Diplom und Diplom-Ingenieur: Wo es den Abschluss heute noch gibt und was er wert ist

In diesem Artikel geht es um das Diplom und den Diplom-Ingenieur: was der Grad bedeutet, in welchen Ländern und an welchen Hochschulen es ihn heute noch gibt, wie er zu Bachelor und Master steht und was er bei Eingruppierung und Laufbahn im öffentlichen Dienst zählt — mit einer gekennzeichneten Einschätzung des Verfassers.

Von Aktualisiert: 30. September 2026 · Quellenstand 09/2026
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Ein Absolvent im Anzug und ein Professor im Talar beim Händedruck, dazwischen eine Mappe mit der Aufschrift Diplom-Ingenieur

Kurz gesagt

Für wen ist dieser Artikel?

  • Absolventinnen und Absolventen mit Diplom, die sich auf Stellen in Hochschule, Forschung oder Verwaltung bewerben und wissen wollen, wie ihr Abschluss neben Bachelor und Master zählt.
  • Studieninteressierte, die ein Diplom erwägen — und Häuser, die ausschreiben und die Abschlüsse in der Anzeige richtig nennen wollen.

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Inhalt

Bis zur Umstellung auf Bachelor und Master gehörte das Diplom zu den herkömmlichen Hochschulabschlüssen, neben dem Magister: Die neuen Grade durften nach der Kultusministerkonferenz „nicht zu einer Abwertung der herkömmlichen Diplom- und Magisterabschlüsse führen“ (Strukturvorgaben, Ziffer A 8), das Hochschulgesetz Baden-Württembergs spricht von den bisherigen Diplomabschlüssen (§ 29 Abs. 2 LHG). In einem System mit gestuften Studienabschlüssen ist nach den Strukturvorgaben der Kultusministerkonferenz der Bachelor der Regelabschluss (KMK, Ziffer A 1).

Abgeschafft ist das Diplom aber nicht. Sachsen nennt es im Hochschulgesetz neben Bachelor und Master — an Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und der Dualen Hochschule. Mecklenburg-Vorpommern ebenso, dort auf Antrag auch anstelle eines Masters. In Kunst und Gestaltung gibt es Diplomstudiengänge, etwa in künstlerischen Studiengängen in München, Stuttgart, Berlin, Braunschweig, Mainz, Saarbrücken, Halle und Weimar oder an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Auch Hochschulen für den öffentlichen Dienst verleihen das Diplom (FH), etwa die Hochschule für Finanzen NRW den Grad Diplom-Finanzwirt (FH). Wo genau, zeigt die Länderkarte.

Für Bewerbung und Gehalt zählt: Ein Universitätsdiplom steht auf derselben Stufe wie ein Master, ein Diplom (FH) auf der eines Bachelors. In der Entgeltordnung des TV-L ist die Diplomprüfung ausdrücklich eine abgeschlossene wissenschaftliche Hochschulbildung — das Merkmal der Entgeltgruppe 13, wenn die Tätigkeit dazu passt; das Diplom (FH) ist eine abgeschlossene Hochschulbildung, ein Merkmal der Entgeltgruppe 9b. Von den Ausschreibungen in Deutschland, die wir am 30. September 2026 führten, nannten nach einer automatischen Auswertung der Anzeigentexte 451 das Diplom als Abschluss.

Was ist ein Diplom? Grad, Fachrichtung und der Zusatz (FH)

Das Diplom ist ein akademischer Grad, den eine Hochschule nach bestandener Hochschulprüfung verleiht, mit Angabe der Fachrichtung — etwa Diplom-Ingenieur, Diplom-Designer oder Diplom-Finanzwirt. Das Hochschulrahmengesetz des Bundes sieht ihn als Möglichkeit vor (§ 18 Abs. 1 HRG); welche Grade eine Hochschule tatsächlich verleiht, bestimmt das Landesrecht (§ 18 Abs. 2 HRG). Was ein akademischer Grad ist, wie man Grade abkürzt und in welcher Reihenfolge man sie führt, erklärt der Überblick Akademische Titel.

Uni-Diplom, Diplom (FH), Diplom (DH): der Zusatz gehört zum Grad

  • Diplom einer Universität: ohne Zusatz, in Bayern mit „(Univ.)“ (Art. 96 Abs. 1 BayHIG).
  • Diplom (FH): nach einem Studium an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW), mit dem Zusatz „Fachhochschule“ oder „FH“ (§ 18 Abs. 1 HRG und die Landesgesetze).
  • Diplom (DH): an der Dualen Hochschule Sachsen mit dem Zusatz „Duale Hochschule“ oder „DH“ (§ 40 Abs. 1 SächsHSG).

Dipl.-Ing.: Schreibweise und Abkürzung

In den Beispielen legt die Prüfungsordnung der Hochschule die Abkürzung fest. Beispiel TU Dresden, Stand 30.09.2026: Nach bestandener Diplomprüfung wird der Hochschulgrad „Diplom-Ingenieurin“ bzw. „Diplom-Ingenieur“ (abgekürzt: „Dipl.-Ing.“) verliehen (Prüfungsordnung Diplomstudiengang Maschinenbau, § 29). Beispiel HTWK Leipzig, Stand 30.09.2026 (Ordnung nach dem Sächsischen Hochschulgesetz von 1999): „Diplom-Ingenieur (FH)“, abgekürzt „Dipl.-Ing. (FH)“ (Prüfungsordnung Elektrotechnik und Informationstechnik, § 9). Der Zusatz steht also hinter dem Grad, mit Leerzeichen in Klammern.

