Berufungsverfahren (Professur): Ablauf, Dauer und Bewerbung

Im Berufungsverfahren besetzt eine Universität oder Hochschule eine Professur. Auf Bewerbung und Vorstellung folgen Gutachten, Berufungsliste und Ruf. Für Bewerber zählen vor allem die verlangten Unterlagen, die Vorbereitung auf die Einladung und die Bedingungen vor der Rufannahme.

Von Aktualisiert: 15. Oktober 2026 · Quellenstand 09/2026
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Eine Berufungskommission sitzt an Tischen und hört einem Bewerber zu, der am Rednerpult vorträgt

Kurz gesagt

  • Unterlagen: Typisch sind Anschreiben, Lebenslauf, Publikationsliste und Nachweise; Lehr- und Forschungskonzepte richten sich nach der Ausschreibung.
  • Dauer: Sechs bis zwölf Monate von Bewerbung bis Ruf sind unsere grobe Erfahrungsorientierung; längere Verfahren sind möglich.
  • Vorstellung: Bereiten Sie Forschungsvortrag, Gespräch und gegebenenfalls Lehrprobe vor; maßgeblich ist die Einladung.
  • Listenplatz: Auch Platz zwei oder drei kann zum Ruf führen; eine Platzierung garantiert ihn nicht.
  • Rufannahme: Klären Sie Gehalt, Ausstattung und Startbedingungen vor der Annahme schriftlich.
  • Landesregeln: Zuständigkeiten und einzelne Verfahrensfristen unterscheiden sich nach Bundesland.

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Inhalt

Was ist ein Berufungsverfahren?

Ein Berufungsverfahren ist der Weg, auf dem eine Hochschule entscheidet, wer eine Professur bekommt — nicht eine Person allein, sondern eine Kommission, Gutachten und Gremien in mehreren Stufen. Formal ist es ein Auswahlverfahren nach Landesrecht: Eine Berufungskommission sichtet die Bewerbungen und bereitet die Auswahl vor, je nach Landesrecht gestützt auf Gutachten; welches Organ den Berufungsvorschlag beschließt, bestimmt das Land, und den Ruf erteilt die Hochschulleitung, das Ministerium oder bei niedersächsischen Stiftungshochschulen der Stiftungsrat. Maßgeblich sind das Hochschulgesetz des Landes, die Berufungsordnung der Hochschule und die Ausschreibung.

Am Ende steht die Berufung zum Professor oder zur Professorin; anschließend wird je nach Status ein Beamtenverhältnis oder ein privatrechtliches Beschäftigungsverhältnis begründet. Der Maßstab steht im Grundgesetz: „Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte“ (Art. 33 Abs. 2 GG).

Wie läuft ein Berufungsverfahren ab?

Von der Freigabe der Stelle bis zur Ernennung oder zum Vertrag sind es zehn Stationen; Zuständigkeiten, Fristen und Bezeichnungen regelt jedes Land selbst. Selbst gefragt sind Sie als Bewerberin oder Bewerber in den Stationen 2, 4, 9 und 10.

  1. Freigabe, Denomination und Ausschreibung. Die Hochschule legt fest, ob und mit welcher fachlichen Ausrichtung — der Denomination — die Professur besetzt wird; in Bayern etwa die Hochschulleitung nach Anhörung der Fakultätsräte (Art. 66 Abs. 1 BayHIG). Ausgeschrieben wird öffentlich; zehn Berufungsparagrafen verlangen eine Ausschreibung „in der Regel“ oder „im Regelfall“ international, und die Ausschreibung muss Art und Umfang der Aufgaben beschreiben (etwa § 48 Abs. 1 LHG, § 38 Abs. 1 HG).
  2. Bewerbung. Sie reichen die Unterlagen ein, die die Ausschreibung verlangt — Überblick unter Welche Bewerbungsunterlagen brauche ich?, Aufbau und Muster unter Bewerbung auf eine Professur.
  3. Die Berufungskommission. Eine Berufungskommission sichtet die Bewerbungen und bereitet den Vorschlag vor; wer sie bildet und wer darin sitzt, regelt das Land: Wer sitzt in der Berufungskommission?
  4. Auswahl: Berufungsvortrag, Lehrprobe, Gespräch. Die Kommission lädt zur Vorstellung ein; was dort auf Sie zukommt: Vortrag, Lehrprobe und Kommissionsgespräch.
  5. Die externen Gutachten. Je nach Landesrecht werden Gutachten eingeholt; einzelne Gesetze erlauben unter bestimmten Voraussetzungen einen Verzicht. Ob auswärtig, von wem, wie viele und ob vergleichend, regelt das Land: Gutachten im Berufungsverfahren.
  6. Berufungsliste und Listenplatz. Am Ende steht die Berufungsliste; welches Organ sie beschließt, bestimmt das Land — in Niedersachsen etwa gibt die Kommission eine Empfehlung ab, und der Fakultätsrat beschließt (§ 26 Abs. 2 NHG). Was der Platz bedeutet: Berufungsliste und Listenplatz.
  7. Beschlussfassung in den Gremien. Über den Vorschlag beschließt je nach Land der Fakultäts- oder Fachbereichsrat; der Senat nimmt Stellung oder muss zustimmen. Welche Gremien in Ihrem Land mitentscheiden, steht im Feld des Landes unter Unterschiede zwischen den Bundesländern.
  8. Ruferteilung. Den Ruf erteilt je nach Land die Hochschulleitung, das Ministerium oder bei niedersächsischen Stiftungshochschulen der Stiftungsrat; an die Reihenfolge der Liste ist die berufende Stelle in mehreren Ländern nicht gebunden. Was ein Ruf ist: Ruf auf eine Professur.
  9. Berufungsverhandlung und Entscheidung über die Rufannahme. Nach dem Ruf wird über Ausstattung, Besoldung (W2 oder W3 mit Leistungsbezügen) und die schriftlichen Berufungszusagen verhandelt; Ausstattungszusagen sind in mehreren Ländern auf höchstens fünf Jahre befristet (etwa § 48 Abs. 4 LHG, § 13 Abs. 3 HmbHG, § 60 Abs. 3 LHG M-V); ob Sie den Ruf annehmen oder ablehnen, entscheiden Sie erst nach der Verhandlung. Ablauf und Strategie: Berufungsverhandlung; bei einem auswärtigen Ruf die Bleibeverhandlung.
  10. Ernennung oder Arbeitsvertrag. Mit der Ernennung ins Beamtenverhältnis oder dem Abschluss eines privatrechtlichen Arbeitsvertrags endet das Verfahren; Sachsen trennt die Berufung ausdrücklich von der beamtenrechtlichen Ernennung (§ 61 Abs. 1 SächsHSG). Bei einer Verbeamtung kann die Gesundheitsprüfung anstehen.

Welche Bewerbungsunterlagen brauche ich?

Typische Bewerbungsunterlagen sind Anschreiben, Lebenslauf, Publikationsliste sowie Zeugnisse und Urkunden. Je nach Professur kommen Lehr- und Forschungskonzept, Lehrevaluationen oder Drittmittelnachweise hinzu. Verbindlich ist die Liste in Ihrer Ausschreibung.

Zum Abhaken vor dem Absenden:

Diese Bausteine nennt etwa der Berufungsleitfaden der Universität Jena, § 8, als Vorlage für Ausschreibungen. Was in die einzelnen Teile gehört und wie Sie eine Ausschreibung lesen: Bewerbung auf eine Professur.

Wie lange dauert ein Berufungsverfahren?

Von der Bewerbung bis zur Ruferteilung sind nach unserer Erfahrung etwa sechs bis zwölf Monate eine grobe Orientierung. Verfahren können auch deutlich länger dauern. Nach dem Ruf folgen noch die Berufungsverhandlungen und die Vorbereitung des Dienstantritts.

