Archivar werden: Welcher Ausbildungsweg passt zu Ihnen?

Archivare entscheiden, welche Unterlagen dauerhaft erhalten bleiben, erschließen sie und machen sie für Forschung und Öffentlichkeit nutzbar – Urkunden ebenso wie digitale Akten. In den Beruf führen drei Wege: die Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, ein Archivstudium und das Referendariat für den höheren Dienst. Eine Promotion schreibt der Bund dafür nicht vor; einzelne Länder erwarten sie. Hier vergleichen Sie die Wege, das Gehalt und den Einstieg an Universitätsarchiven.

Von Aktualisiert: 5. Oktober 2026 · Quellenstand 10/2026
Stellen in Bibliothek und Archiv (36)Zum Inhalt
Zwei Fachleute sichten Unterlagen und Mappen an einem Arbeitstisch im Lesesaal

Drei Wege in den Beruf

  • Ausbildung: Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv – drei Jahre dual, ohne Studium.
  • Studium: Archivstudium oder Vorbereitungsdienst im gehobenen Dienst führen zur fachlichen Verantwortung.
  • Referendariat: Mit Master in den zweijährigen Vorbereitungsdienst für den höheren Archivdienst, Fachstudien meist an der Archivschule Marburg.

Für die Bewerbung klären

  • Wer einstellt: Die Archivverwaltungen von Bund und Ländern, nicht die Archivschule – Termine früh prüfen.
  • Gehalt: Tarifstelle, Beamtenlaufbahn und Anwärterbezüge sind getrennte Systeme.
  • Universitätsarchiv: Kleine Teams, breite Aufgaben von der Aktenübernahme bis zur digitalen Langzeitarchivierung.

Stellen in Bibliothek und Archiv (36)

Inhalt

Was macht ein Archivar?

Ein Archivar entscheidet, welche Unterlagen einer Behörde, Hochschule oder anderen Stelle auf Dauer erhalten bleiben, und sorgt dafür, dass man sie später findet und nutzen darf.

Archive sammeln nicht, was ihnen angeboten wird, sondern wählen aus. Das Archivgesetz Nordrhein-Westfalen fasst die Aufgabe so zusammen: Archivierung heißt, Unterlagen „zu erfassen, zu bewerten, zu übernehmen“ und das Archivgut zu verwahren, zu erhalten, zu erschließen und „für die Nutzung bereitzustellen“ (§ 2 Abs. 7 ArchivG NRW). Über die Archivwürdigkeit entscheidet das zuständige Archiv nach fachlichen Kriterien und ist dabei an Weisungen nicht gebunden (§ 2 Abs. 6). Diese Unabhängigkeit ist der Kern des Berufs: Sie bewerten, was für Forschung, Rechtsprechung und politische Bildung von bleibendem Wert ist – und was nicht.

Der Alltag folgt dem Weg der Unterlagen:

  • Übernehmen und bewerten: Sie beraten Behörden und Hochschulverwaltungen, wie Akten geführt und abgegeben werden, und entscheiden, welche davon ins Archiv kommen. Das Bundesarchiv nennt die Behördenberatung ausdrücklich als eigenes Arbeitsfeld, besonders bei elektronischer Aktenführung.
  • Erschließen: Jede Akte bekommt eine Signatur, einen Platz in der Bestandsstruktur und einen aussagekräftigen Titel. Erst dann lässt sie sich in Online-Findmitteln recherchieren.
  • Erhalten: Papier braucht Klima, Verpackung und manchmal Restaurierung; digitale Unterlagen brauchen Formate und Systeme, die sie über Jahrzehnte lesbar halten.
  • Nutzbar machen: Sie beantworten Anfragen, betreuen den Lesesaal und achten auf Schutzfristen, Datenschutz und Urheberrecht.

Die Ausbildungsordnung für Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste beschreibt die Fachrichtung Archiv mit genau diesen Bausteinen: Übernahme von Schriftgut und anderen Informationsträgern, Erschließung, technische Bearbeitung und Aufbewahrung, Informationsvermittlung und Benutzungsdienst (§ 3 Abs. 2 Nr. 1 MedInfoFAngAusbV).

Digitale Archivierung ist Alltag, kein Sonderthema

Wer an Archivare und alte Urkunden denkt, unterschätzt den digitalen Teil. Die Fachstudien an der Archivschule Marburg umfassen beim gehobenen wie beim höheren Dienst digitale Archivierung und archivische Fachanwendungen. Die Stellen zeigen dasselbe Bild: Das Hessische Landesarchiv sucht im Oktober 2026 einen Archivrat für das Team Fachverfahren, der die Ingest-Module der digitalen Archivierung (DIMAG) und das Archivinformationssystem Arcinsys fachlich weiterentwickelt. Die Freie Universität Berlin schreibt eine Archivarsstelle aus, die Videos digitalisieren lässt, sie im Archivfachinformationssystem erschließt und ihre digitale Langzeitarchivierung organisiert.