Wo gibt es das Diplom heute noch? Die Länder im Überblick

Welche Grade eine Hochschule verleiht, entscheidet das Land. Das Diplom steht nicht in jedem Land regulär neben Bachelor und Master, und den Grad Dipl.-Ing. verleiht nicht jedes Land. Die Hochschulgesetze lassen sich in vier Gruppen ordnen:

  • Diplom neben Bachelor und Master im Gesetz: Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, dazu Bayern (für „sonstige grundständige Studiengänge“) und Brandenburg (als Kann-Regel). Hamburg und Schleswig-Holstein nennen den Diplomgrad im Gesetz ebenfalls.
  • Diplom nur als Ausnahme: Sachsen-Anhalt „in begründeten Fällen“, Thüringen „bei Vorliegen wichtiger Gründe“, Hessen „bei besonderen Studiengestaltungen“, Nordrhein-Westfalen „in besonderen Fällen“.
  • Diplom nur noch auslaufend: Rheinland-Pfalz (Studiengänge, die es am 1. September 2010 schon gab), das Saarland an Universität und htw saar, Baden-Württemberg außerhalb der Kunst.
  • Daneben eigene Wege: Diplomstudiengänge an Kunst- und Gestaltungshochschulen, das Diplom (FH) an einzelnen Hochschulen für den öffentlichen Dienst und der Grad Diplom-Juristin oder Diplom-Jurist, den einzelne Universitäten nach der ersten juristischen Prüfung auf Antrag verleihen.

Für den Bund sieht die Bundeslaufbahnverordnung (BLV) vom 11. März 2026 vor, dass ein Vorbereitungsdienst für den gehobenen Dienst als Hochschulstudiengang mit einem Bachelor oder einem Diplomgrad mit dem Zusatz „Fachhochschule“ abschließt (§ 16 Abs. 3 BLV).

Diplom im Landesrecht — nach Land

Land wählen

Je Land: ob das Hochschulgesetz den Diplomgrad heute vorsieht, mit welchem Zusatz und mit welchen Grenzen — mit der amtlichen Fundstelle und Beispielen von Hochschulen (Stand 30.09.2026).

Berlin

Das Gesetz nennt Bachelor und Master; in anderen Studiengängen legt die Hochschule andere Abschlussbezeichnungen fest.

  • Gesetz: In anderen als Bachelor- und Masterstudiengängen sieht die Hochschule andere Abschlussbezeichnungen vor (§ 34 Abs. 1 BerlHG); für die Freie Kunst und verwandte Fächer kann die Senatsverwaltung Ausnahmen von der gestuften Struktur zulassen (§ 23 Abs. 6).
  • Beispiele: Beispiel weißensee kunsthochschule berlin, Stand 30.09.2026: Freie Kunst, zehn Semester, Abschluss Diplom · Beispiel Freie Universität Berlin, Stand 30.09.2026: Diplom-Juristin oder Diplom-Jurist auf Antrag nach der ersten juristischen Prüfung.

Fundstelle: § 34 BerlHG · § 23 BerlHG · weißensee · FU Berlin

Baden-Württemberg

Keine neuen Diplomstudiengänge — außer Freier Kunst, Design an der ABK Stuttgart, HfG Karlsruhe, Staatsexamen, Theologie.

  • Gesetz: Es werden keine Diplom- und Magisterstudiengänge mehr eingerichtet (§ 29 Abs. 2 LHG), ausgenommen die Bereiche des § 34 Abs. 1; dort kann die Hochschule einen Diplomgrad verleihen (§ 36 Abs. 1). In künstlerischen Studiengängen sind andere Grade auch zusätzlich zu Bachelor oder Master möglich (§ 36 Abs. 3).
  • Beispiele: Beispiel Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Stand 30.09.2026: Produktdesign, Kommunikationsdesign, Medienkunst u. a. mit Diplom · Beispiel Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stand 30.09.2026: Bildende Kunst mit Abschluss Diplom · Beispiel Oberlandesgericht Karlsruhe, Stand 30.09.2026: Ausbildung zum Diplom-Rechtspfleger (FH).

Fundstelle: § 29 LHG · § 34 LHG · § 36 LHG · HfG Karlsruhe · ABK Stuttgart · OLG Karlsruhe

Bayern

Diplomgrad für „sonstige grundständige Studiengänge“, mit dem Zusatz „(FH)“ oder „(Univ.)“; Regel ist der Bachelor.

  • Gesetz: In einem sonstigen grundständigen Studiengang verleihen die Hochschulen einen Diplomgrad mit Angabe der Fachrichtung, bei HAW-Studiengängen mit dem Zusatz „(FH)“, bei universitären mit „(Univ.)“ (Art. 96 Abs. 1 S. 3 und 4 BayHIG). Grundständige Studiengänge führen „in der Regel“ zum Bachelor (Art. 77 Abs. 3).
  • Beispiele: Beispiel Akademie der Bildenden Künste München, Stand 30.09.2026: Freie Kunst, akademischer Grad „Diplom“ · Beispiel Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, Stand 30.09.2026: Studiengänge „Diplom-Finanzwirt/-in FH (Steuer)“ und „Diplom-Verwaltungswirt/-in FH (Staatsfinanz)“.

