H-Index: Bedeutung, Berechnung und guter Wert

Ein H-Index von 10 bedeutet: Zehn Publikationen einer Person wurden jeweils mindestens zehnmal zitiert. Die Kennzahl verbindet damit die Zahl ihrer Veröffentlichungen mit deren Zitierungen. Sie hängt allerdings davon ab, welche Publikationen und Zitate eine Datenbank erfasst. Wer seinen H-Index vergleichen oder in einer Bewerbung angeben möchte, sollte deshalb die Datenbank und den Zeitpunkt nennen. Einen hohen H-Index erarbeitet man sich über Jahre; er zeigt, dass viele Arbeiten breit zitiert werden, und was als hoch gilt, entscheidet das Fach.

H-Index berechnen
Von Aktualisiert: 12. Oktober 2026 · Quellenstand 10/2026
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Eine Wissenschaftlerin ordnet in einer Bibliothek Notizzettel und ausgedruckte Artikel auf einem langen Holztisch

Kurz gesagt

  • Sortieren: Publikationen nach der Zahl ihrer Zitierungen absteigend ordnen.
  • Ablesen: h ist die größte Zahl, bei der mindestens h Arbeiten jeweils h Zitierungen erreichen.
  • Beispiel: 12, 8, 5, 4, 3 und 1 Zitierungen ergeben h = 4.

Den eigenen Wert prüfen

  • Profil wählen: Zum eigenen Personenprofil gehen und gleichnamige Autoren auseinanderhalten.
  • Liste kontrollieren: Fehlende Arbeiten, falsche Zuordnungen und Dubletten prüfen.
  • Angabe datieren: Datenbank, Zeitraum und Abrufdatum bei Vergleichen festhalten.

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Inhalt

Was bedeutet der H-Index?

Der H-Index fasst in einer Zahl zusammen, wie viele Ihrer Publikationen wie oft zitiert wurden: Ein Wert von h heißt, dass h Ihrer Arbeiten jeweils mindestens h-mal zitiert worden sind.

Vorgeschlagen hat die Kennzahl der Physiker J. E. Hirsch von der University of California in San Diego, 2005 in den Proceedings of the National Academy of Sciences. Seine Definition lautet: Eine Person hat den Index h, wenn h ihrer Arbeiten jeweils mindestens h Zitierungen haben und die übrigen jeweils höchstens h. Sie brauchen dafür keine Formel, nur eine sortierte Liste. Das folgende Beispiel zeigt sechs Publikationen einer Person, geordnet nach der Zahl ihrer Zitierungen:

Rechenbeispiel: sechs Publikationen, absteigend sortiert
RangZitierungenMindestens so viele Zitierungen wie der Rang?
112ja (12 ≥ 1)
28ja (8 ≥ 2)
35ja (5 ≥ 3)
44ja (4 ≥ 4): letzte passende Zeile, h = 4
53nein (3 < 5)
61nein (1 < 6)

Ab Rang fünf reißt die Reihe ab: Die fünfte Arbeit hat nur drei Zitierungen. Der H-Index ist deshalb 4, obwohl die meistzitierte Arbeit zwölfmal zitiert wurde und alle sechs zusammen 33 Zitierungen haben. Genau das ist die Idee der Kennzahl. Sie verbindet die Zahl der Veröffentlichungen mit ihren Zitierungen: Ein einzelner großer Erfolg hebt den Wert ebenso wenig wie viele kaum beachtete Arbeiten.

Damit hängt der H-Index von zwei Dingen ab, die Sie nur begrenzt beeinflussen: welche Ihrer Arbeiten eine Datenbank kennt und welche Zitierungen sie ihnen zuordnet. Dieselbe Person kann deshalb in Google Scholar, Scopus und Web of Science verschiedene Werte haben.

H-Index berechnen: Beispiel und Rechner

Zum Berechnen brauchen Sie nur die Zahl der Zitierungen jeder Publikation. Sortieren Sie absteigend, schreiben Sie den Rang daneben und suchen Sie die letzte Zeile, in der die Zitierungen mindestens so groß sind wie der Rang. Dieser Rang ist Ihr H-Index.

