Postdoc: Bedeutung, Aufgaben, Gehalt und Dauer

Ein Postdoc forscht nach der Promotion weiter, in der Regel mit dem Ziel einer Professur. Wer nach dem Doktor nicht in die Wirtschaft wechselt, plant meist eine wissenschaftliche Laufbahn und baut dafür ein eigenes Profil auf: mit Veröffentlichungen, Lehre und eigenen Forschungsprojekten. Dieser Artikel erläutert, welche Beschäftigungsformen möglich sind, was bezahlt wird und weshalb die Befristung der meisten Stellen ein Problem darstellt.

Von Aktualisiert: 24. Oktober 2026 · Quellenstand 10/2026
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Eine Wissenschaftlerin im Laborkittel steht neben einem Mikroskop, hinter ihr ein Fenster mit Blick auf eine Altstadt

Kurz gesagt

  • Bedeutung: Postdoc heißt die Phase nach der Promotion und die Person, die in ihr forscht. In dieser Phase geht es darum, sich mit eigener Forschung für eine Professur zu qualifizieren.
  • Aufgaben: Forschung, Veröffentlichungen und Projektarbeit stehen im Mittelpunkt. Ob Lehre, Betreuung oder Koordination dazukommen, legt die einzelne Stelle fest.
  • Gehalt: Die Vergütung richtet sich nach Tätigkeit, Tarifvertrag, Erfahrungsstufe und Stellenumfang, bei Tarifbeschäftigten an Hochschulen der Länder etwa nach TV-L E 13 oder E 14. Die Promotion allein führt nicht automatisch zu E 14.
  • Dauer: Die Laufzeit eines Vertrags ist nicht die gesetzliche Befristungsgrenze. Das WissZeitVG erlaubt nach der Promotion eine befristete Qualifizierung von bis zu sechs Jahren, Drittmittelstellen folgen eigenen Regeln.
  • Karriere: Danach führen mehrere Wege weiter, zur Professur, auf andere wissenschaftliche Stellen oder aus der Hochschule hinaus. Eine feste Folge mit Habilitation und Privatdozentur gibt es nicht.

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Inhalt

Was ist ein Postdoc?

Ein Postdoc ist ein Wissenschaftler, der nach der Promotion weiterforscht und sein Forschungsprofil ausbaut. Postdoc ist die Kurzform von Postdoktorandin oder Postdoktorand; das Wort bezeichnet die Forschungsphase nach der Promotion und die Stellen, auf denen sie stattfindet. Ein festes Ende oder eine bestimmte Vertragsform hat diese Phase nicht.

Ein eigenes Amt ist das nicht. In Stellenanzeigen heißt die Position oft „wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc)“, auf Englisch „Postdoctoral Researcher“ oder „Research Associate“. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft führt die Personalkategorie „Postdoktorandin/Postdoktorand und Vergleichbare“. Beschäftigt sind Postdocs meist befristet: An Hochschulen waren 2022 90 % der Promovierten unter 40 Jahren befristet beschäftigt (Bundesbericht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Karrierephase 2025).

Was unterscheidet Postdoc und Doktorand?

DoktorandPostdoc
Abschlussarbeitet an der PromotionPromotion abgeschlossen
Befristung nach WissZeitVGbis zu sechs Jahre vor der Promotionbis zu sechs Jahre danach, in der Medizin neun. Dazu kommt die Zeit, die bis zur Promotion von den sechs Jahren nicht verbraucht wurde
Im Mittelpunktdie Dissertationeigenes Forschungsprofil: Publikationen, Projekte, gegebenenfalls Lehre

Die Professur steht am Ende dieses Weges: ein Fach in Forschung und Lehre vertreten, ohne Befristung nach dem WissZeitVG.

Was macht ein Postdoc?