Unsere Einordnung: Wer Geschichte liebt, aber mit Datenbanken, Metadaten und Dateiformaten fremdelt, wird es im Archiv schwerer haben als vor zwanzig Jahren. Umgekehrt ist digitale Erfahrung heute ein echter Vorsprung in der Bewerbung – auch für Historikerinnen und Historiker.

Wer macht was? Die drei Ebenen im Archiv

Im öffentlichen Dienst arbeiten Fachangestellte, Archivarinnen und Archivare des gehobenen und des höheren Dienstes nebeneinander. Die Aufgaben überschneiden sich, die Verantwortung steigt:

EbeneTypische Aufgaben laut QuelleQuelle
Fachangestellte, Fachrichtung ArchivÜbernahme, Erschließung, technische Bearbeitung und Aufbewahrung, Benutzungsdienst§ 3 Abs. 2 MedInfoFAngAusbV
Gehobener ArchivdienstZusammenarbeit mit abgebenden Behörden, Bewertung und Erschließung, Beratung von Nutzern, Publikation und PräsentationArchivschule Marburg, praktische Ausbildung
Höherer ArchivdienstArchivmanagement und Personalführung, Behördenberatung, Bewertung, Erschließung, Benutzerbetreuung, BestandserhaltungBundesarchiv: „die fachlichen Führungskräfte“

Ausbildung, Studium oder Referendariat: die Wege im Vergleich

Welcher Weg passt, entscheidet Ihr Abschluss: Ausbildung ohne Studium, duales Studium oder Bachelor mit Abitur, Referendariat mit Master.

Die Archivschule Marburg unterscheidet zwei Arten, Archivarin oder Archivar zu werden: das „freie“ Studium an der Fachhochschule Potsdam und die verwaltungsinterne Ausbildung. Verwaltungsintern heißt: Ein Archiv von Bund, Land oder Kommune stellt Sie als Beamtin oder Beamten auf Widerruf ein, Sie bekommen Anwärterbezüge, und die Fachstudien finden an der Archivschule statt. Dazu kommt die duale Berufsausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste. Die Tabelle zeigt die vier Wege am Beispiel des Bundes und der Fachhochschule Potsdam.

WegZugangDauer und OrtBezahlungZiel
Ausbildung FaMI, Fachrichtung ArchivVerordnung schreibt keinen Abschluss vor; Bundesarchiv verlangt mittleren Schulabschluss, Deutsch und Geschichte mindestens befriedigenddrei Jahre (§ 2 MedInfoFAngAusbV), Archiv und BerufsschuleAusbildungsentgelt nach TVAöD oder TVA-LTarifbeschäftigung, Eingruppierung nach Tätigkeit
Gehobener Dienst (duales Studium)Hochschulreife (Archivschule); Bund: Englisch B1, Grundkenntnisse Latein oder Französisch (§ 5 GArchDVDV)drei Jahre (§ 12 GArchDVDV): Praktika im Archiv, Hochschule Mayen, 18 Monate Archivschule MarburgAnwärterbezügeBeamtenlaufbahn, Eingangsamt A 9 (§ 23 BBesG)
Bachelor Archiv (FH Potsdam)Hochschulzugang, zulassungsfreisieben Semester, 210 Leistungspunkte, zwei Pflichtpraktika (6 und 20 Wochen)keine, reguläres StudiumTarifstellen in Archiven, Unternehmen, Hochschulen
Höherer Dienst (Referendariat)Master oder gleichwertiger Abschluss; Bund: Englisch B2, Französisch A2, Grundkenntnisse Latein (§ 5 HArchDVDV)zwei Jahre (§ 10 HArchDVDV): 8 Monate Archiv, 12 Monate Fachstudien Marburg, Transfer- und PrüfungsphaseAnwärterbezügeBeamtenlaufbahn, Eingangsamt A 13 (§ 23 BBesG)

Die Ausbildung zum FaMI: der Einstieg ohne Studium

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste lernen drei Jahre lang im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Die Verordnung kennt fünf Fachrichtungen; im Archiv wählen Sie die Fachrichtung Archiv (§ 1 Abs. 2 MedInfoFAngAusbV). Das Bundesarchiv bildet zum 1. September 2027 an mehreren Standorten aus, unter anderem in Berlin-Lichterfelde, Berlin-Tegel, Koblenz und Schwerin; bei sehr guten Leistungen lässt sich die Ausbildung auf zweieinhalb Jahre verkürzen. Die Verordnung stammt von 1998. Für den Beruf läuft beim Bundesinstitut für Berufsbildung ein Neuordnungsverfahren, das die Fachrichtungen neu ordnen soll; bis eine neue Verordnung in Kraft tritt, gilt die bisherige.