  1. Liste anlegen: je Publikation eine Zahl, auch Arbeiten ohne Zitierung mit 0.
  2. Sortieren: von der meistzitierten zur am wenigsten zitierten Arbeit.
  3. Vergleichen: Zeile für Zeile prüfen, ob die Zitierungen mindestens so groß sind wie der Rang.
  4. Ablesen: Der Rang der letzten Zeile, für die das gilt, ist h. Gilt es schon für Rang 1 nicht, ist h = 0.

Rechner: H-Index aus Ihrer Zitationsliste

Eine Zahl je Zeile oder durch Komma, Semikolon oder Leerzeichen getrennt. Nur ganze Zahlen ab 0, die Reihenfolge ist egal. Eingaben wie 1,5 gelten als Dezimalzahl.

Tragen Sie die Zitierungen Ihrer Publikationen ein und wählen Sie „Berechnen“.

Der Rechner verarbeitet nur die Zahlen, die Sie eintragen. Er ruft keine Forschungsdatenbank ab, sendet nichts und speichert nichts. Das Ergebnis gilt also genau für Ihre Liste. Übernehmen Sie die Zitierzahlen deshalb aus einer Quelle, etwa Ihrem Google-Scholar-Profil, und notieren Sie das Abrufdatum.

Zusätzlich zeigt der Rechner zwei verwandte Werte. Den g-Index beschreibt Elsevier in seinem Leitfaden zu Forschungskennzahlen als Variante des H-Index, die die meistzitierten Arbeiten stärker gewichtet: g ist die größte Zahl, bei der die g meistzitierten Arbeiten zusammen mindestens g × g Zitierungen haben. Er ist immer mindestens so hoch wie der H-Index. Im Beispiel oben haben die ersten fünf Arbeiten zusammen 32 Zitierungen, mindestens 25 sind nötig. Die ersten sechs haben 33, nötig wären 36. Also ist g = 5. Der Rechner begrenzt g auf die Zahl der eingegebenen Arbeiten.

Der i10-Index stammt von Google Scholar und zählt die Arbeiten mit mindestens zehn Zitierungen, im Beispiel ist es eine.

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Wo finde ich meinen H-Index?

Ein Google-Scholar-Profil legen Sie selbst kostenlos an, Ihr Scopus-Autorenprofil finden Sie über die freie Autorensuche, und Web of Science berechnet den Wert im Citation Report über den Zugang Ihrer Hochschule. In allen drei Fällen gilt dieselbe Reihenfolge: zuerst die Publikationsliste prüfen, dann die Zahl ablesen.

Google Scholar: eigenes Profil anlegen und pflegen

Ein Profil richten Sie mit einem Google-Konto über das Anmeldeformular von Google Scholar ein. Google empfiehlt ein persönliches Konto statt eines Hochschulkontos, damit das Profil einen Stellenwechsel übersteht. Danach schlägt Scholar Gruppen von Artikeln vor, die von Personen mit ähnlichem Namen stammen. Sie fügen nur Ihre eigenen hinzu. Wer unter mehreren Namen veröffentlicht hat, sucht mehrmals. Zum Schluss legen Sie fest, ob Änderungen an den Artikeldaten automatisch übernommen werden oder ob Sie sie vorher prüfen.

Aus der Liste berechnet Scholar drei Kennzahlen in zwei Fassungen, für alle Jahre und für einen jüngeren Zeitraum: H-Index, i10-Index und die Gesamtzahl der Zitierungen. Die Werte aktualisieren sich automatisch, sobald Scholar neue Zitierungen findet. Die Zitierzahlen selbst können Sie nicht ändern. Sie stammen aus dem Scholar-Index, und Zitierungen in Texten, die Scholar nicht erreicht oder nicht auslesen kann, fehlen. Fremde Profile sehen Sie in den Suchergebnissen nur, wenn ihre Inhaber sie öffentlich gestellt haben.