Fundstelle: Art. 96 BayHIG · Art. 77 BayHIG · AdBK München · HföD Bayern

Brandenburg

Die Hochschule kann für jeden berufsqualifizierenden Abschluss einen Diplomgrad verleihen, an HAW mit dem Zusatz „FH“.

  • Gesetz: Aufgrund der Hochschulprüfung kann die Hochschule einen Diplomgrad mit Angabe der Fachrichtung verleihen, bei HAW-Studiengängen mit dem Zusatz „Fachhochschule“ („FH“), auch aufgrund einer staatlichen oder kirchlichen Prüfung (§ 29 Abs. 2 BbgHG).
  • Studiendauer: Diplomstudiengänge an HAW höchstens vier Jahre, andere Diplom- und Magisterstudiengänge höchstens viereinhalb Jahre (§ 19 Abs. 3 BbgHG).
  • Beispiel: Beispiel Universität Potsdam, Stand 30.09.2026: Diplom-Juristin oder Diplom-Jurist (Dipl.-Jur.) auf Antrag nach der ersten juristischen Prüfung.

Fundstelle: § 29 BbgHG · Universität Potsdam

Bremen

Abschlüsse sind Bachelor und Master — ausgenommen Rechtswissenschaft an der Uni Bremen und Freie Kunst an der HfK.

  • Gesetz: Die Abschlussgrade sind Bachelor und Master, mit Ausnahme der Rechtswissenschaft an der Universität Bremen und des Studiengangs Freie Kunst an der Hochschule für Künste (§ 54 BremHG). Bei staatlichen Abschlussprüfungen können die Hochschulen nach einer besonderen Ordnung einen Diplomgrad verleihen (§ 64 Abs. 1).
  • Beispiele: Beispiel Hochschule für Künste Bremen, Stand 30.09.2026: Fine Arts (Diploma) · Beispiel Universität Bremen, Stand 30.09.2026: Diplom-Juristin oder Diplom-Jurist nach der ersten juristischen Staatsprüfung.

Fundstelle: §§ 54, 64 BremHG · HfK Bremen · Universität Bremen

Hamburg

Das Gesetz nennt den Diplomgrad weiter für einen berufsqualifizierenden Abschluss; Bachelor und Master stehen daneben.

  • Gesetz: Die Hochschule verleiht aufgrund einer Hochschulprüfung den Diplomgrad mit Angabe der Fachrichtung oder den Magistergrad (§ 67 Abs. 1 HmbHG), bei HAW-Studiengängen mit dem Zusatz „Fachhochschule“ („FH“) (Abs. 2); die Regeln zu Bachelor und Master in § 54 bleiben unberührt (Abs. 4).
  • Beispiel: Beispiel Universität Hamburg, Stand 30.09.2026: Ordnung zur Verleihung des Hochschulgrades Diplom-Juristin oder Diplom-Jurist, zuletzt geändert am 9. Juli 2025.

Fundstelle: § 67 HmbHG · Universität Hamburg

Hessen

Regelgrade sind Bachelor und Master; andere akademische Grade nur bei besonderen Studiengestaltungen.

  • Gesetz: Die Hochschule verleiht den Bachelor- und den Mastergrad (§ 26 Abs. 1 HessHG); bei besonderen Studiengestaltungen kann sie in Prüfungsordnungen andere akademische Grade vorsehen (Abs. 2).
  • Beispiele: Beispiel Hochschule für Gestaltung Offenbach, Stand 30.09.2026: Diplomstudiengänge zum Wintersemester 2022/23 von Bachelor und Master abgelöst, das Diplom läuft aus · Beispiel Goethe-Universität Frankfurt, Stand 30.09.2026: Ordnung zur Verleihung des Hochschulgrades Diplom-Juristin oder Diplom-Jurist.

Fundstelle: § 26 HessHG · HfG Offenbach · Goethe-Universität

Mecklenburg-Vorpommern

Das Gesetz sieht Diplom-, Bachelor- und Mastergrad vor; auf Antrag auch das Diplom anstelle des Masters oder, an HAW, des Bachelors.

  • Gesetz: Die Hochschule verleiht einen Diplom-, einen Bachelor- oder einen Mastergrad (§ 41 Abs. 1 S. 1 LHG M-V); HAW verleihen den Diplomgrad mit dem Zusatz „Fachhochschule (FH)“ (Abs. 2).
  • Anstelle des Masters: Nach Maßgabe der Prüfungsordnung kann die Hochschule auf Antrag nach einem Masterstudium mit mindestens 300 Leistungspunkten, den Bachelor eingerechnet, anstelle des Mastergrades einen Diplomgrad verleihen, wenn die Leistungen denen eines Diplomstudiengangs mindestens gleichwertig sind (§ 41 Abs. 1 S. 3).
  • Anstelle des Bachelors: An HAW kann anstelle eines Bachelorgrades ein Diplomgrad verliehen werden, wenn der Abschluss mindestens 240 Leistungspunkte voraussetzt (§ 41 Abs. 1 S. 4).
  • Beispiele: Beispiel Hochschule Wismar, Stand 30.09.2026: Kommunikationsdesign und Medien, Abschluss Diplom-Designer (FH) · Beispiel hmt Rostock, Stand 30.09.2026: Schauspiel mit Studienabschluss Diplom · Beispiel Universität Greifswald, Stand 30.09.2026: Diplom-Juristin oder Diplom-Jurist nach dem Studium der Rechtswissenschaften.

Fundstelle: § 41 LHG M-V · Hochschule Wismar · hmt Rostock · Universität Greifswald

Niedersachsen

Regelgrade Bachelor und Master; andere Grade in künstlerischen Studiengängen; Diplom-Jurist noch bis Ende 2030.

  • Gesetz: Die Hochschule verleiht einen Bachelor- und einen Mastergrad (§ 8 Abs. 1 NHG); in künstlerischen Studiengängen kann sie andere Grade verleihen (Abs. 2).
  • Übergang: Grade nach altem Recht können noch an Personen verliehen werden, die das Studium der Rechtswissenschaften oder der Lebensmittelchemie bis zum 31. Dezember 2030 abschließen (§ 72 Abs. 3 NHG).
  • Beispiele: Beispiel HBK Braunschweig, Stand 30.09.2026: Freie Kunst, Diplom, zehn Semester · Beispiel Universität Osnabrück, Stand 30.09.2026: Diplom-Juristin oder Diplom-Jurist auf Antrag nach der Ersten Prüfung.

Fundstelle: § 8 NHG · § 72 NHG · HBK Braunschweig · Universität Osnabrück

Nordrhein-Westfalen

Bachelor und Master, andere Grade nur in besonderen Fällen; Diplom (FH) an den Hochschulen für den öffentlichen Dienst.

  • Gesetz: Die Hochschule verleiht einen Bachelorgrad oder einen Mastergrad; andere akademische Grade nur in besonderen Fällen (§ 66 Abs. 1 HG). Kunsthochschulen stellen auf Bachelor und Master um, nicht aber in der Freien Kunst (§ 52 Abs. 4 KunstHG).
  • Öffentlicher Dienst: Aufgrund der Laufbahnprüfung verleiht die Hochschule für den öffentlichen Dienst einen Diplomgrad mit dem Zusatz „Fachhochschule“ („FH“) (§ 27 Abs. 1 FHGöD).
  • Beispiele: Beispiel Kunsthochschule für Medien Köln, Stand 30.09.2026: Diplom im Studiengang Mediale Künste · Beispiel Hochschule für Finanzen NRW, Stand 30.09.2026: akademischer Grad Diplom-Finanzwirtin (FH) oder Diplom-Finanzwirt (FH).

Fundstelle: § 66 HG · § 52 KunstHG · § 27 FHGöD · KHM Köln · Finanzverwaltung NRW

Rheinland-Pfalz

Diplom nur in Studiengängen, die es am 1. September 2010 schon gab; an HAW mit dem Zusatz „(FH)“.

  • Gesetz: Die Hochschule verleiht in der Regel einen Bachelor- oder Mastergrad (§ 30 Abs. 1 HochSchG). In am 1. September 2010 vorhandenen anderen Studiengängen kann sie einen Diplomgrad verleihen, an HAW mit dem Zusatz „(FH)“ (Abs. 2).
  • Beispiel: Beispiel Kunsthochschule Mainz, Stand 30.09.2026: Studiengang Diplom Freie Bildende Kunst.

Fundstelle: § 30 HochSchG · Kunsthochschule Mainz

Saarland

Universität und htw saar: Diplom nur in auslaufenden Studiengängen. Die HBK Saar verleiht Diplom, Bachelor oder Master.

  • Gesetz: Abweichend von der Regel Bachelor und Master kann die Hochschule in auslaufenden Studiengängen einen Diplom- oder Magistergrad verleihen (§ 66 Abs. 1 SHSG); neue Studiengänge werden gestuft eingerichtet (§ 58 Abs. 2). Die Hochschule der Bildenden Künste Saar verleiht einen Diplom-, Bachelor- oder Mastergrad (§ 64 Abs. 1 Kunsthochschulgesetz).
  • Beispiel: Beispiel HBKsaar, Stand 30.09.2026: wahlweise Bachelor oder Diplom, im Diplomstudiengang zehn Semester.

Fundstelle: § 66 SHSG · § 64 KhG · HBKsaar

Sachsen

Das Gesetz nennt das Diplom neben Bachelor und Master — für Universitäten, HAW und die Duale Hochschule.

  • Gesetz: Die Hochschulen verleihen den Bachelorgrad, den Mastergrad und den Diplomgrad mit Angabe der Fachrichtung oder Berufsbezeichnung; an Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit dem Zusatz „Fachhochschule“ oder „FH“, an der Dualen Hochschule Sachsen mit „Duale Hochschule“ oder „DH“ (§ 40 Abs. 1 SächsHSG).
  • Studiendauer: Diplomstudiengänge an HAW und Dualer Hochschule höchstens acht Semester, sonst höchstens neun, in Ausnahmefällen zehn (§ 34 Abs. 2 SächsHSG).
  • Beispiele: Beispiel TU Dresden, Stand 30.09.2026: Maschinenbau mit Abschluss Diplom, Regelstudienzeit zehn Semester · Beispiel HTW Dresden, Stand 30.09.2026: Bauingenieurwesen, Diplom-Ingenieur/-in (FH) · Beispiel Duale Hochschule Sachsen, Stand 30.09.2026: Bauingenieurwesen mit Abschluss Dipl.-Ing. (DH) · Beispiel TU Chemnitz, Stand 30.09.2026: Diplom Maschinenbau ab Wintersemester 2026/2027 nur noch Einschreibung in höhere Semester.