Postdocs bearbeiten Forschungsprojekte, veröffentlichen Ergebnisse und übernehmen je nach Stelle Lehre, Betreuung oder Koordination. Wie die Arbeit verteilt ist, steht in der Ausschreibung und im Vertrag. Eine Befristung zur Qualifizierung nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz setzt voraus, dass die Stelle Ihre eigene wissenschaftliche Qualifizierung fördert; bei einer Drittmittelbefristung arbeiten Sie überwiegend im bewilligten Projekt. Wie viel Arbeitszeit für ein eigenes Vorhaben bleibt, legt das Gesetz nicht fest.

Ein Beispiel aus unserer Erfassung: Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg schrieb eine Postdoc-Stelle in der Fachdidaktik Deutsch aus (E 13 TV-L, Vollzeit, drei Jahre, Bewerbungsfrist 15. Mai 2026). Die Anzeige nennt diese Aufgaben:

  • selbstständige Lehre im Umfang von 4 Semesterwochenstunden,
  • ein eigenes Forschungsvorhaben, in der Regel eine Qualifikationsschrift zur Habilitation,
  • Mitarbeit an Forschungsvorhaben der Professur,
  • Betreuung und Beratung von Studierenden, Prüfungen und Betreuung von Abschlussarbeiten,
  • Mitwirkung in der akademischen Selbstverwaltung.

Andere Stellen sehen keine Lehre vor oder verbinden die Forschung mit der Koordination eines Projekts. Wie viel Lehre eine Stelle umfasst, regeln die Länder; die Regeln stehen unter Lehrdeputat.

Wie viel verdient ein Postdoc?

Wer nach der Promotion am selben Lehrstuhl weiterarbeitet, kann zunächst auf derselben Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter bleiben. Man ist jetzt Postdoc, wird aber häufig weiterhin nach E 13 bezahlt. Der Doktortitel allein bringt keine höhere Entgeltgruppe. Mehr Gehalt kann durch eine höhere Erfahrungsstufe oder den Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit entstehen.

Auch Drittmittelstellen werden beim selben Arbeitgeber nach denselben Tarifregeln bezahlt. Bei gleicher Entgeltgruppe, Erfahrungsstufe und Arbeitszeit ist das Tabellengehalt gleich. Wird nur eine halbe Stelle finanziert und vereinbart, erhalten Sie 50 Prozent des Vollzeitgehalts.

E 14 kommt für anspruchsvollere Forschungsaufgaben infrage, die Sie eigenständig verantworten. Das kann beispielsweise die wissenschaftliche Verantwortung für ein besonders schwieriges Teilprojekt sein. Entscheidend sind die konkreten Aufgaben: Weder die Promotion noch die Bezeichnung „Projektleitung“ reichen allein aus.

Die folgende Tabelle zeigt die Gehälter nach TV-L, dem Tarifvertrag der meisten Länderhochschulen. In Hessen gilt der TV-H; andere Forschungseinrichtungen wenden beispielsweise den TVöD an.

TV-L: monatliches Tabellenentgelt brutto bei Vollzeit, gültig ab 01.04.2026 bis 28.02.2027
GruppeStufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5Stufe 6
E 134.759 €5.106 €5.367 €5.874 €6.574 €6.765 €
E 145.144 €5.516 €5.821 €6.283 €6.991 €7.194 €

Beträge auf volle Euro gerundet. Tarifgemeinschaft deutscher Länder, Anlage B zum TV-L (Tabellen gültig vom 01.04.2026 bis 31.12.2026 und vom 01.01.2027 bis 28.02.2027, in E 13 und E 14 gleich); ohne Jahressonderzahlung und Zulagen. Ab dem 1. März 2027 gelten höhere Tabellenwerte.

Die Erfahrungsstufe berücksichtigt einschlägige Berufserfahrung. Wer während der Promotion angestellt war, kann deshalb schon als Postdoc oberhalb der ersten Stufe liegen. Klären Sie bei einer neuen Stelle, welche bisherigen Beschäftigungszeiten anerkannt werden. Die Einzelheiten erklärt der Artikel TV-L-Erfahrungsstufen.

Netto für E 13 berechnen Netto für E 14 berechnen

Wann kommt eine Stelle als Akademischer Rat infrage?