Scopus: Autorenprofil über die freie Autorensuche

Scopus legt Autorenprofile selbst an, sobald mindestens zwei Arbeiten einem Namen zugeordnet sind. Zugeordnet wird nach Name, E-Mail, Affiliation, Fachgebiet, Zitierungen und Koautoren. Ihr Profil finden Sie über die freie Autorensuche (Author Lookup), auch ohne Lizenz: Namen oder ORCID-Kennung eingeben, den passenden Treffer auswählen, dann öffnet sich die Autorenseite (Author details). Den H-Index zeigt Scopus mit einem h-Graphen und bezieht ihn auf die Veröffentlichungen der gesamten Laufbahn mit allen bis dahin erhaltenen Zitierungen.

Stimmt das Profil nicht, beantragen Sie Korrekturen mit dem kostenlosen Author Feedback Wizard. Damit legen Sie einen bevorzugten Namen fest, führen doppelte Profile zusammen, ergänzen oder entfernen Dokumente und aktualisieren die Affiliation. Dafür brauchen Sie ein Scopus-Konto. Weitere Funktionen wie die Forschersuche nach Stichworten sind Nutzern mit Lizenz vorbehalten.

Web of Science: Citation Report

In Web of Science steht der H-Index im Citation Report zu einer Trefferliste. Sie suchen Ihre Publikationen, etwa über Ihr Autorenprofil, und öffnen dazu den Citation Report. Der Wert beruht auf den Zitierzahlen der Datenbank („Times Cited“). Er hängt vom Umfang der Lizenz Ihrer Hochschule und vom gewählten Zeitraum ab, Zitierungen aus nicht erfassten Quellen fehlen. Ein Citation Report verarbeitet höchstens 10.000 Einträge und zeigt den Stand der letzten Datenbankaktualisierung. Hirsch selbst ermittelte seine Werte 2005 auf diesem Weg: Arbeiten nach „Times Cited“ sortieren und die Grenze ablesen.

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Warum liefern Datenbanken verschiedene Werte?

Jede Datenbank zählt nur, was sie selbst erfasst: andere Zeitschriften, Bücher und Tagungsbände, andere Jahrgänge, eine andere Zuordnung von Namen. Verschiedene Werte für dieselbe Person sind deshalb kein Rechenfehler, sondern die Folge verschiedener Datenbestände.

  • Abdeckung: Google Scholar zählt, was seine Suchroboter im Netz finden und auslesen können. Web of Science rechnet nur mit Zitierungen aus den Quellen, die es selbst erfasst, und Scopus mit seinem eigenen Bestand.
  • Dokumenttypen: Ob Buchkapitel, Tagungsbeiträge, Preprints oder Datensätze mitzählen, hängt davon ab, ob die jeweilige Datenbank sie aufnimmt.
  • Namenszuordnung: Google schreibt, sein statistisches Modell könne Personen mit ähnlichen Namen nicht immer richtig trennen. Elsevier räumt ein, dass Algorithmen selten alle Dokumente fehlerfrei einem Profil zuordnen.
  • Zeitraum: Web of Science rechnet im gewählten Zeitraum und im Umfang der Lizenz, Scholar zeigt neben allen Jahren einen jüngeren Zeitraum. Hirsch wies schon 2005 darauf hin, dass die Datenbank die gesamte Publikationszeit einer Person abdecken muss.
  • Versionen: Erkennt Scholar zwei Einträge als dieselbe Arbeit, streicht es die Zitierzahl des einen durch und zählt sie nur einmal. Nach dem Zusammenführen kann die Summe kleiner sein als die Einzelwerte: In Googles eigenem Beispiel ergeben Versionen mit 27 und 4 Zitierungen zusammen 30, weil eine zitierende Arbeit beide Versionen nennt.

Wie stark sich das auswirken kann, zeigt ein Beispiel. Es behauptet keine typische Differenz zwischen bestimmten Anbietern, sondern zeigt nur den Mechanismus: Dieselbe Person ist in zwei Datenbanken mit unterschiedlichem Bestand erfasst.

