Wie werde ich Professor? Der Weg zur Professur in Deutschland

Karriere Professur Von Aktualisiert: 14. September 2026

Eine Professur gehört zu den begehrtesten und zugleich schwierigsten Karrierezielen im deutschen Bildungssystem. Rund 52.000 Professorinnen und Professoren lehren und forschen an deutschen Hochschulen (genau: 52.078 im Jahr 2024, Statistisches Bundesamt) — gemessen an der Zahl derer, die eine Professur anstreben, eine sehr kleine Gruppe. Wer diesen Weg einschlagen will, braucht nicht nur fachliche Exzellenz, sondern auch strategisches Denken, Durchhaltevermögen und eine realistische Einschätzung der eigenen Chancen.

Dieser Artikel gibt einen vollständigen Überblick über die verschiedenen Wege zur Professur. Er richtet sich an Promovierende und Postdocs, die ernsthaft über eine akademische Karriere nachdenken, und erklärt schonungslos, was Sie erwartet — zeitlich, finanziell und persönlich.

Praxis-Gastbeitrag & Tipps
Wie wird man Professor für Wirtschaftspsychologie an einer HAW in Bayern? — Prof. Dr. Tobias Nickel erklärt aus der Praxis die Voraussetzungen (BayHIG), passende Hochschulen und das Berufungsverfahren.
Kurzantwort
  • Es gibt nicht einen Weg, sondern vier. Habilitation, Juniorprofessur (W1), Tenure Track — und an Hochschulen (HAW) der Weg über Berufspraxis statt Habilitation.
  • Zwei Dinge gelten immer: eine abgeschlossene Promotion und der Nachweis pädagogischer Eignung. Alles Weitere unterscheidet sich nach Hochschultyp, Land und Fach.
  • Das Feld wächst kaum. 52.078 Professuren gab es 2024 in Deutschland — 917 mehr als 2022. Wer plant, sollte diese Größenordnung kennen.
  • Am Ende steht immer ein Berufungsverfahren, nicht eine Bewerbung. Es dauert in der Regel Monate bis über ein Jahr.

Universität oder Hochschule (HAW): Welcher Weg ist meiner?

Bevor Sie sich in Details vertiefen, steht eine fundamentale Weichenstellung an: Wollen Sie an eine Universität oder an eine Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW)? Diese beiden Hochschultypen unterscheiden sich grundlegend in ihren Anforderungen, im Arbeitsalltag und im Karriereweg dorthin.

Die Universitätsprofessur

An Universitäten steht die Forschung im Zentrum. Das Lehrdeputat liegt typischerweise bei 8 bis 9 Semesterwochenstunden (SWS), was verglichen mit anderen Ländern moderat ist und bewusst Raum für Forschung lässt. Der klassische Qualifikationsweg führt über die Promotion, eine mehrjährige Postdoc-Phase und in vielen Fächern über die Habilitation oder eine Juniorprofessur. Vom Studienbeginn bis zum ersten Ruf vergehen in der Regel weit über zehn Jahre — nicht selten mehr.

Universitätsprofessuren werden überwiegend nach W3 besoldet, in einigen Fächern auch nach W2. Die Grundgehälter (Stufe 1) liegen je nach Bundesland bei rund 6.000–7.500 Euro (W2) bzw. 7.250–8.450 Euro (W3) — Details unter Gehalt Professoren; hinzu kommen Leistungsbezüge, die das Gehalt erheblich aufstocken können.

Die HAW-Professur

Hochschulen für angewandte Wissenschaften setzen einen gänzlich anderen Schwerpunkt. Mit 18 SWS Lehrdeputat — also dem Doppelten einer Universität — ist der Alltag primär durch Lehre geprägt. Die zentrale Zugangsvoraussetzung neben der Promotion ist eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung außerhalb der Hochschule, davon mindestens drei Jahre außerhalb des akademischen Betriebs. Eine Habilitation ist nicht erforderlich.

HAW-Professuren werden in der Regel nach W2 besoldet. Die Besoldung ist damit niedriger als bei W3, allerdings kommen viele Berufene aus Positionen in der Wirtschaft, in denen sie deutlich mehr verdient haben — die Motivation liegt hier häufig in der Sinnhaftigkeit der Lehrtätigkeit und der Arbeitsplatzsicherheit als Beamter auf Lebenszeit.