Gehobener Dienst: das duale Studium in der Verwaltung

Der gehobene Archivdienst ist ein dreijähriger Vorbereitungsdienst mit Studienanteilen. Beim Bund wechseln sich Praktika etwa im Bundesarchiv oder im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz mit drei Monaten an der Hochschule Mayen und 18 Monaten Fachstudium an der Archivschule Marburg ab (§ 12 GArchDVDV). Ein Hochschulstudium setzt die Bundesverordnung nicht voraus; die Archivschule nennt das Abitur oder Fachabitur als Mindestvoraussetzung. Die Länder regeln den Vorbereitungsdienst in eigenen Ordnungen mit derselben Grundform; Hessen etwa ebenfalls drei Jahre mit 18 Monaten in Marburg (§ 6 APOgDArch).

Bachelor Archiv: studieren ohne Beamtenlaufbahn

Wer nicht verbeamtet ausgebildet werden möchte oder keinen Platz im Vorbereitungsdienst bekommt, kann Archiv an der Fachhochschule Potsdam studieren: sieben Semester, Abschluss Bachelor of Arts, ohne Zulassungsbeschränkung. Zum Studium gehören ein sechswöchiges Praktikum nach dem zweiten Semester und ein 20-wöchiges Praktikum im fünften Semester. Für Berufstätige bietet die Hochschule einen berufsbegleitenden Master Archivwissenschaft über sechs Semester an. Der Bachelor führt nicht automatisch in eine Beamtenlaufbahn, öffnet aber Tarifstellen, die einen Hochschulabschluss in einer archivbezogenen Fachrichtung verlangen.

Höherer Dienst: Referendariat nach dem Master

Für den höheren Dienst bewerben Sie sich nach dem Master um ein zweijähriges Referendariat. Beim Bund verlangt die Verordnung einen Mastergrad oder gleichwertigen Abschluss in Geschichts-, Rechts-, Sozial- oder Verwaltungswissenschaften oder einem anderen geeigneten Studium (§ 5 HArchDVDV); der Vorbereitungsdienst dauert zwei Jahre (§ 10). Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Bremen schicken ihre Referendarinnen und Referendare ebenfalls zu zwölf Monaten Fachstudien nach Marburg. Bayern unterhält eine eigene Bayerische Archivschule für den höheren Dienst und bildet den gehobenen Dienst am Fachbereich Archiv- und Bibliothekswesen seiner Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege aus (§ 9 Abs. 1 FachV-Arch). Die Fundstellen aller Länder stehen in unserer Länderübersicht zu Bibliothek und Archiv.

Unsere Einordnung: Der Vorbereitungsdienst ist der sicherste Weg in eine Laufbahn, aber auch der engste – die Plätze sind auf den Bedarf der Archive zugeschnitten. Wer Archiv sicher als Beruf will, sollte sich deshalb nicht nur auf einen Weg festlegen: Bewerben Sie sich parallel bei mehreren Archivverwaltungen und halten Sie sich den Bachelor oder Tarifstellen offen.

Archivar-Gehalt: Tarifstelle oder Beamtenlaufbahn?

Was Sie verdienen, hängt davon ab, ob Sie als Tarifbeschäftigte nach Entgeltgruppe, als Beamtin nach Besoldungsgruppe oder im Vorbereitungsdienst nach Anwärterbezügen bezahlt werden.

Diese drei Systeme folgen eigenen Regeln. Ein Abschluss allein legt weder eine Entgeltgruppe noch eine Verbeamtung fest; entscheidend ist, was in der Ausschreibung steht und welche Tätigkeit Sie tatsächlich ausüben.

Tarifstellen nach TV-L

Für Archive gibt es im Tarifvertrag der Länder keine eigenen Tätigkeitsmerkmale. Die Entgeltordnung verweist für „Beschäftigte in Archiven, Bibliotheken, Büchereien und Museen“ auf die allgemeinen Merkmale: „Es findet Teil I Anwendung“ (Anlage A TV-L, Teil II Abschnitt 1). Drei Merkmale sind für Archive besonders wichtig:

EntgeltgruppeMerkmal (Teil I)Stufe 1Stufe 2
E 5abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens drei Jahren und entsprechende Tätigkeit (Fallgruppe 2)3.073,97 €3.301,87 €
E 9babgeschlossene Hochschulbildung und entsprechende Tätigkeit (Fallgruppe 3)3.620,10 €3.870,81 €
E 13abgeschlossene wissenschaftliche Hochschulbildung und entsprechende Tätigkeit4.759,37 €5.106,09 €

Monatliches Tabellenentgelt in Vollzeit nach TdL, Allgemeine Entgelttabelle (Anlage B zum TV-L), gültig vom 1. April 2026 bis 28. Februar 2027. Welche Stufe Sie beim Einstieg erreichen, hängt von einschlägiger Berufserfahrung ab (Erfahrungsstufen im TV-L). Netto rechnen: E 9b im Gehaltsrechner, E 13 im Gehaltsrechner.