Fundstelle: § 40 SächsHSG · TU Dresden · HTW Dresden · DHSN · TU Chemnitz

Sachsen-Anhalt

Diplomstudiengänge nur in begründeten Fällen; an HAW mit dem Zusatz „(FH)“.

  • Gesetz: In einem Diplomstudiengang verleiht die Hochschule den Diplomgrad mit Angabe der Fachrichtung, an HAW mit dem Zusatz (FH) (§ 17 Abs. 1 Nr. 4 HSG LSA). Die Hochschulen sollen Bachelor- und Masterstudiengänge einrichten; in begründeten Fällen kann ein Studiengang mit einem Diplom abschließen (§ 9 Abs. 7).
  • Beispiel: Beispiel Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Stand 30.09.2026: Malerei/Grafik und Plastik, Diplomgrad „Diplom für Bildende Kunst“.

Fundstelle: § 17 HSG LSA · § 9 HSG LSA · Burg Giebichenstein

Schleswig-Holstein

Der Diplomgrad steht im Gesetz neben Bachelor und Master; es spricht von „noch bestehenden“ Diplomstudiengängen.

  • Gesetz: Die Hochschule verleiht den Bachelorgrad, den Mastergrad und den Diplomgrad mit Angabe der Fachrichtung; nach einem HAW-Studium mit dem Zusatz „Fachhochschule“ oder „FH“ (§ 53 Abs. 1 HSG).
  • Studiengänge: „Noch bestehende Diplomstudiengänge“ können eine Abschlussprüfung vorsehen (§ 51 Abs. 1 S. 2); jeder neue Studiengang braucht die Zustimmung des Ministeriums (§ 49 Abs. 7).

Fundstelle: § 53 HSG · § 51 HSG

Thüringen

Das Gesetz kennt den Diplomgrad; Studiengänge sind aber Bachelor und Master, Abweichung nur aus wichtigen Gründen.

  • Gesetz: Die Hochschulen verleihen den Bachelor-, Master-, Diplom- oder Magistergrad; Diplomgrade der HAW mit dem Zusatz „Fachhochschule“ („FH“) (§ 58 Abs. 1 ThürHG). Von der gestuften Struktur kann nur bei Vorliegen wichtiger Gründe abgewichen werden (§ 50 Abs. 1); § 52 nennt „noch vorhandene“ Diplomstudiengänge.
  • Beispiel: Beispiel Bauhaus-Universität Weimar, Stand 30.09.2026: Freie Kunst mit dem Abschluss Diplom, neun Semester.

Fundstelle: § 58 ThürHG · § 50 ThürHG · Bauhaus-Universität Weimar

Diplom zusätzlich zu Bachelor oder Master: Geht das?

Zwei Grade für denselben Abschluss — etwa Master und Diplom auf zwei Urkunden — schließen die Vorgaben der Kultusministerkonferenz aus: „desgleichen kann mit Abschluss eines Bachelor- oder Masterstudiengangs nicht zugleich ein Diplom- oder Magistergrad verliehen werden“ (Strukturvorgaben, Ziffer A 5.1). Die Musterrechtsverordnung von 2024 bestätigt das: Nach einem Bachelor- oder Masterstudiengang wird „jeweils nur ein Grad, der Bachelor- oder Mastergrad, verliehen“, außer bei einem Multiple-Degree-Abschluss (§ 6 Abs. 1 Musterrechtsverordnung). Drei Wege kommen dem nahe:

  • Diplom anstelle des Masters (Mecklenburg-Vorpommern): Auf Antrag und nach der Prüfungsordnung kann die Hochschule nach einem Masterstudium mit mindestens 300 Leistungspunkten, den Bachelor eingerechnet, statt des Mastergrades einen Diplomgrad verleihen; an HAW nach mindestens 240 Leistungspunkten statt des Bachelors (§ 41 Abs. 1 LHG M-V). Man wählt dann eine der beiden Urkunden.
  • Vermerk im Zeugnis: In den Abschlussdokumenten darf stehen, dass das Qualifikationsniveau eines Bachelorabschlusses dem eines Diploms (FH) entspricht, das eines Masterabschlusses dem eines Universitätsdiploms (§ 6 Abs. 3 Musterrechtsverordnung). Solche Äquivalenzbescheinigungen sind nach der Begründung der Verordnung „an einigen Hochschulen bereits Praxis“.
  • Diplom oder Bachelor und Master am selben Ort (Sachsen): Beispiel TU Chemnitz, Stand 30.09.2026: Der Diplomstudiengang Maschinenbau wird „zusätzlich zu den bestehenden Bachelor- und Master-Studiengängen“ angeboten — man wählt den einen oder den anderen Weg; ab dem Wintersemester 2026/2027 ist dort nur noch die Einschreibung in höhere Semester möglich.

In künstlerischen Studiengängen erlaubt Baden-Württemberg andere Grade auch zusätzlich zu Bachelor oder Master (§ 36 Abs. 3 LHG).