Eine weitere Möglichkeit ist eine Stelle als Akademischer Rat im Beamtenverhältnis, üblicherweise mit A 13. Dafür muss die Universität eine entsprechende Stelle anbieten. In der Regel brauchen Sie eine Promotion und müssen die Voraussetzungen für eine Verbeamtung erfüllen. Es gibt zwei unterschiedliche Perspektiven:

  • Auf Zeit: eine befristete Stelle zur weiteren wissenschaftlichen Qualifikation, etwa zur Habilitation. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise zunächst drei Jahre, verlängerbar um weitere drei.
  • Auf Lebenszeit: eine dauerhafte Stelle für langfristige Aufgaben in Forschung und Lehre – eine berufliche Perspektive auch ohne Professur. Eine befristete Ratsstelle wird allerdings nicht automatisch zur Dauerstelle.

Voraussetzungen und Besoldung erläutert der Artikel Akademischer Rat.

Ein Stipendium ist eine Förderung mit eigenen Regeln für Versicherung und Altersvorsorge. Den Vergleich mit einer Anstellung finden Sie unter Postdoc-Stipendium. Jahressonderzahlung und Zusatzversorgung erklärt Gehalt wissenschaftliche Mitarbeiter.

Wie lange dauert die Postdoc-Phase?

Die Vertragsdauer einer einzelnen Stelle ist nicht die Gesamtdauer der Postdoc-Phase. Die Phase kann mehrere Verträge umfassen, an einer oder an mehreren Einrichtungen. Wie lange die Phase insgesamt dauert, hängt von Ihrem Ziel, der Finanzierung und der gesetzlichen Befristungsgrenze ab.

Als anfängliche Laufzeit nennen Postdoc-Anzeigen in unserer Auswertung meist zwei oder drei Jahre:

Ausgeschriebene anfängliche Laufzeit in Postdoc-Anzeigen
Anfängliche VertragslaufzeitAnzeigenAnteil
12 Monate476,5 %
24 Monate23232,0 %
36 Monate31443,3 %
48 Monate567,7 %
andere Laufzeit7610,5 %
genaue Angabe zusammen725100,0 %

Eigene Auswertung von wissenschaftsstellen.de: 725 von 1.303 Anzeigen nennen eine genaue anfängliche Laufzeit; erstmals erfasst vom 25.03. bis 12.10.2026, einschließlich abgelaufener Anzeigen. Mittelwert der genauen Angaben 32,0 Monate, Median 36 Monate. Methodik und Grenzen der Auswertung unter Quellen.

Universitäten nennen am häufigsten drei Jahre, Universitätskliniken und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen am häufigsten zwei Jahre. Gemessen sind Angaben in Stellenanzeigen, keine abgeschlossenen Verträge und keine Gesamtdauer der Postdoc-Phase. Ob ein Vertrag verlängert wird, sagen die meisten Anzeigen nicht.

Wie lange darf eine Postdoc-Stelle befristet werden?

Das hängt davon ab, worauf die Befristung beruht. Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz trennt drei Fälle:

  • Befristung zur Qualifizierung: Nach der Promotion sind bis zu sechs Jahre zulässig, in der Medizin bis zu neun Jahre. Hinzu kommt, was von den sechs Jahren vor der Promotion nicht verbraucht wurde; je betreutem Kind unter 18 und bei einer Behinderung oder schwerwiegenden chronischen Erkrankung verlängert sich der Rahmen um je zwei Jahre. Jeder einzelne Vertrag muss so lang sein, dass er der angestrebten Qualifizierung angemessen ist.
  • Befristung wegen Drittmitteln: Wird die Stelle überwiegend aus Drittmitteln bezahlt, die für eine bestimmte Aufgabe und Zeit bewilligt sind, und arbeiten Sie überwiegend in diesem Projekt, ist eine Befristung unabhängig von der Höchstdauer möglich. Die Laufzeit soll dem bewilligten Projektzeitraum entsprechen.
  • Andere Grundlagen: Hochschulen dürfen wissenschaftliches Personal auch unbefristet oder nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz befristet beschäftigen.