Beispiel: eine Person, zwei Datenbankstände
DatenbankErfasstZitierungen, sortiertH-Index
Datenbank A9 Arbeiten, darunter 2 Buchkapitel31, 18, 12, 9, 7, 6, 4, 2, 16
Datenbank B7 Zeitschriftenartikel24, 15, 9, 6, 5, 3, 15

Unsere Einordnung: Ein abweichender Wert ist nicht automatisch ein Rechenfehler, denn jede Datenbank rechnet mit ihrem eigenen Bestand. Vergleichen Sie nur Werte aus derselben Datenbank, vom selben Abrufdatum und für denselben Zeitraum, und nennen Sie nie einen Wert ohne seine Quelle.

Was ist ein guter H-Index?

Einen allgemein guten Wert gibt es nicht. Ob ein H-Index hoch oder niedrig ist, zeigt erst der Vergleich mit Personen aus demselben Fach, in derselben Karrierephase und aus derselben Datenbank. Prüfen Sie deshalb jede Zahl, die Ihnen begegnet, mit drei Fragen:

  1. Mit wem wird verglichen? Mit Personen aus demselben Fach und mit ähnlich langer Publikationszeit, nicht mit einer Spitzengruppe aus einem anderen Gebiet.
  2. Welche Datenbank? Ein Wert aus Google Scholar und einer aus Scopus sind zwei verschiedene Messungen.
  3. Welcher Zeitraum? Alle Jahre oder nur die jüngsten, und mit welchem Abrufdatum.

In der Regel wächst der Wert mit der Zeit. Neue Arbeiten brauchen Jahre, bis sie zitiert werden, ältere sammeln weiter Zitierungen. Hirsch erwartete im Modell einen ungefähr linearen Anstieg und hielt fest, dass h weiter steigen kann, auch lange nachdem jemand aufgehört hat zu veröffentlichen. Wer am Anfang der Laufbahn steht, hat deshalb meist einen niedrigeren Wert. Für Vergleiche über unterschiedlich lange Laufbahnen führt Elsevier den m-Index: H-Index geteilt durch die Jahre seit der ersten Veröffentlichung.

Auch zwischen den Fächern liegen die Werte weit auseinander. Hirsch nannte als Gründe die durchschnittliche Zahl der Literaturangaben je Artikel, die Zahl der Veröffentlichungen je Person und die Größe des Fachs. Gebiete mit großen Kollaborationen, er nannte die experimentelle Hochenergiephysik, erreichen typischerweise höhere Werte.

Die Faustzahlen von Hirsch und warum sie keine Schwelle sind

Hirsch nannte 2005 für die Physik, ausdrücklich „mit großen Fehlerbalken“, Richtwerte für Fakultäten großer US-Forschungsuniversitäten: etwa 10 bis 12 für die Tenure-Entscheidung zum Associate Professor und etwa 18 für eine volle Professur. Einen Wert von 20 nach 20 Jahren wissenschaftlicher Arbeit sah er als Kennzeichen einer erfolgreichen Laufbahn. Zugleich warnte er, eine einzelne Zahl gebe nur eine grobe Annäherung, und gerade bei Entscheidungen über eine Dauerstelle müsse man Ausnahmen bedenken.

Schon in derselben Arbeit zeigte er, wie stark die Fächer abweichen. Für eine Mitgliedschaft in der US-Akademie der Wissenschaften sah er in der Physik typischerweise Werte ab etwa 45. Die 36 Mitglieder, die 2005 in Biologie und Biomedizin neu aufgenommen wurden, hatten im Mittel einen H-Index von 57, bei einer Spanne von 18 bis 135.

Unsere Einordnung: Diese Zahlen stammen aus einem Fach, aus dem US-System und aus dem Datenbestand von 2005. Als Maßstab für eine Professur in Deutschland taugen sie nicht. Welche Rolle Publikationen und Kennzahlen spielen, legt die Berufungskommission für die einzelne Professur fest. Fragen Sie im Zweifel nach den Kriterien, statt sich an einer Zahl aus einem anderen Zusammenhang zu messen.

