Bewerbung auf eine Professur: Unterlagen, Muster, Konzepte, Vortrag

Bewerbung auf eine Professur: Maßstab ist die Ausschreibung. Üblich sind Anschreiben, Lebenslauf, Schriften- und gegebenenfalls Drittmittelverzeichnis, Zeugnisse und Urkunden, je nach Stelle auch Lehr- und Forschungskonzept — in unserer Stichprobe verlangten 28 von 167 Anzeigen ein Lehrkonzept. Nach der Vorauswahl folgen, je nach Hochschule, Berufungsvortrag, Lehrprobe und Gespräch.

In diesem Artikel geht es um die Bewerbung auf eine Professur: wer sich bewerben kann, welche Unterlagen die Ausschreibung verlangt, wie Anschreiben, Lehr- und Forschungskonzept aufgebaut sind — mit Muster-Gliederung und Checkliste — und was nach der Bewerbung kommt.

Von Aktualisiert: 29. September 2026 · Quellenstand 09/2026
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Berufungsvortrag vor einer Berufungskommission: ein Bewerber am Rednerpult, auf der Leinwand die Folie „Berufungsvortrag“

Kurz gesagt

  • Unterlagen: Was verlangt wird, steht in der Ausschreibung — sie ist der Maßstab.
  • Konzepte: Lehrkonzept in 28, Forschungskonzept in 19 von 167 Anzeigen.
  • Nach der Bewerbung: Berufungsvortrag, Lehrprobe und Gespräch.

Vor dem Absenden prüfen

  • Passung: Richten Sie Anschreiben und Konzepte an der Denomination aus, der fachlichen Ausrichtung im Ausschreibungstext.
  • Checkliste: Frist, Bewerbungsweg, Dateiformat und Kennziffer Punkt für Punkt gegen die Ausschreibung abgleichen.
  • Chancen: 2022 war im Schnitt jede 21. Bewerbung auf eine Universitätsprofessur erfolgreich; weil sich viele mehrfach bewerben, ist das keine persönliche Erfolgschance.

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Die Bewerbung auf eine Professur besteht aus mehr als einem Lebenslauf. Ausschreibungen nennen am häufigsten Zeugnisse und Urkunden, das Anschreiben und die Publikationsliste, an Universitäten öfter auch ein Lehr- und ein Forschungskonzept. Was genau verlangt wird, bestimmt die Ausschreibung. Dieser Artikel zeigt, was Anzeigen und Hochschulen tatsächlich verlangen — gezählt und mit Fundstelle — und was nach der Bewerbung kommt.

Kann ich mich auf diese Professur bewerben?

Zuerst zählt die Denomination: die fachliche Ausrichtung, die der Ausschreibungstext der Professur gibt. An ihr richten Sie Anschreiben und Konzepte aus. Dann entscheiden die formalen Voraussetzungen. Sie stehen im Hochschulgesetz des Landes; die Universität Magdeburg fasst sie für Sachsen-Anhalt so zusammen: „mindestens ein abgeschlossenes Hochschulstudium, pädagogische Eignung, Promotion und Habilitation, bzw. der Nachweis über gleichwertige wissenschaftliche Leistungen“ (§ 35 HSG LSA, zitiert nach OVGU, Bewerbungshinweise für Professuren).

Was das für die einzelnen Wege heißt, steht in eigenen Artikeln: Wie wird man Professor? (Habilitation, Juniorprofessur, Tenure Track), Professor an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (mit Berufspraxis), Juniorprofessur und Professur ohne Promotion.

Schon bei der Bewerbung: Wer an der eigenen Hochschule tätig ist, sollte das Hausberufungsverbot seines Landes kennen — in vielen Ländern werden Angehörige der eigenen Hochschule nur in Ausnahmefällen berücksichtigt.

Was verlangt die Ausschreibung? Die Unterlagen im Überblick

Eine feste Liste gibt es nicht: Was verlangt wird, steht in der Ausschreibung. Das sagen auch die Hochschulen selbst — die Universität Magdeburg etwa: Die jeweilige Ausschreibung bestimme „den konkreteren Inhalt der erbetenen Unterlagen“ (OVGU, Bewerbungshinweise für Professuren, Stand 26.06.2023). Wie das in der Praxis aussieht, zeigt eine Zählung an den Professur-Anzeigen auf wissenschaftsstellen.de.

