Gehalt von Professorinnen und Professoren in Nordrhein-Westfalen: W1, W2 & W3 im Detail

Gehalt Professur Von Stand: 28. September 2026

Nordrhein-Westfalen ist das größte Bundesland Deutschlands gemessen an der Zahl seiner Hochschulen. Mit über 70 Hochschulen — darunter Weltklasse-Einrichtungen wie die RWTH Aachen, die Universität zu Köln, die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, die Uni Münster, die TU Dortmund, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und die Ruhr-Universität Bochum — bietet NRW so viele Professuren wie kein anderes Land. Allein an den 14 öffentlichen Universitäten lehren und forschen mehrere tausend Professorinnen und Professoren. Den Vergleich aller Länder zeigt die Übersicht Professorengehalt bundesweit.

Bei der Besoldung hat NRW zwei Eigenheiten. Erstens gibt es keine Erfahrungsstufen: Das Grundgehalt ist ein fester Betrag je Besoldungsgruppe und steigt nicht mit den Dienstjahren. Zweitens wirkt der Dienstort — aber nicht auf das Grundgehalt, sondern auf den Familienzuschlag ab dem dritten Kind, der sich nach der Mietenstufe der Gemeinde richtet. Die Sonderzahlung liegt mit 30 % des Dezember-Bruttos im unteren Mittelfeld.

W-Besoldung Nordrhein-Westfalen
W15.591 €Grundgehalt Stufe 1
W2-Professur7.289 €Grundgehalt Stufe 1
W3-Professur8.028 €Grundgehalt Stufe 1

Das W2-Professur-Gehalt in Nordrhein-Westfalen und das W3-Professur-Gehalt in Nordrhein-Westfalen bestehen aus Grundgehalt, möglichen Leistungsbezügen sowie familien- oder ortsbezogenen Zuschlägen. Netto hängt die Besoldung stark von Steuerklasse, Beihilfe, Krankenversicherung und Familienstand ab. Sonderzahlung (Weihnachtsgeld): 30 % des Dezember-Bruttos.

W2-Netto für NRW im Gehaltsrechner berechnen →
Kurzantwort
  • Ein fester Betrag je Gruppe, keine Stufen: W1 5.591 €, W2 7.289 €, W3 8.028 € brutto im Monat (Anlage 9 LBesG NRW, gültig ab 01.04.2026). Ob frisch berufen oder seit zwanzig Jahren im Amt — das Grundgehalt bleibt gleich.
  • Zuletzt gestiegen zum 1. April 2026, die Grundgehälter um 3,36 %, der Familienzuschlag um 2,80 %. Ein Termin für die nächste Anpassung ist nicht amtlich veröffentlicht.
  • Der Dienstort wirkt nur beim Familienzuschlag, nicht beim Grundgehalt: Nach der Mietenstufe der Gemeinde richtet sich der Zuschlag ab dem dritten Kind. Das Grundgehalt ist landesweit einheitlich.
  • Die Sonderzahlung ist mit 30 % niedrig (Bayern 65 %, Niedersachsen 45 %). Was das für Sie heißt, rechnet der Rechner durch: W2 in NRW oder W3 in NRW.

Wie hoch ist das Grundgehalt für W1, W2 und W3 in NRW?

Das Grundgehalt wird durch das Landesbesoldungsgesetz NRW (LBesG NRW) festgelegt. NRW verwendet ein einstufiges System — es gibt keine automatischen Erfahrungsstufen. Der Dienstort ändert am Grundgehalt nichts — er wirkt nur auf den Familienzuschlag ab dem dritten Kind (siehe unten).

BesoldungsgruppeGrundgehalt (monatlich, brutto)Stufen
W1 (Juniorprofessur)5.591 €1 Stufe
W27.289 €1 Stufe
W38.028 €1 Stufe

Das W2-Grundgehalt von 7.289 € setzt NRW auf Rang 3 der 16 Länder (Eingangsstufe) — über Niedersachsen (7.109 €), Brandenburg (7.115 €) und Bayern in der Eingangsstufe ab 1. Oktober 2026 (7.017 €), unter Baden-Württemberg (7.661 €) und Berlin (7.388 €). Das W3-Grundgehalt von 8.028 € liegt auf Rang 6.

