brandenburg§ 62 BbgHGauf Antrag; über Inhalt und Umfang entscheidet die Präsidentin oder der Präsident (Abs. 1 S. 1 und 2)landesgesetzlich nicht mit einem festen SWS-Wert verankertAbs. 3; Fortführungsregel nach fünf Jahren in Abs. 2 S. 3Einzelheiten Brandenburg
Bremen§ 66 BremHGunmittelbar: „Habilitierte können selbstständig lehren (Lehrbefugnis)" (Abs. 2 S. 1)das BremHG nennt für die PD-Titellehre keinen konkreten SWS-WertAbs. 2 S. 3 i. V. m. § 25 Abs. 4 — Verzicht, Rücknahme und Widerruf; widerrufen werden kann auch, wenn jemand vor Vollendung des 65. Lebensjahres ohne zureichenden Grund seine Verpflichtungen nicht erfülltEinzelheiten Bremen
Hamburg§ 17 HmbHG„… auf Antrag die Lehrbefugnis als Privatdozentin oder Privatdozent; damit gewähren sie keinen Anspruch auf einen Arbeitsplatz in der Hochschule" (Abs. 2)das HmbHG nennt keinen SWS-Wert; Abs. 5 delegiert die Regelung an die HochschulsatzungenAbs. 5 S. 2 — die Entziehungstatbestände stehen in den HochschulsatzungenEinzelheiten Hamburg
Hessen§ 30 HessHGLehrbefugnis mit der Habilitation (Abs. 1 S. 3); „Auf Antrag verleiht der Fachbereich Habilitierten die Bezeichnung ‚Privatdozentin' oder ‚Privatdozent'" (Abs. 2 S. 1)das HessHG verzichtet auf eine konkrete SWS-Norm; „zur Lehre berechtigt und verpflichtet" (Abs. 2 S. 2)Verlust der Bezeichnung nach zwei Semestern ohne Lehre (Abs. 2 S. 4); Entziehung nach § 32 HessHGEinzelheiten Hessen
Mecklenburg-Vorpommern§ 72 LHG M-Vder Senat verleiht die Lehrbefugnis auf Antrag des zuständigen Fachbereichs (Abs. 1 S. 1); Ablehnung nur aus Gründen, die die Ernennung zur beamteten Professorin oder zum beamteten Professor ausschließen (S. 3)das LHG M-V nennt für die PD-Titellehre keinen festen SWS-WertAbs. 2: Widerruf, wer vor der Regelaltersgrenze ohne wichtigen Grund zwei Jahre nicht selbstständig lehrt; Erlöschen bei Lehrbefugnis an einer anderen Hochschule oder unbefristeter Ernennung zur Professur oder Juniorprofessur; bei befristeter Ernennung RuhenEinzelheiten Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen§ 9a NHGmit der Habilitation automatisch erteilt — keine separate Verleihung auf Antrag (Abs. 2 S. 1)das NHG nennt keinen SWS-Wert; Abs. 3 verlagert das Nähere an die Habilitationsordnungdas NHG enthält keine ausdrückliche Verlustnorm; die Habilitationsordnungen regeln den VerlustEinzelheiten Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen§ 68 HG NRW„auf Antrag der oder des Habilitierten entscheidet die Hochschule über die Verleihung der Befugnis" (Abs. 2 S. 2)das HG NRW selbst formuliert keine landesweite SWS-PflichtAbs. 2 S. 5 delegiert „das Nähere" auch für die Lehrbefugnis an die HochschuleEinzelheiten Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz§ 61 HochSchG RLP„wer sich an einer Universität habilitiert hat, kann an der Universität … selbstständig lehren (Lehrbefugnis)" (Abs. 1 S. 1); Bezeichnung Abs. 4 S. 1das HochSchG nennt keinen SWS-WertAbs. 2: Erlöschen bei Wegfall der Lehrbefähigung oder Lehrbefugnis an einer anderen Hochschule; Widerruf u. a., wer vor dem 67. Lebensjahr unangemessen lange nicht lehrtEinzelheiten Rheinland-Pfalz
Saarland§ 51 SHSGregelt § 51 nicht, setzt eine verliehene Lehrbefugnis voraus (Abs. 1 S. 2); die erfolgreiche Durchführung eines Habilitationsverfahrens berechtigt zur Führung der Bezeichnung (Abs. 1 S. 1)eine Semesterwochenstunde im verliehenen Fachgebiet (Abs. 1 S. 2), Anrechnung nach S. 3§ 51 SHSG enthält keine eigene WiderrufsnormEinzelheiten Saarland
Sachsen§ 42 SächsHSGmit der Habilitation wird die Lehrbefugnis zuerkannt (Abs. 3) — automatisch; die Bezeichnung verleiht der Fakultätsrat auf Antrag (Abs. 4 S. 1)mindestens zwei Semesterwochenstunden (Abs. 4 S. 1)das SächsHSG enthält in § 42 Abs. 4 nicht ausdrücklich VerlustnormenEinzelheiten Sachsen
Sachsen-Anhalt§ 48 HSG LSAvon Gesetzes wegen an der Universität, an der sie habilitiert wurden oder Juniorprofessorin bzw. Juniorprofessor waren (Abs. 1 S. 1)Abs. 2 S. 3 verlagert die konkrete Festsetzung der Lehrverpflichtung an den FachbereichsratAbs. 2 zählt die Erlöschensgründe auf; Widerruf bei fehlendem Nachweis der Lehrverpflichtung (Abs. 2 S. 4)Einzelheiten Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein§ 65 HSG SHauf Antrag erteilt die Präsidentin oder der Präsident die Lehrbefugnis, mit Zustimmung des Fachbereichs (Abs. 4 S. 1)das HSG SH nennt für die PD-Lehrpflicht keinen konkreten SWS-Wert; „zur Lehre berechtigt und verpflichtet" (S. 3)Widerruf nach S. 7 i. V. m. Abs. 1 S. 4 — das Nähere regelt die HochschulsatzungEinzelheiten Schleswig-Holstein
Thüringen§ 62 ThürHGKann-Erteilung (Abs. 5 S. 1), Soll-Erteilung bei Bereicherung des Lehrangebots (S. 2); Entscheidungsorgan ist die Selbstverwaltungseinheit (Fakultätsrat) auf Antrag (S. 3)das ThürHG nennt für die PD-Titellehre keinen festen SWS-WertAbs. 5 S. 4 verweist auf die Habilitationsordnung; Weiterführung der apl.-Bezeichnung Abs. 6 S. 3Einzelheiten Thüringen
Modelltypen der Länder im Überblick