Welche Grenzen hat der H-Index?

Der H-Index misst, wie breit Ihre Arbeiten zitiert werden, nicht, wie gut sie sind. Hirsch selbst schrieb, eine einzelne Zahl könne das vielschichtige Profil einer Person nur grob annähern, und viele weitere Faktoren müssten in eine Bewertung einfließen.

  • Einzelne Spitzenarbeiten: Eine Arbeit mit außergewöhnlich vielen Zitierungen verändert den Wert kaum. Hätte im Beispiel oben die erste Arbeit 120 statt 12 Zitierungen, bliebe h = 4. Elsevier rechnet vor: Wer eine einzige Arbeit mit 100 Zitierungen hat, kommt auf höchstens h = 1. Hirsch räumte ein, dass der Index Personen mit wenigen bahnbrechenden Arbeiten nicht voll gerecht wird.
  • Koautorenschaft: Der H-Index rechnet jede Arbeit voll an, egal ob zwei oder zweihundert Personen sie verfasst haben. Hirsch hielt Werte aus Arbeiten mit vielen Koautoren für zu wohlwollend und schlug vor, bei großen Unterschieden durch die durchschnittliche Zahl der Koautoren zu teilen.
  • Publikationsalter: Ältere Arbeiten hatten mehr Zeit, Zitierungen zu sammeln. Ein junger Wert und ein Wert nach 25 Berufsjahren lassen sich nicht direkt vergleichen.
  • Selbstzitate: Sie erhöhen den H-Index weniger als die Gesamtzahl der Zitierungen, weil nur Arbeiten knapp um die Grenze h betroffen sind. Hirsch merkte an, wer seinen Index durch Selbstzitate steigern wolle, ziele auf genau diese Arbeiten.
  • Datenkorrekturen: Ein H-Index kann auch sinken. Werden Dubletten zusammengeführt, fremde Arbeiten aus einem Profil gelöscht oder Zitierungen neu zugeordnet, berechnet die Datenbank den Wert neu.

Wie Hochschulen und Förderer mit solchen Kennzahlen umgehen sollen, beschreibt die San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA), im Dezember 2012 von Herausgebern und Verlagen formuliert. Sie ist eine Empfehlung, kein verbindliches Regelwerk, und richtet sich vor allem gegen Zeitschriftenkennzahlen wie den Journal Impact Factor bei der Bewertung einzelner Personen. Hochschulen empfiehlt sie, die Kriterien für Einstellung und Beförderung offenzulegen und klarzustellen, dass der wissenschaftliche Inhalt einer Arbeit viel wichtiger ist als Publikationskennzahlen. Wer in einer Kommission sitzt, soll nach Inhalt urteilen. Ob eine Hochschule so verfährt, steht in ihren eigenen Regeln. Die DFG ist hier konkret: Angaben zu Impact-Faktoren und h-Indizes sind in ihren Anträgen nicht erforderlich und werden bei der Begutachtung nicht berücksichtigt.

H-Index im Lebenslauf und Unterschied zu anderen Kennzahlen

Geben Sie den H-Index nur an, wenn die Ausschreibung, das Formular oder die Gepflogenheit Ihres Fachs danach fragt, und dann immer mit Datenbank, Zeitraum und Abrufdatum. Eine Zahl ohne Quelle lässt sich nicht prüfen und wirkt wie Werbung.

So geben Sie den Wert an

Muster für die Zeile „Kennzahlen“:

H-Index 9 (Google Scholar, alle Jahre, abgerufen am 1. Oktober 2026); H-Index 7 (Scopus, abgerufen am 1. Oktober 2026)

Beide Werte nebeneinander zu nennen ist ehrlicher als nur den höheren. Für DFG-Anträge lassen Sie die Zeile weg. Wie das Publikationsverzeichnis im wissenschaftlichen Lebenslauf aufgebaut ist und was in eine Bewerbung auf eine Professur gehört, lesen Sie in den jeweiligen Artikeln.