Auf die Höchstdauer angerechnet werden befristete Arbeitsverträge mit mehr als einem Viertel der regelmäßigen Arbeitszeit an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, auch bei verschiedenen Arbeitgebern. Im Arbeitsvertrag muss stehen, ob die Befristung auf dem WissZeitVG beruht. Lassen Sie vor einer Zusage klären, welche Grundlage für Ihren Vertrag gilt und welche bisherigen Zeiten angerechnet werden.

Befristung im Einzelnen: Übertrag, Kinder, Drittmittel, Ausland und Reform

Die 12-Jahres-Regel: Was aus der Promotionszeit übrig bleibt

Die sechs Jahre nach der Promotion verlängern sich in dem Umfang, in dem befristete Beschäftigung vor der Promotion und Promotionszeiten ohne eine solche Beschäftigung zusammen weniger als sechs Jahre betragen haben. Eine Promotionszeit mit Stipendium gehört zur zweiten Gruppe. Vor und nach der Promotion zusammen ergibt das höchstens zwölf Jahre, in der Medizin 15 Jahre, daher der Name. Verlängerungen für Kinder, Behinderung oder chronische Erkrankung und Zeiten, die nicht auf die Höchstdauer angerechnet werden, können darüber hinausführen. Durchgerechnete Fälle stehen unter WissZeitVG: Übertrag in die Postdoc-Phase.

Kinder, Elternzeit, Behinderung: Wer bekommt mehr Zeit?

  • Kinder: Der Befristungsrahmen verlängert sich um zwei Jahre je betreutem Kind unter 18, auch bei Stief- und Pflegekindern. Den laufenden Vertrag verlängert das nicht von selbst; dafür braucht es nach Auskunft des Bundesforschungsministeriums die Zustimmung des Arbeitgebers.
  • Behinderung oder schwerwiegende chronische Erkrankung: zwei Jahre mehr.
  • Elternzeit, Mutterschutz, Pflege, Krankheit: Ein Vertrag zur Qualifizierung verlängert sich mit Ihrem Einverständnis um Elternzeit und Beschäftigungsverbote nach dem Mutterschutzgesetz, soweit Sie in dieser Zeit nicht erwerbstätig waren, und um weitere Zeiten wie eine Beurlaubung oder eine Verringerung der Arbeitszeit um mindestens ein Fünftel für Kinder oder Pflege. Arbeitsunfähigkeit zählt nur, wenn kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht. Diese Zeiten werden nicht auf die Höchstdauer angerechnet. Für Drittmittelverträge gilt die Regel bisher nicht.

Drittmittelstellen: Geht es nach den sechs Jahren weiter?

Ja, befristet, wenn die Voraussetzungen einer Drittmittelbefristung vorliegen: überwiegende Finanzierung aus Drittmitteln, die für eine bestimmte Aufgabe und Zeit bewilligt sind, und überwiegende Beschäftigung in diesem Projekt. Eine Höchstdauer nennt das Gesetz dafür nicht; der Vertrag soll so lange laufen wie das bewilligte Projekt. Mehr dazu unter Drittmittelstelle. Unbefristet beschäftigen darf eine Hochschule jederzeit; Dauerstellen schafft das Gesetz aber nicht.

Zählen Stipendium und Ausland mit?

Ein Stipendium ist kein Arbeitsverhältnis. Angerechnet werden befristete Arbeitsverträge mit einer deutschen Hochschule oder Forschungseinrichtung, entsprechende Beamtenverhältnisse auf Zeit und Privatdienstverträge mit einem Hochschulmitglied, etwa einer Professorin oder einem Professor; ein Postdoc-Stipendium gehört nach dem Wortlaut nicht dazu. Beschäftigungszeiten im Ausland werden nach Auskunft des Bundesforschungsministeriums grundsätzlich nicht berücksichtigt; ausgenommen sind Arbeitsverträge mit deutschen Auslandseinrichtungen nach deutschem Recht.