Ist ein Diplom gleichwertig mit Master oder Bachelor? KMK, HQR und DQR

Die Kultusministerkonferenz hat die Gleichwertigkeit bei der Umstellung festgelegt: Bachelorabschlüsse verleihen „grundsätzlich dieselben Berechtigungen wie Diplomabschlüsse an Fachhochschulen“, Masterabschlüsse „dieselben Berechtigungen wie Diplom- und Magisterabschlüsse an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen“ (Strukturvorgaben, Ziffer A 8). Dazu steht dort: „Laufbahnrechtliche Regelungen der Länder bleiben davon unberührt.“

AbschlussQualifikationsrahmen (HQR)DQR-Liste
Diplom (Univ.), Magister2. Stufe: Master-EbeneNiveau 7, „Master und gleichgestellte Abschlüsse“
Diplom (FH)1. Stufe: Bachelor-EbeneNiveau 6, „Bachelor und gleichgestellte Abschlüsse“

Quellen: Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse (KMK, 16.02.2017), Anlage 1; Liste der zugeordneten Qualifikationen (DQR, Stand 1. August 2025), die unter Niveau 6 und 7 dieselbe Tabelle zeigt.

Was die Einstufung nicht leistet: Nach dem gemeinsamen Beschluss von Bund und Ländern verleiht die Zuordnung zu einem DQR-Niveau „keine Berechtigung“ (Gemeinsamer Beschluss zum DQR, Art. 1 Abs. 2). Die Zuordnung ersetzt nach demselben Beschluss das bestehende Berechtigungssystem nicht; maßgeblich bleiben die Gleichstellung der Kultusministerkonferenz und das jeweilige Tarif- oder Laufbahnrecht (nächster Abschnitt).

Promotion: Als Zugang zur Promotion nennt der Qualifikationsrahmen einen Master oder ein Diplom einer Universität, Kunst- oder Musikhochschule, außerdem ein „besonders qualifiziertes Diplom FH“. Die Voraussetzungen im Einzelnen erklärt Voraussetzungen für die Promotion.

Was ist ein Diplom im öffentlichen Dienst wert? E 13 oder E 9b

Wo der Arbeitgeber den TV-L anwendet, nennt dessen Entgeltordnung das Diplom ausdrücklich (Anlage A zum TV-L, Teil I, Protokollerklärungen):

  • Uni-Diplom = wissenschaftliche Hochschulbildung. „Eine abgeschlossene wissenschaftliche Hochschulbildung liegt vor, wenn das Studium mit einer ersten Staatsprüfung oder mit einer Diplomprüfung oder mit einer Masterprüfung oder mit einer Magisterprüfung beendet worden ist“ (Nr. 1 Abs. 2) — an einer wissenschaftlichen Hochschule und mit einer Mindeststudienzeit von mehr als sechs Semestern (Nr. 1 Abs. 1 und 3). Das ist das Merkmal der Entgeltgruppe 13: „Beschäftigte mit abgeschlossener wissenschaftlicher Hochschulbildung und entsprechender Tätigkeit“.
  • Diplom (FH) = Hochschulbildung. „Eine abgeschlossene Hochschulbildung liegt vor, wenn von einer Hochschule im Sinne des § 1 Hochschulrahmengesetz (HRG) ein Diplomgrad mit dem Zusatz „Fachhochschule“ („FH“), ein anderer nach § 18 HRG gleichwertiger Abschlussgrad oder ein Bachelorgrad verliehen wurde“ (Nr. 11 Abs. 1). Das ist ein Merkmal der Entgeltgruppe 9b: Fallgruppe 3 nennt Beschäftigte im Büro-, Buchhalterei-, sonstigen Innendienst und im Außendienst „mit abgeschlossener Hochschulbildung und entsprechender Tätigkeit“.

Entscheidend ist in beiden Fällen die „entsprechende Tätigkeit“: Der Abschluss allein bestimmt die Entgeltgruppe nicht. Die genannten Merkmale stehen in Teil I der Entgeltordnung; für Ingenieurinnen und Ingenieure gilt Teil II Abschnitt 22 mit eigenen Merkmalen. Was E 13 in Euro bedeutet, zeigen E13 TV-L und der Gehaltsrechner; die Gruppen darunter E10, E11 und E12.

Beamte: Laufbahn mit Diplom

Für Bundesbeamte verlangt der höhere Dienst „ein mit einem Master abgeschlossenes Hochschulstudium“ oder „ein gleichwertiger Abschluss“, der gehobene Dienst einen Bachelor oder einen gleichwertigen Abschluss (§ 17 BBG); die Bundeslaufbahnverordnung (BLV) vom 11. März 2026 nennt für den höheren Dienst ausdrücklich „einen Abschluss, der einem an einer Hochschule erworbenen Master gleichwertig ist“ (§ 25 Abs. 1). Das Wort „Diplom“ steht dort nicht; welche Abschlüsse gleichwertig sind, ergibt sich aus der Gleichstellung der Kultusministerkonferenz. Die Länder regeln ihre Laufbahnen selbst.

Diplom in Stellenanzeigen

Eine automatische Auswertung der Anzeigentexte aus unserer Stellensuche vom 30. September 2026 ergab: 451 Ausschreibungen in Deutschland nennen das Diplom als Abschluss; bei 426 davon steht Master oder Bachelor unmittelbar daneben (höchstens 140 Zeichen entfernt) — etwa „Master, Diplom oder gleichwertiger Abschluss“ oder „Bachelor, Diplom (FH) oder gleichwertiger Studienabschluss“. Darunter sind 172 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeitende, 68 in der Verwaltung und 53 in Technik und Labor.