Hochschulen nennen Orientierungen für unterschiedliche Verfahrensabschnitte: Die Universität Jena beschreibt eine Verfahrensdauer „von einem Jahr bis zur Ruferteilung“ als „nicht unüblich“ (Universität Jena, Bewerber und Rufinhaber); die Universität Hohenheim nennt „in der Regel etwa sechs bis neun Monate“ von der Ausschreibung bis zum Beschluss über die Berufungsliste (Universität Hohenheim, Service für Bewerberinnen und Bewerber). Diese Angaben messen nicht denselben Zeitraum.

Aus unserer Erfahrung liegt die Länge vor allem an den Terminen: Die Kommission muss Sitzungen finden, an denen alle Mitglieder, die externen Gutachterinnen und Gutachter und die eingeladenen Kandidatinnen und Kandidaten Zeit haben, und deshalb liegen diese Sitzungen weit auseinander. Danach geht die Liste durch Gremien, die selten tagen: der Fakultätsrat oft nur einmal im Monat, der Senat noch seltener. Die Berufung selbst durch die Präsidentin oder den Präsidenten oder durch das Ministerium braucht wieder Zeit.

Den Stand Ihres Verfahrens zeigen manche Hochschulen online — Jena im Berufungs-Monitor und im Berufungsportal, Hohenheim im Berufungsportal unter „Termine“; sonst fragen Sie die Kontaktstelle für Berufungen. Einige Länder setzen der Hochschule Fristen für den Vorschlag (Unterschiede zwischen den Bundesländern); nach unserer Erfahrung verkürzen sie das Verfahren kaum.

Was erwartet mich bei Vortrag, Lehrprobe und Kommissionsgespräch?

Zur Vorstellung nach der Einladung gehören ein Forschungs- oder Berufungsvortrag, das Gespräch mit der Kommission und je nach Hochschule eine Lehrprobe. So bereiten Sie die drei Teile vor:

  • Forschungsvortrag: Zeigen Sie Ihre eigene wissenschaftliche Leistung und welche Projekte Sie an dieser Hochschule weiterentwickeln möchten.
  • Lehrprobe: Formulieren Sie ein Lernziel, klären Sie das Vorwissen der Zielgruppe und üben Sie die vorgegebene Zeit.
  • Gespräch: Bereiten Sie konkrete Antworten zu Forschung, Lehre, Zusammenarbeit und benötigter Ausstattung vor.

Die Einladung bleibt maßgeblich: Dort steht, was von Ihnen erwartet wird. Die drei Aufgaben sind unsere Empfehlung, keine einheitliche gesetzliche Anforderung. Ausdrücklich im Gesetz steht die Lehre in zwei Ländern: In Thüringen soll sich die Feststellung der pädagogischen Eignung auch auf Vorträge an der Hochschule stützen (§ 85 Abs. 3 ThürHG), in Schleswig-Holstein soll eine studiengangsbezogene Lehrveranstaltung Grundlage des Vorschlags sein (§ 62 Abs. 4 HSG).

Worauf die Kommission ihre Bewertung stützt, steht unter Was die Kommission prüft. Wie Sie Vortrag und Lehrprobe aufbauen: Probelehrveranstaltung und Berufungsvortrag; typische Fragen im Gespräch: Fragenkatalog der Berufungskommission.

Wer sitzt in der Berufungskommission — und wer stimmt ab?

Die Berufungskommission ist das Arbeitsgremium des Verfahrens: Sie sichtet die Bewerbungen, lädt ein und bereitet den Berufungsvorschlag vor; welches Organ ihn beschließt, bestimmt das Land. Über den Ruf entscheidet sie nicht.

Zusammensetzung

Wer in der Kommission sitzt, regeln Landesrecht und Berufungsordnung sehr unterschiedlich. Wo das Gesetz die Zusammensetzung festlegt, sind die Gruppen der Hochschule vertreten, dazu je nach Land die Gleichstellungsbeauftragte und externe Mitglieder. Hessen legt die Zahlen im Gesetz fest (§ 69 Abs. 3 HessHG), Sachsen-Anhalt nennt eine Soll-Besetzung (§ 36 Abs. 3 HSG LSA). Berlin, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland überlassen die Zusammensetzung weitgehend der Satzung, Grund- oder Berufungsordnung der Hochschule.

Ein externes Mitglied schreiben Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg (mindestens zwei Professorinnen oder Professoren), Niedersachsen, das Saarland und Sachsen zwingend vor; in weiteren Ländern soll es dazugehören. Eine Vorgabe zum Frauenanteil nennt der Berufungsparagraf in zwölf Ländern — von mindestens einer Professorin in Bayern bis „in der Regel zu 50 vom Hundert“ der Stimmberechtigten in Bremen (§ 18 Abs. 6 BremHG). Die Werte je Land stehen in der Länderkarte.

Studierende und wissenschaftliche Mitarbeitende sitzen nach mehreren Landesgesetzen mit in der Kommission; in Schleswig-Holstein und Thüringen sind die Studierenden zur pädagogischen Eignung zu hören, und ihre Äußerung wird dem Vorschlag beigefügt (§ 62 Abs. 5 HSG, § 85 Abs. 3 ThürHG). Sondervotum, geheime Abstimmung und Stimmrechte erklärt der Artikel Berufungskommission.

Befangenheit und Vertraulichkeit

Wie Befangenheit festgestellt und behandelt wird, regelt die Berufungsordnung der Hochschule; Berlin schreibt das ausdrücklich vor (§ 101 Abs. 8 BerlHG), Nordrhein-Westfalen sieht (als Soll) Regeln zum vertraulichen Umgang mit den Bewerbungsunterlagen (§ 38 Abs. 4 HG). Zum Rechtsschutz unterlegener Bewerberinnen und Bewerber: Wenn etwas schiefläuft.

Was die Kommission prüft

Zu würdigen sind die fachliche, pädagogische und persönliche Eignung, „eingehend und vergleichend“, und die gewählte Reihenfolge ist zu begründen (Art. 66 Abs. 5 BayHIG, ebenso § 62 Abs. 4 HSG). Sachsen verlangt in der Begründung eine Bewertung der Lehrleistung, der Forschungs- oder künstlerischen Leistung sowie der Lehrevaluationen (§ 61 Abs. 3 SächsHSG). Welche Fragen im Gespräch typischerweise kommen, steht unter Fragen im Berufungsgespräch.

Was Mitglieder vor der ersten Sitzung klären müssen, wie abgestimmt wird und wann Befangenheit vorliegt, erklärt der Artikel Berufungskommission.

Was bedeutet Platz 1, 2 oder 3 auf der Berufungsliste?

Platz 1 bedeutet, dass Sie in der vorgeschlagenen Reihenfolge vorn stehen. Auch von Platz 2 oder 3 ist eine Berufung möglich, etwa wenn eine andere Person den Ruf ablehnt. Die Liste ist ein Vorschlag und noch keine Berufung; welche Bindung an die Reihenfolge besteht, richtet sich nach dem Landesrecht.

In Bayern entscheidet die Präsidentin oder der Präsident „ohne Bindung an die Reihung“ (Art. 66 Abs. 6 BayHIG); in Hessen, Berlin und Brandenburg ist die berufende Stelle an die Reihenfolge nicht gebunden (Berlin muss der Hochschule vor einer Abweichung Gelegenheit zur Stellungnahme geben); Hamburg soll „in der Regel nach der vorgeschlagenen Reihenfolge“ verfahren (§ 13 Abs. 1 HmbHG).

Platz 2 oder 3 heißt deshalb nicht „durchgefallen“: Lehnt die erstplatzierte Person ab, kann die berufende Stelle die nächste Person der Liste berufen oder einen neuen Vorschlag anfordern (etwa § 37 Abs. 1 HG, § 36 Abs. 8 und 9 HSG LSA).