Gibt es eine Altersgrenze für Postdocs?

Nicht im WissZeitVG: Es zählt Jahre vor und nach der Promotion, nicht das Lebensalter. Fristen setzen eher Förderprogramme, die nach der Zeit seit der Promotion fragen, etwa die DFG im Emmy Noether-Programm (in der Regel bis vier Jahre) oder der Europäische Forschungsrat beim Starting Grant (bis zehn Jahre). Wer verbeamtet werden soll, etwa als Akademischer Rat, stößt auf die Altersgrenzen des Landes für die Verbeamtung.

Was ändert die geplante Reform des WissZeitVG?

Die Bundesregierung hat 2026 den Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Befristungsrechts im Wissenschaftsbereich vorgelegt. Nach dem Entwurf soll der erste Vertrag nach der Promotion in der Regel mindestens zwei Jahre laufen; die Sonderregel von neun Jahren für die Medizin soll entfallen. Weitergelten soll die bisherige Höchstdauer für Personen, die nach abgeschlossener Promotion schon vor dem Inkrafttreten in einem befristeten Arbeitsverhältnis zu einer Hochschule, einem Hochschulmitglied oder einer Forschungseinrichtung standen. Neu wären zwei Jahre mehr bei der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger und die Vertragsverlängerung etwa bei Elternzeit auch auf Drittmittelstellen. In Kraft treten sollen die Änderungen sechs Monate nach der Verkündung; bis dahin gilt das geltende Gesetz.

Was regeln die Länder?

Das WissZeitVG ist Bundesrecht und gilt in allen Ländern gleich. Die Länder regeln, was darum herum gilt, etwa Lehrverpflichtung und Dienstaufgaben. Was im eigenen Land gilt: Befristung an Hochschulen in Baden-Württemberg · Bayern · Berlin · Brandenburg · Bremen · Hamburg · Hessen · Mecklenburg-Vorpommern · Niedersachsen · Nordrhein-Westfalen · Rheinland-Pfalz · Saarland · Sachsen · Sachsen-Anhalt · Schleswig-Holstein · Thüringen.

Wie finde ich eine passende Postdoc-Stelle?

Vergleichen Sie Forschungsprofil, Vertragsdauer, Arbeitsumfang und die Möglichkeiten für eigene Projekte. Offene Stellen stehen nicht in diesem Artikel, sondern auf Postdoc-Stellen, nach Ort, Arbeitgeber und Fach filterbar. Suchen Sie auch nach wissenschaftlichen Mitarbeiterstellen, die eine abgeschlossene Promotion voraussetzen: In unserer Auswertung waren 376 von 1.303 Anzeigen für Promovierte als wissenschaftliche Mitarbeit, „Scientist“ oder „Researcher“ ausgeschrieben, nicht als „Postdoc“.

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Wer schreibt Postdoc-Stellen aus?

Die meisten Postdoc-Stellen schreiben in unserer Erfassung Universitäten aus. Je etwa jede siebte Anzeige kam von einer außeruniversitären Forschungseinrichtung oder einer Universitätsklinik:

Postdoc-Anzeigen nach Arbeitgebertyp, in unserer Erfassung
ArbeitgebertypAnzeigenAnteil
Universitäten87767,3 %
außeruniversitäre Forschungseinrichtungen19715,1 %
Universitätskliniken18514,2 %
Hochschulen für angewandte Wissenschaften372,8 %
sonstige (private und Kunsthochschulen)70,5 %
zusammen1.303100,0 %

Eigene Auswertung von wissenschaftsstellen.de, erstmals erfasst vom 25.03. bis 12.10.2026. Der Anteil außeruniversitärer Einrichtungen ist eine Untergrenze unserer Erfassung, keine Marktaussage; Methodik und Grenzen unter Quellen.

Wer nur Universitätsseiten durchsieht, übersieht einen Teil der Stellen. Postdoc-Stellen sind überwiegend volle Stellen: Von 746 Anzeigen mit genau genanntem Stellenumfang boten 647 eine Vollzeitstelle (86,7 %).