Wussten Sie? Die HAW haben zunehmend Schwierigkeiten, Professuren zu besetzen. In technischen Fächern wie Informatik oder Maschinenbau bleiben Ausschreibungen teilweise über mehrere Runden ohne geeignete Bewerbungen, weil die Gehaltsunterschiede zur Industrie zu groß sind. In den Sozialwissenschaften hingegen gibt es regelmäßig 80 bis 150 Bewerbungen pro Stelle.

Welche Voraussetzungen gelten immer?

Unabhängig davon, ob Sie eine Uni- oder HAW-Professur anstreben, gibt es Anforderungen, die überall gelten:

  • Promotion: Ohne Doktortitel geht gar nichts. Die Promotion ist die absolute Mindestvoraussetzung für jede Professur in Deutschland. Dabei zählt zunehmend auch die Qualität: An Universitäten wird oft ein magna cum laude oder besser erwartet, an HAW ist das formale Prädikat weniger entscheidend.
  • Pädagogische Eignung: Alle Hochschulgesetze der Länder verlangen den Nachweis pädagogischer Eignung. Was das konkret bedeutet, variiert: An Universitäten reichen oft Lehrveranstaltungen während der Postdoc-Phase, an HAW wird teilweise ein hochschuldidaktisches Zertifikat erwartet.
  • Probelehrveranstaltung: Im Berufungsverfahren müssen Kandidaten typischerweise eine Lehrprobe vor der Berufungskommission und Studierenden halten. Das ist kein Formalakt — mangelnde Lehrkompetenz kann an dieser Stelle eine ansonsten starke Bewerbung zunichtemachen.
  • Hausberufungsverbot: In den meisten Bundesländern dürfen Hochschulen keine Kandidaten berufen, die unmittelbar vor der Berufung an derselben Einrichtung tätig waren. Die Regelungen variieren, aber die Grundidee ist klar: Professuren sollen im offenen Wettbewerb vergeben werden, nicht an den hauseigenen Nachwuchs.

Wie viele Professuren gibt es überhaupt?

Wer seine Chancen einschätzen will, braucht keine Stimmung, sondern Zahlen. Diese hier stehen im Statistischen Bundesamt, Tabelle „Hochschulpersonal nach Bundesländern und Personalgruppen" (Stand 2. Oktober 2025):

  2022 2023 2024
Professorinnen und Professoren insgesamt51.16151.87352.078
davon Frauen14.32614.93415.466
Frauenanteil28,0 %28,8 %29,7 %
davon C4-Professuren (auslaufend)2.1461.8101.507

Der Frauenanteil ist aus den beiden Zeilen darüber gerechnet, nicht aus einer anderen Quelle übernommen.

In diesen Zahlen steckt eine Aussage, die man leicht übersieht. Zwischen 2022 und 2024 sind 917 Professuren hinzugekommen — aber 1.140 davon entfielen auf Frauen. Rechnerisch heißt das: Die Zahl der männlichen Professoren ist im selben Zeitraum gesunken, von 36.835 auf 36.612. Der Aufwuchs geht nicht in die Breite, er verschiebt die Zusammensetzung. Für die eigene Planung ist das die wichtigere Information als jede Durchschnittsangabe: Das Feld wächst kaum. Rund 52.000 Professuren stehen einer weit größeren Zahl von Promovierten gegenüber, die sie anstreben.

Was hier bewusst nicht stehtZum Durchschnittsalter bei der Erstberufung, zur Zahl der Neuberufungen pro Jahr und zur Zahl der Bewerbungen je Professur stand hier bis zum 6. September 2026 eine Tabelle mit Angaben, die nach Statistik klangen, aber keine waren: gerundete Altersstufen, Größenordnungen ohne Bezugsjahr, Wertungen wie „steigend". Belegen ließ sich davon nichts. Wir haben die Angaben deshalb entfernt statt gekennzeichnet. Sie kommen zurück, sobald wir sie an einer amtlichen Quelle geprüft haben.

Wie unterscheiden sich die Wege an Universität und Hochschule (HAW)?