Die Juniorprofessur nach W1 wird mit 5.591 € besoldet. NRW hat in den letzten Jahren verstärkt auf Tenure-Track-Professuren gesetzt, sodass W1-Stellen häufig mit einer verbindlichen Zusage auf eine W2-Verstetigung verbunden sind.

Was der Dienstort in NRW wirklich ändert Verbreitet ist die Vorstellung, das Grundgehalt sei in Köln höher als in Siegen. Das ist nicht so: Anlage 9 LBesG NRW nennt je Besoldungsgruppe einen Betrag, landesweit. Nach der Mietenstufe der Gemeinde richtet sich der Familienzuschlag ab dem dritten Kind (Landesamt für Besoldung und Versorgung NRW, abgerufen 06.09.2026). Wer ohne Kinder nach Köln berufen wird, bekommt also keinen Ortsausgleich — wohl aber höhere Mieten.

Wie hoch sind die Leistungsbezüge in NRW?

Neben dem Grundgehalt erhalten Professorinnen und Professoren in Nordrhein-Westfalen variable Leistungsbezüge, die bei der Berufungsverhandlung individuell ausgehandelt werden. Sie setzen sich typischerweise zusammen aus:

  • Berufungs- und Bleibeleistungsbezüge: Verhandelt bei Erstberufung oder bei einem Gegenruf (Bleibeverhandlung)
  • Besondere Leistungsbezüge: Für herausragende Forschungs- oder Lehrleistungen
  • Funktionsleistungsbezüge: Für Ämter wie Dekan, Studiendekan oder Prorektor
Keine belastbare Statistik pro Bundesland: Eine amtliche Durchschnittsstatistik isolierter Leistungsbezüge je Bundesland existiert nicht – Leistungsbezüge werden bei jeder Berufung individuell verhandelt. Bundesweit nennt der Deutsche Hochschulverband als grobe Orientierung etwa ~850 € in W2 und ~1.600 € in W3. Eine Erklärung der drei Leistungsbezugs-Arten und Verhandlungstipps finden sich im Wissens-Eintrag Leistungsbezüge.

Wie hoch ist der Familienzuschlag in NRW?

Der Familienzuschlag in NRW ist anders gebaut, als es die meisten Gehaltsvergleiche darstellen. Es gibt keine Beträge je Kind, die man addiert, sondern Gesamtbeträge je Familienstufe — und ab der Stufe 2 hängen sie von der Mietenstufe des Dienstorts ab (§ 43 LBesG NRW). Stufe 1 ist der Verheiratetenzuschlag, Stufe 2 gilt mit einem Kind, Stufe 3 mit zwei, Stufe 4 mit drei, Stufe 5 mit vier Kindern; jedes weitere Kind erhöht den Betrag um einen eigenen Satz.

FamilienstufeMietenstufe IIIIIVVIVII
Stufe 1 — verheiratet, ohne Kind173,50 € (ohne Mietenstufe)
Stufe 2 — mit 1 Kind324,52 €373,81 €518,76 €794,39 €955,05 €
Stufe 3 — mit 2 Kindern734,08 €1.024,87 €1.196,36 €1.526,09 €1.721,50 €
Stufe 4 — mit 3 Kindern1.436,24 €1.775,12 €1.977,14 €2.358,88 €2.586,52 €
Stufe 5 — mit 4 Kindern2.143,64 €2.534,32 €2.764,39 €3.212,40 €3.473,44 €
je weiteres Kind ab dem fünften749,64 €808,43 €840,64 €917,73 €957,16 €

Monatsbeträge in Euro, gültig ab 1. April 2026, Zeile „übrige Besoldungsgruppen“ (dazu zählt die Besoldungsordnung W). Aus Platzgründen zeigt die Tabelle fünf der sieben Mietenstufen; die Stufen II und V liegen dazwischen. Vollständig: Anlage 13 LBesG NRW, Landesamt für Besoldung und Versorgung (abgerufen 06.09.2026). Unser Gehaltsrechner rechnet mit allen sieben Stufen.