Was sollten Sie vor einer Zusage klären?

  • Grundlage und Laufzeit: Beruht die Befristung auf Qualifizierung oder Drittmitteln, und wie viel Zeit der Höchstdauer haben Sie schon verbraucht?
  • Eigene Forschung: Wie viel Arbeitszeit bleibt für Ihr eigenes Vorhaben neben Projekt, Lehre und Verwaltung?
  • Lehre: Wie viele Semesterwochenstunden umfasst die Lehrverpflichtung?
  • Vergütung: Welche Entgeltgruppe und welche Stufe stehen im Vertrag, mit welchem Stellenumfang?
  • Nächster Schritt: Welche Anschlussperspektive gibt es, und wann besprechen Sie gemeinsam den Stand Ihres Projekts?

Was gehört in die Bewerbung?

Was verlangt wird, steht in der Ausschreibung. Die Universität Magdeburg forderte im genannten Beispiel ein Motivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, ein Publikations- und Lehrtätigkeitsverzeichnis sowie ein Exposé von zwei bis drei Seiten zum Qualifikationsvorhaben. Ein Forschungsplan sollte zur Stelle passen: zum Projekt einer Drittmittelstelle oder zu dem Vorhaben, das Sie auf einer Qualifizierungsstelle verfolgen wollen. Wie ein wissenschaftlicher Lebenslauf aufgebaut ist, steht unter Akademischer Lebenslauf; wie die Promotion darin steht, unter Promotion im Lebenslauf eintragen. Was die Note der Promotion bedeutet, erklärt magna cum laude, summa cum laude und die übrigen Promotionsnoten.

Welche Stipendien und Förderprogramme gibt es?

Für ein eigenes Forschungsvorhaben kommen je nach Karrierestufe Beschäftigungsprogramme und Fellowships infrage. Vier Einstiegswege:

  • DFG Walter Benjamin-Programm: eigenes Vorhaben in der Qualifizierungsphase nach der Promotion, in der Regel bis zu zwei Jahre (Einzelheiten unten).
  • DFG Emmy Noether-Programm: Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe über sechs Jahre, in der Regel bis vier Jahre nach der Promotion, mit in der Regel mindestens zwei Jahren Postdoc-Erfahrung und substantieller internationaler Forschungserfahrung. Mehr unter Emmy Noether-Programm.
  • Marie Skłodowska-Curie Postdoctoral Fellowships (EU): Forschung in einem anderen Land, höchstens acht Jahre Forschungserfahrung seit der Promotion; die europäische Variante dauert ein bis zwei Jahre und wird mit einer aufnehmenden Einrichtung beantragt.
  • ERC Starting Grant: ein eigenes Forschungsprogramm bis zehn Jahre nach der Promotion, bis zu 1,5 Mio. € für fünf Jahre.

Beträge, Fristen und weitere Programme vergleicht der Artikel Postdoc-Stipendium: Höhe, Programme und Absicherung. Maßgeblich sind jeweils die aktuellen Merkblätter der Förderer.

Walter Benjamin-Programm: Stelle oder Stipendium?

Mit dem Walter Benjamin-Programm fördert die DFG Promovierte in einer frühen Karrierephase, die ein eigenes Vorhaben an einer Einrichtung ihrer Wahl umsetzen wollen. Im Inland gibt es eine Stelle in der Personalkategorie „Postdoktorandin/Postdoktorand und Vergleichbare“, im Ausland ein Stipendium; beides lässt sich kombinieren. Die Förderung läuft in der Regel bis zu zwei Jahre, dazu kommt ein Zuschuss für Sach-, Reise- und Publikationskosten. Vorgesehen ist im Regelfall ein Wechsel der Einrichtung.

Was kommt nach dem Postdoc?

Mögliche Wege führen zu einer Professur, anderen wissenschaftlichen Stellen oder Tätigkeiten außerhalb der Hochschule. Keiner davon ist die automatische nächste Stufe; welche Qualifikation zählt, hängt von Fach, Hochschulart und Ausschreibung ab.