Was Ausschreibungen verlangen — gezählt in 167 von 177 gezogenen Anzeigen (93 Universitäten, 49 Hochschulen für angewandte Wissenschaften, 25 Kunst- und Musikhochschulen, darunter 33 aus Österreich und der Schweiz), Stand 27. September 2026. Gezählt ist, was die Anzeige ausdrücklich nennt; dass eine Unterlage nicht genannt ist, erlaubt keinen Schluss darauf, was tatsächlich eingereicht wird.

In der Anzeige verlangtin N von 167UniHAWKunst
Zeugnisse und Urkunden83402617
Bewerbung über ein Online-Portal91344215
Anschreiben (ausdrücklich genannt)4921217
Schriftenverzeichnis / Publikationsliste453672
Lehrkonzept281855
Forschungskonzept191351
Lehrevaluationen191063
Verzeichnis der gehaltenen Lehrveranstaltungen131300
eine Umfangsvorgabe (Seiten oder Zeichen)131003
eine gesonderte Drittmittelliste9810
Referenzen / Empfehlungsschreiben6600

Reine Zählung, keine Hochrechnung: Die Stichprobe folgt dem Anzeigenbestand dieses Tages, je Hochschultyp unterschiedlich groß.

Die Hochschulen selbst nennen dasselbe Set. Der Berufungsleitfaden der Universität Jena gibt den Fakultäten diesen Ausschreibungsbaustein vor: „Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnis- und Urkundenkopien, Publikations- und/oder Vortragsliste, Aufstellung von Lehrveranstaltungen, Lehrevaluation, Liste der eingeworbenen Drittmittel, Forschungs- und/oder Lehrkonzept“ (Berufungsleitfaden Universität Jena, § 8). Magdeburg trennt Pflicht und Kür: Anschreiben, Lebenslauf, Publikationsverzeichnis, Zeugniskopien und eine Darstellung der Lehrerfahrung sind obligatorisch, Lehrevaluationsberichte und Arbeitsproben fakultativ (OVGU, a. a. O.).

So lesen Sie eine Ausschreibung

  • Denomination: die fachliche Ausrichtung — an ihr richten Sie die ganze Bewerbung aus.
  • Besoldungsgruppe und Art der Stelle: W1, W2 oder W3, befristet oder mit Tenure Track (W1, W2 und W3, Tenure-Track-Professur).
  • Kennziffer: gehört in den Betreff der Bewerbung.
  • Bewerbungsfrist: das Datum im Ausschreibungstext.
  • Weg der Bewerbung: Online-Portal (in 91 von 167 Anzeigen) oder E-Mail, dazu das verlangte Dateiformat. Die Universität Jena gibt ihren Fakultäten etwa den Baustein „bevorzugt in elektronischer Form (zusammengefasst in einer PDF-Datei < 2 MB)“ vor (Berufungsleitfaden Jena, § 8).
  • Unterlagen und Umfang: welche Konzepte und Verzeichnisse verlangt sind und ob ein Umfang genannt ist — das taten 13 von 167 Anzeigen.

Das Anschreiben: Aufbau, Anrede, Bezug auf die Denomination

Das Anschreiben ist die erste Seite, die die Kommission liest. Es soll zeigen, warum gerade Sie auf diese Professur passen. Eine Gliederungshilfe (unsere Einordnung, kein Muster zum Abschreiben):

  1. Bezug: auf welche Professur, mit Kennziffer — und in einem Satz, was Sie mitbringen.
  2. Passung zur Denomination: Wo trifft Ihr Profil die ausgeschriebene Ausrichtung, wo ergänzt es das Fach an dieser Hochschule?
  3. Forschung: zwei, drei Linien, die Sie fortführen wollen — mit Verweis auf das Forschungskonzept, falls verlangt.
  4. Lehre: was Sie unterrichten können und wollen, bezogen auf die Studiengänge vor Ort.
  5. Drittmittel und Kooperationen: was eingeworben ist, was geplant ist.
  6. Selbstverwaltung, Transfer, Praxis: je nach Hochschultyp — an Hochschulen für angewandte Wissenschaften zählt der Praxisbezug besonders.