Was daran praktisch wichtig ist Der Sprung von Stufe 1 auf Stufe 2 ist der größte des ganzen Gehalts­systems: In Köln (Mietenstufe VI) bringt das erste Kind 620,89 € mehr im Monat, in Paderborn (Mietenstufe II) 151,02 €. Zwischen zwei Dienstorten kann derselbe Familienstand also mehrere hundert Euro Unterschied bedeuten — bei gleichem Grundgehalt. Wer zwei Rufe vergleicht, sollte die Mietenstufe der Dienstorte nachschlagen, bevor er die Angebote gegeneinanderstellt.

Zum Vergleich der Systeme: Rheinland-Pfalz hat den Verheiratetenzuschlag ganz abgeschafft, Bayern legt Orts- und Familienzuschlag in einer einzigen Tabelle zusammen und erreicht damit auch Ledige. NRW steht dazwischen — verheiratet ohne Kind gibt es einen festen Betrag, alles Weitere hängt am Wohnort.

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Zahlt NRW Weihnachtsgeld an Professorinnen und Professoren?

NRW gewährt eine jährliche Sonderzahlung in Höhe von 30 % des Dezember-Bruttogehalts. Damit liegt das Land im unteren Mittelfeld — deutlich unter Bayern (65 %), Niedersachsen (45 %) oder Bremen (50 %).

Wer bekommt was? Die Sonderzahlung gilt für Landesbeamtinnen und Landesbeamte in NRW – und damit auch für verbeamtete Professorinnen und Professoren in W2/W3 (bemessen am Dezember-Brutto inkl. Grundgehalt, Familienzuschlag und ggf. Leistungsbezügen). Angestellte Professuren sowie wissenschaftliche Mitarbeitende erhalten diese Beamten-Sonderzahlung nicht, sondern die Jahressonderzahlung nach TV-L bzw. eine vertragliche Regelung. Rechtsgrundlage: Landesbesoldungsgesetz NRW (LBesG NRW).

Bundesland (Auswahl)Sonderzahlung
Bayern65 % (+ Sonderfaktor)
Bremen50 %
Niedersachsen45 %
Nordrhein-Westfalen30 %
Rheinland-Pfalzkeine / gering

Die niedrigere Sonderzahlung ist ein relativer Nachteil von NRW im Bundesvergleich. Allerdings werden die höheren Grundgehälter und Leistungsbezüge von manchen als Ausgleich betrachtet. Letztlich kommt es auf die Gesamtrechnung an.

Wie hoch ist das Brutto-Jahresgehalt einer Professur in NRW?

Beispiel 1: W2-Professur, verheiratet, 2 Kinder (Dienstort Mietenstufe IV)

PositionBetrag
Grundgehalt W27.288,92 €
Leistungsbezüge W2 (angenommen: bundesweite DHV-Orientierung)+850 €
Familienzuschlag Stufe 3 (verheiratet, 2 Kinder), Mietenstufe IV+1.196,36 €
Brutto monatlich~9.335 €
+ Sonderzahlung (30 % im Dez.)+2.801 €/Jahr
Brutto Jahresgehalt~114.824 €

Beispiel 2: W3-Professur, verheiratet, 1 Kind (Dienstort Mietenstufe IV)

PositionBetrag
Grundgehalt W38.028,44 €
Leistungsbezüge W3 (angenommen: bundesweite DHV-Orientierung)+1.600 €
Familienzuschlag Stufe 2 (verheiratet, 1 Kind), Mietenstufe IV+518,76 €
Brutto monatlich~10.147 €
+ Sonderzahlung (30 % im Dez.)+3.044 €/Jahr
Brutto Jahresgehalt~124.811 €

Beispiel 3: W1-Juniorprofessur, ledig, keine Kinder

PositionBetrag
Grundgehalt W15.590,96 €
Leistungsbezüge (W1, typisch gering)+0 €
Familienzuschlag0 €
Brutto monatlich~5.591 €
+ Sonderzahlung (30 % im Dez.)+1.677 €/Jahr
Brutto Jahresgehalt~68.769 €
Hinweis zu Netto: Als Beamte zahlen Professoren keine Sozialversicherungsbeiträge. Stattdessen fallen private Krankenversicherung (ca. 250–500 €/Monat) und Einkommensteuer an. Bei einem Brutto von 8.700 € (Steuerklasse III, 2 Kinder) bleiben nach Steuern und PKV etwa 6.500–6.900 € netto.