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Diplom-Ingenieur: akademischer Grad oder Berufsbezeichnung?

„Diplom-Ingenieur“ ist ein akademischer Grad; „Ingenieurin“ oder „Ingenieur“ ist eine geschützte Berufsbezeichnung. Die Berufsbezeichnung regeln die Ingenieurgesetze der Länder, den Grad das Hochschulrecht. Sachsen sagt es ausdrücklich: „Das Recht zum Führen akademischer Grade wird nicht berührt“ (§ 1 Abs. 7 SächsIngG).

  • Sachsen: Ingenieur darf sich nennen, wer ein mindestens sechssemestriges Studium in einer technisch-naturwissenschaftlichen Fachrichtung abgeschlossen hat, die überwiegend von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik geprägt ist (§ 1 Abs. 1 SächsIngG).
  • Bayern: grundständiges Studium in einer technisch-naturwissenschaftlichen Fachrichtung, mindestens sechs Semester und 180 Leistungspunkte, in dem Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik überwiegen (Art. 2 BayIngG).
  • Nordrhein-Westfalen: Studium einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung an einer deutschen Hochschule mit der Dauer von mindestens drei Studienjahren (§ 1 IngG NRW).

Wer bis zum Inkrafttreten der neuen Gesetze berechtigt war, behält das Recht (etwa Art. 2 Abs. 1 Nr. 4 BayIngG). Umgekehrt macht die Anerkennung als Ingenieur aus einem ausländischen Abschluss keinen deutschen Diplom-Ingenieur: Nach der Bezirksregierung Düsseldorf ist „die Führung des inländischen Grades „Diplom-Ingenieur/Diplom-Ingenieurin“ mit dieser Genehmigung nicht zulässig“ (Bezirksregierung Düsseldorf).

Diplom, Bachelor oder Master? Die Einschätzung des Verfassers

Einschätzung des Verfassers

Meinung, keine Tatsachenaussage.

Wer 2026 ein Studium beginnt, ist aus meiner Sicht mit Bachelor und Master in den meisten Fällen besser beraten als mit einem Diplom. Als Regelabschluss wurde das Diplom vor rund 15 bis 20 Jahren durch Bachelor und Master abgelöst; ich vermute, dass schon heute viele Personalerinnen und Personaler es nicht aus eigener Erfahrung kennen. Wer ein Uni-Diplom hat, muss befürchten, von Unkundigen wie ein Bachelor eingestuft zu werden – obwohl es amtlich dem Master gleichsteht.

Dass das Diplom nach wie vor weltweit stark anerkannt ist, halte ich für einen Mythos: Ein Abschluss, der seit Langem kaum noch vergeben wird, führt im Ausland eher zu Verwirrung. Wer trotzdem ein Diplom anstrebt, sollte sich vorher erkundigen, ob das Diploma Supplement die Einstufung auf Master-Niveau ausweist.

Die Tatsachen dazu (Stand 30. September 2026):

  • Umstellung: Die Bologna-Erklärung vom 19. Juni 1999 sah ein System vor, das „essentially based on two main cycles, undergraduate and graduate“ ist, und zwar „within the first decade of the third millennium“ (Bologna-Erklärung). Nach den Strukturvorgaben der Kultusministerkonferenz von 2003 (Fassung 2010) ist der Bachelor in einem System mit gestuften Studienabschlüssen der Regelabschluss.
  • Einstufung: Ein Universitätsdiplom steht im Qualifikationsrahmen und in der DQR-Liste auf der Master-Ebene, ein Diplom (FH) auf der Bachelor-Ebene; Masterabschlüsse verleihen „dieselben Berechtigungen wie Diplom- und Magisterabschlüsse an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen“ (oben).
  • Gleichwertigkeit auf Papier: Bei Bachelor- und Masterabschlüssen darf das Abschlussdokument deren Qualifikationsniveau mit dem entsprechenden Diplomabschluss vergleichen (§ 6 Abs. 3 Musterrechtsverordnung); solche Äquivalenzbescheinigungen sind nach der Begründung der Verordnung „an einigen Hochschulen bereits Praxis“.
  • Studienverlauf: In zwei geprüften Diplomstudiengängen wird unterwegs kein Bachelorgrad verliehen, wohl aber ein Zwischenstand bescheinigt. Beispiel TU Dresden, Stand 30.09.2026: Die Prüfungsordnung Maschinenbau verleiht einen Hochschulgrad erst mit bestandener Diplomprüfung und nennt keinen Bachelorgrad; über bestandene Modulprüfungen gibt es ein „Zeugnis (Zwischenzeugnis)“. Beispiel Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Stand 30.09.2026: Die Diplomprüfungsordnung für Malerei/Grafik und Plastik nennt keinen Bachelorgrad; die Diplomvorprüfung schließt das Grundstudium ab, über sie wird ein Zeugnis ausgestellt.
  • Diploma Supplement: Urkunden, mit denen ein Hochschulgrad verliehen wird, werden etwa in Berlin mit einer deutsch- und englischsprachigen Anlage verbunden, „die den Hochschulgrad insbesondere im Hinblick auf die erworbenen Kompetenzen erläutert (Diploma Supplement)“ (§ 34 Abs. 2 BerlHG).
  • Beide Grade zugleich: Für denselben Abschluss schließen die Vorgaben der Kultusministerkonferenz das aus; welche Wege es gibt, steht im Abschnitt Diplom zusätzlich zu Bachelor oder Master.