Anrede und Anschrift: Adressiert wird, wen die Ausschreibung nennt. Wie akademische Grade und Titel in Anschrift und Anrede stehen, erklärt Akademische Titel und Anrede.

Wie lang? Eine bundesweite Regel gibt es nicht. Die Universität Gießen empfiehlt: „Das Anschreiben sollte maximal zwei Seiten umfassen“ — eine Empfehlung dieser Hochschule, keine Norm (Gießen, a. a. O.). Verlangt die Ausschreibung etwas anderes, gilt die Ausschreibung.

Muster: So ist eine Bewerbung auf eine Professur aufgebaut

Maßgeblich bleibt die Ausschreibung. Das folgende Beispiel ist unsere Gliederung — keine Vorlage einer Hochschule und kein Text zum Abschreiben; die eckigen Klammern sind Platzhalter.

Reihenfolge der Unterlagen

Verlangt die Ausschreibung nichts anderes, bietet sich die Reihenfolge an, in der der Berufungsleitfaden der Universität Jena die üblichen Unterlagen aufzählt (§ 8):

  1. Anschreiben
  2. Lebenslauf
  3. Zeugnis- und Urkundenkopien
  4. Publikations- und/oder Vortragsliste
  5. Aufstellung der Lehrveranstaltungen
  6. Lehrevaluation
  7. Liste der eingeworbenen Drittmittel
  8. Forschungs- und/oder Lehrkonzept

Muster-Gliederung für das Anschreiben

  1. Kopf: Ihre Anschrift, Datum, die Anschrift, die die Ausschreibung nennt.
  2. Betreff: „Bewerbung auf die [W2-/W3-]Professur für [Denomination], Kennziffer [Kennziffer]“.
  3. Einstieg: ein Satz zur ausgeschriebenen Professur, ein Satz zu Ihrer jetzigen Position ([Position], [Hochschule oder Einrichtung]).
  4. Mittelteil: Passung zur Denomination, Forschung, Lehre, Drittmittel und Kooperationen, Selbstverwaltung und Transfer — die Punkte der Gliederungshilfe, jeweils mit [Schwerpunkt], [Studiengang] oder [Projekt] belegt.
  5. Schluss: die Anlagen in der Reihenfolge oben, Grußformel, Unterschrift.

Lehrkonzept, Forschungskonzept und Lehrportfolio

Ein Lehrkonzept verlangten 28, ein Forschungskonzept 19 der 167 geprüften Anzeigen. Beide zeigen, was Sie an dieser Stelle vorhaben — in Lehre und Forschung, bezogen auf die Denomination.

Was gehört in ein Lehrkonzept?

Eine bundesweite Vorgabe gibt es nicht. Die Universität Freiburg beschreibt ihr Lehrkompetenzportfolio, das das Lehrkonzept enthält, so: „eine aussagekräftige Darstellung der Lehre auf der Basis der eigenen Lehrbiographie und des eigenen Lehrkonzepts, didaktischer Leitprinzipien, der Auseinandersetzung mit Lehrevaluationen sowie Perspektiven für die Lehre“ (Berufungsleitfaden Universität Freiburg). Heidelberg überlässt den Fakultäten, wie sie die Lehrqualifikation prüfen; genannt werden unter anderem die Liste der Lehrveranstaltungen, Lehrevaluationen, Lehrkonzept oder Lehrportfolio, hochschuldidaktische Zertifikate und betreute Abschlussarbeiten (Berufungsleitfaden Universität Heidelberg).

Beispiel-Gliederung Lehrkonzept (unsere Gliederung entlang der Elemente, die Freiburg nennt):

  1. Lehrerfahrung und Lehrbiographie
  2. didaktische Leitprinzipien
  3. Auseinandersetzung mit Lehrevaluationen
  4. Perspektiven für die Lehre an dieser Hochschule, bezogen auf die Studiengänge vor Ort

Was gehört in ein Forschungskonzept?