Die Rechnung oben ist brutto. Was davon netto bleibt, hängt an Steuerklasse, Beihilfe, PKV-Tarif und Familienstand — der Gehaltsrechner für W3 in NRW rechnet den eigenen Fall durch; auf W2 lässt er sich dort umstellen.

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An welchen Hochschulen in NRW gibt es Professuren?

NRW verfügt über die mit Abstand größte Hochschullandschaft aller Bundesländer. Die wichtigsten Einrichtungen:

Universitäten

  • RWTH Aachen — Eine der führenden Technischen Universitäten Europas. Exzellenzuniversität mit besonderer Stärke in Ingenieurwissenschaften, Informatik und Naturwissenschaften. Enge Kooperation mit Forschungszentrum Jülich.
  • Universität zu Köln — Größte Universität in NRW mit über 50.000 Studierenden. Exzellenzuniversität mit Schwerpunkten in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Physik und Medizin.
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn — Exzellenzuniversität mit internationalem Renommee in Mathematik (Fields-Medaillen-Gewinner), Physik und Agrarwissenschaften. Hausman-Cluster und Exzellenzcluster.
  • Uni Münster — Volluniversität mit Exzellenzcluster in Mathematik. Stark in Jura, Theologie und Chemie.
  • Ruhr-Universität Bochum — Teil der Universitätsallianz Ruhr (mit TU Dortmund und Universität Duisburg-Essen). Breites Fächerspektrum, stark in Ingenieurwissenschaften und IT-Sicherheit.
  • TU Dortmund — Technische Universität mit Schwerpunkten in Physik (DESY-Kooperation), Logistik und Statistik.
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf — Medizinische Universität mit wachsendem Profil in Wirtschaftswissenschaften und Künstlicher Intelligenz.
  • Universität Duisburg-Essen, Universität Bielefeld, Bergische Universität Wuppertal, Universität Siegen, Universität Paderborn, FernUniversität in Hagen — Weitere starke Standorte mit jeweils eigenem Profil.

Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW)

  • NRW hat die größte Zahl an HAW in Deutschland, darunter TH Köln, Hochschule Düsseldorf, Westfälische Hochschule, HAW Münster, HSBI Bielefeld, FH Dortmund, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und viele weitere.
  • HAW-Professuren werden nach W2 besoldet. Das Lehrdeputat beträgt in NRW 18 SWS, kann aber durch Forschungsfreisemester oder Drittmittelprojekte reduziert werden.

Wie schneidet NRW im Bundesvergleich ab?

Nordrhein-Westfalen bietet als Standort für Professuren ein gemischtes, insgesamt aber attraktives Bild:

  • Stärke — größtes Stellenangebot: Kein anderes Bundesland hat mehr Professuren und mehr Hochschulen. Wer flexibel ist, findet in NRW mit hoher Wahrscheinlichkeit eine passende Stelle.
  • Stärke — was tatsächlich gezahlt wird: In der bislang einzigen Länderauswertung der real gezahlten Gesamtbesoldung liegt NRW in beiden Gruppen an der Spitze (W2 7.590 €, W3 10.010 €; Datenstand Juni 2022, Statistisches Bundesamt im Auftrag des DHV). Das ist kein reiner Leistungsbezugswert, zeigt aber, dass in NRW über dem Grundgehalt viel bewegt wird — die Tabelle steht unter Reale Durchschnittsbesoldung nach Bundesland.
  • Eingeschränkt — Ortsausgleich nur für große Familien: Die Mietenstufe hebt den Familienzuschlag ab dem dritten Kind. Auf das Grundgehalt wirkt der Dienstort nicht.
  • Schwäche — moderate Sonderzahlung: Mit 30 % liegt NRW unter dem Schnitt vergleichbarer Westländer.
  • Schwäche — hohe Lebenshaltungskosten: Standorte wie Köln, Düsseldorf oder Münster gehören zu den teuersten Städten Deutschlands. Ein Ortszuschlag auf das Grundgehalt gleicht das nicht aus — den gibt es in NRW nicht.
  • Schwäche — kein Stufensystem: Wie Niedersachsen kennt NRW keine automatischen Erfahrungsstufen.
Gesamtbewertung: Eine W2-Professur in NRW bringt bei durchschnittlichen Leistungsbezügen und Familie (verheiratet, 2 Kinder) ein Brutto-Jahresgehalt von rund 107.000 € — gerechnet mit der bundesweiten DHV-Orientierung für die Leistungsbezüge, nicht mit einer Landesstatistik. Die wahre Stärke von NRW liegt jedoch in der enormen Vielfalt an Hochschulen und Karrieremöglichkeiten — und in den Verhandlungsspielräumen, die sich durch den Wettbewerb zwischen den Standorten ergeben.