KriteriumUniversitätsprofessurHAW-Professur
SchwerpunktForschung und LehreLehre mit angewandter Forschung
Lehrdeputat8–9 SWS18 SWS
Promotion erforderlich?Ja, in der Regel mit AuszeichnungJa
Habilitation erforderlich?Fachabhängig, oft jaNein
Berufserfahrung außerhalb HochschuleNicht formal erforderlichMindestens 5 Jahre, davon 3 außerhalb Hochschule
Typische Qualifikationsdauerüber zehn Jahrerund zehn Jahre
BesoldungW2 oder W3W2 (selten W3)
VerbeamtungÜberwiegend jaÜberwiegend ja
DrittmittelerwartungHoch (oft entscheidend für Karriere)Gering bis moderat
PersonalführungArbeitsgruppe mit Doktoranden und PostdocsKaum eigenes Personal
WettbewerbSehr hochFachabhängig, teils niedrig

Was ist im eigenen Fach anders?

Die konkreten Anforderungen an eine Professur unterscheiden sich erheblich zwischen den Fachkulturen. Eine juristische Fakultät erwartet andere Qualifikationen als ein medizinischer Fachbereich, und die Chancen variieren je nach Fach dramatisch. In den folgenden Unterseiten erklären wir fachspezifisch, was Sie mitbringen müssen, wie der typische Zeitplan aussieht und wo die größten Fallstricke liegen.

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Wie läuft das Berufungsverfahren ab?

Unabhängig vom Fach durchlaufen alle Kandidaten ein Berufungsverfahren, das in Deutschland strengen Regeln folgt. Der typische Ablauf umfasst die Ausschreibung der Stelle, die Sichtung der Bewerbungen durch eine Berufungskommission, externe Gutachten, Probevorträge, die Erstellung einer Berufungsliste (Dreier- oder Vierer-Liste) und die anschließende Berufungsverhandlung mit der Hochschulleitung.

Dieser Prozess dauert typischerweise 12 bis 18 Monate — manchmal deutlich länger. Es ist nicht ungewöhnlich, dass zwischen der Ausschreibung einer Stelle und dem tatsächlichen Dienstantritt zwei Jahre vergehen. Für Kandidaten bedeutet das: Sie müssen oft mehrere Verfahren parallel laufen haben und mit Absagen rechnen. Erfahrene Kolleginnen und Kollegen berichten, dass sie sich auf 20 bis 40 Stellen beworben haben, bevor der erste Ruf kam.

Tipp: Das Listenplatz-Paradox Auf einer Berufungsliste zu stehen, ist bereits ein Erfolg — selbst auf Platz 3. Denn Erstplatzierte lehnen Rufe regelmäßig ab oder nutzen sie für Bleibeverhandlungen an ihrer aktuellen Hochschule. Statistisch erhält ein erheblicher Anteil der Zweit- und Drittplatzierten am Ende den Ruf. Allerdings sollten Sie daraus keine falschen Hoffnungen ableiten: Auf der Liste zu stehen bedeutet nicht automatisch, den Ruf zu erhalten.

Was verdient man als Professorin oder Professor?

Professorinnen und Professoren werden in Deutschland nach der W-Besoldung bezahlt. Das Grundgehalt (Stufe 1) liegt je nach Bundesland bei rund 6.000–7.500 Euro (W2) bzw. 7.250–8.450 Euro (W3); die aktuellen Landeswerte stehen unter Gehalt Professoren und W2/W3-Besoldung. Hinzu kommen Leistungsbezüge für besondere Forschungsleistungen, Drittmitteleinwerbung oder besonderes Engagement in der Lehre. Was davon netto bleibt, rechnet der Gehaltsrechner für W2 beziehungsweise für W3 nach Land, Stufe und Steuerklasse durch.

In der Medizin und im juristischen Bereich können die Gesamtbezüge durch Nebentätigkeiten (Gutachten, Privatliquidation) deutlich höher liegen. In anderen Fächern bleibt das Professorengehalt hinter dem zurück, was vergleichbar qualifizierte Fachkräfte in der Privatwirtschaft verdienen — besonders in den MINT-Fächern und in BWL.

Nutzen Sie unseren Gehaltsrechner, um die konkreten Bezüge nach Bundesland und Besoldungsgruppe zu berechnen.

Was spricht gegen diesen Weg?