Die geplanten Schwerpunkte der nächsten Jahre und wie sie zur ausgeschriebenen Professur passen. Eine Zürcher Anzeige formuliert es so: ein „research statement, focusing primarily on sketching a vision and future research directions“. Wann das Konzept verlangt wird, ist unterschiedlich: In Jena wird ein Konzept der künftigen Lehr- und Forschungstätigkeit erst nach der Ruferteilung erbeten und bildet dann die Grundlage der Verhandlung (Berufungsleitfaden Jena, § 14.1); das Rektorat der Universität Bremen empfiehlt es schon mit der Bewerbung (Leitfaden für Berufungsverfahren Universität Bremen, 2020).

Beispiel-Gliederung Forschungskonzept (unsere Gliederung):

  1. bisherige Forschungslinien in Kürze
  2. Vision und künftige Richtungen
  3. Passung zur Denomination und zum Standort
  4. geplante Drittmittelanträge — die Universität Gießen schlägt vor, auch Anträge in Vorbereitung aufzuführen

Wie lang dürfen die Konzepte sein?

Das steht in der Ausschreibung — 13 der 167 Anzeigen nannten einen Umfang, zum Beispiel „ein Forschungskonzept (2-3 Seiten), ein Lehrkonzept (2-3 Seiten)“, „maximal 3 Seiten“ oder „8.000 bis 10.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen)“. Wo die Ausschreibung schweigt, helfen die Hinweise der Hochschulen, die aber nur für sie selbst gelten: Gießen nennt für das Forschungskonzept „ca. 1-2 Seiten“ und für das Lehrkonzept „etwa eine Seite, falls nicht anders in der Ausschreibung verlangt“ (Universität Gießen, Bewerbung auf eine Professur, 2022).

Lehrportfolio: wann es verlangt wird

Manche Hochschulen fragen statt eines kurzen Lehrkonzepts ein Portfolio ab. Freiburg begrenzt sein Lehrkompetenzportfolio auf „maximal 15 Seiten (einschließlich Anhang)“ und verlangt es nur von denen, die in die engere Wahl kommen (Berufungsleitfaden Freiburg); Heidelberg nennt Lehrkonzept oder Lehrportfolio unter den möglichen Nachweisen der Lehrqualifikation, über die jede Fakultät selbst entscheidet.

Woher Drittmittel kommen und welche Geldgeber es gibt, steht im Artikel Drittmittel: Geber und Zahlen.

Publikationsliste, Schriftenverzeichnis, Drittmittelliste: welche Liste wann

Eine Publikationsliste nannten 45 der 167 Anzeigen, ein Verzeichnis der gehaltenen Lehrveranstaltungen 13 und eine gesonderte Drittmittelliste 9. Die Bezeichnungen wechseln: Magdeburg spricht vom Publikationsverzeichnis und führt es mit dem Lebenslauf als obligatorische Unterlage (OVGU, a. a. O.), Jena von der „Publikations- und/oder Vortragsliste“ (Berufungsleitfaden Jena, § 8).

  • Publikationsliste oder Schriftenverzeichnis: Freiburg empfiehlt seinen Kommissionen, die fünf qualifiziertesten Publikationen gesondert zu erfragen und zusätzlich ein vollständiges Literaturverzeichnis (Berufungsleitfaden Freiburg).
  • Drittmittelliste: Die Drittmittel gehören nach der Broschüre der Universität Gießen in den Lebenslauf, manche Ausschreibungen verlangen aber eine separate Auflistung; Gießen schlägt dafür eine Tabelle mit eigenen Drittmitteln, der Mitarbeit an fremden Anträgen und Anträgen in Vorbereitung vor (Gießen, 2022).
  • Verzeichnis der Lehrveranstaltungen: in der Stichprobe nur von Universitäten verlangt (13 von 93).

Wie Lebenslauf und Publikationsliste aufgebaut und formatiert werden, steht im Artikel Lebenslauf und Publikationsliste für die Wissenschaft.

Drei Muster je Karrierestufe stehen unter Muster für den akademischen Lebenslauf; wie die Promotion eingetragen wird, unter Promotion im Lebenslauf.