Warum hängt die Besoldung in NRW vom Dienstort ab?

Nordrhein-Westfalen hat die Besoldung an die regionalen Wohnkosten gekoppelt — aber an einer anderen Stelle, als die meisten vermuten. Betroffen ist der Familienzuschlag ab dem dritten Kind: Er richtet sich nach der Mietenstufe der Gemeinde (Landesamt für Besoldung und Versorgung NRW, Besoldungstabellen gültig ab 01.04.2026, abgerufen 06.09.2026).

Das Grundgehalt ist davon nicht betroffen. Anlage 9 LBesG NRW weist je Besoldungsgruppe genau einen Betrag aus — 7.288,92 € in W2 und 8.028,44 € in W3, an der RWTH Aachen wie an der Universität Siegen. Wer einen Ruf nach Köln gegen einen nach Siegen abwägt, sollte deshalb nicht auf einen Ortszuschlag beim Grundgehalt hoffen: Den gibt es in dieser Form nur in Bayern, wo der Orts- und Familienzuschlag auch Ledige und Verheiratete ohne Kinder erreicht.

Was das für die Verhandlung heißt An einem teuren Standort gleicht die Besoldung die Mietkosten nicht aus, solange keine drei Kinder im Haushalt leben. Der einzige Hebel ist dann der variable Teil — die Leistungsbezüge, die bei der Berufung verhandelt werden. Wer von einem günstigen an einen teuren Standort wechselt, verhandelt faktisch über seine Kaufkraft.
Quellen Leistungsbezüge werden individuell verhandelt; eine belastbare amtliche Per-Land-Statistik existiert nicht.

Wie unterscheidet sich das Professorengehalt vom Mittelbau in NRW?

Die W-Besoldung ist nur eine von drei Vergütungswelten an nordrhein-westfälischen Hochschulen — wer das Professorengehalt einordnen will, braucht die beiden anderen als Maßstab:

  • Angestellter Mittelbau (TV-L): Wissenschaftliche Mitarbeitende werden nach Entgeltgruppe und Erfahrungsstufe bezahlt, nicht nach Besoldungsgruppe — Tabelle und Stufenlogik im Eintrag Gehalt wissenschaftliche Mitarbeiter, die Laufzeiten der Stufen unter TV-L Erfahrungsstufen.
  • Verbeamteter Mittelbau (A-Besoldung): Die Akademische Rätin / der Akademische Rat (A13/A14) ist die verbeamtete Variante — gleicher Beamtenstatus wie die Professur, aber A- statt W-Besoldung und ohne Leistungsbezüge. Die Besoldung als Akademischer Rat in NRW (A 13/A 14) steht mit den Beträgen der übrigen Länder im eigenen Artikel.
  • Professur (W-Besoldung): Grundgehalt ohne automatische Erfahrungsstufen, dafür mit individuell verhandelten Leistungsbezügen — der variable Anteil ist hier größer als in beiden Mittelbau-Welten.

Aktuelle Professuren in Nordrhein-Westfalen

Ausgeschriebene W1-, W2- und W3-Professuren an nordrhein-westfälischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften finden Sie in der Professuren-Übersicht; Stellen im wissenschaftlichen Mittelbau stehen unter wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Fazit: Lohnt sich eine Professur in NRW finanziell?

NRW liegt beim Grundgehalt auf Rang 3 (W2 7.289 €) und Rang 6 (W3 8.028 €) der 16 Länder (Eingangsstufe) und gleicht die im Ländervergleich niedrige Sonderzahlung von 30 % teilweise über Leistungsbezüge und die mietenstufenabhängige Komponente aus. Entscheidend für das tatsächliche Einkommen ist deshalb weniger das Bundesland als die Berufungsverhandlung: Grundgehalt und Sonderzahlung sind gesetzt, der variable Teil wird verhandelt.