Welche Modelltypen gibt es?

Die Spannweite lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Sie reicht von Ländern, in denen die Lehrbefugnis unmittelbar mit der Habilitation entsteht, bis zu Ländern, in denen sie eigens beantragt und geprüft werden muss — und von einer im Gesetz festgeschriebenen Mindeststundenzahl bis zu Ländern, die diese Frage vollständig den Hochschulen überlassen.

Die Länder unterscheiden sich vor allem in zwei Punkten: ob die Lehrbefugnis mit der Habilitation von selbst entsteht oder erst auf Antrag verliehen wird, und ob der Umfang der Titellehre im Gesetz oder in der Satzung der Hochschule steht.

Erste Frage: Entsteht die Lehrbefugnis mit der Habilitation oder erst auf Antrag? Bremen steht für das erste Modell: „Habilitierte können selbstständig lehren (Lehrbefugnis)." Ein eigener Verleihungsakt ist dort nicht vorgesehen. Nordrhein-Westfalen, Bayern und Brandenburg stehen für das zweite: Die Habilitation bringt die Lehrbefähigung, die Lehrbefugnis kommt auf Antrag und durch Entscheidung der Hochschule hinzu. Sachsen geht einen dritten Weg: Die Lehrbefugnis entsteht mit der Habilitation, die Bezeichnung „Privatdozentin" oder „Privatdozent" verleiht der Fakultätsrat erst auf Antrag und gegen die Zusage von mindestens zwei Semesterwochenstunden. Wer im Antragsmodell habilitiert und den zweiten Schritt versäumt, darf die Bezeichnung nicht führen — das ist der praktisch folgenreichste Unterschied im ganzen Feld.

Zweite Frage: Steht die Titellehre im Gesetz oder in der Satzung? Sachsen bindet die Verleihung an eine Selbstverpflichtung von mindestens zwei Semesterwochenstunden. Bayern verankert die Titellehre im Widerrufsparagrafen. Nordrhein-Westfalen überlässt „das Nähere" der Hochschule. Für die Planung heißt das: Im ersten Fall kennen Sie Ihre Pflicht, bevor Sie den Antrag stellen; im dritten Fall erfahren Sie sie erst aus der Habilitationsordnung Ihrer Fakultät.

Hinzu kommen Einzelregelungen, die nur ein Land kennt — etwa Brandenburgs Fünf-Jahres-Regel für das Weiterführen der Bezeichnung oder Bayerns Verbot, „habil." und „PD" gleichzeitig zu führen. Solche Eigenheiten sind kein eigener Modelltyp, sondern der Grund, warum der Länderblock des eigenen Landes in der Länderkarte unverzichtbar bleibt.