Wie viele Namen auf der Liste stehen

Die Berufungsliste nennt die Personen, die für die Professur vorgeschlagen werden. In 13 Ländern soll sie drei Namen enthalten; Brandenburg verlangt mindestens drei, Ausnahmen nur mit Zulassung (§ 42 Abs. 3 BbgHG), in Bremen legt die Satzung fest, wann von der Dreier-Liste abgewichen werden darf (§ 18 Abs. 7 BremHG).

Steht nur eine Person auf der Liste, spricht man von einer Benennung primo et unico loco. Das Gesetz lässt das ausdrücklich zu etwa in Thüringen bei Berufungen ohne Ausschreibung (§ 85 Abs. 4 ThürHG) und in Berlin, wenn eine Hochschule nach eigenen Kriterien von den Mobilitätsvorgaben abweicht (§ 101 Abs. 5 BerlHG). Auch wer sich nicht beworben hat, darf auf die Liste — in Bayern mit Einwilligung (Art. 66 Abs. 5 BayHIG), in Sachsen-Anhalt nur in besonders begründeten Ausnahmefällen (§ 36 Abs. 7 HSG LSA).

Gutachten im Berufungsverfahren

Mehrere Landesgesetze verlangen auswärtige Gutachten — je nach Land von Professorinnen und Professoren (etwa Nordrhein-Westfalen, Thüringen), von Fachleuten (Hessen) oder von sachverständigen Personen (Niedersachsen); in mehreren Ländern sollen sie vergleichend sein. Bremen verlangt eine gutachterlich gestützte Begründung, Hamburg und Sachsen-Anhalt überlassen die Einzelheiten der Berufungsordnung. Nordrhein-Westfalen und Hessen verlangen zwei vergleichende Gutachten (als Soll), das Saarland mindestens zwei auswärtige, Mecklenburg-Vorpommern zwei über jede Person und ein vergleichendes (in künstlerischen Fächern gilt eine Sonderregel) (§ 59 Abs. 5 LHG M-V). Niedersachsen lässt den Verzicht zu, wenn der Kommission mindestens drei externe Mitglieder angehört haben, Brandenburg, wenn ihr mindestens drei hochschulexterne Sachverständige angehören und diese an der Beschlussfassung über den Vorschlag mitgewirkt haben (§ 26 Abs. 5 NHG, § 42 Abs. 3 BbgHG).

Einsicht in die Gutachten? In Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen haben Bewerberinnen und Bewerber ausdrücklich kein Recht auf Akteneinsicht in die Gutachten über ihre fachliche Eignung (§ 38 Abs. 5 HG, § 59 Abs. 5 LHG M-V, § 85 Abs. 10 ThürHG).

Ruf erhalten: annehmen, verhandeln oder ablehnen?

Der Ruf ist das Angebot der Hochschule — in einigen Ländern des Ministeriums —, die Professur zu übernehmen. Er begründet noch kein Dienstverhältnis: Das entsteht erst mit der Annahme und der Ernennung ins Beamtenverhältnis oder mit dem Arbeitsvertrag. Der Ruf ergeht schriftlich, nennt die Denomination und die Besoldungsgruppe und setzt eine Frist für die Antwort; wer ihn in welchem Land erteilt, steht in der Länderkarte.

Was nach dem Ruf passiert

  1. Eingang bestätigen und Frist notieren. Reicht die Zeit nicht, etwa weil noch verhandelt wird, früh um Verlängerung bitten.
  2. Berufungsverhandlung aufnehmen. Verhandelt werden Leistungsbezüge, Ausstattung, Personal und Startbedingungen — Einzelheiten unter Berufungsverhandlung.
  3. Gegebenenfalls Bleibeverhandlung. Wer schon eine Professur hat, kann mit der eigenen Hochschule über ein Bleibeangebot verhandeln (Bleibeverhandlung).
  4. Annehmen oder ablehnen.
  5. Ernennung zur Professorin oder zum Professor oder Arbeitsvertrag — erst damit beginnt das Dienstverhältnis.

Vor der Annahme: Checkliste

  • Keine endgültige Zusage, solange Besoldung, Ausstattung und Startbedingungen nicht geklärt sind — auch nicht gegenüber Team, eigener Hochschule oder Öffentlichkeit.
  • Eigene Mindestbedingungen schriftlich vorbereiten: Leistungsbezüge, Räume, Personal, Sachmittel, Startdatum, Dual-Career-Fragen.
  • Ausstattung und persönliche Bezüge getrennt verhandeln, nicht vermischen.
  • Laufende Drittmittelprojekte, Verträge im Team und einen Laborumzug einplanen.
  • Alle Zusagen im Berufungsschreiben oder in verbindlichen Anlagen festhalten lassen und vor der Annahme prüfen.

Einen Ruf ablehnen

Die Ablehnung eines Rufs ist ein normaler Vorgang ohne rechtliche Folgen für spätere Bewerbungen. Die berufende Stelle kann dann die nächste Person der Liste berufen oder einen neuen Vorschlag anfordern (siehe Berufungsliste). Die Absage gehört zeitnah und schriftlich an die Hochschule; eine ausführliche Begründung ist nicht nötig. Unsere Einschätzung: Wer Rufe wiederholt nur annimmt, um an der eigenen Hochschule nachzuverhandeln, riskiert sein Ansehen in der Fachgemeinschaft.

Mehrere Rufe und gemeinsame Berufungen

Kommen zwei Rufe zur selben Zeit, empfiehlt es sich, beide Hochschulen offen darüber zu informieren und gegebenenfalls um Fristverlängerung zu bitten. Bei gemeinsamen Berufungen mit einer außeruniversitären Forschungseinrichtung (etwa Max-Planck, Fraunhofer oder Leibniz) sind beide Institutionen am Ruf und an der Verhandlung beteiligt.

Darf die eigene Hochschule berufen?

In 15 der 16 Berufungsparagrafen stehen Grenzen für die Berufung von Angehörigen der eigenen Hochschule; Voraussetzungen und Ausnahmen fasst jedes Land anders. Art. 66 BayHIG enthält keinen eigenen Satz dazu. Die Norm je Land steht im Feld „Eigene Hochschule“ der Länderkarte. Modelltypen und alle 16 Länder im Überblick: Hausberufungsverbot; zum Weg über eine befristete Professur mit Zusage: Tenure Track.

Berufung ohne Ausschreibung: Tenure Track, Bleibeangebot, Spitzenberufung

Die Hochschulgesetze lassen in bestimmten Fällen Berufungen ohne Ausschreibung zu, etwa beim Übergang einer befristeten in eine unbefristete Professur, im Tenure Track oder zur Abwehr eines auswärtigen Rufs (Bleibeverhandlung). Welche Fälle es gibt und welche Voraussetzungen jeweils gelten, regelt jedes Land selbst.

Normen je Land

Weitere Sonderformen: die gemeinsame Berufung mit einer außeruniversitären Forschungseinrichtung (etwa § 69 Abs. 8 HessHG, § 42 Abs. 9 BbgHG) und die Vertretungsprofessur bis zur Besetzung, für die die Regeln des Berufungsverfahrens nicht gelten (etwa § 48 Abs. 5 LHG).

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Bundesländern?

Der Ablauf oben gilt in allen Ländern; jedes Land regelt die Einzelheiten aber in seinem Hochschulgesetz. Wählen Sie Ihr Land in der Karte oder in der Leiste: Zuerst steht, was Sie dort als Bewerberin oder Bewerber anders beachten, darunter in fünf Punkten die Rechtsgrundlage zu Kommission, Liste und Gutachten, eigener Hochschule, Ruf und Fristen oder Ausnahmen. Die Einzelheiten stehen in der Berufungsordnung der jeweiligen Hochschule.

Berufungsverfahren — nach Land

Land wählen

Die Karte zeigt je Land, wer die Berufungskommission bildet und wer darin sitzt, wie viele Namen die Liste haben soll und welche Gutachten dazugehören, wann Angehörige der eigenen Hochschule in Betracht kommen, wer den Ruf erteilt und welche Fristen gelten — jeweils mit der amtlichen Fundstelle.