Ein Beispiel aus einer Hochschule: Die Freie Universität Berlin schreibt am 4. Oktober 2026 eine Archivarsstelle im Universitätsarchiv nach Entgeltgruppe 9b ihres eigenen Tarifvertrags (TV-L FU) aus und verlangt einen Bachelor in einer tätigkeitsbezogenen Fachrichtung wie Archiv oder vergleichbare Kenntnisse und Erfahrungen. Die Stelle ist als Drittmittelprojekt bis Ende 2027 befristet.

Unsere Einordnung: Ein Master macht noch keine E-13-Stelle. Das Merkmal verlangt eine wissenschaftliche Hochschulbildung und eine entsprechende Tätigkeit. Bewerben Sie sich mit Master auf eine Stelle, die als E 9b ausgeschrieben ist, bleibt es bei E 9b – prüfen Sie die Entgeltgruppe vor der Bewerbung, nicht danach.

Beamtenlaufbahn: A 9 und A 13 als Einstieg

Nach dem Vorbereitungsdienst beginnen Beamtinnen und Beamte des Bundes im gehobenen Dienst in Besoldungsgruppe A 9, im höheren Dienst in A 13 (§ 23 Abs. 1 BBesG). Die Länder bezahlen nach eigenen Besoldungsgesetzen; das Hessische Landesarchiv schreibt im Oktober 2026 eine unbefristete Stelle als Archivrätin oder Archivrat nach A 13 HBesG aus. Die Beträge je Land zeigt der Besoldungsrechner für A 13. Was eine Verbeamtung auf Lebenszeit bedeutet, erklärt Beamte auf Lebenszeit; für die Krankenversicherung gilt die Beihilfe.

Vorbereitungsdienst: Anwärterbezüge statt Studiengebühren

Im Vorbereitungsdienst sind Sie Beamtin oder Beamter auf Widerruf (§ 4 Abs. 4 BeamtStG) und bekommen Anwärterbezüge. Wie hoch sie sind, regelt der jeweilige Dienstherr. Zwei aktuelle Angaben aus erster Hand:

  • Bundesarchiv, höherer Dienst: Eine ledige Referendarin in Steuerklasse I bekommt nach Angabe des Bundesarchivs monatlich rund 2.420 Euro netto (Stand 30. Juli 2026).
  • Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, höherer Dienst: Die Ausschreibung für das Referendariat ab 1. Mai 2027 nennt Anwärterbezüge von derzeit 1.615,68 Euro brutto im Monat.

Der Unterschied zeigt, warum Sie die Bezüge in jeder Ausschreibung einzeln prüfen sollten: Bund und Länder zahlen unterschiedlich, und beim Umzug zwischen Ausbildungsorten kommen Kosten dazu, die der Bund über Umzugskosten oder Trennungsgeld abfedert.

Ausbildungsentgelt als FaMI

Auszubildende im öffentlichen Dienst bekommen ein tarifliches Ausbildungsentgelt. Beim Bund gilt der TVAöD, an Landeseinrichtungen und den meisten Hochschulen der TVA-L BBiG:

Tarifvertrag1. Jahr2. Jahr3. Jahrgültig
TVAöD (Bund)1.368,26 €1.418,20 €1.464,02 €ab 1. Mai 2026
TVA-L BBiG (Länder)1.296,82 €1.350,96 €1.400,61 €1. April 2026 bis 28. Februar 2027

Archivar nach dem Geschichtsstudium: Wie gelingt der Einstieg?

Mit einem Master in Geschichte stehen Ihnen zwei Türen offen: das Referendariat für den höheren Dienst und – ohne Laufbahn – Projekt- und Tarifstellen in Archiven.

Geschichte ist das klassische Fach, aber nicht das einzige. Der Bund lässt auch Rechts-, Sozial- und Verwaltungswissenschaften sowie andere geeignete Studiengänge zu (§ 5 HArchDVDV), Niedersachsen nennt „Geschichtswissenschaft oder eine andere Geistes- oder Sozialwissenschaft“. Entscheidend ist, was Sie neben dem Abschluss mitbringen.

Brauche ich eine Promotion?

Für das Referendariat des Bundes nicht: Die Verordnung verlangt den Master, und das Bundesarchiv schreibt, eine Promotion sei „von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich“. Die Länder setzen eigene Akzente, und die Archivschule Marburg fasst zusammen, dass für den höheren Dienst „meist eine Promotion gewünscht“ wird:

DienstherrWas zur Promotion verlangt wirdFundstelle
Bundnicht vorgeschrieben; von Vorteil§ 5 HArchDVDV; Bundesarchiv, FAQ
NiedersachsenPromotion über ein geschichtswissenschaftliches Thema erwünschtAusschreibung NLA, Referendariat 2027
Nordrhein-WestfalenNachweis, zu selbständiger geschichtswissenschaftlicher Arbeit besonders befähigt zu sein – insbesondere durch Promotion, sonst durch geeignete Veröffentlichungen§ 2 Abs. 2 Nr. 3 VAP ArchD; Ausschreibung LAV NRW
BayernPromotion soll nachgewiesen werden, möglichst mit einer Arbeit aus archivalischen Quellen zur deutschen, insbesondere bayerischen Geschichte§ 40 Abs. 1 Satz 4 FachV-Arch