Offene Stellen mit Diplom oder Master

Die größte Gruppe der Ausschreibungen, die das Diplom nennen, sind Stellen für wissenschaftliche Mitarbeitende (172 von 451 am 30. September 2026). Sie stehen unter Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter. Darunter stehen aktuelle Ausschreibungen aus unserer Stellensuche. Wie man die Entgeltgruppe einer Anzeige einordnet, steht im Abschnitt öffentlicher Dienst.

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Häufige Fragen zum Diplom

Was ist ein Diplom?

Ein akademischer Grad, den eine Hochschule nach bestandener Hochschulprüfung mit Angabe der Fachrichtung verleiht, etwa Diplom-Ingenieur oder Diplom-Jurist. Bis zur Umstellung auf Bachelor und Master gehörte es neben dem Magister zu den herkömmlichen Hochschulabschlüssen.

Gibt es das Diplom noch?

Ja, in bestimmten Ländern und Bereichen. Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern nennen es im Hochschulgesetz neben Bachelor und Master; Kunst- und Gestaltungshochschulen bieten Diplomstudiengänge an, etwa in der Freien Kunst; einzelne Hochschulen für den öffentlichen Dienst verleihen das Diplom (FH). Wie jedes Land es regelt, zeigt die Länderkarte.

Ist ein Diplom gleichwertig mit einem Master?

Ein Diplom einer Universität ja: Masterabschlüsse verleihen nach der Kultusministerkonferenz dieselben Berechtigungen wie Diplom- und Magisterabschlüsse an Universitäten. Qualifikationsrahmen und DQR-Liste ordnen das Universitätsdiplom der Master-Ebene zu (DQR-Niveau 7).

Ist ein Diplom (FH) ein Bachelor?

Es steht auf derselben Stufe: Bachelorabschlüsse verleihen „grundsätzlich dieselben Berechtigungen wie Diplomabschlüsse an Fachhochschulen“. Qualifikationsrahmen und DQR-Liste ordnen das Diplom (FH) der Bachelor-Ebene zu (DQR-Niveau 6).

Was bedeutet Dipl.-Ing.?

Diplom-Ingenieurin oder Diplom-Ingenieur, ein akademischer Grad. In den gezeigten Beispielen legt die Prüfungsordnung der Hochschule die Abkürzung fest; ein Diplom einer HAW trägt den Zusatz (FH), eines der Dualen Hochschule Sachsen den Zusatz (DH).

Darf ich mich mit Diplom „Ingenieur“ nennen?

Die Berufsbezeichnung regeln die Ingenieurgesetze der Länder: Sachsen und Bayern verlangen ein mindestens sechssemestriges Studium einer technisch-naturwissenschaftlichen Fachrichtung, Nordrhein-Westfalen ein Studium einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung von mindestens drei Studienjahren. Ob ein Diplom das erfüllt, hängt vom Studiengang ab; das Recht, den akademischen Grad zu führen, berührt das sächsische Gesetz ausdrücklich nicht.

Welche Entgeltgruppe bekomme ich mit Diplom im öffentlichen Dienst?

Im TV-L ist ein Universitätsdiplom eine abgeschlossene wissenschaftliche Hochschulbildung, das Merkmal der Entgeltgruppe 13; das Diplom (FH) ist eine abgeschlossene Hochschulbildung, ein Merkmal der Entgeltgruppe 9b (Fallgruppe 3, Büro-, Innen- und Außendienst). Entscheidend ist jeweils die entsprechende Tätigkeit; der Abschluss allein bestimmt die Entgeltgruppe nicht.

Kann man mit Diplom promovieren?

Ein Universitätsdiplom liegt auf der Master-Ebene; der Qualifikationsrahmen nennt es als Zugang zur Promotion. Automatisch ist die Zulassung nicht: In Sachsen etwa „kann“ zugelassen werden, wer einen Diplom-, Master- oder Magistergrad erworben hat (§ 41 Abs. 2 SächsHSG). Beim Diplom (FH) nennt der Qualifikationsrahmen ein besonders qualifiziertes Diplom.

Kann man Master und Diplom gleichzeitig bekommen?

Für denselben Abschluss nicht: Die Vorgaben der Kultusministerkonferenz schließen aus, mit einem Bachelor- oder Masterstudiengang zugleich einen Diplomgrad zu verleihen. In Mecklenburg-Vorpommern kann die Hochschule auf Antrag anstelle des Masters ein Diplom verleihen; im Zeugnis darf die Gleichwertigkeit vermerkt werden.

Welches DQR-Niveau hat das Diplom?

Das Universitätsdiplom steht in der DQR-Liste auf Niveau 7 bei „Master und gleichgestellte Abschlüsse“, das Diplom (FH) auf Niveau 6 bei „Bachelor und gleichgestellte Abschlüsse“. Eine Berechtigung verleiht die Zuordnung nach dem DQR-Beschluss nicht.

Quellen

Bund, Kultusministerkonferenz, DQR

Ingenieurgesetze

Hochschulgesetze der Länder und Beispiele von Hochschulen

Geltung: Gesetze in der am 30. September 2026 gültigen Fassung; die Hochschulbeispiele und die Zahlen zu den Ausschreibungen geben den Stand vom 30. September 2026 wieder.