WegWas dazugehörtFragen für Ihre Entscheidung
Professur an einer UniversitätBerufung nach einem Berufungsverfahren; als Qualifikation zählen je nach Fach Habilitation, Juniorprofessur oder gleichwertige Leistungen, etwa als Leitung einer NachwuchsgruppeWelche Qualifikation verlangen die Ausschreibungen in Ihrem Fach? Wie mobil sind Sie?
Tenure Trackbefristete Professur mit Zusage auf eine Dauerprofessur nach positiver EvaluationPasst Ihr Profil zu den ausgeschriebenen Tenure-Track-Stellen?
Dauerstelle in der Wissenschaftunbefristete wissenschaftliche Mitarbeit, Akademischer Rat oder Lehrkraft für besondere AufgabenWie viel Forschung und wie viel Lehre wollen Sie dauerhaft?
Professur an einer HAWeigene Einstellungsvoraussetzungen der Länder, siehe Professor an einer HAWErfüllen Sie die verlangte Berufspraxis?
Außerhalb der HochschuleForschung und Entwicklung in Unternehmen, Wissenschaftsmanagement, Behörden, AusgründungWelche Ihrer Kompetenzen werden dort gesucht? Siehe Karriere nach der Promotion

Planen Sie früh einen zweiten Weg mit und besprechen Sie Ihre Optionen mit der Person, die Ihre Stelle verantwortet, sobald sich der Stand Ihres Projekts absehen lässt.

Wie realistisch ist eine Professur?

Eine persönliche Erfolgsquote lässt sich nicht angeben. Der Bundesbericht zeigt nur, wie eng der Weg insgesamt ist: 2022 gingen auf Professuren an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen 54.243 Bewerbungen ein, dem standen 2.550 Berufungen gegenüber. Weil sich viele Personen mehrfach bewerben, ist das keine Chance je Person.

Wo steht die Postdoc-Phase auf dem klassischen Weg zur Professur?

Die Leiste zeigt den klassischen Weg über die Habilitation. Habilitation, Privatdozentur und apl. Professur sind keine Pflichtstationen; Juniorprofessur, Tenure Track oder eine Nachwuchsgruppe führen ebenfalls zur Berufung.

Deutschlands Stellenbörse für die Wissenschaft
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Mitarbeiter und Doktoranden
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Wiss. Mitarbeiter
Professuren
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Professuren

Häufige Fragen zum Postdoc

Kann ich mich vor Abschluss der Promotion auf eine Postdoc-Stelle bewerben?

Manche Ausschreibungen erlauben das. Die Universität Münster nahm in einer Ausschreibung ausdrücklich Bewerbungen von Promovierenden kurz vor dem Abschluss an; die Promotion musste aber vor dem Arbeitsantritt abgeschlossen sein. Die Universität Bayreuth verlangte in einer Anzeige, dass der Doktorgrad bis zum Dienstbeginn verliehen ist. Bei den Postdoctoral Fellowships der EU genügt eine erfolgreich verteidigte Dissertation, auch wenn der Grad formal noch nicht verliehen ist. Maßgeblich ist jeweils der Wortlaut der Ausschreibung.

Zählt ein Postdoc im Ausland auf die sechs Jahre?

Nach Auskunft des Bundesforschungsministeriums grundsätzlich nicht; ausgenommen sind Arbeitsverträge mit deutschen Auslandseinrichtungen nach deutschem Recht. Angerechnet werden nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz befristete Verträge mit deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Was ist der Unterschied zwischen Postdoc und Research Associate?

Research Associate ist eine englische Stellenbezeichnung, keine eigene Rechtsform. Die Universität Münster schrieb zum Beispiel eine Stelle als „Postdoctoral Research Associate (Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in, Salary Level E 13 TV-L, 100%)“ aus. Ob eine Promotion verlangt wird, welche Entgeltgruppe gilt und wie lange der Vertrag läuft, steht in der jeweiligen Anzeige.

Quellen