Unsere Einordnung: Wenn Sie nach dem Master ohnehin promovieren wollten, lohnt sich ein Thema mit archivalischen Quellen doppelt – es erfüllt die Erwartung mehrerer Länder und zeigt, dass Sie mit Archivgut arbeiten können. Eine Promotion nur für das Referendariat zu beginnen, empfehlen wir nicht: Beim Bund ist sie keine Bedingung, und mehrere zusätzliche Jahre sind ein hoher Preis für einen Vorteil im Auswahlverfahren.

Latein, Französisch und Praktikum

Sprachkenntnisse sind Einstellungsvoraussetzung, nicht Kür. Der Bund verlangt für den höheren Dienst Englisch auf Niveau B2, Französisch oder eine andere moderne Fremdsprache auf A2 und Grundkenntnisse in Latein; Kenntnisse in anderen Sprachen können diese Vorgaben nicht ersetzen. Bayern verlangt das Latinum und Französisch auf Niveau B1. Für den Nachweis genügt beim Bund das Schulzeugnis oder die Bestätigung eines Sprachkurses. Ein Archivpraktikum ist beim Bund keine formale Voraussetzung, wird aber ausdrücklich empfohlen; Nordrhein-Westfalen verlangt für das Referendariat mindestens vier Wochen Praktikum in einem Archiv. Niedersachsen und Hessen setzen für Laufbahnbewerber eine Altersgrenze von 40 Jahren.

Was Sie schon im Studium tun können

Die Ordnungen verraten, worauf Auswahlkommissionen achten. Bayern erwartet, dass sich Geschichtsstudierende mit den historischen Hilfswissenschaften beschäftigt haben, „insbesondere der Schriftkunde und Urkundenlehre“, belegt durch Übungen oder Mitarbeit in Hochschulinstituten (§ 40 Abs. 1 Satz 2 und 3 FachV-Arch). Nordrhein-Westfalen verlangt Kenntnisse der historischen Grundwissenschaften und gute allgemeine Kenntnisse in Informationstechnik. Daraus ergibt sich eine einfache Liste:

  • Belegen Sie Übungen in Paläografie, Urkundenlehre oder Aktenkunde und lassen Sie sich die Teilnahme bescheinigen.
  • Arbeiten Sie als Hilfskraft oder Praktikantin in einem Archiv mit, und zwar über die eigene Recherche hinaus: Das Bundesarchiv unterscheidet ausdrücklich zwischen Archivnutzung und Tätigkeit im Archiv.
  • Schreiben Sie Ihre Abschlussarbeit mit ungedruckten Quellen aus einem Archiv.
  • Frischen Sie Latein und Französisch rechtzeitig auf; ein Kursnachweis genügt beim Bund.
  • Lernen Sie ein Archivinformationssystem oder eine Datenbank für Erschließung kennen – Ausschreibungen nennen solche Systeme beim Namen, etwa CMI AIS an der FU Berlin oder Arcinsys in Hessen.

Welcher Weg passt zu Ihrem Abschluss?

Ihr StandRealistischer nächster SchrittWorauf es ankommt
Bachelor Geschichtegehobener Dienst (Bewerbung mit Abitur möglich) oder Master anschließenLatein oder Französisch, Praktikum im Archiv
Master GeschichteReferendariat bei Bund oder Land, parallel Tarif- und ProjektstellenSprachnachweise, Praktikum, Ausschreibungstermine
Master Jura, Verwaltung, SozialwissenschaftenReferendariat beim Bund; Länder nach ihrer Ordnungob das Land Ihr Fach als geeignet anerkennt
Promotion mit ArchivquellenReferendariat bei Bund und Ländern; erfüllt auch die Erwartungen in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-WestfalenAltersgrenze, Sprachen
Master Informatik oder InformationswissenschaftTarifstellen in digitaler Archivierung; Referendariat, wenn das Studium als geeignet giltErfahrung mit Archivsystemen und Metadaten

Was ist an Universitätsarchiven besonders?

Universitätsarchive sichern die Unterlagen ihrer eigenen Hochschule und arbeiten meist in kleinen Teams, die vom Magazin bis zur Öffentlichkeitsarbeit alles selbst übernehmen.