Es wäre unseriös, nur die Sonnenseiten zu beschreiben. Wer eine Professur anstrebt, sollte die folgenden Punkte nüchtern in die Entscheidung einbeziehen:

  • Jahrelange Unsicherheit: Die Qualifikationsphase bis zur Professur findet fast ausschließlich auf befristeten Stellen statt. Viele Postdocs hangeln sich von Zweijahresvertrag zu Zweijahresvertrag. Das WissZeitVG begrenzt die Befristung nach der Promotion auf sechs Jahre (in der Medizin neun) — danach muss entweder eine Dauerstelle oder der Ausstieg folgen.
  • Ortsbindung kaum möglich: Das Hausberufungsverbot und die geringe Zahl an Stellen bedeuten, dass Sie bereit sein müssen, für eine Professur umzuziehen — möglicherweise mehrfach. Für Familien mit zwei berufstätigen Partnern ist das eine erhebliche Belastung.
  • Keine Garantie trotz Qualifikation: Selbst eine abgeschlossene Habilitation garantiert keine Professur. In den Geisteswissenschaften und in Jura gibt es deutlich mehr Habilitierte als freie Stellen. Die Konsequenz: Manche hochqualifizierten Wissenschaftler landen dauerhaft in der Privatdozentur ohne feste Anstellung.
  • Späte Karrieresicherheit: Wer mit 42 erstmals berufen wird, hat vielleicht 20 Jahre finanzieller Unsicherheit hinter sich. Die Beamtenpension ist attraktiv, aber die Beitragsjahre zur gesetzlichen Rentenversicherung sind oft lückenhaft.

Welche Alternativen und Parallelwege gibt es?

Nicht jeder muss den klassischen Weg gehen. Es gibt mehrere alternative Karrierepfade:

  • Juniorprofessur mit Tenure Track: Das seit 2017 mit Bundesmitteln geförderte Programm hat zahlreiche Tenure-Track-Stellen geschaffen. Hier erhalten Sie frühzeitig eine unabhängige Position mit klarer Perspektive auf eine Lebenszeitprofessur — vorausgesetzt, Sie bestehen die Zwischenevaluation.
  • Nachwuchsgruppenleitung: Programme wie Emmy Noether oder Heisenberg der DFG bieten eine eigenständige Forschungsfinanzierung und gelten als starke Qualifikation für eine Berufung.
  • Industrieforschung und Rückkehr: In technischen Fächern kann ein Umweg über die Industrie die Chancen auf eine HAW-Professur verbessern — und hält gleichzeitig eine attraktive Rückfalloption offen.
Der Frauenanteil steigt — langsam Der Anteil von Professorinnen ist in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich gestiegen, liegt aber weiter unter der Parität (Statistisches Bundesamt). Fächer wie die Erziehungswissenschaften haben einen überdurchschnittlichen Frauenanteil, Ingenieurwissenschaften und Informatik einen besonders niedrigen. Viele Hochschulen geben bei gleicher Qualifikation Frauen den Vorzug — ein Faktor, den Bewerberinnen kennen sollten.

Was sollte man konkret tun?

Wenn Sie ernsthaft eine Professur anstreben, hier einige Empfehlungen aus der Praxis:

  1. Frühzeitig publizieren: In nahezu allen Fächern sind Publikationen die Währung der Wissenschaft. Beginnen Sie bereits während der Promotion damit, eigenständig zu veröffentlichen — nicht nur als Co-Autor.
  2. Lehrerfahrung sammeln: Nutzen Sie jede Gelegenheit, eigenständig zu lehren. Berufungskommissionen achten zunehmend auf die Lehrqualität.
  3. Netzwerk aufbauen: Besuchen Sie Konferenzen, nehmen Sie Gastdozenturen wahr, pflegen Sie Kontakte. Berufungsverfahren sind formaler als in anderen Ländern, aber informelle Netzwerke spielen dennoch eine erhebliche Rolle.
  4. Drittmittel einwerben: Eigenständig eingeworbene Forschungsmittel — besonders bei der DFG — sind ein starkes Signal wissenschaftlicher Selbstständigkeit.
  5. International sichtbar werden: Auslandsaufenthalte und internationale Publikationen werden in praktisch allen Berufungsverfahren erwartet.
  6. Plan B haben: Identifizieren Sie realistische Alternativen außerhalb der Professur. Das ist keine Schwäche, sondern professionelle Lebensplanung.

Welche Stationen liegen auf dem Weg?

Die Kette gilt für den universitären Weg. An Hochschulen (HAW) treten an die Stelle von Habilitation und Privatdozentur mindestens fünf Jahre Berufspraxis, davon in der Regel drei außerhalb der Hochschule — die Einzelheiten regelt das jeweilige Landeshochschulgesetz. Und die Stationen 3 bis 6 sind kein Muss: Juniorprofessur und Tenure Track führen an ihnen vorbei.

Welche Seiten gehören zu diesem Thema?

Diese Seite ist der Überblick. Was ein einzelner Weg konkret verlangt, steht in den Artikeln dieses Themas:

Wie ein Ruf zustande kommt, wie die Berufungskommission arbeitet und was danach verhandelt wird, steht im Karriere-Wissen unter Professur: Berufung und Verhandlung.

Quellen

  • Zahl der Professuren, Frauenanteil, C4-Bestand: Statistisches Bundesamt, „Hochschulpersonal nach Bundesländern und Personalgruppen", Berichtsjahre 2022–2024, Stand 2. Oktober 2025 (abgerufen 06.09.2026). Der Frauenanteil ist aus den ausgewiesenen Zahlen gerechnet.
  • W-Grundgehälter: die Landesbesoldungsgesetze der 15 Länder mit amtlich veröffentlichter Tabelle; zusammengeführt unter Gehalt Professoren, gerechnet im Gehaltsrechner. Für das Saarland gibt es keine veröffentlichte Tabelle — es ist in der Spanne nicht enthalten.
  • Berufungsvoraussetzungen im Einzelnen: das Landeshochschulgesetz des jeweiligen Landes und die Ausschreibung; Einordnung unter Berufungsverfahren.

Noch offen: Durchschnittsalter bei der Erstberufung, Neuberufungen pro Jahr, Bewerbungen je Professur. Bis wir das an einer amtlichen Quelle geprüft haben, steht dazu hier nichts.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen gelten für jede Professur in Deutschland?

Unabhängig vom Hochschultyp verlangen alle Wege eine Promotion, den Nachweis pädagogischer Eignung sowie in der Regel eine Probelehrveranstaltung im Berufungsverfahren; in den meisten Bundesländern gilt zudem ein Hausberufungsverbot.

Worin unterscheiden sich Universitäts- und HAW-Professur?

An Universitäten steht die Forschung im Zentrum, das Lehrdeputat liegt bei 8 bis 9 SWS und in vielen Fächern wird eine Habilitation erwartet. HAW-Professuren haben ein Lehrdeputat von 18 SWS und setzen statt einer Habilitation mindestens fünf Jahre Berufserfahrung außerhalb der Hochschule voraus, davon mindestens drei Jahre außerhalb des akademischen Betriebs.

Wie läuft ein Berufungsverfahren ab?

Es umfasst typischerweise die Ausschreibung der Stelle, die Sichtung der Bewerbungen durch eine Berufungskommission, externe Gutachten, Probevorträge, die Erstellung einer Berufungsliste und die anschließende Berufungsverhandlung mit der Hochschulleitung; der Prozess dauert in der Regel 12 bis 18 Monate.

Nach welcher Besoldung werden Professorinnen und Professoren bezahlt?

Sie werden nach der W-Besoldung bezahlt; das Grundgehalt der Stufe 1 reicht je nach Bundesland von 6.029,67 bis 7.661,18 Euro (W2) und von 7.247,15 bis 8.667,56 Euro (W3); hinzu kommen Leistungsbezüge.

Welche Alternativen zum klassischen Weg gibt es?

Zu den alternativen Pfaden zählen die Juniorprofessur mit Tenure Track, die Leitung einer Nachwuchsgruppe etwa über das Emmy-Noether- oder Heisenberg-Programm der DFG sowie in technischen Fächern ein Umweg über die Industrie als Vorbereitung auf eine HAW-Professur.

Quellen und Arbeitsstand Quellenstand: 26. Juni 2026. Statistik qualitativ (Issuer-Ebene). Keine Rechts-/Karriereberatung.