Berlin

Für Ihre Bewerbung: Berufen wird nicht von der Hochschule, sondern von der Senatsverwaltung; sie ist an die Reihenfolge der Liste nicht gebunden und entscheidet innerhalb von drei Monaten nach Vorlage. Der Vorschlag ist spätestens acht Monate nach Freigabe der Stelle vorzulegen.

Ruf: die für Hochschulen zuständige Senatsverwaltung

  • Kommission: Die Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer haben die Mehrheit der Sitze und Stimmen, Technik, Service und Verwaltung wirken beratend mit; mindestens ein externes professorales Mitglied und mindestens 40 Prozent Frauen unter den Stimmberechtigten sollen dazugehören (§ 73 Abs. 3 BerlHG). Die genaue Zusammensetzung regelt die Hochschule durch Satzung, ebenso den Umgang mit Befangenheiten und Interessenskonflikten (§ 101 Abs. 8 BerlHG).
  • Liste und Gutachten: Die Liste soll drei Namen enthalten; beizufügen sind alle Bewerbungen, die Gutachten aus der Hochschule, in der Regel mindestens zwei vergleichende auswärtige Gutachten und die Stellungnahme der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten; jedes Mitglied kann ein abweichendes Votum beifügen lassen (§ 101 Abs. 2 und 3 BerlHG).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 101 Abs. 5 BerlHG; Einzelheiten: Hausberufung in Berlin.
  • Ruf: Die Senatsverwaltung beruft auf Vorschlag der Hochschule; sie ist an die Reihenfolge nicht gebunden, muss der Hochschule vor einer Abweichung aber unter Darlegung der Gründe Gelegenheit zur Stellungnahme geben, und entscheidet innerhalb von drei Monaten nach Vorlage (§ 101 Abs. 1 und 4 BerlHG).
  • Fristen: Der Vorschlag ist spätestens acht Monate nach Freigabe der Stelle vorzulegen; wird diese Frist oder nach einer Rückgabe die Frist von sechs Monaten für einen neuen Vorschlag nicht eingehalten, kann die Senatsverwaltung nach Einräumung einer angemessenen Stellungnahmefrist außerhalb einer Vorschlagsliste berufen (§ 101 Abs. 3, 6 und 7 BerlHG).

Fundstelle: § 101 BerlHG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Baden-Württemberg

Für Ihre Bewerbung: Der Fakultätsrat muss dem Vorschlag zustimmen, und die Rektorin oder der Rektor beruft im Einvernehmen mit dem Wissenschaftsministerium, das diese Zuständigkeit auf die Rektorin oder den Rektor übertragen kann. Bei W 3-Professuren gehören auswärtige und vergleichende Gutachten dazu, bei künstlerischen Professuren an Musik- und Kunsthochschulen genügen auswärtige; zur Lehre nimmt die Studiendekanin oder der Studiendekan Stellung.

Ruf: Rektorin oder Rektor im Einvernehmen mit dem Wissenschaftsministerium

  • Kommission: bildet das Rektorat im Benehmen mit der Fakultät; die Professorinnen und Professoren der eigenen Hochschule haben die Mehrheit der Stimmen; Pflicht sind mindestens eine hochschulexterne sachverständige Person, die Gleichstellungsbeauftragte, eine Studierende oder ein Studierender sowie mindestens zwei fachkundige Frauen und zwei fachkundige Männer (§ 48 Abs. 3 LHG).
  • Liste und Gutachten: Der Vorschlag soll drei Namen enthalten; bei W 3-Professuren unter Einholung auswärtiger und vergleichender Gutachten; bei künstlerischen Professuren an Musik- und Kunsthochschulen genügen auswärtige Gutachten. Die Studiendekanin oder der Studiendekan nimmt zur Lehre Stellung; der Fakultätsrat muss zustimmen (§ 48 Abs. 3 LHG).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 48 Abs. 2 LHG; Einzelheiten: Hausberufung in Baden-Württemberg.
  • Ruf: Die Rektorin oder der Rektor beruft im Einvernehmen mit dem Wissenschaftsministerium und kann in begründeten Fällen vom Vorschlag abweichen; das Ministerium kann die Zuständigkeit für das Einvernehmen auf die Rektorin oder den Rektor übertragen (§ 48 Abs. 2 LHG).
  • Ohne Ausschreibung: Ausnahmen von der Ausschreibung nennt § 48 Abs. 1 und 1a LHG; Überblick: Berufung ohne Ausschreibung.

Fundstelle: § 48 LHG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Bayern

Für Ihre Bewerbung: Die Präsidentin oder der Präsident entscheidet ohne Bindung an die Reihung der Liste; einen eigenen Satz zur Berufung aus der eigenen Hochschule enthält Art. 66 BayHIG nicht.

Ruf: Präsidentin oder Präsident, ohne Bindung an die Reihung

  • Kommission: heißt Berufungsausschuss; ihn bildet der Fakultätsrat im Einvernehmen mit der Hochschulleitung. Die hauptberuflichen Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer haben die Mehrheit der Stimmen; dazu mindestens je eine Vertretung der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeitenden und Promovierenden sowie der Studierenden, die Gleichstellungsbeauftragte und mindestens eine auswärtige Professorin oder ein auswärtiger Professor (an Kunsthochschulen bei künstlerischen Professuren auch eine auswärtige Expertin oder ein auswärtiger Experte); mindestens eine Professorin, die nicht zugleich Gleichstellungsbeauftragte ist, soll Mitglied sein (Art. 66 Abs. 4 BayHIG).
  • Liste und Gutachten: Der Vorschlag soll drei Namen enthalten, unter Einholung auswärtiger und vergleichender Gutachten (bei künstlerischen Professuren an Kunsthochschulen genügen auswärtige Gutachten); die Eignung ist eingehend und vergleichend zu würdigen, die Reihenfolge zu begründen. Der Senat nimmt Stellung (Art. 66 Abs. 5 BayHIG).
  • Eigene Hochschule: Art. 66 BayHIG enthält dazu keinen eigenen Satz; Einzelheiten: Hausberufung in Bayern.
  • Ruf: Über die Berufung entscheidet die Präsidentin oder der Präsident ohne Bindung an die Reihung und kann den Vorschlag insgesamt zurückgeben (Art. 66 Abs. 6 BayHIG).
  • Ohne Ausschreibung: Ausnahmen von der Ausschreibung nennt Art. 66 Abs. 7 und 8 BayHIG; Überblick: Berufung ohne Ausschreibung.

Fundstelle: Art. 66 BayHIG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Brandenburg

Für Ihre Bewerbung: Die Liste muss mindestens drei Namen nennen; weniger kann in besonders begründeten Ausnahmefällen zugelassen werden, und für außerordentliche Berufungen ohne Ausschreibung gelten eigene Regeln. Berufen wird ohne Bindung an die Rangfolge; die Fristen setzt die Berufungsordnung der Hochschule.

Ruf: Ministerium — übertragbar auf die Präsidentin oder den Präsidenten

  • Kommission: gewählt nach Gruppen; ein stimmberechtigtes Mitglied bestimmt die Präsidentin oder der Präsident. Akademische Beschäftigte und Studierende stellen je mindestens ein Mitglied, hochschulexterne sachverständige Personen sollen angehören, mindestens 40 Prozent der Stimmberechtigten sollen Frauen sein, darunter mindestens eine Hochschullehrerin (§ 42 Abs. 2 BbgHG).
  • Liste und Gutachten: Der Vorschlag hat mindestens drei Namen in einer Rangfolge zu enthalten; in besonders begründeten Ausnahmefällen kann das Ministerium (bei übertragenem Berufungsrecht die Präsidentin oder der Präsident) weniger als drei Namen zulassen; beigefügt werden sollen mindestens zwei vergleichende auswärtige Gutachten — entbehrlich, wenn der Kommission mindestens drei hochschulexterne Sachverständige angehören und diese an der Beschlussfassung über den Vorschlag mitgewirkt haben (§ 42 Abs. 3 BbgHG).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 42 Abs. 3 BbgHG; Einzelheiten: Hausberufung in Brandenburg.
  • Ruf: Das zuständige Mitglied der Landesregierung beruft, ohne Bindung an die Rangfolge; wird niemand von der Liste berufen, ist ein neuer Vorschlag einzureichen. Per Rechtsverordnung kann das Berufungsrecht einer Hochschule mit genehmigter Berufungsordnung übertragen werden; dann entscheidet die Präsidentin oder der Präsident (§ 42 Abs. 4 und 5 BbgHG).
  • Fristen: Die Berufungsordnung legt Fristen fest, nach deren Überschreitung das Verfahren als unerledigt abgeschlossen gilt (§ 42 Abs. 5 BbgHG).