H-Index, i10-Index, Impact Factor und h5-Index

Die Kennzahlen klingen ähnlich, bewerten aber verschiedene Dinge. Der H-Index gehört zu einer Person, der Impact Factor und der h5-Index zu einer Zeitschrift.

KennzahlBewertetWas gezählt wirdWo sie steht
H-Indexeine Persongrößte Zahl h, bei der h Arbeiten jeweils mindestens h Zitierungen habenGoogle Scholar, Scopus, Web of Science
i10-Indexeine PersonArbeiten mit mindestens zehn ZitierungenGoogle Scholar
g-Indexeine Person oder ein Forschungsgebietgrößte Zahl g, bei der die g meistzitierten Arbeiten zusammen mindestens g × g Zitierungen habenElsevier SciVal
h5-Indexeine Zeitschrift oder TagungsreiheH-Index der Artikel aus den letzten fünf vollständigen KalenderjahrenGoogle Scholar Metrics
Journal Impact Factorein Journal statt einer PersonZitierungen der Beiträge einer Zeitschrift; Was der Impact Factor bedeutetClarivate, Journal Citation Reports

Ein hoher Impact Factor der Zeitschrift sagt also nichts über den H-Index einer Autorin, und umgekehrt. Wie Zeitschriften eingestuft werden, erklärt der Artikel Journal-Ranking und Impact Factor. In der Betriebswirtschaftslehre ist dafür das VHB-Rating verbreitet.

Wenn Sie den H-Index für eine Bewerbung brauchen, finden Sie passende Ausschreibungen unter Professuren und Postdoc-Stellen.

Häufige Fragen zum H-Index

Kann der H-Index 0 sein?

Ja. Solange keine Ihrer Arbeiten mindestens einmal zitiert wurde, ist h = 0, auch bei vielen Publikationen. Sobald eine Arbeit eine Zitierung hat, ist h mindestens 1.

Zählen Selbstzitate beim H-Index mit?

Das hängt von der Datenbank und ihren Einstellungen ab. Hirsch empfahl schon 2005, Selbstzitate möglichst herauszurechnen. Ihr Einfluss auf den H-Index sei aber deutlich kleiner als auf die Gesamtzahl der Zitierungen, weil nur Arbeiten knapp um die Grenze h betroffen sind.

Ist ein hoher H-Index Voraussetzung für eine Professur?

Eine allgemeine Schwelle, ab der ein H-Index für eine Professur reicht, gibt es nicht. Welche Rolle Publikationen und Kennzahlen spielen, legt die Berufungskommission für die einzelne Professur fest. Die Empfehlung DORA rät Hochschulen, ihre Kriterien offenzulegen und den Inhalt der Arbeiten über Publikationskennzahlen zu stellen.

Kann der H-Index sinken?

Ja. Werden Dubletten zusammengeführt, fremde Arbeiten aus einem Profil gelöscht oder Zitierungen neu zugeordnet, berechnet die Datenbank den Wert neu, und er kann fallen.

Wie oft wird der H-Index aktualisiert?

Google Scholar aktualisiert die Kennzahlen eines Profils automatisch, sobald es neue Zitierungen findet. Scopus erhält täglich neue Inhalte von Verlagen und aktualisiert damit die Autorenprofile. Der Citation Report in Web of Science zeigt den Stand der letzten Datenbankaktualisierung.

Welcher H-Index ist der richtige: Google Scholar oder Scopus?

Ein Unterschied ist nicht automatisch ein Rechenfehler: Google Scholar zählt, was es im Netz findet und auslesen kann, Scopus wertet seinen eigenen Bestand aus. Fehlzuordnungen und unvollständige Profile kommen trotzdem vor. Vergleichen Sie nur Werte aus derselben Datenbank und nennen Sie bei jeder Angabe Quelle und Datum.

Quellen

Originalarbeit, Anbieterseiten und Empfehlungen, gelesen am 8. Oktober 2026: