Graduiertenkolleg: Was das DFG-Programm ist, was es zahlt und wie man hineinkommt
Ein Graduiertenkolleg ist ein Promotionsprogramm einer Hochschule, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bis zu neun Jahre fördert: Fünf bis zehn Professorinnen und Professoren betreuen gemeinsam eine Gruppe von Promovierenden zu einem festen Forschungsthema, mit eigenem Qualifizierungsprogramm. Wer hineinkommt, promoviert in der Regel auf einer Stelle nach TV-L E 13 — je nach Fach zu 65 bis 100 % — und wird bis zu 48 Monate finanziert. Beworben wird sich beim Kolleg, nicht bei der DFG. Derzeit laufen gut 210 Kollegs.
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Kurz gesagt
Für wen ist dieser Artikel?
- Wer nach dem Master eine Promotionsstelle sucht und überlegt, ob ein Kolleg mit Gruppe, Programm und zwei Betreuenden besser passt als die Promotion am Lehrstuhl.
- Wer eine Kolleg-Ausschreibung vor sich hat und wissen will, was Stellenumfang, Laufzeit und Bewerbungsunterlagen bedeuten.
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Inhalt
Ein Graduiertenkolleg ist kein eigener Abschluss und kein Studiengang: Am Ende steht dieselbe Promotion wie bei jeder anderen Promotion an der Universität. Anders sind der Rahmen — Gruppe, Programm, zwei Betreuende — und die Finanzierung, die an die Förderzeit des Kollegs gebunden ist. Diese Seite erklärt beides mit den Regeln der DFG, zeigt, was ein Kolleg zahlt, wie man sich bewirbt, und hilft bei der Entscheidung zwischen Kolleg und Individualpromotion. Den Überblick über alle Wege zur Promotion gibt die Seite Promotion.
Was ist ein Graduiertenkolleg?
Die DFG beschreibt Graduiertenkollegs als „Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung von Forscher*innen in frühen Karrierephasen, die von der DFG für maximal neun Jahre gefördert werden“; im Mittelpunkt steht „die Qualifizierung von Doktorand*innen im Rahmen eines thematisch fokussierten Forschungsprogramms sowie eines strukturierten Qualifizierungskonzepts“ (DFG-Programmseite). Das Merkblatt der DFG nennt die Eckpunkte:
- Träger: eine kleine Gruppe von etwa fünf bis zehn Hochschullehrerinnen und -lehrern; die Sprecherin oder der Sprecher muss unbefristet berufene Professorin oder unbefristet berufener Professor sein.
- Größe: In neun Jahren werden in der Regel bis zu 30 Promovierende aus Kollegmitteln finanziert; daneben gibt es assoziierte Promovierende mit anderer Finanzierung.
- Ziel: eine eigenständige Forschungsleistung „in der Regel drei bis maximal vier Jahren“; das Programm soll die Promotion nicht verlängern.
- Betreuung: durch zwei Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler oder ein Betreuungsgremium.
- Auswahl: über „ein transparentes und kompetitives Verfahren zur Auswahl der Doktorand*innen aus dem In- und Ausland“.
Quelle: DFG-Vordruck 50.07 (Stand 01/25), Abschnitte I.2–I.4. Im Jahresbericht 2025 schreibt die DFG, das Programm sei „vor 35 Jahren eingeführt“ worden (DFG-Jahresbericht 2025).
Internationale Graduiertenkollegs und Kollegs in Sonderforschungsbereichen
Ein Internationales Graduiertenkolleg (IGK, englisch IRTG) verbindet eine Gruppe an einer deutschen Hochschule mit einer Partnergruppe im Ausland: Auf beiden Seiten stehen etwa fünf bis zehn Hochschullehrende, betreut wird doppelt, und die Promovierenden verbringen insgesamt sechs bis zwölf Monate am Partnerstandort; die DFG finanziert nur die deutsche Seite (Vordruck 50.07, Teil III). Ein Integriertes Graduiertenkolleg ist dagegen ein Teilprojekt in einem Sonderforschungsbereich (50.07, I.4.4; DFG-FAQ).
Graduiertenkolleg, Graduiertenschule, Promotionskolleg: Was ist der Unterschied?
Die drei Begriffe klingen ähnlich, bezeichnen aber verschiedene Dinge:
| Graduiertenkolleg | Graduiertenschule | Promotionskolleg | |
|---|---|---|---|
| Was es ist | „kleinere, thematisch fokussierte“ Einheit mit eigenem Forschungsprogramm | „übergeordnete Einrichtung“ einer Hochschule mit Kursen, Beratung und Standards für viele Fächer | Einrichtung von Hochschulen für angewandte Wissenschaften, die selbst zur Promotion führt |
| Gemeinsames Forschungsthema | ja | nicht zwingend; meist breiter als ein Kolleg | nach Fachrichtung |
| Dauer | befristet, höchstens neun Jahre DFG-Förderung | hochschulweite Einrichtung; Dauer nach Satzung bzw. Trägermodell | nach Landesrecht |
| Angebot | Promotionsstellen aus DFG-Mitteln, Programm, Betreuung | Kurse, Beratung, Standards (Beispiel TU Dresden) | je nach Einrichtung |
| Vertieft | diese Seite | dieser Abschnitt | Promotionsrecht an Hochschulen |
Die Gegenüberstellung von Kolleg und Graduiertenschule stammt von der DFG selbst: Ein Kolleg kann in eine Graduiertenschule eingebunden sein und deren Angebote nutzen, muss aber einen eigenen Mehrwert zeigen (DFG-Vordruck 1.309, Stand 08/22). Hochschulweite Graduiertenschulen heißen auch Graduate School, Graduiertenakademie oder Graduiertenzentrum; die Graduiertenakademie der TU Dresden etwa versteht sich als „zentrale Anlauf- und Servicestelle für alle Nachwuchswissenschaftler:innen“ (TU Dresden). Wer „Graduiertenschule“ sucht, findet deshalb meist die Einrichtung der eigenen Hochschule.
Eine eigene Förderlinie „Graduiertenschulen“ gab es in der Exzellenzinitiative von DFG und Wissenschaftsrat — sie lief bis 2017, mit Auslauffinanzierung bis 2019 (DFG); die heutige Exzellenzstrategie kennt nur noch Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten (DFG). Amtlich zählen Graduiertenkollegs, Graduiertenschulen, Promotionsprogramme und -studiengänge gemeinsam als „strukturierte Promotionsprogramme“: 2025 waren 48.099 von 216.240 Promovierenden in einem solchen Programm (Destatis, Tabelle 21352-12); die Zahl umfasst Graduiertenkollegs, Graduiertenschulen, Promotionsprogramme und Promotionsstudiengänge gemeinsam.
Wie lange läuft die Finanzierung – und was passiert, wenn das Kolleg endet?
Für Bewerberinnen und Bewerber zählt vor allem, wie lange das Geld reicht. Das hängt nicht nur am eigenen Vertrag, sondern an der Förderphase des Kollegs:
| Baustein | Regel der DFG | Fundstelle |
|---|---|---|
| Förderdauer des Kollegs | höchstens neun Jahre; ab Mai 2022 bewilligt: fünf plus vier Jahre, vorher zweimal viereinhalb | 50.07, I.5 |
| Finanzierung je Promovierender | bis zu 48 Monate; bei Kollegs mit Einrichtungsentscheidung bis einschließlich November 2021 in der Regel 36 Monate | 2.22, Ziff. 4.1.3.1.1; DFG-FAQ |
| Ende der Finanzierung | mit Ablauf des Monats der letzten mündlichen Prüfung | 2.22, Ziff. 4.1.3.1.1 |
| Abschlussförderung | gewährt die DFG nicht; Betreuende oder Universität sind gefragt | DFG-FAQ |
| Wenn das Kolleg endet | nach der ersten Förderperiode bis zu 12 Monate Auslauffinanzierung, nach der zweiten keine | 2.22, Ziff. 14.1–14.2 |
| Befristung des Vertrags | die DFG empfiehlt die Qualifizierungsbefristung nach § 2 Abs. 1 WissZeitVG | 2.22, Ziff. 4.1.3.1.1 |
| Postdoc-Stellen im Kolleg | seit Beschluss vom 15.11.2024 bis auf Weiteres ausgesetzt | 50.07, I.3 |
Vordruck 50.07 (01/25), Verwendungsrichtlinien 2.22 (01/26), DFG-FAQ (aktualisiert 11.06.2026).
Was bedeutet das für mich? Fragen Sie vor der Zusage, seit wann das Kolleg läuft und in welcher Förderperiode es steht — das Startjahr zeigt die GEPRIS-Liste der DFG. Wer spät in die zweite Periode einsteigt, sollte sich zusichern lassen, wie der Abschluss finanziert wird. Und: Mitglied im Kolleg heißt nicht automatisch Stelle aus Kollegmitteln — 2025 wurden 65 % der Promovierenden in Kollegs ganz oder teilweise aus Kollegmitteln bezahlt (DFG-Statistik Graduiertenkollegs 2026).
Was verdient man im Graduiertenkolleg?
In einem Graduiertenkolleg promoviert man heute in der Regel mit Arbeitsvertrag. Die DFG bewilligt Mittel für „65 Prozent bis 100 Prozent einer Vollzeitstelle TV-L E13“; den Umfang legen ihre Fachkollegien je Fach fest — vor 2009 waren überwiegend 50-Prozent-Stellen oder Stipendien üblich (DFG-FAQ). Stipendien sind nur noch die Ausnahme, mit schriftlicher Zustimmung der DFG (2.22, Ziff. 4.1.2).
| Fächer (DFG-Fachkollegien) | üblicher Umfang | E 13 Stufe 1, brutto | Netto |
|---|---|---|---|
| Alte Kulturen, Kunst-, Musik-, Theater- und Medienwissenschaften, Sprach- und Literaturwissenschaften, Theologie, Philosophie | in der Regel 65 % | 3.093,59 € | 2.056,08 € |
| Geschichtswissenschaften | bis zu 65 % | bis 3.093,59 € | Rechner |
| Biologie, Medizin, Neurowissenschaften, Agrar-, Forstwissenschaften und Tiermedizin | in der Regel 65 % | 3.093,59 € | 2.056,08 € |
| Chemie | in der Regel 67 % | 3.188,78 € | Rechner |
| Sozial- und Kulturanthropologie, Religionswissenschaft u. a. | in der Regel 75 % | 3.569,53 € | Rechner |
| Erziehungs-, Wirtschafts-, Rechtswissenschaften, Psychologie, Sozialwissenschaften | bis zu 75 % | bis 3.569,53 € | Rechner |
| Physik, Mathematik, Geowissenschaften | in der Regel bis zu 75 % | bis 3.569,53 € | Rechner |
| Ingenieurwissenschaften, Informatik, Bauwesen und Architektur | bis zu 100 % | bis 4.759,37 € | 2.928,23 € |
Umfang: DFG-Vordruck 55.02 (Stand 10/24) — ausdrücklich eine „Leitlinie“, auch ein höherer Umfang kann angemessen sein. Brutto: TV-L Anlage B, gültig 01.04.–31.12.2026, anteilig nach § 24 Abs. 2 TV-L. Netto: Beispielrechnung mit unserem Gehaltsrechner, Stand 29.09.2026, Steuerklasse I, ohne Kinder und Kirchensteuer, gesetzlich versichert, Nordrhein-Westfalen.
Mit der Zeit steigt das Gehalt: Nach einem Jahr folgt Stufe 2, nach drei Jahren Stufe 3 (E13 TV-L: Stufen und Netto). Die Leitlinie ist keine Garantie — eine Chemie-Stelle im GRK 2670 der Universität Halle war 2026 mit 65 % und 36 Monaten ausgeschrieben (Ausschreibung). Maßgeblich ist, was in der Ausschreibung und im Vertrag steht. Eine Stelle unter 100 % bedeutet weniger Geld, nicht weniger Arbeit an der Dissertation.
Wenn doch ein Stipendium: Das Promotionsstipendium beträgt 1.650 € im Monat plus 103 € Sachkostenzuschuss; für Bachelor-Absolventen gibt es Qualifizierungsstipendien über 992 € für höchstens zwölf Monate (2.22, Ziff. 4.2.2–4.2.4). Ein Stipendium begründet kein Arbeitsverhältnis (Ziff. 4.2.1) — was das bedeutet, vergleicht Stipendium oder Stelle.
Wie viele Graduiertenkollegs gibt es?
Zum Stichtag 1. Mai 2026 förderte die DFG 212 Graduiertenkollegs, darunter 28 internationale, mit rund 297 Mio. Euro im Jahr (DFG-Programmseite). Die laufende Liste der DFG zählte am 1. Oktober 2026 211 Kollegs (GEPRIS, eigene Zählung), verteilt so:
| Wissenschaftsbereich | Graduiertenkollegs | davon international |
|---|---|---|
| Lebenswissenschaften | 80 | 10 |
| Geistes- und Sozialwissenschaften | 54 | 4 |
| Naturwissenschaften | 46 | 10 |
| Ingenieurwissenschaften | 31 | 4 |
| Insgesamt | 211 | 28 |
Über das ganze Jahr 2025 gerechnet waren 237 Kollegs in der Förderung; 29 kamen neu hinzu. Im zweistufigen Antragsverfahren liegt die Erfolgsquote bei „circa 35 Prozent“, gefördert wurden Promovierende mit 2.666 Personenjahren (DFG-Jahresbericht 2025). In den Kollegs sind 54 % der Promovierenden Frauen, und 27 % wurden 2025 aus dem Ausland gewonnen (DFG-Statistik 2026).
Wie bewirbt man sich für ein Graduiertenkolleg?
Die Stellen vergibt das Kolleg selbst — „bitte bewerben Sie sich daher direkt bei den Leitungspersonen“; bei der DFG kann man sich nicht um einen Platz bewerben (DFG-FAQ). Viele Kollegs schreiben ihre Stellen als Jahrgang aus, oft auf Englisch. Was verlangt wird, zeigt ein Beispiel:
- Exposé zum eigenen Vorhaben im Themenrahmen des Kollegs, höchstens fünf Seiten, mit Zeitplan und Gliederung
- Motivationsschreiben (Statement of purpose)
- Lebenslauf, Zeugnisse und die letzte Abschlussarbeit
- ein Empfehlungsschreiben
- Deutsch- und Englischkenntnisse; bei Abschlüssen aus dem Ausland eine Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen
Beispiel Universität Halle, GRK 2999, Ausschreibung vom 01.07.2026 (fünf Stellen zu 65 %, bis zu vier Jahre). Andere Kollegs verlangen weniger oder anderes.
Das Exposé ist ein zentraler Teil der Bewerbung. Ein gutes Exposé für ein Kolleg arbeitet auf drei Ebenen: die eigene Forschungsfrage, ihr Beitrag zum Thema des Kollegs und der Nutzen, den das Programm für das Vorhaben hat. Wer die Publikationen der beteiligten Professorinnen und Professoren und die bisherigen Dissertationsthemen liest, sieht, wo das eigene Projekt anschließt. Mehr: Exposé für die Dissertation.
Mit Bachelor? Einige Kollegs bieten Qualifizierungsstipendien für höchstens zwölf Monate an (DFG-FAQ) — aber nur, wenn die Promotionsordnung der Universität den Weg vom Bachelor zur Promotion zulässt (Fast-Track-Promotion).
Graduiertenkolleg oder Individualpromotion?
Die Individualpromotion ist der klassische Weg: Thema und Betreuung werden mit einer Professorin oder einem Professor vereinbart, finanziert über eine Stelle am Lehrstuhl oder in einem Projekt, ein Stipendium oder den Beruf. Das Kolleg bietet mehr Struktur, verlangt aber mehr Anpassung. Rund vier von fünf Promovierenden promovieren 2025 ohne strukturiertes Programm (168.141 von 216.240, Destatis).
| Kriterium | Graduiertenkolleg | Individualpromotion |
|---|---|---|
| Thema | muss ins Forschungsprogramm des Kollegs passen | frei mit der Betreuung vereinbart |
| Finanzierung | in der Regel Arbeitsvertrag E 13, 65–100 % je Fach, bis 48 Monate | offen: Stelle, Stipendium, Beruf — je nach Vertrag |
| Betreuung | zwei Betreuende oder ein Gremium | meist eine Betreuungsperson |
| Programm | Kurse, Workshops, Gäste — Pflicht, kostet Zeit | keine Pflicht, Struktur selbst organisieren |
| Gruppe | Jahrgang von Beginn an | muss selbst gesucht werden |
| Zugang | öffentliche, wettbewerbliche Ausschreibung | Absprache mit der Betreuung, Annahme nach Promotionsordnung |
| Risiko | Finanzierung hängt an der Förderzeit des Kollegs | Abhängigkeit von einer Person, Vereinzelung |
Unsere Einschätzung: Ein Kolleg passt, wenn Ihr Thema ins Programm passt, Sie eine finanzierte Stelle mit klarer Laufzeit wollen und Austausch Sie trägt. Die Individualpromotion passt, wenn Sie ein eigenes Thema mitbringen, eine Betreuung haben, der Sie vertrauen, oder neben dem Beruf promovieren.
Die versteckten Kosten eines Programms: Pflichtkurse, Kolloquien, Retreats und Lehre binden Zeit. Fragen Sie vor der Zusage: Wie viele Kursstunden sind Pflicht, gibt es Anwesenheitspflichten, wird Lehre erwartet — und wer sitzt im Betreuungskomitee?
Wie die anderen Wege aussehen: Promotion: die vier Wege im Vergleich, berufsbegleitend promovieren und Promotionsstipendium.
Stellen in Graduiertenkollegs finden
Kollegstellen stehen zwischen den übrigen Promotionsstellen; erkennbar sind sie in der Anzeige an „Graduiertenkolleg“, „GRK“ oder „Research Training Group“. Die Seite Doktorandenstellen (1.187) sammelt alle offenen Stellen der wissenschaftlichen Mitarbeit ohne Postdoc-Stellen; darunter stehen die neuesten Ausschreibungen. Die Liste aller laufenden Kollegs mit Thema, Ort und Startjahr führt die DFG in GEPRIS.
Passende Stellen
1.187 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeitende aktuell ausgeschrieben
Häufige Fragen zum Graduiertenkolleg
Bekommt man im Graduiertenkolleg ein Gehalt oder ein Stipendium?
In der Regel ein Gehalt: Die DFG bewilligt Mittel für 65 bis 100 Prozent einer Stelle nach TV-L E13, je nach Fach. Stipendien sind nur noch ausnahmsweise mit Zustimmung der DFG möglich; dann gibt es 1.650 Euro im Monat plus 103 Euro Sachkostenzuschuss.
Wie lange dauert die Promotion im Graduiertenkolleg?
Die DFG erwartet eine eigenständige Forschungsleistung in der Regel in drei bis höchstens vier Jahren. Finanziert werden bis zu 48 Monate, bei Kollegs mit Einrichtungsentscheidung bis einschließlich November 2021 in der Regel 36 Monate. Die Finanzierung endet mit dem Monat der letzten mündlichen Prüfung.
Was ist der Unterschied zwischen Graduiertenkolleg und Graduiertenschule?
Ein Graduiertenkolleg ist eine kleine, befristete Einheit mit einem gemeinsamen Forschungsthema und eigenen Stellen. Eine Graduiertenschule ist meist eine übergeordnete Einrichtung einer Hochschule mit Kursen, Beratung und Standards für viele Fächer; ein Kolleg kann in sie eingebunden sein.
Kann ich mich bei der DFG für ein Graduiertenkolleg bewerben?
Nein. Die Stellen vergibt das Kolleg selbst; beworben wird sich bei der Sprecherin oder dem Sprecher bzw. auf die Ausschreibung des Kollegs. Die laufenden Kollegs listet die DFG in GEPRIS.
Kann ich ohne Kollegstelle Mitglied werden?
Ja, als assoziiertes Mitglied mit anderer Finanzierung, wenn das Kolleg das vorsieht. 2025 wurden 65 Prozent der Promovierenden in Kollegs ganz oder teilweise aus Kollegmitteln bezahlt.
Kann man mit Bachelor in ein Graduiertenkolleg?
Nur über ein Qualifizierungsstipendium (992 Euro im Monat, höchstens zwölf Monate), wenn das Kolleg es anbietet und die Promotionsordnung den Weg vom Bachelor zur Promotion zulässt.
Quellen
Deutsche Forschungsgemeinschaft
- Programmseite Graduiertenkollegs (Zahlen zum Stichtag 1. Mai 2026) und FAQ (aktualisiert 11.06.2026).
- Vordruck 50.07: Merkblatt Graduiertenkollegs und Internationale Graduiertenkollegs, Stand 01/25.
- Vordruck 2.22: Verwendungsrichtlinien Graduiertenkollegs, Version 01/26, Ziff. 4.1–4.2, 14.
- Vordruck 55.02: Hinweise zur Bezahlung von Promovierenden, Stand 10/24.
- Vordruck 1.309: Positionierung von Graduiertenkollegs im Umfeld anderer Promotionsprogramme, Stand 08/22.
- Jahresbericht 2025 (Koordinierte Programme) und Statistischer Bericht Forschende in Graduiertenkollegs 2026 (aktualisiert 24.06.2026).
- GEPRIS: laufende Graduiertenkollegs, eigene Zählung am 01.10.2026.
- Exzellenzinitiative: Graduiertenschulen (2005–2017/2019); Exzellenzstrategie.
Weitere
- Statistisches Bundesamt: Statistik der Promovierenden 2025, Tabelle 21352-12.
- TV-L, Anlage B (gültig 01.04.–31.12.2026); § 2 WissZeitVG.
- Universität Halle-Wittenberg: Ausschreibungen 4-6032/26-D (GRK 2999) und 5-9762/26-D (GRK 2670); TU Dresden: Graduiertenakademie.
Alle Quellen abgerufen am 1. Oktober 2026.