Rechtlich regeln die Hochschulen ihre Archivierung in vielen Ländern selbst. In Nordrhein-Westfalen steht das seit dem 4. August 2026 ausdrücklich im Gesetz: Hochschulen und Kunsthochschulen regeln die Archivierung der bei ihnen entstandenen Unterlagen „in eigener Zuständigkeit in eigenen, gemeinschaftlich getragenen oder fachlich geleiteten anderen Archiven“; nur wenn das nicht gesichert ist, gehen die Unterlagen an das Landesarchiv (§ 11 Abs. 1 und 3 ArchivG NRW). Die Landesarchivgesetze der übrigen Länder enthalten eigene Regelungen.

Wie ein solches Archiv aussieht, zeigt das Universitätsarchiv der Freien Universität Berlin: rund 7.500 laufende Regalmeter Überlieferung zur Universitätsgeschichte und zur Studentenbewegung von 1968, betreut von sechs Beschäftigten, zwei Hilfskräften und einer Auszubildenden. Die aktuelle Projektstelle dort umfasst die Digitalisierung von Videos durch einen Dienstleister, die Erschließung nach archivwissenschaftlichen Kriterien, Recherchen zur Universitätsgeschichte, die Klärung von Urheber- und Datenschutzrechten, die digitale Langzeitarchivierung und die Veröffentlichung der Digitalisate.

MerkmalStaatsarchiv (Bund, Land)Universitätsarchiv
Unterlagen vonMinisterien, Behörden, GerichtenHochschulleitung, Verwaltung, Fakultäten, Gremien, Studierendenschaft
Teammehrere Abteilungen und Standorte, spezialisierte Referatewenige Beschäftigte, breite Zuständigkeit
Ausbildungbilden Anwärter, Referendare und FaMI austeils FaMI-Ausbildung (FU Berlin: eine Auszubildende)
StellenformBeamtenstellen und TarifstellenTarifstellen, auch befristete Projektstellen (FU Berlin: Drittmittel bis 2027)

An der Hochschule arbeiten Sie eng mit Verwaltung, Bibliothek, IT und Forschung zusammen; die FU-Stelle etwa ist bei der Universitätsbibliothek angesiedelt und arbeitet mit der Arbeitsstelle Universitätsgeschichte. In einem kleinen Team bleibt wenig Raum für Spezialisierung: Wer im Universitätsarchiv arbeitet, macht von der Übernahme bis zur Öffentlichkeitsarbeit vieles selbst.

Für Hochschulen: Archivstellen so ausschreiben, dass die Richtigen sich bewerben

Wer ein Hochschularchiv aufbaut oder eine Stelle neu besetzt, konkurriert mit Staats- und Kommunalarchiven um dieselben Fachleute. Drei Angaben entscheiden, ob sich die passenden Personen angesprochen fühlen:

  • Qualifikation klar benennen: Bachelor in Archiv oder vergleichbare Erfahrung, Laufbahnbefähigung für den gehobenen oder höheren Archivdienst – oder ausdrücklich beides als Alternative.
  • Entgeltgruppe und Laufzeit nennen: Die FU-Ausschreibung zeigt beides in der Kopfzeile, samt Hinweis auf die Drittmittelfinanzierung.
  • Systeme und Bestände beschreiben: Archivfachinformationssystem, Umfang der Überlieferung, digitale Langzeitarchivierung. Fachleute erkennen daran, was sie erwartet.

Ausschreibungen für Ausbildungsplätze und Archivstellen sammelt die Archivschule Marburg in ihrem Stellenmarkt; bei uns erscheinen sie in der Stellensuche unter Bibliothek, Archiv und Informationsdienste.

Unsere Einordnung: Ein Universitätsarchiv ist ideal, wenn Sie Wissenschaftsgeschichte reizt und Sie gern breit arbeiten. Rechnen Sie aber damit, dass Projektstellen an Drittmittel gebunden sind – fragen Sie vor der Zusage, wie das Archiv dauerhaft ausgestattet ist und ob es eine Anschlussperspektive gibt.

Archivar oder Bibliothekar: Wo liegt der Unterschied?

Archive übernehmen Unterlagen, die bei einer Stelle entstanden sind; Bibliotheken erwerben veröffentlichte Medien.

Die Ausbildungsordnung macht den Unterschied gleich im ersten Arbeitsschritt sichtbar: In der Fachrichtung Archiv steht am Anfang die „Übernahme von Schriftgut und anderen Informationsträgern“, in der Fachrichtung Bibliothek die „Erwerbung“ (§ 3 Abs. 2 MedInfoFAngAusbV). Daraus folgen andere Fragen: Die Bibliothekarin fragt, welches Buch die Nutzer brauchen; der Archivar fragt, welche Akte einer Behörde in hundert Jahren noch etwas erklärt. Archivgut gibt es in der Regel nur einmal; was nicht übernommen wird, lässt sich später nicht nachkaufen.

MerkmalArchivBibliothek
Bestand entsteht durchÜbernahme von Schriftgut und anderen InformationsträgernErwerbung
KernentscheidungWas ist archivwürdig?Was wird angeschafft und wie lange bereitgehalten?
ErschließungSignatur, Einordnung in die Überlieferungsstruktur, TitelErschließung und Bearbeitung von Medien, Bestandspflege
ZugangBenutzungsdienst im Lesesaal, Schutzfristen, DatenschutzBenutzungsdienst und Informationsvermittlung
Höherer DienstReferendariat, Fachstudien in Marburg oder an der Bayerischen ArchivschuleBibliotheksreferendariat, Theorie etwa an der Humboldt-Universität oder der Bibliotheksakademie Bayern
Tarifgemeinsam: TV-L Teil II Abschnitt 1, es gilt Teil I

Beide Berufe teilen Ausbildungsberuf und Tarifregeln, deshalb sind Wechsel möglich, gerade auf Fachangestellten- und Bachelorebene. Wie der Weg in die Bibliothek aussieht, erklärt der Artikel Bibliothekar werden.

Bewerbung, Stellenangebote und Entwicklung

Bewerben Sie sich bei der Stelle, die ausbildet oder einstellt – beim Bundesarchiv, einem Landesarchiv oder einer Hochschule –, nicht bei der Archivschule.

Die Archivschule Marburg unterrichtet; Bewerbungen richten Sie nach ihrem Hinweis an die in den Ausschreibungen genannten Ausbildungsverwaltungen, deren Anzeigen sie in ihrem Stellenmarkt sammelt. Das Bundesarchiv veröffentlicht seine Referendariate immer auf interamt.de und bildet nach eigenem Bedarf aus; Initiativbewerbungen hält es nicht für sinnvoll, weil jede Stelle über ein formales Auswahlverfahren besetzt wird.

Termine: Wer früh plant, verpasst keine Runde

  • Höherer Dienst: Einstellung meist zum 1. Mai. Das Bundesarchiv veröffentlicht die Ausschreibung in der Regel acht bis neun Monate vorher; Nordrhein-Westfalen legt den 1. Mai als Einstellungstermin fest (§ 4 Abs. 2 VAP ArchD).
  • Gehobener Dienst: Beginn zum 1. September oder 1. Oktober; beim Bund meist zum 1. Oktober, gegebenenfalls auch zum 1. April.
  • FaMI-Ausbildung: Beginn mit dem Ausbildungsjahr; das Bundesarchiv nimmt Bewerbungen für den Start am 1. September 2027 bis zum 28. Februar 2027 an.

Aktuelle Ausschreibungen als Beispiele

Am 5. Oktober 2026 führte unsere Stellensuche acht Ausschreibungen für Archivarbeit im engeren Sinn, darunter diese:

ArbeitgeberStelleBezahlung laut AnzeigeFrist
Freie Universität BerlinArchivar*in im Universitätsarchiv, Vollzeit, befristet bis 31.12.2027Entgeltgruppe 9b TV-L FU26.10.2026
Hessisches LandesarchivArchivrat, digitale Dienste, unbefristet, ab 1.1.2027A 13 HBesG25.10.2026
Niedersächsisches LandesarchivArchivreferendariat ab 1. Mai 2027Beamtenverhältnis auf Widerruf31.10.2026
BundesarchivAusbildung FaMI, Fachrichtung Archiv, ab 1. September 2027TVAöD28.02.2027

Die übrigen vier: das Staatsarchivreferendariat des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen ab 1. Mai 2027 und drei weitere FaMI-Ausbildungsplätze des Bundesarchivs an anderen Standorten. Alle offenen Stellen finden Sie unter Bibliothek, Archiv und Informationsdienste (36), Ausbildungsplätze unter Ausbildung.

Was in die Bewerbung gehört

  • Zeugnisse über Schulabschluss und Studium, beim Referendariat mit Nachweis des Masters oder der eingereichten Dissertation.
  • Nachweise der geforderten Sprachkenntnisse: Schulzeugnis oder Kursbescheinigung, getrennt nach Latein, Französisch und Englisch.
  • Belege über Praktika oder Hilfskrafttätigkeit in einem Archiv, mit Dauer und Aufgaben.
  • In Nordrhein-Westfalen eine Liste Ihrer wissenschaftlichen Veröffentlichungen, wenn Sie Ihre Forschungsbefähigung ohne Promotion belegen.
  • Den Weg der Ausschreibung: Beim Bundesarchiv läuft die Bewerbung über interamt.de, für die FaMI-Ausbildung werden Bewerbungen per Post oder E-Mail nicht berücksichtigt; das Hessische Landesarchiv nimmt Bewerbungen über sein Stellenportal an.

Das Auswahlgespräch

Das Bundesarchiv führt für das Referendariat ein bis zu 30-minütiges Einzelgespräch in Form eines teilstrukturierten Interviews. Geprüft werden die methodische Herangehensweise an fachliche Themen und die persönliche Eignung, etwa Auftreten und Kommunikation. Fahrt- und Übernachtungskosten erstattet das Bundesarchiv in festgelegtem Rahmen. Bereiten Sie sich auf Fragen dieser Art vor (redaktionelle Beispiele, keine Originalfragen):

  • Eine Behörde stellt auf die elektronische Akte um. Was klären Sie, bevor die ersten Daten ins Archiv kommen?
  • Nach welchen Kriterien würden Sie Prüfungsakten einer Fakultät bewerten?
  • Eine Nutzerin möchte Personalakten einsehen, deren Schutzfrist noch läuft. Wie gehen Sie vor?

Wie es nach dem Einstieg weitergeht

Im höheren Dienst führen Archivarinnen und Archivare Teams und Abteilungen; das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen nennt Archivmanagement und Personalverantwortung als Aufgaben in leitender Funktion. Eine Übernahme nach dem Vorbereitungsdienst ist nirgends garantiert. Das Bundesarchiv bildet für den eigenen Bedarf aus und strebt die Übernahme an; die Archivschule Marburg beschreibt die Aussichten der Absolventinnen und Absolventen als „gut bis sehr gut“. Wer in Tarifstellen einsteigt, entwickelt sich über Spezialisierung – digitale Archivierung, Bestandserhaltung, Records Management – oder über Leitungsaufgaben in kleineren Archiven.

Unsere Einordnung: Bewerben Sie sich gezielt nach Zugangsvoraussetzung, nicht nach dem Wort „Archiv“ im Stellentitel. Viele Anzeigen mit „Archiv“ im Titel sind Praktika oder Hilfskraftstellen, und manche Archivstellen tragen das Wort gar nicht. Lesen Sie in jeder Anzeige zuerst, welchen Abschluss und welche Laufbahnbefähigung sie verlangt.

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Häufige Fragen zum Archivar

Kann ich ohne Studium Archivar werden?

Ja, über die dreijährige Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv. Auch der gehobene Archivdienst setzt kein Studium voraus, sondern die Hochschulreife; das Studium ist dort Teil des dreijährigen Vorbereitungsdienstes.

Brauche ich für den höheren Archivdienst eine Promotion?

Beim Bund nicht: Die Verordnung verlangt einen Master, das Bundesarchiv nennt die Promotion „von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich“. Bayern sieht vor, dass eine Promotion nachgewiesen werden soll; Nordrhein-Westfalen verlangt einen Forschungsnachweis, etwa durch Promotion oder Veröffentlichungen; Niedersachsen wünscht sie.

Muss ich Latein können?

Für die Laufbahnen meist ja. Der Bund verlangt im höheren Dienst Grundkenntnisse in Latein, im gehobenen Dienst Grundkenntnisse in Latein oder Französisch; Bayern verlangt für den höheren Dienst das Latinum. Für die FaMI-Ausbildung schreibt die Verordnung keine Sprachkenntnisse vor.

Kann ich direkt an der Archivschule Marburg studieren?

Nein. Die Fachstudien besuchen Anwärterinnen und Referendare, die ein Archiv von Bund, Land oder Kommune eingestellt hat. Bewerben Sie sich deshalb bei einer ausbildenden Archivverwaltung. Ein freies Archivstudium bietet die Fachhochschule Potsdam an.

Gibt es einen Quereinstieg ins Archiv?

Ja, vor allem in Tarifstellen. Manche Ausschreibungen lassen neben einem Archivstudium vergleichbare Kenntnisse und Erfahrungen zu, und die Fachhochschule Potsdam bietet einen berufsbegleitenden Master Archivwissenschaft über sechs Semester an. Für eine Beamtenlaufbahn führt der Weg über den Vorbereitungsdienst.

Was verdient man im Archivreferendariat?

Sie bekommen Anwärterbezüge statt eines Gehalts. Das Bundesarchiv nennt für eine ledige Referendarin in Steuerklasse I rund 2.420 Euro netto im Monat (Stand 30. Juli 2026); das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen nennt 1.615,68 Euro brutto. Studiengebühren fallen nicht an.

Wird man als Archivar verbeamtet?

Im Vorbereitungsdienst sind Sie Beamtin oder Beamter auf Widerruf. Danach hängt es von der Stelle ab: Staatsarchive besetzen Laufbahnstellen auch als Beamtenstellen, Hochschulen und viele andere Archive stellen nach Tarif ein. Eine Übernahme nach dem Vorbereitungsdienst ist nicht garantiert.

Was unterscheidet Archivwissenschaft von Geschichte?

Geschichte fragt, was die Quellen über die Vergangenheit sagen. Archivwissenschaft fragt, welche Unterlagen überliefert werden, wie man sie bewertet, erschließt, erhält und zugänglich macht – samt Archivrecht und digitaler Archivierung.

Quellen

Rechtsgrundlagen und Tarif

Ausbildungsstellen und Ausschreibungen

Alle Quellen abgerufen am 5. Oktober 2026; Länderordnungen Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bremen am 30. September 2026. Stellenzählung: eigene Stellensuche, 5. Oktober 2026.