Fundstelle: § 42 BbgHG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Bremen

Für Ihre Bewerbung: Vieles regelt die Satzung der Hochschule, auch wann von der Dreier-Liste abgewichen werden darf. Nach Vorlage des ordnungsgemäßen Vorschlags beruft die Senatorin in der Regel innerhalb von sechs Wochen, sofern sie das Berufungsrecht nicht dem Rektorat eingeräumt hat.

Ruf: die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft — übertragbar auf das Rektorat

  • Kommission: Das Verfahren regelt die Hochschule durch Satzung; zu sichern sind die Beteiligung aller Gruppen und in der Regel 50 Prozent Frauen unter den stimmberechtigten Mitgliedern, davon mindestens eine Hochschullehrerin (§ 18 Abs. 5 und 6 BremHG).
  • Liste und Gutachten: Die Satzung sichert eine gutachterlich gestützte Begründung und legt fest, wann von der Dreier-Liste abgewichen werden darf; die Frauenbeauftragte kann Stellung nehmen und eine Verletzung des Gleichberechtigungsauftrags rügen (§ 18 Abs. 7 BremHG).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 18 Abs. 13 BremHG; Einzelheiten: Hausberufung in Bremen.
  • Ruf: Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft beruft auf Vorschlag des Rektorats in der Regel innerhalb von sechs Wochen nach Vorlage des ordnungsgemäßen Berufungsvorschlags; sie kann den Rektoraten das Berufungsrecht einräumen, wenn ordnungsgemäße und rechtssichere Verfahren gewährleistet sind — auch befristet, mit Auflagen und widerruflich (§ 18 Abs. 9 und 10 BremHG).
  • Fristen: Von der Ausschreibung bis zur Vorlage an das Rektorat ist eine angemessene Frist vorzusehen (§ 18 Abs. 7 BremHG).

Fundstelle: § 18 BremHG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Hamburg

Für Ihre Bewerbung: Im Berufungsausschuss sitzen mindestens zwei Professorinnen oder Professoren von außen. Auch wer sich nicht beworben hat, darf vorgeschlagen werden; das Präsidium soll in der Regel der vorgeschlagenen Reihenfolge folgen.

Ruf: das Präsidium der Hochschule

  • Kommission: heißt Berufungsausschuss. Die Professorinnen und Professoren haben mindestens die absolute Mehrheit der Sitze und Stimmen; mindestens zwei Professorinnen oder Professoren müssen extern sein; Frauen müssen mit mindestens 40 Prozent vertreten sein, auch in der Gruppe der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer; Ausnahmen genehmigt das Präsidium mit Zustimmung der oder des Gleichstellungsbeauftragten (§ 14 Abs. 2 HmbHG).
  • Liste und Gutachten: Der Vorschlag soll drei Personen enthalten; Nichtbewerberinnen und Nichtbewerber dürfen vorgeschlagen werden. In Hochschulen mit Fakultäten bildet die Fakultät den Berufungsausschuss, und der Fakultätsrat entscheidet über den Vorschlag; die näheren Regelungen trifft die Berufungsordnung (§ 14 Abs. 2, 3 und 5 HmbHG).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 14 Abs. 4 HmbHG; Einzelheiten: Hausberufung in Hamburg.
  • Ruf: Das Präsidium beruft und soll in der Regel nach der vorgeschlagenen Reihenfolge verfahren; Abweichungen sind zu begründen (§ 13 Abs. 1 HmbHG).
  • Ohne Ausschreibung: Ausnahmen von der Ausschreibung nennt § 14 Abs. 6 HmbHG; Überblick: Berufung ohne Ausschreibung.

Fundstelle: §§ 13, 14 HmbHG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Hessen

Für Ihre Bewerbung: Die Größe der Kommission steht im Gesetz, an Universitäten mit zwei Studierenden und zwei wissenschaftlichen Mitgliedern. Den Ruf erteilt die Präsidentin oder der Präsident, ohne Bindung an die Reihenfolge der Liste.

Ruf: Präsidentin oder Präsident, nicht an die Reihenfolge gebunden

  • Kommission: setzt das Dekanat im Einvernehmen mit der Präsidentin oder dem Präsidenten ein, entsprechend der Aufgabenstellung auch mit Mitgliedern anderer Fachbereiche oder auswärtigen Mitgliedern: an Universitäten, Kunsthochschulen und der Hochschule Geisenheim fünf Professorinnen oder Professoren, zwei Studierende und zwei wissenschaftliche Mitglieder, an Hochschulen für angewandte Wissenschaften drei Professorinnen oder Professoren und zwei Studierende; deren Berufungsordnung kann stattdessen vier Professorinnen oder Professoren, zwei Studierende und ein wissenschaftliches Mitglied vorsehen (§ 69 Abs. 3 HessHG).
  • Liste und Gutachten: Der Fachbereich stellt die Liste auf; sie soll drei Namen enthalten, beigefügt sein sollen zwei vergleichende Gutachten auswärtiger Fachleute; wird von der Ausschreibung abgesehen, müssen Gutachten zweier auswärtiger Fachleute beigefügt sein (§ 69 Abs. 4 HessHG).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 69 Abs. 6 HessHG; Einzelheiten: Hausberufung in Hessen.
  • Ruf: „Den Ruf erteilt die Präsidentin oder der Präsident“, ohne Bindung an die Reihenfolge der Liste (§ 69 Abs. 4 HessHG). In begründeten Ausnahmefällen kann die Hochschule mit Zustimmung des Hochschulrats von einzelnen Bestimmungen des Berufungsverfahrens abweichen (§ 69 Abs. 7 HessHG).
  • Ohne Ausschreibung: Ausnahmen von der Ausschreibung nennt § 69 Abs. 1 und 2 HessHG; Überblick: Berufung ohne Ausschreibung.

Fundstelle: § 69 HessHG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Mecklenburg-Vorpommern

Für Ihre Bewerbung: Über den Vorschlag wird geheim abgestimmt. Über jede vorgeschlagene Person gibt es zwei Gutachten und dazu ein vergleichendes, in künstlerischen Fächern gelten Sonderregeln; ein Recht auf Einsicht in die Gutachten haben Sie nicht.

Ruf: die Hochschule, auf Grundlage des Berufungsvorschlags

  • Kommission: nach Gruppen; die Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer haben die absolute Mehrheit der Sitze und Stimmen, unter ihnen sollen mindestens eine Frau sowie auswärtige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sein; über den Vorschlag wird geheim abgestimmt (§ 59 Abs. 3 LHG M-V).
  • Liste und Gutachten: Drei Personen sollen in bestimmter Reihenfolge benannt werden; beizufügen sind zwei Gutachten über jede Person und ein vergleichendes Gutachten von Professorinnen oder Professoren anderer Hochschulen; in künstlerischen Fächern kann ein Gutachten von einer künstlerisch ausgewiesenen Persönlichkeit außerhalb des Hochschulbereiches kommen oder auf Gutachten verzichtet werden, wenn mindestens zwei künstlerisch ausgewiesene Persönlichkeiten der Kommission als externe Mitglieder angehört haben. Kein Recht auf Einsicht in die Gutachten (§ 59 Abs. 5 LHG M-V).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 59 Abs. 6 LHG M-V; Einzelheiten: Hausberufung in Mecklenburg-Vorpommern.
  • Ruf: Berufen wird durch die Hochschule; in begründeten Fällen kann von der Reihenfolge abgewichen werden, die Beteiligten sind vorher zu hören (§ 60 Abs. 1 LHG M-V).
  • Fristen: Der Vorschlag ist dem Ministerium unverzüglich nach Einrichtung, Zuweisung oder Freiwerden der Stelle vorzulegen, soweit es nicht auf die Vorlage verzichtet; scheidet die Stelleninhaberin oder der Stelleninhaber wegen der Regelaltersgrenze aus, sechs Monate vorher (§ 59 Abs. 4 LHG M-V).