Was gilt für Privatdozenten in Österreich und der Schweiz?

Auch in Österreich und der Schweiz bezeichnet Privatdozent eine akademische Stellung mit Lehrbefugnis. Die Voraussetzungen richten sich nach den dortigen Hochschulregeln.

Wie wird man Privatdozent in Österreich?

Durch die Verleihung der Lehrbefugnis im Habilitationsverfahren. Die österreichische venia docendi berechtigt zur Lehre im verliehenen Fach. Sie begründet kein Arbeitsverhältnis und verändert ein bestehendes Arbeitsverhältnis nicht.

Was bedeutet Privatdozent in der Schweiz?

Der Titel steht für die entsprechende wissenschaftliche Qualifikation und Lehrbefugnis nach den Regeln der jeweiligen Universität. An der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich wird der PD-Titel seit August 2017 auf Dauer verliehen und nicht mehr an die Lehre geknüpft. Für eine spätere Titularprofessur werden weitere Forschungs- und Lehrleistungen verlangt. Andere Universitäten können abweichende Regeln haben.

Häufige Fragen zur Privatdozentur

Was bedeutet die Abkürzung PD?

PD steht für Privatdozent beziehungsweise Privatdozentin. Die weitere Abkürzung Priv.-Doz. bedeutet dasselbe. In „PD Dr.“ steht der Privatdozententitel vor dem Doktorgrad.

Was bedeutet PD Dr. med. beim Arzt?

PD Dr. med. verbindet den medizinischen Doktorgrad mit dem Privatdozentenstatus. PD steht für die zusätzliche wissenschaftliche Qualifikation und Lehrbefugnis, nicht für einen Facharztstatus oder eine bestimmte Klinikposition.

Ist ein Privatdozent ein Professor?

Nein. Der PD-Status allein verleiht keine Professorenbezeichnung. Dafür kommt etwa eine Berufung oder eine außerplanmäßige Professur infrage.

Bekommt ein Privatdozent Gehalt?

Für eine bezahlte Tätigkeit ja, für den PD-Titel allein nicht. Die Vergütung richtet sich nach der jeweiligen Stelle, beispielsweise wissenschaftlicher Mitarbeit oder ärztlicher Tätigkeit.

Kann man ohne Habilitation Privatdozent werden?

Ja, bestimmte Landesregelungen eröffnen andere Zugänge. In Bayern können beispielsweise an der betreffenden Hochschule bewährte Juniorprofessoren und Nachwuchsgruppenleiter die Lehrbefugnis erhalten. Die Voraussetzungen prüft die Hochschule.

Wie lange dauert es, Privatdozent zu werden?

Nach der Promotion sind mehrere Jahre für die weitere Qualifikation einzuplanen. Den Zeitbedarf bestimmen vor allem Forschung, Publikationen und erforderliche Lehre. Die formale Verfahrensdauer allein beschreibt nicht den gesamten Weg.

Kann die Lehrbefugnis wieder erlöschen?

Ja, beispielsweise wenn vorgeschriebene Lehre ohne anerkannten Grund ausbleibt. Welche Ausnahmen und Befreiungen möglich sind, regeln Land und Hochschule.

Was ist der Unterschied zwischen Privatdozent und apl. Professor?

Ein apl. Professor darf die Professorenbezeichnung führen; der PD-Status allein erlaubt das nicht. Beide Bezeichnungen begründen für sich keine Professorenstelle.

Wie ist die richtige Anrede für einen Privatdozenten?

Mit „Sehr geehrter Herr Dr. …“ oder „Sehr geehrte Frau Dr. …“ ist eine übliche Anrede möglich. Die vollständige Bezeichnung „PD Dr.“ kann in der Anschrift stehen. Ein mitgeteilter persönlicher Anredewunsch geht vor.

Kann man Privatdozent ohne Stelle sein?

Ja. Der PD-Status begründet keinen Arbeitsvertrag. Er kann auch ohne Anstellung an der Hochschule bestehen; die geltenden Lehrpflichten bleiben zu beachten.

Darf man PD und Dr. habil. gleichzeitig führen?

Das hängt von den geltenden Landes- und Hochschulregeln ab. Bayern schließt beispielsweise die gleichzeitige Führung von „habil.“ und der Bezeichnung Privatdozent aus. Prüfen Sie die zulässige Schreibweise anhand Ihrer Verleihung und der Hochschulregelung.

Quellen und Vertiefungen

Weitere Landes- und Hochschulquellen stehen bei der jeweiligen Regelung in der Länderübersicht; die Tarifquellen sind unter der Gehaltstabelle verlinkt.

Quellen der Länderübersicht