Wann steigt die W-Besoldung in NRW?

Zuletzt zum 1. April 2026. Nordrhein-Westfalen hat die Grundgehälter um 3,36 % angehoben — spürbar mehr als die 2,80 %, um die im selben Schritt der Familienzuschlag und die übrigen an der Besoldungserhöhung teilnehmenden Bestandteile stiegen. Für eine W2-Professur bedeutet das rund 237 € mehr im Monat. Die Werte auf dieser Seite sind die der Tabelle des Landesamts für Besoldung und Versorgung, gültig ab diesem Datum.

Ein Termin für die nächste Anpassung ist nicht amtlich veröffentlicht. Besoldungserhöhungen folgen in NRW regelmäßig der Tarifrunde der Länder, gelten aber erst, wenn der Landtag sie überträgt — Beträge, die vorher kursieren, sind Fortschreibungen und stehen deshalb nicht auf dieser Seite.

Nach der Professur: Emeritierung und PensionWas vom Professorentitel im Ruhestand bleibt, was „emeritiert“ heißt und wie man „Prof. em.“ schreibt, erklärt Emeritierung und Professor im Ruhestand. Wie hoch die Pension ausfällt und wann der Ruhestand beginnt: Beamtenpension Nordrhein-Westfalen.

Häufige Fragen zur W-Besoldung in Nordrhein-Westfalen

Was verdient eine W2-Professur in NRW?

Das W2 Professur Gehalt in Nordrhein-Westfalen liegt beim Grundgehalt bei 7.289 € brutto/Monat – einstufig, ohne automatische Erfahrungsstufen. Dazu kommen individuell verhandelte Leistungsbezüge, die in NRW überdurchschnittlich hoch ausfallen (bundesweite DHV-Orientierung: rund 850 € in W2).

Was verdient eine W3-Professur in NRW?

Das W3 Professur Gehalt in Nordrhein-Westfalen beträgt beim Grundgehalt 8.028 € brutto/Monat. Mit Leistungsbezügen (DHV-Orientierung rund 1.600 € in W3) liegt die tatsächliche Besoldung deutlich höher.

Gibt es in NRW Erfahrungsstufen in der W-Besoldung?

Nein. NRW verwendet ein einstufiges System ohne automatische Erfahrungsstufen. Eine Besonderheit ist das mietenstufenabhängige System: In teureren Städten wie Köln oder Düsseldorf kann das Grundgehalt geringfügig höher ausfallen als etwa in Siegen oder Paderborn.

Zahlt NRW Weihnachtsgeld an Beamte und Professoren?

Ja. NRW zahlt Landesbeamtinnen und Landesbeamten eine jährliche Sonderzahlung („Weihnachtsgeld“) von 30 % des Dezember-Bruttos – im Ländervergleich niedrig (Bayern 65 %, Bremen 50 %, Niedersachsen 45 %); höhere Grundgehälter und Leistungsbezüge gleichen dies teilweise aus. Für verbeamtete Professorinnen und Professoren in W2/W3 gilt dieselbe Systematik. Angestellte Professuren und wissenschaftliche Beschäftigte fallen nicht unter die Beamten-Sonderzahlung, sondern unter die Jahressonderzahlung des TV-L.

Welche Leistungsbezüge können Professoren in NRW verhandeln?

Drei Arten: Berufungs- und Bleibeleistungsbezüge (bei Erstberufung oder Gegenruf), besondere Leistungsbezüge (für herausragende Forschung oder Lehre) und Funktionsleistungsbezüge (für Ämter wie Dekanin oder Prorektor). Eine amtliche Durchschnittsstatistik je Land existiert nicht; bundesweite DHV-Orientierung: rund 850 € (W2) und 1.600 € (W3).

Wie hoch ist das Professorengehalt in NRW netto?

Das Netto hängt von Steuerklasse, Beihilfe, PKV-Tarif, Kirchensteuer und Familienstand ab. Für belastbare Werte den Gehaltsrechner mit NRW-Voreinstellung nutzen.