Fundstelle: §§ 59, 60 LHG M-V, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Niedersachsen

Für Ihre Bewerbung: Den Ruf erteilt nicht die Hochschule, sondern das Fachministerium oder der Stiftungsrat; der Senat kann den Vorschlag vorher einmal zurückverweisen. Auf auswärtige Gutachten kann verzichtet werden, wenn der Kommission mindestens drei externe Mitglieder angehört haben.

Ruf: Fachministerium oder Stiftungsrat, auf Vorschlag der Hochschule

  • Kommission: richtet der Fakultätsrat im Einvernehmen mit dem Präsidium ein, nach Gruppen; die Mitwirkung externer Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer ist zu gewährleisten; Mitarbeitende aus Technik und Verwaltung haben kein Stimmrecht; mindestens 40 Prozent der Stimmberechtigten sollen Frauen sein, die Hälfte davon Hochschullehrerinnen; Ausnahmen bedürfen der Zustimmung der Gleichstellungsbeauftragten (§ 26 Abs. 2 NHG).
  • Liste und Gutachten: Der Vorschlag soll drei Personen umfassen; einzuholen sind Gutachten auswärtiger sachverständiger Personen, in der Regel vergleichend — darauf kann verzichtet werden, wenn der Kommission mindestens drei externe Mitglieder angehört haben (§ 26 Abs. 5 NHG).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 26 Abs. 5 NHG; Einzelheiten: Hausberufung in Niedersachsen.
  • Ruf: Der Senat nimmt Stellung und kann den Vorschlag einmal zurückverweisen; das Präsidium legt ihn dem Fachministerium oder dem Stiftungsrat zur Entscheidung vor (§ 26 Abs. 2 und 6 NHG).
  • Ohne Ausschreibung: Ausnahmen von der Ausschreibung nennt § 26 Abs. 1 NHG; Überblick: Berufung ohne Ausschreibung.

Fundstelle: § 26 NHG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Nordrhein-Westfalen

Für Ihre Bewerbung: Die Kommission legt ihre Entscheidungskriterien vor der Sichtung fest und darf sie danach nicht mehr ändern. In die Gutachten über Ihre fachliche Eignung erhalten Sie keine Einsicht.

Ruf: Rektorin oder Rektor, auf Vorschlag des Fachbereichs

  • Kommission: Die Zusammensetzung regelt die Berufungsordnung; auswärtige Mitglieder sollen möglichst angehören. Vor der Sichtung legt die Kommission ihre Entscheidungskriterien fest; eine spätere Änderung ist unzulässig (§ 38 Abs. 4 und 6 HG).
  • Liste und Gutachten: Der Vorschlag soll drei Einzelvorschläge in bestimmter Reihenfolge enthalten; beigefügt werden sollen zwei vergleichende Gutachten auswärtiger Professorinnen oder Professoren. Kein Recht auf Einsicht in Gutachten über die fachliche Eignung (§ 38 Abs. 3 und 5 HG).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 37 Abs. 2 HG; Einzelheiten: Hausberufung in Nordrhein-Westfalen.
  • Ruf: Die Rektorin oder der Rektor beruft auf Vorschlag des Fachbereichs, kann von der Reihenfolge abweichen oder einen neuen Vorschlag anfordern (§ 37 Abs. 1 HG).
  • Fristen: Der Fachbereich legt den Vorschlag frühestmöglich vor; wird die Stelle durch Erreichen der Altersgrenze frei, soll er spätestens sechs Monate vorher vorliegen (§ 38 Abs. 2 HG). Legt der Fachbereich acht Monate nach Einrichtung, Zuweisung oder Freiwerden der Stelle — beim Freiwerden durch Erreichen der Altersgrenze drei Monate danach — keinen Vorschlag vor, kann die Rektorin oder der Rektor ohne Vorschlag berufen; ebenso, wenn der Fachbereich der Aufforderung zu einem neuen Vorschlag sechs Monate lang nicht nachkommt oder der neue Vorschlag keine geeigneten Personen nennt. Der Fachbereich ist zu hören (§ 37 Abs. 1 HG).

Fundstelle: §§ 37, 38 HG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Rheinland-Pfalz

Für Ihre Bewerbung: Der Vorschlag braucht die Zustimmung des Senats und ist spätestens sechs Monate nach Ablauf der Bewerbungsfrist vorzulegen. Berufen wird grundsätzlich vom Ministerium, in bestimmten Fällen und bei Übertragung von der Präsidentin oder dem Präsidenten.

Ruf: grundsätzlich das Ministerium; in bestimmten Fällen und bei Übertragung die Präsidentin oder der Präsident

  • Kommission: Die Präsidentin oder der Präsident wirkt bei der Zusammensetzung der Kommission und der Einholung auswärtiger Gutachten mit; das Nähere regelt die Grundordnung. Die Gleichstellungsbeauftragte ist von Beginn an beteiligt (§ 50 Abs. 2 HochSchG).
  • Liste und Gutachten: Der Besetzungsvorschlag soll drei Personen umfassen und bedarf der Zustimmung des Senats (§ 50 Abs. 5 und 7 HochSchG).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 50 Abs. 5 HochSchG; Einzelheiten: Hausberufung in Rheinland-Pfalz.
  • Ruf: grundsätzlich das fachlich zuständige Ministerium; in den Fällen von Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 bis 4 (unter anderem Entfristung, Aufstockung auf Vollzeit, Juniorprofessur auf Dauer) beruft die Präsidentin oder der Präsident. Im Übrigen soll das Ministerium die Befugnis auf Antrag der Hochschule ganz oder teilweise befristet auf drei Jahre übertragen, wenn ein Berufungsleitfaden und ein Qualitätssicherungskonzept vorliegen; bei erneutem Antrag soll es sie dauerhaft übertragen (§ 50 Abs. 4 HochSchG).
  • Fristen: Der Vorschlag ist spätestens sechs Monate nach Ablauf der Bewerbungsfrist vorzulegen (§ 50 Abs. 5 und 7 HochSchG).

Fundstelle: § 50 HochSchG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Saarland

Für Ihre Bewerbung: Die Kommission tagt unter Vorsitz der Präsidentin oder des Präsidenten oder einer benannten Vertretung. Über den Vorschlag entscheidet das Präsidium nach Anhörung des Senats; abweichen kann es mit Zustimmung von Senat und Hochschulrat.

Ruf: das Präsidium nach Anhörung des Senats

  • Kommission: unter Vorsitz der Präsidentin oder des Präsidenten oder einer benannten Vertretung; Zusammensetzung in der Grundordnung. Mindestens ein Drittel der Stimmberechtigten sollen Frauen sein, die Hälfte davon Hochschullehrerinnen; über Ausnahmen entscheidet das Präsidium nach der Grundordnung; mindestens ein hochschulexternes sachverständiges Mitglied muss angehören (§ 43 Abs. 3 SHSG).
  • Liste und Gutachten: Der Vorschlag soll drei Personen enthalten; zur fachlichen Qualifikation sind mindestens zwei auswärtige Gutachten einzuholen, in der Regel vergleichend (§ 43 Abs. 4 SHSG).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 43 Abs. 5 SHSG; Einzelheiten: Hausberufung im Saarland.
  • Ruf: Über den Vorschlag entscheidet das Präsidium nach Anhörung des Senats; abweichen kann es mit Zustimmung von Senat und Hochschulrat (§ 43 Abs. 7 SHSG).
  • Ohne Ausschreibung: Ausnahmen von der Ausschreibung nennt § 43 Abs. 2 SHSG; Überblick: Berufung ohne Ausschreibung.

Fundstelle: § 43 SHSG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Sachsen

Für Ihre Bewerbung: Die Begründung des Vorschlags muss auch Ihre Lehrevaluationen bewerten. Der Vorschlag ist innerhalb von neun Monaten nach Ablauf der Bewerbungsfrist zu erstellen; für die Annahme des Rufs kann die Rektorin oder der Rektor eine Frist bestimmen.

Ruf: Rektorin oder Rektor, nicht an den Beschluss des Fakultätsrats gebunden

  • Kommission: setzt der Fakultätsrat nach Anhörung des Rektorats ein; mindestens eine externe sachverständige Person, mindestens drei Frauen unter den Stimmberechtigten (Soll); die Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer haben eine Mehrheit von mindestens einem Sitz (§ 61 Abs. 2 SächsHSG).
  • Liste und Gutachten: Die Kommission erstellt den Vorschlag auf der Grundlage externer Gutachten und einer vergleichenden Würdigung; er soll drei Namen enthalten. Die Begründung muss die Lehrleistung, die Forschungs- oder künstlerische Leistung sowie die Lehrevaluationen bewerten (§ 61 Abs. 3 SächsHSG).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 61 Abs. 3 SächsHSG; Einzelheiten: Hausberufung in Sachsen.
  • Ruf: Die Rektorin oder der Rektor beruft und ist an den Beschluss des Fakultätsrats nicht gebunden, muss eine Abweichung aber vorher mit der Dekanin oder dem Dekan erörtern; sie oder er kann eine Frist für die Rufannahme bestimmen (§ 61 Abs. 1 und 4 SächsHSG).
  • Fristen: Der Vorschlag ist innerhalb von neun Monaten nach Ablauf der Bewerbungsfrist zu erstellen; sonst entscheidet die Rektorin oder der Rektor über die Einstellung des Verfahrens (§ 61 Abs. 3 SächsHSG).

Fundstelle: §§ 60, 61 SächsHSG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Sachsen-Anhalt

Für Ihre Bewerbung: Wer sich nicht beworben hat, kommt nur in besonders begründeten Ausnahmefällen in Betracht. Ob und welche Gutachten eingeholt werden, regelt die Berufungsordnung der Hochschule.

Ruf: Rektorin oder Rektor, nach Beteiligung des Senats

  • Kommission: bildet der Fachbereichsrat. Stimmberechtigt sollen angehören: die Dekanin oder der Dekan oder eine andere Professorin oder ein anderer Professor als Vorsitz, vier Professorinnen oder Professoren der Hochschule, mindestens eine Professorin oder ein Professor einer anderen Hochschule, zwei wissenschaftliche Mitarbeitende, zwei Studierende und die Gleichstellungsbeauftragte; mindestens drei Frauen, davon eine Professorin (§ 36 Abs. 3 HSG LSA).
  • Liste und Gutachten: Der Fachbereichsrat beschließt über den Vorschlag; die Einholung von Gutachten regelt die Berufungsordnung. Nichtbewerberinnen und Nichtbewerber nur in besonders begründeten Ausnahmefällen (§ 36 Abs. 4, 7 und 11 HSG LSA).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 36 Abs. 6 HSG LSA; Einzelheiten: Hausberufung in Sachsen-Anhalt.
  • Ruf: Die Rektorin oder der Rektor beruft auf den Vorschlag des Fachbereichs nach Beteiligung des Senats; abweichen oder einen neuen Vorschlag anfordern kann sie oder er, soweit sie oder er den Vorschlag für nicht vereinbar mit Rechtsvorschriften, der Hochschulstrukturplanung oder den Zielvereinbarungen hält oder Vorgeschlagene den Ruf ablehnen (§ 36 Abs. 8 HSG LSA).
  • Fristen: Liegt der Leitung acht Monate nach Errichtung der Planstelle oder nach Änderung der Denomination, sechs Monate nach der Aufforderung zu einem neuen Vorschlag oder sechs Monate nach Freiwerden der Stelle aus sonstigen Gründen kein Vorschlag vor und bestehen keine zwingenden Gründe für die Verzögerung, beruft sie nach Anhörung des Fachbereichs eine geeignete Person (§ 36 Abs. 10 HSG LSA).

Fundstelle: § 36 HSG LSA, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Schleswig-Holstein

Für Ihre Bewerbung: Grundlage des Vorschlags soll auch eine studiengangsbezogene Lehrveranstaltung sein, und die Studierenden sind zur pädagogischen Eignung zu hören: Die Lehrprobe hat hier eine gesetzliche Grundlage.

Ruf: Präsidentin oder Präsident, nach Stellungnahme des Senats

  • Kommission: heißt Berufungsausschuss; die Professorinnen und Professoren haben die absolute Mehrheit der Sitze und Stimmen; mindestens drei Hochschullehrerinnen oder Hochschullehrer, ein Mitglied des wissenschaftlichen Dienstes und eine Studierende oder ein Studierender; mindestens 40 Prozent Frauen, davon mindestens die Hälfte Hochschullehrerinnen (Soll) (§ 62 Abs. 3 HSG).
  • Liste und Gutachten: Grundlage soll auch eine studiengangsbezogene Lehrveranstaltung der Bewerberinnen und Bewerber sein. Der Vorschlag soll drei Namen enthalten, unter Einholung auswärtiger und mindestens zweier vergleichender Gutachten (bei künstlerischen Professuren an Kunsthochschulen und bei Professuren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften genügen auswärtige Gutachten); die Studierenden sind zur pädagogischen Eignung zu hören (§ 62 Abs. 4 und 5 HSG).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 62 Abs. 4 HSG; Einzelheiten: Hausberufung in Schleswig-Holstein.
  • Ruf: Die Präsidentin oder der Präsident beruft auf Vorschlag des Fachbereichskonvents nach Stellungnahme des Senats; abweichen oder einen neuen Vorschlag anfordern kann sie oder er, soweit gegen die Vorschläge Bedenken bestehen oder die Vorgeschlagenen den Ruf ablehnen (§ 62 Abs. 9 HSG).
  • Fristen: Ohne Vorschlag kann berufen werden, wenn auch eine zweite Vorschlagsliste keine geeignete Person nennt oder wenn der Fachbereich zehn Monate nach Einrichtung, Zuweisung oder Freiwerden der Stelle — beim Freiwerden durch Erreichen der Altersgrenze sechs Monate danach — keinen Vorschlag vorgelegt hat oder der Aufforderung zur Vorlage eines Vorschlags bis zum Ablauf von sechs Monaten nicht nachgekommen ist (§ 62 Abs. 9 HSG).

Fundstelle: § 62 HSG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Thüringen

Für Ihre Bewerbung: Die pädagogische Eignung soll sich auch auf Vorträge an der Hochschule stützen; die Studierenden sind zu hören. Ein Recht auf Einsicht in die Gutachten haben Sie nicht.

Ruf: Präsidentin oder Präsident, auf Vorschlag der Selbstverwaltungseinheit

  • Kommission: Mindestens ein externer Hochschullehrer und mindestens 40 Prozent Frauen unter den Stimmberechtigten sollen angehören; mit Zustimmung der Gleichstellungsbeauftragten darf die Quote aus sachlichen Gründen unterschritten werden; das Nähere regelt die Berufungsordnung (§ 85 Abs. 9 ThürHG).
  • Liste und Gutachten: Der Vorschlag soll drei Personen in einer Reihenfolge umfassen — steht ein Mitglied der eigenen Hochschule darauf, muss er drei umfassen; bei Berufungen ohne Ausschreibung nach Abs. 1 Satz 4 genügt ein Name; grundsätzlich sind zwei Gutachten auswärtiger Professoren einzuholen. Die pädagogische Eignung soll sich auch auf Vorträge an der Hochschule stützen, die Studierenden sind zu hören. Kein Recht auf Einsicht in die Gutachten (§ 85 Abs. 3, 4 und 10 ThürHG).
  • Eigene Hochschule: Voraussetzungen und Ausnahmen regelt § 85 Abs. 4 ThürHG; Einzelheiten: Hausberufung in Thüringen.
  • Ruf: Die Präsidentin oder der Präsident beruft aufgrund des Vorschlags; in begründeten Fällen kann von der Reihenfolge abgewichen werden (§ 85 Abs. 2 ThürHG).
  • Ohne Ausschreibung: Ausnahmen von der Ausschreibung nennt § 85 Abs. 1 ThürHG; Überblick: Berufung ohne Ausschreibung.

Fundstelle: § 85 ThürHG, gelesen am amtlichen Portal (30.09.2026).

Alle 16 Länder im Vergleich (Tabelle)
LandNormBerufungslisteGutachtenRuf
Baden-Württemberg§ 48 LHGsoll dreibei W 3 auswärtig und vergleichend (Kunst: auswärtig)Rektorin/Rektor im Einvernehmen mit Ministerium
BayernArt. 66 BayHIGsoll dreiauswärtig und vergleichend (Kunst: auswärtig)Präsidentin/Präsident
Berlin§ 101 BerlHGsoll dreii. d. R. mind. zwei vergleichende auswärtigeSenatsverwaltung
Brandenburg§ 42 BbgHGmind. drei (Ausnahme zulassungspflichtig)mind. zwei vergleichende (Soll)Ministerium, übertragbar
Bremen§ 18 BremHGDreier-Liste, Abweichen per Satzunggutachterlich gestützt (Satzung)Senatorin, übertragbar
Hamburg§§ 13, 14 HmbHGsoll dreiBerufungsordnungPräsidium
Hessen§ 69 HessHGsoll dreizwei vergleichende auswärtige (Soll)Präsidentin/Präsident
Mecklenburg-Vorpommern§§ 59, 60 LHG M-Vsoll dreizwei je Person + ein vergleichendes (Kunst: Sonderregel)Hochschule
Niedersachsen§ 26 NHGsoll dreiauswärtig, i. d. R. vergleichendMinisterium oder Stiftungsrat
Nordrhein-Westfalen§§ 37, 38 HGsoll dreizwei vergleichende auswärtige (Soll)Rektorin/Rektor
Rheinland-Pfalz§ 50 HochSchGsoll dreiPräsident wirkt mit (Grundordnung)Ministerium, übertragbar
Saarland§ 43 SHSGsoll dreimind. zwei auswärtigePräsidium
Sachsen§§ 60, 61 SächsHSGsoll dreiexterne, vergleichende WürdigungRektorin/Rektor
Sachsen-Anhalt§ 36 HSG LSA—BerufungsordnungRektorin/Rektor
Schleswig-Holstein§ 62 HSGsoll dreimind. zwei vergleichende (Kunst/HAW: auswärtig)Präsidentin/Präsident
Thüringen§ 85 ThürHGsoll dreigrundsätzlich zwei auswärtigePräsidentin/Präsident

Wortlaut und Fundstelle stehen im Feld des Landes in der Karte; „soll“ ist aus dem jeweiligen Gesetzeswortlaut übernommen.

Wenn etwas schiefläuft: Konkurrentenklage und Verfahrensregeln

Wer unterliegt, kann die Auswahlentscheidung gerichtlich überprüfen lassen; wie das geht und worauf es ankommt, steht unter Konkurrentenklage. Einige Regeln, die ein Verfahren absichern sollen, stehen ausdrücklich im Gesetz:

  • Kriterien vorab: In Nordrhein-Westfalen muss die Kommission ihre Kriterien vor der Sichtung festlegen und aktenkundig machen; eine spätere Änderung ist unzulässig (§ 38 Abs. 6 HG).
  • Gleichstellung: Macht die Gleichstellungs- oder Frauenbeauftragte eine Verletzung des Gleichstellungsauftrags geltend, soll der Vorschlag zurückverwiesen werden (§ 26 Abs. 2 NHG, § 18 Abs. 7 BremHG).
  • Rückgabe: Die berufende Stelle kann den Vorschlag insgesamt zurückgeben — in Bayern die Präsidentin oder der Präsident (Art. 66 Abs. 6 BayHIG), in Berlin die Senatsverwaltung mit Begründung (§ 101 Abs. 6 BerlHG).
  • Keine Einsicht in Gutachten: in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen ausdrücklich ausgeschlossen (Gutachten).

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Häufige Fragen zum Berufungsverfahren

Wer erteilt den Ruf?

Je nach Land die Hochschulleitung — etwa in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen —, das Ministerium oder in Niedersachsen bei Stiftungshochschulen der Stiftungsrat; in Brandenburg, Bremen und Rheinland-Pfalz kann das Berufungsrecht der Hochschule übertragen werden.

Darf mich meine eigene Hochschule berufen?

Nur eingeschränkt: 15 der 16 Berufungsparagrafen setzen Grenzen, mit Voraussetzungen und Ausnahmen, die jedes Land anders fasst. Die Norm je Land steht in der Länderkarte, die Einzelheiten auf den Hausberufungsseiten der Länder.

Kann ich die Gutachten über mich einsehen?

In Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen schließt das Gesetz die Einsicht in die Gutachten über die fachliche Eignung ausdrücklich aus.

Kann man berufen werden, ohne sich beworben zu haben?

Ja, das lassen 14 der 16 Berufungsparagrafen ausdrücklich zu — in Bayern mit Einwilligung, in Hessen im begründeten Ausnahmefall, in Sachsen-Anhalt nur in besonders begründeten Ausnahmefällen.

Wo steht das Berufungsverfahren auf dem Weg zur Professur?

Eine Professur wird grundsätzlich über ein Berufungsverfahren besetzt — gleich, auf welchem Weg Sie die Voraussetzungen erworben haben. Eine feste Stationenfolge gibt es nicht: Für eine Universitätsprofessur kommen zur Promotion zusätzliche wissenschaftliche Leistungen hinzu, nachgewiesen durch eine Habilitation, eine Juniorprofessur — auch mit Tenure Track — oder gleichwertige Leistungen, etwa die Leitung einer Nachwuchsgruppe (Was als gleichwertig zählt). An Hochschulen für angewandte Wissenschaften tritt an ihre Stelle die Berufspraxis. Zwei Begriffe begegnen Ihnen dabei oft: Erstberufung bezeichnet die erste Berufung auf eine Professur, nicht schon den ersten Ruf, denn einen Ruf kann man ablehnen; berufungsfähig (auch: berufbar) ist, wer die Einstellungsvoraussetzungen für eine Professur erfüllt. Ausnahmen von Ausschreibung oder Verfahren nennen die Landesgesetze (Berufung ohne Ausschreibung).

Die Begriffe rund um den Weg zur Professur, ohne feste Reihenfolge:

Welche Voraussetzungen vor dem Verfahren liegen — Promotion, Habilitation oder gleichwertige Leistungen, an Hochschulen Berufspraxis —, zeigt der Überblick Wie wird man Professor?.

Quellen

Die Rechtssätze stützen sich auf die amtlichen Volltexte der Landesportale; jedes Feld der Länderkarte nennt seine Fundstelle.

Landesrecht

Weitere Quellen

Verfahren, Fristen und Zuständigkeiten im Einzelnen regelt die Berufungsordnung der jeweiligen Hochschule; für eine konkrete Stelle gilt die Ausschreibung.