Universität, Hochschule, Kunsthochschule, Juniorprofessur: Was unterscheidet die Bewerbung?

Die Unterlagen ähneln sich, die Gewichte nicht. In unserer Stichprobe verlangten nur Universitäten ein Verzeichnis der gehaltenen Lehrveranstaltungen (13 von 93) und fast nur sie eine Publikationsliste (36 von 93, an Hochschulen für angewandte Wissenschaften 7 von 49) — eine Beobachtung an diesen Anzeigen, keine Regel.

  • Universität: Forschung, Publikationen und Drittmittel stehen vorn; Lehr- und Forschungskonzept sind häufiger verlangt.
  • Hochschule für angewandte Wissenschaften: Neben Promotion und Lehre zählt die berufliche Praxis außerhalb der Hochschule; die Einstellungsvoraussetzungen erklärt der Artikel Professor an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften.
  • Kunst- und Musikhochschule: Statt Publikationen zählen künstlerische Arbeiten; Zeugnisse und Urkunden nannten 17 der 25 Kunst-Anzeigen.
  • Juniorprofessur und Tenure Track: Bewerbungen richten sich nach denselben Grundsätzen, hinzu kommen oft Fristen seit der Promotion — mehr unter Juniorprofessur und Tenure Track.

Bewerbung prüfen und absenden: die Checkliste

Vor dem Absenden, Punkt für Punkt gegen die Ausschreibung:

  1. Frist: die Bewerbungsfrist aus der Ausschreibung notiert.
  2. Weg: Online-Portal oder E-Mail, wie die Ausschreibung es verlangt — ein Portal nannten 91 von 167 Anzeigen.
  3. Format: eine PDF-Datei oder Einzeldateien, Dateigröße — wie verlangt.
  4. Betreff und Kennziffer: im Anschreiben und, wo möglich, im Dateinamen.
  5. Vollständigkeit: jede verlangte Unterlage vorhanden, die Konzepte im genannten Umfang.
  6. Nachweise: Urkunden über Studienabschluss, Promotion und gegebenenfalls Habilitation — sie gehören nach der Universität Gießen „in jedem Fall“ in die Bewerbung.
  7. Verzeichnisse: Publikations-, Lehrveranstaltungs- und Drittmittelliste auf aktuellem Stand.
  8. Referenzen: nur, wenn verlangt — in der Stichprobe 6 von 167 Anzeigen, fast ausschließlich internationale.

Berufungsvortrag, Probevortrag und Vorsingen: Was kommt nach der Bewerbung?

Wie man Vortrag und Lehrprobe vorbereitet, steht im Artikel Berufungsvortrag und Probelehrveranstaltung vorbereiten; die Fragen der Kommission unter Fragen der Berufungskommission.

Nach dem Bewerbungsschluss sichtet die Berufungskommission die Unterlagen und lädt einen kleinen Kreis ein — die Universität Gießen nennt als Erfahrungswert vier bis acht Personen. Wie die Vorstellung abläuft, regelt jede Hochschule selbst; „Vorsingen“ ist der umgangssprachliche Name dafür. Drei Beispiele: Die Frankfurt University of Applied Sciences sieht mindestens eine Probelehrveranstaltung und ein persönliches Vorstellungsgespräch vor (Berufungsordnung 2023, §§ 7–8), die Technische Hochschule Georg Agricola eine Probevorlesung mit in der Regel drei Themen zur Auswahl (Berufungsordnung 2026, § 13), die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt einen hochschulöffentlichen Probevortrag mit anschließender Diskussion (Berufungsleitfaden, Stand Oktober 2016, § 4).

Wer Ihre Bewerbung liest und über die Liste entscheidet, erklärt Berufungskommission.

Danach folgen die Stationen, die eigene Artikel haben:

Chancen und Absage: Wie viele Bewerbungen sind erfolgreich?

An Universitäten gingen 2022 auf Professuren 54.243 Bewerbungen ein, dem standen 2.550 Berufungen gegenüber. „Im Schnitt war damit jede 21. Bewerbung erfolgreich“, heißt es im BuWiK 2025 (Tab. B33, nach Daten der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz). Weil sich viele mehrfach bewerben, ist das keine persönliche Erfolgschance. Für alle Hochschulen einschließlich der HAW nennt dieselbe Tabelle 81.604 Bewerbungen und 3.716 Berufungen.

Die ehrliche Folge: Eine Bewerbung ist selten die letzte. Wer die Unterlagen einmal gründlich aufbaut, passt sie danach je Ausschreibung an — Anschreiben und Konzepte neu, Lebenslauf und Verzeichnisse fortgeschrieben.

Absage: Eine Frist dafür nennt zum Beispiel die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt: Absageschreiben an nicht berücksichtigte Bewerberinnen und Bewerber sind spätestens drei Wochen vor der Ernennung zu versenden (Berufungsleitfaden, Stand Oktober 2016).

Wer erteilt den Ruf?

Den Ruf erteilt je nach Land die Hochschulleitung oder das Ministerium; in Brandenburg, Bremen und Rheinland-Pfalz kann das Ministerium das Berufungsrecht der Hochschule übertragen. Die Regel jedes der 16 Länder mit Fundstelle steht im Artikel Ruf auf eine Professur.

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Häufige Fragen zur Bewerbung auf eine Professur

Welche Unterlagen braucht man für eine Bewerbung auf eine Professur?

Maßgeblich ist die Ausschreibung. In 167 geprüften Anzeigen wurden am häufigsten ausdrücklich genannt: Zeugnisse und Urkunden (83), das Anschreiben (49) und die Publikationsliste (45); ein Lehrkonzept verlangten 28, ein Forschungskonzept 19.

Gibt es ein Muster für die Bewerbung auf eine Professur?

Maßgeblich ist die Ausschreibung. Diese Seite zeigt eine Muster-Gliederung: die Reihenfolge der Unterlagen nach dem Berufungsleitfaden der Universität Jena und einen nummerierten Aufbau für das Anschreiben mit Platzhaltern.

Was ist ein Lehrkonzept?

Eine Darstellung, wie Sie an der ausschreibenden Hochschule lehren wollen: Lehrerfahrung, didaktische Grundsätze und geplante Veranstaltungen. 28 von 167 geprüften Anzeigen verlangten eines; den Umfang nennt die Ausschreibung.

Wie lang sollte ein Lehrkonzept sein?

Den Umfang nennt die Ausschreibung, zum Beispiel „2-3 Seiten“ oder „8.000 bis 10.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen)“. Wo sie schweigt, nennt die Universität Gießen für ihr Haus „etwa eine Seite“.

Muss ein Forschungskonzept beigelegt werden?

Nur, wenn die Ausschreibung es verlangt — in 19 von 167 geprüften Anzeigen war das der Fall. Manche Hochschulen erbitten ein Konzept der künftigen Lehr- und Forschungstätigkeit erst nach der Ruferteilung.

Wie lang sollte das Anschreiben sein?

Eine bundesweite Regel gibt es nicht. Die Universität Gießen empfiehlt höchstens zwei Seiten; verlangt die Ausschreibung etwas anderes, gilt die Ausschreibung.

Was ist ein Vorsingen?

Umgangssprachlich die Vorstellung vor der Berufungskommission: je nach Hochschule Berufungsvortrag, Lehrprobe und Gespräch. Die Frankfurt University of Applied Sciences etwa sieht mindestens eine Probelehrveranstaltung und ein persönliches Vorstellungsgespräch vor.

Wie viele Bewerbungen auf eine Professur sind erfolgreich?

An Universitäten gingen 2022 54.243 Bewerbungen ein, dem standen 2.550 Berufungen gegenüber — „im Schnitt war damit jede 21. Bewerbung erfolgreich“ (BuWiK 2025, Tab. B33). Weil sich viele mehrfach bewerben, ist das keine persönliche Erfolgschance.

Wer erteilt den Ruf auf eine Professur?

Je nach Land die Hochschulleitung oder das Ministerium; in Brandenburg, Bremen und Rheinland-Pfalz kann das Ministerium das Berufungsrecht der Hochschule übertragen. Die Fundstellen aller 16 Länder stehen im Artikel Ruf auf eine Professur.

Quellen